Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Long Red Fingers'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Ursprünglicher Ausleser und Herkunft sind nicht dokumentiert. Eine Sammler-Growlist von 2016 verzeichnet den Klon als „TC, 2004“; die Abkürzung ist dort nicht aufgelöst und belegt weder Urheberschaft noch Abstammung.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Long Red Fingers’ ist ein benannter Klon der Venusfliegenfalle mit auffallend langen, häufig rötlichen Randfortsätzen. Die Pflanze behält den Grundbau der Art: Ein kurzes Rhizom trägt eine Rosette aus Fangblättern, deren bewegliche Falle aus zwei Lappen am Ende eines flachen Blattstiels sitzt. Bei diesem Klon sind die Fallen oft kurz und breit, im geöffneten Zustand rundlich und leicht schalenförmig. Die langen Cilien können sich an der Basis kreuzen oder miteinander verschmelzen; einzelne Spitzen stehen dann aufrecht oder wirken wie ineinander verschränkt. Nicht jede Falle zeigt dieselbe Ausprägung.

Auch die unteren Blattabschnitte werden in Sammlungen als veränderlich beschrieben. Schmale, aufrechte Frühjahrsblätter können unregelmäßige erhabene Ränder oder Rinnen tragen; später auftretende, flachere Blätter besitzen teils breitere Blattstiele und kleine Randfortsätze. Diese jahreszeitliche Abfolge ist an einzelnen Sammlerpflanzen beobachtet worden und keine Garantie für jedes Exemplar. Die Rotfärbung fällt je nach Blatt, Licht, Jahreszeit und Kulturzustand unterschiedlich aus. Eine einzelne rote Falle oder ein einzelner gekreuzter Zahn genügt deshalb nicht zur Identifikation; aussagekräftiger sind wiederkehrende Merkmale an mehreren ausgewachsenen Blättern eines sicher etikettierten Klons.

taxonomy

Taxonomie

Der botanische Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zu den Sonnentaugewächsen (Droseraceae) und ist die einzige anerkannte Art der Gattung. J.Ellis ist der Autor des botanischen Namens der Art, nicht der nachgewiesene Urheber des Klons ‘Long Red Fingers’. Der Name steht in Sammlungs- und Verkaufskatalogen für eine vegetativ erhaltene Auslese. Er bezeichnet weder eine eigene Art noch eine nachgewiesene natürliche Varietät oder eine dokumentierte Kreuzung.

Der Name ist seit mindestens den frühen 2000er-Jahren in Sammlerkreisen in Gebrauch, doch ursprünglicher Finder, Züchter und Elternkreuzung sind nicht belegt. Eine alte Zugangsnotiz lautet „TC, 2004“; die Abkürzung ist nicht aufgelöst und erlaubt keine Urheberzuordnung. In den öffentlich verfügbaren internationalen Registern und Kultivarbeschreibungen finde ich keinen passenden Eintrag. Der Name wird deshalb als etablierte Klonbezeichnung geführt, nicht als dort nachgewiesener registrierter Kultivar. Herkunft und Priorität bleiben offen. Die heute übliche längere Namensform sollte bei der Bestandsführung einheitlich verwendet werden. Ähnlichkeiten mit „Cross Teeth“ oder „Fused Tooth“ machen diese Bezeichnungen nicht zu Synonymen und belegen keine gemeinsame Abstammung. Saatgutnachkommen dürfen nicht automatisch unter dem Namen des vegetativ erhaltenen Klons weitergeführt werden.

ecology

Standort und Verbreitung

Für ‘Long Red Fingers’ ist kein natürlicher Fundort dokumentiert. Die verfügbaren Informationen bezeichnen die Pflanze als kultivierten Klon und enthalten weder eine belastbare Wildherkunft noch eine Herkunftsregion oder Elternkreuzung. Die Notiz „TC, 2004“ in einem später veröffentlichten Sammlerkatalog ist nicht ausreichend erklärt, um daraus eine Züchtungs- oder Entdeckungsgeschichte abzuleiten. Der Name wird seit mindestens 2004 in Sammlerkreisen verwendet; wann und von wem die Auslese zuerst gefunden wurde, bleibt unklar. Das Profil sollte deshalb keine konkrete Person oder Wildpopulation als Ursprung angeben.

Die natürliche Verbreitung der Grundart liegt dagegen in einem begrenzten Gebiet der Atlantikküstenebene und Sandhills von North und South Carolina in den Vereinigten Staaten. Dort wächst Dionaea muscipula in offenen, feuchten Kiefern-Savannen, Sickerstellen und weiteren nährstoffarmen Feuchtflächen. Regelmäßige Störungen, vor allem Feuer, halten die Vegetation offen und verhindern eine dauerhafte Beschattung durch Gehölze. Dieses Areal erklärt die Ansprüche der Art an Licht, Wasser und nährstoffarme Böden, ist jedoch kein belegter Fundort von ‘Long Red Fingers’. Artverbreitung und Klonherkunft müssen in Sammlungsetiketten und Profilen getrennt bleiben.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die langen, teils gekreuzten Cilien und die schalenförmigen Fallen sind gärtnerisch auffällige Merkmale des Klons. Es gibt jedoch keine Feldbelege dafür, dass ‘Long Red Fingers’ eine eigene natürliche Anpassung oder eine bestimmte ökologische Funktion besitzt. Die Form entstand beziehungsweise wurde in Kultur erhalten; die vorliegenden Berichte messen weder Beutefang noch Fitness im Vergleich zur gewöhnlichen Venusfliegenfalle. Auch aus roten Cilien lässt sich keine besondere Beutepräferenz oder ein zusätzlicher Nährstoffbedarf ableiten. Die Fallen bleiben Teil desselben aktiven Fangorgans wie bei der Grundart.

Beschreibungen nennen oft kompakte Rosetten und eher langsames Wachstum. Diese Angaben stammen überwiegend aus einzelnen Sammlungen und Verkaufsprofilen ohne standardisierte Alters-, Licht- oder Kulturvergleiche. Sie eignen sich als Erwartung, nicht als feste Wachstumsgarantie. Ebenso ist die Rotfärbung veränderlich: einzelne Anbieter beobachten stärkeres Rot bei kühler Witterung, andere beschreiben allgemein rötliche Fallen und Cilien. Es ist nicht experimentell belegt, dass eine bestimmte Temperatur die Farbe bei diesem Klon zuverlässig auslöst. Für die Pflege sind deshalb die saisonalen Bedürfnisse der Art ausschlaggebend; Farbe, Fallenform und Wachstumstempo werden als variable Beobachtungen dokumentiert.

reference

Wuchsform und Morphologie

‘Long Red Fingers’ bildet eine Rosette mit flachen Blattstielen und endständigen Schnappfallen. Händler beschreiben die Pflanze meist als kompakt oder klein bis mittelgroß; ein verlässlicher Größenbereich für ausgewachsene Pflanzen ist nicht veröffentlicht. Die Fallen sind häufig kürzer als breit und wirken geöffnet rundlich. Mehrere Beschreibungen nennen eine leichte Schalenform und teils aufrechte Fallen. Einzelne Lappen können an der Spitze zusammenlaufen, doch diese Verbindung wird nur gelegentlich beobachtet und ist kein konstantes Merkmal jeder Falle.

Besonders auffällig sind die langen, schmalen Cilien am Fallenrand. Sie können rötlich bis dunkelrot erscheinen, an der Basis abweichen oder sich kreuzen und verschmelzen. Die Kontur ist dadurch nicht immer gleichmäßig; die einzelnen Fortsätze können schräg stehen oder wie Finger ineinandergreifen. Eine Sammlungsbeschreibung dokumentiert zusätzlich jahreszeitlich unterschiedliche untere Blattabschnitte: frühe, aufrechte Blätter mit schmalem, teils gerundetem oder geripptem Blattstiel und spätere, flachere Blätter mit breiterem Blattstiel, gelegentlich mit kleinen Randzähnchen. Diese Beobachtung beruht auf einer Sammlung und sollte nicht als verlässlicher Jahresplan ausgegeben werden. Fallenfarbe und Zahnstellung schwanken innerhalb derselben Rosette. Fotos mehrerer Fallen in verschiedenen Entwicklungsstadien sind für die Beurteilung wichtiger als ein einzelnes Schaustück.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Abgrenzung zur Grundart: Bei einer typischen Venusfliegenfalle sind die Randcilien schlank, voneinander getrennt und im Normalfall nicht so lang und stark gekreuzt, dass sie die Fallenform dominieren. ‘Long Red Fingers’ wird dagegen durch seine verlängerten, oft roten oder dunkelrosa Zähne sowie kurze, breite, rundlich-schalige Fallen erkannt. Die Cilien können an der Basis verschmelzen oder sich überkreuzen; einzelne Fallen stehen dadurch deutlich vom glatten, gleichmäßigen Rand der Grundform ab. Zusätzlich berichten Sammler von ungewöhnlichen, saisonal wechselnden Blattstielen. Nicht alle dieser Merkmale treten an jeder Rosette gleich stark auf.

Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit ‘Cross Teeth’, dessen Cilien ebenfalls an der Basis verbunden und gekreuzt erscheinen können. Eine ältere Sammlerbeobachtung beschreibt bei ‘Long Red Fingers’ besonders lange fingerartige Zähne und breitere spätere Blattstiele; sie liefert aber keinen Beleg für eine direkte Abstammung. Eine beiläufige Beschreibung aus dem Jahr 2004 nannte den Klon sinngemäß eine rötlichere Form von ‘Fused Tooth’. Diese historische Ähnlichkeitsbeschreibung ist keine dokumentierte Kreuzungs- oder Herkunftsangabe. ‘Fused Tooth’ zeigt typischerweise kompaktere, blockartig verbundene Zahnabschnitte, während bei ‘Long Red Fingers’ die lang ausgezogenen Cilien das auffälligste Merkmal sind. Die Rotfärbung allein trennt die Klone nicht sicher. Identität sollte anhand des gesamten wiederkehrenden Merkmalsbildes und der vegetativen Herkunft beurteilt werden.

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Carnivore Strategie

Wie andere Venusfliegenfallen fängt ‘Long Red Fingers’ Beute mit einer aktiv schließenden Schnappfalle. Auf der inneren Oberfläche der beiden Fallenlappen sitzen empfindliche Sinneshaare. Geeignete Reize in kurzer Folge lösen elektrische Signale aus und setzen eine schnelle Bewegung in Gang. Die Falle schließt zunächst nicht zwingend luftdicht; wiederholte Bewegungen einer festgehaltenen Beute fördern weitere Reaktionen, den endgültigen Verschluss und die Verdauung. Drüsen auf der Innenfläche geben Verdauungssekrete ab und nehmen gelöste Nährstoffe auf. Bleibt die erforderliche Folge von Reizen aus, kann sich die Falle wieder öffnen.

Die langen oder miteinander gekreuzten Cilien ändern die grundsätzliche Funktion nicht nachweislich. Eine ältere Diskussion über schlecht schließende Fallen bezog sich auf ‘Fused Tooth’ und darf nicht ohne Beleg auf diesen Klon übertragen werden. Für ‘Long Red Fingers’ liegen keine kontrollierten Messungen vor, die eine eingeschränkte Abdichtung, Fangquote oder Verdauung belegen. Bei einzelnen Fallen kann die ungewöhnliche Cilienstellung den sichtbaren Randverschluss verändern; daraus folgt aber nicht automatisch eine Funktionsstörung. Fallen sollten nicht wiederholt ohne Beute ausgelöst werden, weil jeder Schließvorgang Energie kostet und die einzelne Falle nur begrenzt nutzbar ist. Formabweichung und Fangfunktion bleiben getrennte Fragen.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Der Klon wächst mehrjährig aus einem Rhizom. Bei kräftigen Pflanzen können Tochterrosetten entstehen, die sich durch vorsichtige Teilung getrennt weiterkultivieren lassen. Blatt- oder Rhizomstecklinge sind ebenfalls mögliche Wege, einen Dionaea-Klon vegetativ zu erhalten; für ‘Long Red Fingers’ ist jedoch kein kontrollierter Vermehrungsversuch mit dokumentierter Erfolgsrate bekannt. Stecklinge und Teilstücke sollten beschriftet und der Mutterpflanze zugeordnet werden, damit der Name nicht ohne nachvollziehbare Herkunft weitergegeben wird.

Blüten, Bestäubung und Samenbildung folgen grundsätzlich dem Artmuster: Die Blüten sitzen an einem aufrechten Blütenstand und bilden nach erfolgreicher Bestäubung Samenkapseln. Für ‘Long Red Fingers’ berichtet eine Sammlungsbeschreibung von häufig ungewöhnlich geformten Blüten und geringer Fruchtbarkeit. Diese Angabe ist eine Beobachtung aus einer einzelnen Kultur, keine reproduktionsbiologische Studie und keine gesicherte Eigenschaft jeder Pflanze. Sämlinge entstehen sexuell und mischen Erbanlagen neu; selbst ähnlich geformte oder rot gefärbte Nachkommen sind daher nicht automatisch derselbe Klon. Wenn die Erhaltung der benannten Form das Ziel ist, sind vegetative Ableger mit sicher dokumentierter Mutterpflanze geeigneter. Eine besondere Sterilität sollte im Profil nicht als feststehende Diagnose erscheinen.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Für ‘Long Red Fingers’ ist kein eigenständiges Sonderregime belegt. Die Pflanze wird wie die Grundart sehr hell bis vollsonnig kultiviert, mit schrittweiser Akklimatisierung nach einer dunkleren Haltung. Während des Wachstums braucht der Wurzelraum dauerhaft Feuchtigkeit und mineralarmes Wasser. Saisonale Freiland- oder ungeheizte Gewächshauskultur bildet den natürlichen Jahresgang am ehesten nach. Eine kühle Winterphase ist dabei üblich; der Topf darf dennoch nicht austrocknen und sollte in exponierter Lage vor starkem Durchfrieren geschützt werden. In Innenkultur ist besonders auf ausreichende Lichtstärke und einen passenden Jahresrhythmus zu achten.

Die langsame oder kompakte Wuchsform in einzelnen Sammlungen ist kein Grund, die Pflanze wärmer oder nährstoffreicher zu halten. Es gibt keine belastbaren klonspezifischen Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen. Auch für den oft erwähnten Zusammenhang zwischen kühler Witterung und stärkerer Rotfärbung fehlen kontrollierte Versuche. Intensives Rot ist weder notwendige Gesundheitsbedingung noch verlässliches Erkennungsmerkmal. Die langen Cilien verlangen keine zusätzliche Fütterung und keine besondere Bewässerung. Kulturentscheidungen sollten sich am Zustand von Rhizom, Blattbildung und Substrat orientieren, nicht an einer einzelnen Farbe oder Form der Falle.

substrate

Substrat-Ökologie

Das Substrat richtet sich nach den nährstoffarmen, sauren Feuchtstandorten der Grundart, nicht nach den verlängerten Fangzähnen des Klons. Im Topf muss das Medium gleichmäßig Feuchtigkeit speichern und zugleich genügend Luft an die Wurzeln lassen. Ungedüngter Weißtorf oder geeignetes Sphagnum können die Basis bilden; strukturstabile, mineralisch geeignete Zuschläge lassen sich an Gefäß, Topfhöhe und Bewässerungsweise anpassen. Für ‘Long Red Fingers’ ist keine eigene Substratmischung geprüft. Eine dauerhaft feuchte, aber nicht verdichtete Struktur ist wichtiger als eine starre Rezeptur.

Mineralreiche Gießwässer und Dünger können in kleinen Gefäßen Salze anreichern. Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser vermindern diese Belastung. Gedüngte Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zusätze passen nicht zur üblichen Dionaea-Kultur. In der saisonalen Außenkultur wird häufig über eine Schale bewässert; Wasserstand, Wärme, Gefäßgröße und Substratstruktur müssen dabei zusammen betrachtet werden. Ein dauerhaft hoher Wasserstand in einem kompakten, schlecht belüfteten Medium ist keine sichere Lösung. Änderungen am Substrat sollten anhand von Feuchteverlauf, Wurzelgesundheit und Stabilität beurteilt werden. Die rot gefärbten Cilien liefern keinen Hinweis auf den Salz- oder Nährstoffbedarf.

practice

Praxisnotizen

Für das verbundene Kulturprofil sind Sichtkontrollen alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage während einer ruhigen Winterphase und alle 7 Tage für Sämlinge hinterlegt. Diese Intervalle planen Beobachtungen und sind keine automatischen Gießtermine. Bei jeder Kontrolle Feuchte und Qualität des Wassers, Zustand des Rhizoms, Neuaustrieb, Fallen und mögliche Schädlinge prüfen. Kleine Töpfe, Hitze und rascher Wasserverbrauch können kürzere Abstände erfordern. Im Winter sind eine kleinere Rosette und absterbende ältere Fallen nicht automatisch ein Verlust des Klons.

Zur Identitätsprüfung mehrere ausgewachsene Fallen und unterschiedliche Blattstadien desselben Bestands fotografieren. Die Aufnahmen sollten die Länge und Stellung der Cilien, mögliche Kreuzungen oder Verschmelzungen, den offenen Fallenriss und die unteren Blattabschnitte zeigen. Datum, Licht, Jahreszeit und Entwicklungszustand mitnotieren; Rotfärbung und Blattstellung können variieren. Einen Sämling nicht unter dem Klonnamen führen, selbst wenn er ähnlich aussieht. Mutterpflanze und vegetative Ableger mit Herkunftsnotiz beschriften. Es wurde kein passendes eigenes Bild in der Mediathek gefunden; Händler- und Sammlerbilder bleiben außen vor, solange kommerzielle Bildrechte und eine genaue Pflanzenzuordnung nicht belegt sind.

sources

Quellenangaben

Sammlerbelege und Klonmerkmale

  • J. Ph. Rosello: Dionaea-Sammlung und Klonbeschreibungen. Detaillierte Sammlerbeobachtungen zu saisonal unterschiedlichen Blattstielen, kurzen breiten Fallen, gekreuzten beziehungsweise an der Basis verschmolzenen Cilien, gelegentlich verbundenen Fallenlappen und abweichenden Blüten. Einzelne Sammlung, keine standardisierte Vergleichsstudie.
  • TerraForums, Diskussion vom Mai 2004: Lieblingskultivare. Frühe Nennung von „Long Red Fingers“ und zeitgenössischer Vergleich mit „Fused Tooth“ sowie stärkerer roter Pigmentierung. Die Ähnlichkeitsformulierung belegt keine Abstammung.
  • Mike King: Growlist, Stand 21.07.2016. Führt DM31 „Long Red Fingers, TC, 2004“. Die Liste erläutert „TC“ an dieser Stelle nicht; sie wird nicht als Urheber- oder Kreuzungsnachweis interpretiert.
  • Carnivorous Plant Store: ‘Long Red Fingers’. Händlerbeschreibung zu langen roten bis dunkelrosa Cilien, gekreuzten oder verschmolzenen Zähnen, aufrechten schalenförmigen Fallen und eher kleiner bis mittlerer Rosette.
  • Sea Island Snap Traps: ‘Long Red Fingers’. Händlerbeobachtungen zu kompaktem Wuchs, langsamer Entwicklung, kleinen schalenförmigen Fallen und stärker roter Färbung bei kühler Witterung; keine Messreihe.
  • FlytrapCare Store: ‘Long Red Fingers’. Ergänzende Händlerbeschreibung der verlängerten, häufig gekreuzten oder verwachsenen Cilien und schalenförmigen Fallen.
  • Esotik Garden: Dionaea-Klone. Beschreibt den Klon als kompakt, mit langen oft roten Zähnen, die sich überkreuzen oder an der Basis verschmelzen können.

Nomenklatur und Registrierungsstatus

Artbiologie und Kulturgrundlage

Bildrechte

In der lokalen Mediathek wurde kein eigenes Foto mit passendem Klonnamen gefunden. Ein Flickr-Sammlungsalbum enthält als ‘Long Red Fingers’ bezeichnete Pflanzen, aber für die konkrete Aufnahme ließ sich keine kommerziell nutzbare Lizenz verifizieren. Verkaufs- und Sammlerfotos wurden nicht übernommen; das Bildfeld bleibt leer, bis ein eigenes oder exakt zuordenbares frei lizenziertes Bild mit Urhebernachweis vorliegt.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand30.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Long Red Fingers', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-long-red-fingers/