Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Justina Davis'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen mineralreiches Wasser und hohe Salzbelastung
- Nährstoffüberschuss im Wurzelmedium vermeiden
- Die grüne Färbung ist kein Hinweis auf Schattenverträglichkeit
- Warmes
- lichtarmes Überwintern vermeiden
- Verdichtetes oder stark abgebautes Substrat vermeiden
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Justina Davis’ ist ein registrierter Kultivar der Venusfliegenfalle. Die veröffentlichte Kultivarbeschreibung kennzeichnet ihn durch auffällig hellgrüne Blätter und Fallen, deren orange bis rote Pigmentierung auch bei reichlichem Sonnenlicht ausbleibt. Dieses Merkmal beschreibt die Färbung, nicht einen abweichenden Bauplan: Die Pflanze besitzt weiterhin die normalen Fangblätter der Art und bleibt eine voll funktionsfähige, photosynthetische Karnivore. Die grüne Erscheinung ist weder ein Albinozustand noch ein Hinweis darauf, dass die Pflanze weniger Licht verträgt oder benötigt.
Außer der stabil grünen Färbung wurde für ‘Justina Davis’ keine abweichende Fallenform, Zahnung, Blattstellung, Blütengestalt oder feste Größenklasse nachgewiesen. Solche Merkmale werden deshalb nicht ergänzt, nur um den Kultivar künstlich von der Art abzuheben. Wie bei anderen Venusfliegenfallen verändern Alter, Entwicklungsphase, Temperatur und Kulturbedingungen das Aussehen einzelner Blätter. Für die Beurteilung zählt die wiederholte Färbung mehrerer ausgewachsener Neutriebe unter sehr hellem Licht. Eine Jungpflanze oder ein einzelnes Foto kann die Klonidentität nicht sichern; dazu gehört auch eine nachvollziehbare vegetative Herkunft.
Die Angabe beschreibt ein wiedererkennbares Kulturmerkmal, aber keine Messreihe. Sie legt nicht fest, dass jede einzelne Falle exakt gleich aussieht oder dass ein Farbton allein eine sichere Bestimmung erlaubt. Besonders wichtig ist, Merkmale am gesunden Neuaustrieb zu vergleichen und zugleich Licht sowie Blattalter zu protokollieren.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name der Art lautet Dionaea muscipula J.Ellis; sie gehört zur Familie Droseraceae und ist die einzige anerkannte Art ihrer Gattung. ‘Justina Davis’ steht als Kultivarname innerhalb dieser Art. Der Name begründet weder eine eigene Art noch eine Unterart oder eine geographische Form. Das Kürzel J.Ellis bezeichnet die botanische Autorenschaft des Artnamens. Es ist nicht die Autorenschaft des Kultivarnamens und auch nicht der Züchter dieses Klons.
Der Kultivarname wurde 2006 durch Barry Rice veröffentlicht und von ihm registriert. Die Namenserläuterung verbindet ‘Justina Davis’ mit Justina Davis, der Frau des Kolonialgouverneurs Arthur Dobbs. Die ursprüngliche Kultivarbeschreibung steht in Rice’ Buch Growing Carnivorous Plants auf Seite 80; das ICPS-Namensverzeichnis führt diese Herkunft und die Registrierung. Die Kultivarbenennung erhält eine gärtnerisch ausgewählte Pflanze, sie beweist aber für sich allein keine Abstammung. Im Handel verwendete Ausdrücke wie „All Green“ oder „Green Traps“ sind ohne Beleg einer vegetativen Weitergabe keine gesicherten Synonyme. Für eine belastbare Zuordnung sollten Etikett, Lieferquelle und Mutterpflanze gemeinsam dokumentiert werden.
Für die fachliche Verwendung des Namens ist diese Trennung wichtig: Der botanische Autor folgt der Art, während der Kultivarname eine gärtnerische Auslese bezeichnet. Bei nicht belegbarer Abstammung sollte der Name als Handelsangabe markiert und nicht als gesicherter Klon ausgegeben werden.
ecology
Standort und Verbreitung
Für den konkreten Klon ‘Justina Davis’ ist kein natürlicher Fundort, keine Wildpopulation und keine bestimmte Ausgangsakzession veröffentlicht. Er war bereits länger in gärtnerischer Kultur, bevor Barry Rice den Namen 2006 einführte. Eine dokumentierte Kreuzung oder Herkunft aus einer genau benannten Population ist nicht belegt. Die natürliche Verbreitung der Art darf daher nicht als geographische Herkunft des Kultivars ausgegeben werden.
Dionaea muscipula ist natürlicherweise auf ein kleines Gebiet der atlantischen Küstenebene im östlichen North Carolina und östlichen South Carolina beschränkt. Dort besiedelt sie offene Feuchtstandorte, darunter Moore, feuchte Kiefern-Savannen und Pine Barrens. Diese Lebensräume sind sauer, nährstoffarm und ausreichend hell; der Wasserstand kann im Jahreslauf schwanken. Die Pflanzen wachsen zwischen niedriger Begleitvegetation und profitieren von Bedingungen, die konkurrenzstarke Gehölze begrenzen. Die auf Sammlermärkten verbreitete Bezeichnung ‘Justina Davis’ zeigt dagegen nur den heutigen gärtnerischen Umlauf eines Klons. Sie sagt nicht, aus welcher Wildpopulation die ursprüngliche Pflanze stammte oder ob ihre heutige Lieferlinie lückenlos bis zu Rice zurückverfolgt werden kann.
Eine Fundortkarte der Wildart kann deshalb nicht zur Darstellung der Herkunft dieser Auslese dienen. Auch ein Verkaufsstandort, eine Gewächshausadresse oder das Land der Vermehrung sind keine Angaben über den ursprünglichen Fund. Solche Ortsangaben dürfen erst verwendet werden, wenn sie sich auf nachvollziehbare Sammlungsunterlagen beziehen.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die auffällige grüne Färbung von ‘Justina Davis’ ist ein Pigmentmerkmal und keine belegte ökologische Anpassung an Schatten. Die Art ist auf offene, sehr lichtreiche und nährstoffarme Feuchtlebensräume spezialisiert. Ihre Fallen ergänzen die Versorgung mit Mineralstoffen, die im Boden nur begrenzt verfügbar sind; die Pflanze gewinnt ihre Energie weiterhin wesentlich durch Photosynthese. Aus der grünen Falleninnenseite folgt deshalb weder eine geringere Lichttoleranz noch die Eignung für einen dunklen Fensterplatz. Im Gegenteil wird der Kultivar gerade dafür beschrieben, auch bei intensiver Beleuchtung grün zu bleiben.
Für ‘Justina Davis’ wurden keine eigenen Versuche zu Photosynthese, Lichtkompensation, Pigmentchemie, Wasserstress oder Nährstoffaufnahme gefunden. Es wäre daher unbegründet, ihm eine besondere Anpassung an bestimmte Böden oder Klimabedingungen zuzuschreiben. Die bekannten ökologischen Anforderungen der Art gelten als fachlicher Rahmen: sonnige, feuchte und nährstoffarme Verhältnisse sowie genügend Raum für den bodennahen Rosettenwuchs. In der Natur erhalten wiederkehrende Störungen die offenen Standorte; dauerhafte Beschattung und Verbuschung verändern sie zugunsten stärkerer Konkurrenten. Eine gärtnerische Farbselektion hebt diese Abhängigkeit von Licht und Wasser nicht auf. Abweichungen von den Artsansprüchen wären erst belegt, wenn vergleichende Kultur- oder Freilanddaten für diesen Klon vorliegen.
reference
Wuchsform und Morphologie
Der Wuchs von ‘Justina Davis’ folgt dem Grundbau der Venusfliegenfalle: Aus einer kurzen unterirdischen Sprossbasis entstehen neue Blätter, die eine bodennahe Rosette bilden. Jedes Laubblatt besitzt einen flachen Blattstiel und endet in einer zweilappigen Fanglamina. Am Rand sitzen die charakteristischen Zilien, während auf der Innenseite empfindliche Reizhaare und Verdauungsdrüsen liegen. Für diesen Kultivar ist keine besondere Blattstellung, verlängerte Zilie, ungewöhnliche Zahnung oder feste Fallenform dokumentiert. Solche Eigenschaften dürfen nicht aus anderen benannten Dionaea-Klonen übernommen werden.
Das verlässlich beschriebene Abweichungsmerkmal ist die hellgrüne Färbung ohne orange bis rote Pigmentierung, auch unter reichlichem Licht. Daraus folgt keine festgelegte Fallenbreite, Rosettengröße oder Wuchsgeschwindigkeit. Reife und junge Blätter können sich im Erscheinungsbild unterscheiden; deshalb sollten mehrere aufeinanderfolgende Neutriebe betrachtet werden. Bei der Art stehen die weißen Blüten an einem aufrechten, blattlosen Schaft oberhalb der Fangblätter. Auch für Blütenfarbe oder Blütenform ist bei ‘Justina Davis’ keine Sonderform belegt. Bleibt eine Pflanze dauerhaft grün, kann das die Zuordnung stützen, ersetzt aber nicht die Herkunftsdokumentation: Mehrere gärtnerische Dionaea-Auslesen werden als grün beschrieben, und unklare Handelsnamen können verschiedene Klone zusammenfassen.
Für die Beschreibung empfiehlt sich deshalb eine klare Trennung zwischen normalen Artmerkmalen und der grünen Kultivarfarbe. Fehlende Werte für Fallenbreite oder Rosettendurchmesser sind bewusst nicht als Schätzungen ergänzt. Das verhindert, dass eine ungesicherte Einzelbeobachtung zur festen Diagnose erhoben wird.
reference
Carnivore Strategie
‘Justina Davis’ nutzt dieselbe aktive Klappfalle wie andere Pflanzen von Dionaea muscipula; eine abweichende Fangstrategie ist für den Klon nicht beschrieben. Wenn ein Beutetier die Reizhaare auf der Innenseite einer geöffneten Falle berührt, entstehen elektrische Signale. Eine ausreichende Folge rascher Reize überschreitet die Auslöseschwelle und lässt die beiden Fallenlappen zuschnappen. Der schnelle Verschluss hält Beute zunächst fest. Weitere Bewegung kann die Falle dichter schließen und die Verdauungsdrüsen aktivieren. Enzyme und saure Flüssigkeit zersetzen tierisches Material, danach nimmt die Pflanze gelöste Nährstoffe über die Drüsenoberfläche auf.
Die mechanische Erklärung des Verschlusses wurde 2026 wesentlich präzisiert: Messungen an der Art stützen eine rasche Erweichung der äußeren Zellwände, die gespeicherte elastische Energie freisetzt; ein weitreichender Wassertransport ist dafür zu langsam. Welche molekulare Reaktion diese lokale Änderung anstößt, ist noch nicht vollständig geklärt. Nichts weist darauf hin, dass ‘Justina Davis’ hiervon abweicht. Seine grüne Farbe sagt weder etwas über die Zahl der Reizhaare noch über Schließgeschwindigkeit, Beutegröße oder Verdauungsleistung aus. Wiederholtes Auslösen durch Berührung ist kein verlässlicher Identitätstest und kostet die Falle Funktionszyklen. Für Beobachtungen sollten intakte, ausgewachsene Fallen und natürlich gefangene Beute bevorzugt werden.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Die Fortpflanzung von ‘Justina Davis’ ist nicht als kultivarspezifische Besonderheit beschrieben. Wie andere Venusfliegenfallen kann eine ausgewachsene Pflanze einen hohen, blütenlosen Schaft mit weißen Blüten bilden. Die Blüten stehen dadurch deutlich oberhalb der Fangrosette. Untersuchungen an der Art zeigen, dass Blütenbesucher und Fallenbeute nur wenig überlappende Insektengruppen umfassen; räumliche Trennung verringert damit den Konflikt zwischen Bestäubung und Fang. Nach Bestäubung entwickelt sich eine Fruchtkapsel mit kleinen schwarzen Samen. Für den Klon sind jedoch weder besondere Blütezeiten noch eine abweichende Bestäubungsbiologie oder gesicherte Samenmerkmale veröffentlicht.
Samen aus einer Bestäubung sind Nachkommen mit neuer genetischer Kombination und erhalten die benannte grüne Auslese nicht zuverlässig. Soll ‘Justina Davis’ als derselbe Kultivar weitergegeben werden, ist die vegetative Vermehrung aus einer nachvollziehbar beschrifteten Mutterpflanze erforderlich, etwa durch Teilung oder geeignete Blattstecklingsverfahren. Auch Gewebekulturware muss aus einer authentifizierten Ausgangslinie stammen; das Vermehrungsverfahren allein garantiert keine richtige Etikettierung. Werden Samen gebildet, sollten sie als Sämlinge der Mutterpflanze geführt werden und nicht automatisch den Kultivarnamen tragen. Eine sichtbare Ähnlichkeit im Jugendstadium bestätigt keine Klonidentität. Für die Erhaltung des Namens sind deshalb Herkunft, Vermehrungsweg und Beobachtung der grünen Färbung gemeinsam festzuhalten.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für ‘Justina Davis’ ist keine besondere Kulturtechnik gegenüber der Art belegt. Der Kultivar braucht sehr viel Licht; seine grüne Färbung ist kein Anlass, ihn schattiger zu stellen. Eine Pflanze aus dunkler Haltung wird schrittweise an direkte Sonne gewöhnt, damit die Blätter sich an die höhere Strahlung anpassen können. Der Wurzelraum bleibt mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht. Für saisonale Außenkultur gehört ein kühler Jahresabschnitt zum normalen Rhythmus der Art. Das verbundene Kulturprofil führt die Ruhephase als optional, weil auch langfristige Innenkultur mit intensiver Zusatzbeleuchtung möglich ist. Diese Ausnahme setzt ausreichend Licht und eine passende Versorgung voraus und ist keine Empfehlung für warme, lichtarme Überwinterung.
Im Codex sind für ‘Justina Davis’ keine gesonderten Temperatur-, Luftfeuchte- oder Lichtgrenzwerte publiziert. Die abweichenden Rohwerte der Importfassung wurden daher geprüft und an die verknüpften Art-Standardwerte angepasst, statt als Sonderansprüche des grünen Klons stehenzubleiben. Die Artangaben sind Kulturrahmen, keine experimentell bestimmte Kurve für ‘Justina Davis’. Reaktion auf einen neuen Standort sollte am Neuaustrieb über mehrere Wochen bewertet werden. Schwarz werdende alte Fallen allein belegen keine Krankheit; entscheidender sind Zustand von Rhizom und Wachstumspunkt, ausreichend helles Licht, Wasserqualität und Substratstruktur. Häufiges Fallen-Auslösen, Wurzelraumdüngung und rasche Wechsel zwischen warmem Innenraum und kühler Außenkultur sind zu vermeiden.
substrate
Substrat-Ökologie
Ein besonderes Substratrezept für ‘Justina Davis’ ist nicht überliefert. Für den Kultivar gelten die Ansprüche von Dionaea muscipula: Das Wurzelmedium soll sauer, nährstoffarm und mit mineralarmem Wasser befeuchtet sein. Im Naturraum wächst die Art in feuchten, nährstoffarmen Böden; ein Kulturmedium muss Wasser halten, darf aber nicht so fein zerfallen, dass der Wurzelraum dauerhaft sauerstoffarm wird. Sauberes, ungedüngtes Torf- oder Sphagnum-basiertes Material kommt als Grundlage infrage. Die genaue Mischung hängt von Topfhöhe, Luftführung und Bewässerungsweise ab und ist kein kultivarspezifisches Merkmal.
Mineralreiches Leitungswasser, kalkhaltige Zusätze und Dünger im Wurzelmedium erhöhen die Salz- oder Nährstoffbelastung und passen nicht zu dieser Kultur. Wasser aus einer geeigneten Quelle hält den Wurzelballen feucht; gleichzeitige Durchlüftung wird durch ein strukturstabiles Medium und passende Gefäßhöhe unterstützt. Alte, verdichtete oder stark zersetzte Bestandteile sollten bei der Kontrolle erkannt werden, statt durch zusätzliche Dünger oder häufige Fallenfütterung kompensiert zu werden. Für ‘Justina Davis’ wurden keine eigenen pH- oder Leitfähigkeitsgrenzen gemessen. Die Eintragswerte des Artprofils sind daher Standardempfehlungen für die Gattungskultur und keine Analyse dieser speziellen Auslese. Die grüne Farbe liefert keinen Hinweis auf andere Nährstoff- oder Substratansprüche.
Bei der Kultur sollte der Wasserstand nicht mit Staunässe im Kronenbereich verwechselt werden. Die Basis der Rosette bleibt oberhalb der Wasseroberfläche; Medium und Untersetzer werden so geführt, dass die Wurzeln Feuchtigkeit erhalten, ohne die Krone dauerhaft einzuschließen. Das ist eine Folge der Artkultur und keine Besonderheit des grünen Klons.
practice
Praxisnotizen
Bei ‘Justina Davis’ ist die Farbe nur zusammen mit der Vorgeschichte aussagekräftig. Notiere den vollständigen Namen des Lieferetiketts, Erwerbsdatum, Anbieter, angegebene Mutterpflanze und Vermehrungsweg. Beobachte mehrere reife Neutriebe unter hoher Beleuchtung, bevor du die Zuordnung bestätigst. Ein einzelnes grünes Jungblatt kommt auch bei gewöhnlichen Venusfliegenfallen vor; die kultivarspezifische Aussage betrifft die wiederkehrende grüne Färbung ohne orange bis roten Anteil bei guter Lichtversorgung. Wird ein roter Hauch beobachtet, prüfe zuerst Etikett, Herkunft, Entwicklungszustand und ob wirklich ein reifes Blatt vorliegt. Nutze „All Green“ nicht automatisch als Synonym.
Für die Kulturkontrolle ist der Rhythmus des verknüpften Dionaea-Profils hinterlegt: alle 14 Tage während aktiven Wachstums, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das ist ein Dokumentationsintervall, keine feste Gieß- oder Fütterungsanweisung. Halte dabei Neublattfarbe, Fallenform, Zahl der Wachstumspunkte, Wasserqualität, Substratzustand und Standortwechsel fest. Die Eintragung sollte zwischen tatsächlicher Beobachtung des einzelnen Exemplars und gesicherter Kultivarbeschreibung unterscheiden. In der Recherche fanden sich Fotos, die als ‘Justina Davis’ bezeichnet sind, darunter Händler- und Bildverzeichnis-Einträge; dafür ließ sich jedoch keine freie Lizenz nachweisen. Es wurde kein solches Bild übernommen und die Bildfelder bleiben leer.
sources
Quellenangaben
Kultivarname und grüne Merkmale
- Rice, B. A. (2006): Growing Carnivorous Plants. Timber Press, S. 80. Originalquelle der Kultivarbeschreibung; bibliographische Angaben und Seitenverweis sind im ICPS-Namensverzeichnis dokumentiert. Bibliographischer Nachweis.
- Schlauer, J. (laufend gepflegt): ICPS Carnivorous Plant Names Resource: Dionaea ‘Justina Davis’. Namens-, Autoren- und Registrierungsangaben; verweist auf Rice (2006), S. 80. Das Verzeichnis weist selbst auf mögliche Auslassungen hin. Namensdatensatz.
- International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Kultivarhinweis, dass ‘Justina Davis’ auch bei reichlich Licht grün bleibt; allgemeine Kulturhinweise für die Art. Kulturleitfaden.
- Collingsworth, D. (2013): “New Cultivars: Dionaea muscipula ‘Gremlin’.” Carnivorous Plant Newsletter 42(1): 24–29. Beschreibt den möglichen flüchtigen Rosahauch neuer Fallen und das horstbildende Wachstum von ‘Gremlin’ und grenzt den Klon ausdrücklich von ‘Justina Davis’ ab. Artikel-PDF.
Botanische Grundlagen, Fang und Fortpflanzung
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Artname, Familie, Verbreitung und morphologische Grundlagen. Artprofil.
- Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): “Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism.” Ecological Monographs 28(2): 193–218. DOI.
- U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap (Dionaea muscipula). Schutz- und Verbreitungskontext der Art in den Carolinas. Artseite.
- Forterre, Y., Skotheim, J. M., Dumais, J. & Mahadevan, L. (2005): “How the Venus flytrap snaps.” Nature 433: 421–425. Frühere biomechanische Analyse der elastischen Schnappbewegung. DOI.
- Ryu, J. et al. (2026): “Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure.” Science 392(6803): 1183–1187. Neue Messungen stützen schnelle Erweichung der äußeren Zellwände als aktiven mechanischen Treiber; der molekulare Auslöser bleibt offen. DOI.
- Böhm, J. et al. (2016): “The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake.” Current Biology 26(3): 286–295. Reizverarbeitung, Verdauungsreaktion und Nährstoffaufnahme. DOI.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): “Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators.” The American Naturalist 191(4): 539–546. Feldstudie zu Beute, Blütenbesuchern und deren geringer Überschneidung. DOI.
- Hamon, L. E. et al. (2024): “As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in the carnivorous plant Dionaea muscipula.” American Journal of Botany 111: e16279. Experiment zu Beute, Pollenversorgung und Fortpflanzung. Artikel; die 2026 veröffentlichte Korrektur berichtigt die Reihenfolge zweier Balken in Abbildung 2A, nicht die Erläuterung im Text: Erratum.
Bildprüfung
Der ICPS Carnivorous Plant Photo Finder führt mehrere Bilder unter dem Namen ‘Justina Davis’, darunter Verweise auf Händler- und Sammlerdateien. Bei den erreichbaren Nachweisen war keine freie Lizenz für ein bestimmtes Bild ausgewiesen. Daher wurde kein Foto kopiert und die vier Bildfelder bleiben leer.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Die belastbare Diagnose für Dionaea muscipula ‘Justina Davis’ ist vor allem farblich: Der 2006 von Barry Rice benannte und registrierte Kultivar wird als hellgrüne Auslese beschrieben, die selbst bei reichlichem Sonnenlicht keine orange bis rote Fallenpigmentierung zeigt. Diese Angabe ist spezifischer als der unscharfe Handelsbegriff „All Green“, der ohne Herkunftsnachweis auf mehr als eine grüne Dionaea-Pflanze angewendet werden kann. Der Name bezeichnet einen Kultivar und nicht jede zufällig grün erscheinende Venusfliegenfalle. Die Art bleibt im Bauplan, Fangmechanismus und Grundanspruch eine normale Dionaea muscipula.
Eine nützliche Abgrenzung liefert der separat benannte Kultivar ‘Gremlin’: Seine veröffentlichte Beschreibung nennt bei frisch geöffneten Fallen unter starkem Licht gelegentlich einen zarten Rosahauch, der später verblasst, und betont seinen kräftigen horstbildenden Wuchs. Diese Merkmale werden nicht auf ‘Justina Davis’ übertragen. Umgekehrt sind für ‘Justina Davis’ keine Sondermerkmale zu Fallengröße, Zilien, Rosettenform, Blüte, Fangquote oder Wachstumstempo belastbar belegt. Die Kultivarbeschreibung nennt keinen besonderen Kulturbedarf; sehr viel Licht bleibt erforderlich. Die historische Originalbeschreibung ist in der Literatur auf Seite 80 von Rice’ Buch nachgewiesen und wird vom Namensverzeichnis referenziert. Für eine heute angebotene Pflanze reicht der übereinstimmende Farbeindruck allein nicht zur sicheren Identifizierung, wenn eine verlässliche vegetative Herkunftskette fehlt.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Justina Davis', Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-justina-davis/
