Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Harlequin'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula “Harlequin” ist der Handelsname einer gärtnerischen Venusfliegenfallen-Auswahl, die auch als “GC Harlequin” angeboten wird. Die Pflanze besitzt denselben Grundbau wie die Art: eine bodennahe Rosette, ein kurzes Rhizom und Laubblätter mit Blattstiel und endständiger zweilappiger Fangfalle. Die Fanglappen tragen am Rand bewegliche Zilien und auf ihrer Innenseite Sinneshaare sowie Drüsen. Diese botanischen Merkmale gelten für die gesamte Art und bilden keine besondere Diagnose dieses Handelsklons. In den geprüften offiziellen Kultivarverzeichnissen ließ sich keine veröffentlichte formelle Beschreibung zu Harlequin finden; deshalb wird der Name hier als Handelsauswahl behandelt, nicht als sicher registrierter Kultivar.
Die gärtnerischen Beschreibungen verbinden Harlequin mit flach ausgebreiteten Blättern, kräftiger Fallenfärbung, auffälligen Randzähnen und gelegentlichen weißen Streifen auf der Außenseite der Fallen. Diese Kombination unterscheidet die angebotene Auswahl optisch von der üblichen grünen bis rot gefärbten Venusfliegenfalle. Die Verkäuferberichte sind jedoch keine standardisierte botanische Untersuchung: Sie legen weder ein verbindliches Vergleichsexemplar noch Maße oder Häufigkeiten fest. Ein weißer Streifen muss nicht an jedem Blatt auftreten, und die sichtbare Farbe kann mit Blattalter und Kulturphase wechseln. Ungeprüfte Eigenschaften werden daher nicht als feste Sortenmerkmale ausgegeben.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Wildart lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Sie gehört zu den Droseraceae in der Ordnung Caryophyllales; Dionaea ist eine monotypische Gattung mit dieser einen anerkannten Art. “Harlequin” und “GC Harlequin” sind gärtnerische Handelsbezeichnungen innerhalb von D. muscipula, keine eigenen botanischen Taxa. Die Autorenangabe J.Ellis bezieht sich allein auf den wissenschaftlichen Artnamen. In den geprüften Verzeichnissen fand sich weder eine Harlequin-Beschreibung im CPN-Archiv noch ein entsprechender Eintrag in den dort verlinkten ICPS-Namensressourcen. Das ältere Register weist selbst darauf hin, dass es nur vor Oktober 2020 registrierte Namen abbildet; ein fehlender Treffer dort allein beweist deshalb keine dauerhafte Nichtregistrierung.
Die ICPS beschreibt für neue Karnivoren-Kultivare die Notwendigkeit präziser unterscheidender Merkmale und einer veröffentlichten Beschreibung; bei Dionaea ist ein Vergleich mit ähnlichen benannten Pflanzen besonders wichtig. Eine solche öffentlich auffindbare Diagnose für Harlequin wurde bei dieser Prüfung nicht gefunden. Deshalb werden weder ein Kultivarautor noch ein Registrierungsjahr oder eine formelle Synonymie zwischen “Harlequin” und “GC Harlequin” erfunden. Mehrere Händler scheinen dieselbe benannte Auswahl zu führen, doch die verfügbaren Texte belegen keine lückenlose Pflanzenherkunft oder nomenklatorische Standardisierung. Bis ein formeller Nachweis vorliegt, sollte die Kennzeichnung den Lieferanten und den verwendeten Handelsnamen mitführen.
ecology
Standort und Verbreitung
Die natürliche Verbreitung der Art Dionaea muscipula ist auf die Atlantikküstenebene im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Wildbestände sind aus North Carolina und dem angrenzenden South Carolina bekannt. Dort wächst die Art in offenen, saisonal feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen, darunter Savannen, feuchte Sandflächen und lichte Moorbereiche. Die Böden sind meist sauer und mineralarm; Wasserstand und Bodenfeuchte schwanken je nach Jahreszeit und Standort. Wiederkehrende Störungen wie Feuer können Gehölzaufwuchs begrenzen und offene Vegetation erhalten. Diese Angaben beschreiben die Wildart, nicht die Herkunft eines im europäischen Handel verbreiteten Klons.
Für Harlequin ist kein natürlicher Fundort, keine Wildpopulation und keine geografische Sammellokalität dokumentiert. Ein Händler berichtet, die Auswahl sei von Giardino Carnivoro in Italien selektiert worden; das bezeichnet eine gärtnerische Auswahl, nicht den Ursprung der Ausgangspflanze. Elternschaft, Kreuzungspartner, Selektionsdatum und ursprüngliche Mutation sind in den geprüften Beschreibungen nicht angegeben. Aus dem Handelsnamen darf weder eine bestimmte Herkunft noch eine Wildform abgeleitet werden. In der Standortbeschreibung des Codex bleibt daher das bekannte Areal von D. muscipula klar von der unvollständig dokumentierten Gartenherkunft der Harlequin-Auswahl getrennt.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die Venusfliegenfalle kombiniert Photosynthese mit dem Fang kleiner Tiere, aus denen sie zusätzliche mineralische Nährstoffe gewinnt. Eine Falle klappt nach wiederholter Reizung der empfindlichen Haare innerhalb kurzer Zeit zu; weitere Bewegung der Beute unterstützt den dichten Verschluss und die Verdauungsreaktion. Die Pflanze bleibt dabei auf Licht angewiesen: Beutefang ergänzt die Kohlenstoffversorgung nicht und ersetzt keine geeignete Beleuchtung. Diese Strategie passt zu den offenen, sauren und nährstoffarmen Böden ihres natürlichen Areals, auf denen mineralische Nährstoffe begrenzt verfügbar sind. Die allgemeine Ökologie erklärt die Kulturansprüche der Art, aber nicht automatisch eine besondere Toleranz eines Handelsklons.
Für Harlequin liegen keine vergleichenden Versuche zu Lichtbedarf, Wasserhaushalt, Nährstoffaufnahme oder Trockenheitstoleranz vor. Die berichteten weißen Streifen und die kräftige Fallenzeichnung sind sichtbare Farbmerkmale; sie belegen weder eine andere Photosyntheseleistung noch eine veränderte Jagdstrategie. Auch lange oder grobe Randzähne rechtfertigen keine Annahme, dass die Pflanze größere Beute fängt oder mehr Futter braucht. Berichte über saisonales Vergilben stammen aus einer Händlerbeschreibung und sind nicht als genetisches Merkmal bestätigt. Eine Vergilbung sollte deshalb zunächst als möglicher Kultur- oder Alterungshinweis beurteilt werden. Für die Pflege gelten die gut belegten Ansprüche der Art, bis zuverlässige Harlequin-spezifische Daten etwas anderes zeigen.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die Verkaufsbeschreibungen charakterisieren Harlequin als überwiegend flach oder niederliegend wachsend. Dazu kommen kräftig gefärbte, häufig rot erscheinende Fallen, grüne bis blassgrüne Blattstiele und relativ auffällige Randzilien. Die Händler stimmen in der ungewöhnlichen Zahnung überein, verwenden dafür aber unterschiedliche Begriffe von “grob” oder “lang” bis zu “fein” und weit gestellt. Diese sprachliche Streuung ist kein Messwert und lässt keine sichere Zahnlänge oder feste Abstände ableiten. Ein Anbieter beschreibt zusätzlich spontane weiße Streifen auf äußeren Fallenflächen, die nur zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten; ein anderer verortet sie im Herbst. Zeitpunkt und Häufigkeit sind somit nicht einheitlich belegt.
Die geschilderten Merkmale können von Falle zu Falle und zwischen Wachstumsphasen variieren. Keine der geprüften Handelsseiten legt standardisierte Maße, eine repräsentative Serie von Pflanzen oder eine kontrollierte Farbdokumentation vor. Die bei Dionaea übliche Reaktion auf Licht und Saison kann die sichtbare Rotfärbung ebenfalls verändern. Deshalb werden Niederwuchs, rote Fallen und mögliche Außenstreifen als wiederholt genannte Handelsmerkmale geführt, nicht als Garantien für jedes Exemplar. Wer Pflanzen vergleicht, sollte mehrere vollständig entwickelte Fallen aus derselben Saison betrachten, Blattalter und Lichtbedingungen notieren und einen Maßstab ins Bild nehmen. Vergilbung während warmer Phasen wird nicht als charakteristische Färbung des Klons gewertet, weil die Quelle sie als mögliches Schwächezeichen beschreibt.
reference
Handelsauswahl im Vergleich zur Art
Als Handelsauswahl wird Harlequin vor allem über die Kombination aus eher flachem Wuchs, kontrastreich gefärbten Fallen, auffälligen Randzähnen und möglichen weißen Außenstreifen beschrieben. Die gezielte Auswahl soll laut Händler von Giardino Carnivoro stammen; eine namentlich genannte selektierende Person oder ein dokumentiertes Selektionsjahr fand sich nicht. Carnivero betont die groben Zähne und die zeitweise auftretenden weißen Streifen, während Diflora Harlequin als langzähnig, niederliegend, mutiert und variegiert einsortiert. Diese Produktkategorien sind nützliche Hinweise auf den Handelsgebrauch, aber keine formelle Diagnose oder unabhängige Prüfung der Pflanzenidentität.
Einige ältere oder abweichende Handelsangaben beschreiben die Zähne als fein und weit gestellt; andere nennen sie grob, lang oder kräftig. Ohne Messreihe lässt sich dieser Widerspruch nicht durch eine feste Zahnform auflösen. Ähnlich ist die Streifenzeichnung nicht als stets sichtbares Muster belegt, sondern wird als spontan und saisonal beschrieben. Ein formeller Kultivartext mit Diagnose, Farbfotos und eindeutiger Standardpflanze wurde in den geprüften ICPS-Ressourcen nicht gefunden. Daher sollte man Harlequin nicht mit anderen langzähnigen oder panaschierten Dionaea gleichsetzen und keine stabilen Größen, Kreuzungen, Vermehrungsregeln oder Registrierungsdaten ergänzen, die keine Quelle trägt.
reference
Fangstrategie
Harlequin fängt Beute mit dem für Dionaea muscipula typischen Schnappmechanismus. Die zweilappige Falle reagiert auf mechanische Reize an ihren Sinneshaaren. Werden innerhalb kurzer Zeit genügend Reize ausgelöst, verändern elektrische Signale den Spannungszustand der Lappen und die Falle schließt sich. Bewegung eines gefangenen Tieres kann danach weitere Reaktionen anregen, durch die die Ränder dichter anliegen und Drüsen Verdauungssekrete abgeben. Gelöste Nährstoffe werden von der Fallenoberfläche aufgenommen. Nach Abschluss der Verdauung öffnet sich eine noch funktionsfähige Falle wieder. Das Blatt bleibt zugleich photosynthetisch aktiv, weshalb ausreichendes Licht die zentrale Energiequelle der Pflanze ist.
Es gibt keine Messdaten, die bei Harlequin eine veränderte Reizschwelle, schnellere Schließung, höhere Verdauungsleistung oder andere Beuteauswahl belegen. Die auffälligen Zähne sind eine äußere Gestaltbeschreibung und kein Nachweis einer mechanisch stärkeren Falle. Weiße Streifen oder rote Innenflächen verändern die grundlegende Fangstrategie nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht. Fallen sollten nicht wiederholt leer ausgelöst werden, nur um eine besondere Funktion zu testen; jeder Schließvorgang kostet Energie und eine Falle kann danach vorübergehend nicht erneut fangen. Eine gesunde Pflanze muss im Innenraum nicht routinemäßig von Hand gefüttert werden, wenn sie ausreichend Licht erhält und gelegentlich geeignete kleine Beute erreicht. Fleisch, Dünger oder nährstoffreiche Flüssigkeiten gehören nicht in die Falle oder das Substrat.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Für Harlequin wurde keine belastbare, klonspezifische Vermehrungsanleitung gefunden. Die Quellen nennen weder eine verpflichtende Methode noch einen offiziellen Erhaltungsstandard. Soll genau die Pflanze aus einem dokumentierten Bestand erhalten werden, sind vegetative Teilung oder Blattstecklinge eine gärtnerische Möglichkeit, die bei Dionaea allgemein genutzt wird; Herkunft, Mutterpflanze und Etikett müssen dabei erhalten bleiben. Damit wird keine formelle Empfehlung des Selektors behauptet. Ob jede angebotene Harlequin-Linie untereinander identisch ist, ist mangels dokumentierter Provenienz nicht gesichert. In-vitro-Vermehrung ist für diesen konkreten Handelsnamen in den geprüften Quellen ebenfalls nicht belegt.
Die Art kann blühen und Samen bilden. Sämlinge entstehen jedoch durch sexuelle Fortpflanzung und sind neue Individuen; ihre Ähnlichkeit mit einer Mutterpflanze kann nicht vorausgesetzt werden. Ein rot gefärbter Sämling mit langen Zähnen wäre deshalb nicht automatisch dieselbe Harlequin-Auswahl. Wenn aus einer bestäubten Pflanze Samen gezogen werden, sollten die Nachkommen als Sämlinge mit bekannter oder unbekannter Elternschaft gekennzeichnet bleiben und nicht ohne Beleg den Namen der Mutterpflanze übernehmen. Bei Handelsmaterial unbekannter Herkunft kann vegetative Weitergabe eine gefundene Erscheinung erhalten, beweist aber nicht nachträglich, dass das Ausgangsexemplar dem ursprünglichen Selektorklon entspricht. Eine verlässliche Identitätskette müsste beim dokumentierten Ausgangsbestand beginnen.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für Harlequin sind keine kontrollierten Kulturversuche bekannt, die andere Temperatur-, Wasser- oder Lichtansprüche als bei Dionaea muscipula belegen. Maßgeblich bleibt das verknüpfte temperierte Standardprofil: sehr hell bis sonnig, mit mineralarmem Wasser und einem gleichmäßig feuchten, nährstoffarmen Wurzelraum. Eine Pflanze aus dunkler Händlerhaltung sollte schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. In saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur gehört eine kühle Winterphase zum Jahresgang der Art; sorgfältig beleuchtete Innenkultur folgt den Alternativen im Standardprofil. Niederliegender Wuchs oder weiße Streifen begründen keine Sondertemperatur, Düngerbehandlung oder gezielte Trockenphase.
Giardino Carnivoro berichtet, dass die Pflanze nach kräftigem Frühjahrswachstum in warmen Perioden schwächer werden und besonders an den Blattstielen vergilben kann. Das ist ein einzelner Händlerhinweis, keine bestätigte Eigenschaft jeder Harlequin-Pflanze. Prüfen Sie bei solchen Symptomen zunächst Licht, Substratfeuchte, Wassertyp, Wurzelzustand und tatsächliche Temperatur im Topf. Ein sofortiges Umtopfen ist nur dann angezeigt, wenn Medium oder Wurzeln einen entsprechenden Anlass liefern. Die rote Farbe und mögliche weiße Streifen sollten über mehrere Monate dokumentiert werden, bevor saisonale Veränderungen als Klonmerkmal gelten. Ohne belastbare Vergleichsdaten gelten die normalen Dionaea-Kulturregeln; die Handelsauswahl erhält keine pauschale Zusatzpflege.
substrate
Substrat-Ökologie
Die Wurzeln von Dionaea muscipula entwickeln sich in sauren, nährstoffarmen und ausreichend feuchten Böden. In ihren natürlichen Lebensräumen ist nicht ein einzelnes Substratmaterial entscheidend, sondern die Kombination aus geringer Nährstoffverfügbarkeit, Wasserhaltung und offenen Vegetationsbedingungen. Für die Topfkultur folgt daraus ein ungedüngtes, strukturerhaltendes Medium, das gleichmäßig feucht bleibt und den Wurzeln zugleich Sauerstoff lässt. Mineralarmes Gießwasser hilft, gelöste Salze nicht über längere Zeit anzureichern. Eine flache Rosette wie bei der Harlequin-Auswahl verändert diese Anforderungen nicht: Der Wurzelraum folgt der Art, auch wenn die Blätter oder Fallen optisch von gewöhnlichen Sämlingen abweichen.
Für Harlequin wurde weder ein eigener pH-Bereich noch eine abweichende Mischung oder Wurzelanpassung beschrieben. Weiße Streifen an Fallen sind kein Beleg für einen Nährstoffmangel und sollten nicht durch Düngung oder absichtlich schwächere Beleuchtung beeinflusst werden. Auch warme Phasen mit vergilbenden Blattstielen rechtfertigen ohne Prüfung keine Substratänderung. Verwenden Sie das verknüpfte Dionaea-Standardmedium, vermeiden Sie kalkhaltige oder gedüngte Zusätze und halten Sie die Feuchte gleichmäßig. Beim Umtopfen sollte das Rhizom wenig gestört und das Medium nicht stark gepresst werden. Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn die Struktur zerfällt, Salzbelastung vorliegt oder der Wurzelzustand ihn erfordert, nicht um Farbe, Zahnung oder Außenstreifen gezielt hervorzurufen.
practice
Praxisnotizen
Beschriften Sie die Pflanze als Dionaea muscipula “Harlequin” und ergänzen Sie “GC Harlequin” nur dann, wenn dieser Name auf dem Herkunftsetikett oder in der Lieferunterlage steht. Notieren Sie Händler, Kaufdatum, Mutterpflanze und jede vegetative Teilung; eine dokumentierte Lieferkette ist bei nicht formal beschriebenen Handelsauswahlen besonders wichtig. Fotografieren Sie mehrere vollständig entwickelte Fallen von oben und außen, jeweils mit Maßstab und möglichst unter vergleichbarem Licht. Halten Sie fest, ob weiße Streifen auftreten, an welchen Blättern sie sitzen und zu welcher Jahreszeit. Zahnform, Fallenfarbe und Blattstiel sollten gemeinsam dokumentiert werden, weil einzelne Händlerbeschreibungen bei der Zahnung voneinander abweichen.
Der Dionaea-Kontrollrhythmus beträgt alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Diese Sichtkontrollen betreffen Wuchs, Substratfeuchte, Schädlinge, Etiketten und abgestorbenes Material; sie sind keine festen Gießintervalle. Gelbe Blattstiele in einer warmen Periode sollten mit Licht, Wurzelraumtemperatur, Wasserqualität und Substratzustand abgeglichen werden, bevor sie als Sortenmerkmal eingetragen werden. Vermehren Sie bei Bedarf vegetativ, kennzeichnen Sie Sämlinge aber stets als Nachkommen. Für eine Bildveröffentlichung dürfen keine Händlerfotos übernommen werden, solange dafür keine ausdrückliche freie Lizenz vorliegt; im lokalen Medienbestand wurde kein eigenes Harlequin-Foto gefunden.
sources
Quellenangaben
Name, Identität und Handelsmerkmale
- International Carnivorous Plant Society (ICPS): Registered Cultivars — Dionaea. The database states that this list covers registrations before October 2020 and directs readers to the CPN archive for published descriptions to date. Quelle. No exact Harlequin entry was located; the database's stated date limit is retained.
- International Carnivorous Plant Society (ICPS): Cultivars Described in CPN. The archive states that it lists CPN descriptions and directs other names to the CP Names resource. Quelle. No Harlequin description was located in the archive during this review.
- International Carnivorous Plant Society (ICPS): Cultivar Registration. Quelle. Explains publication, precise distinguishing characters, and the diagnosis requirement for easily confused genera such as Dionaea.
- Giardino Carnivoro: Dionaea muscipula GC Harlequin, product description. Quelle. Seller reports strong color and pronounced teeth, and says plants can weaken or yellow during warm periods; no person, pedigree or formal diagnosis is supplied.
- Carnivero: Dionaea muscipula Harlequin, product description. Quelle. Seller attributes selection to Giardino Carnivoro and reports coarse teeth and spontaneous seasonal white streaks on outer foliage.
- Diflora: Dionaea product chart and special-feature categories. Quelle. Classifies Harlequin as long-toothed, mutant, prostrate and variegated; these are seller categories, not a published diagnosis.
- Diflora: Long Teeth Venusflytrap category. Quelle. Lists Harlequin among long-toothed Dionaea offerings.
- Diflora: Prostrate Venusflytrap category. Quelle. Lists Harlequin among prostrate selections.
- Diflora: Mutant Venusflytrap category. Quelle. Lists Harlequin among mutant selections without documenting its origin or inheritance.
- Diflora: Variegated Venusflytrap category. Quelle. Lists Harlequin as variegated; no standardized color record or stability data are supplied.
Taxonomie, Wildareal und Kultur der Art
- Royal Botanic Gardens, Kew (2026): Plants of the World Online — Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Accepted botanical name and distribution of the wild species.
- International Plant Names Index (2026): Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Nomenclatural record for the species author.
- Flora of North America Editorial Committee (2015): Flora of North America North of Mexico, Vol. 6 — Dionaea muscipula. Quelle. Floristic reference for the species, morphology and natural range.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap, Version 1.1. Quelle. Government assessment of distribution, habitat, hydrology, fire ecology and threats.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Growing Guide. Quelle. General cultural guidance for the wild species and horticulture.
- Paul R. Roberts & Henry J. Oosting (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2): 193–218. Quelle. Classic ecological study of soil and environmental conditions associated with the species' narrow range.
Fangbiologie und Fortpflanzung der Art
- Jennifer Böhm, Sönke Scherzer, Elzbieta Krol, Ines Kreuzer, Katharina von Meyer, Christian Lorey, Thomas D. Mueller, Lana Shabala, Isabel Monte, Roberto Solano, Khaled A. S. Al-Rasheid, Heinz Rennenberg, Sergey Shabala, Erwin Neher & Rainer Hedrich (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295. Quelle. Primary study of electrical signaling, prey-triggered response and nutrient uptake in the species.
- Hiraku Suda, Hiroaki Mano, Masatsugu Toyota, Kenji Fukushima, Tetsuro Mimura, Izuo Tsutsui, Rainer Hedrich, Yosuke Tamada & Mitsuyasu Hasebe (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224. Quelle. Primary study of calcium signaling during trap closure; not a Harlequin-specific experiment.
- Elsa Youngsteadt, Rebecca E. Irwin, Amy Fowler, Heather Moylett & Alexander D. Hamblin (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4): 539–546. Quelle. Field study of pollinators and prey capture in wild Dionaea.
- Laura E. Hamon, Elsa Youngsteadt, Rebecca E. Irwin & Clyde E. Sorenson (2024): As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in the carnivorous plant Dionaea muscipula. American Journal of Botany 111(2): e16279. Quelle. Study of pollination, fruit and seed set in the species; not a clonal propagation guide.
Quellenbewertung und Bildrechte
Die konkreten Merkmalsangaben stammen ausschließlich aus Händlerbeschreibungen und Handelsrubriken; sie sind nicht durch eine formelle Kultivardiagnose oder kontrollierte Vergleichsversuche abgesichert. Die ICPS-Ressourcen wurden auf eine veröffentlichte Harlequin-Beschreibung und einen passenden Namenseintrag geprüft; in den geprüften Listen ließ sich keiner finden. Taxonomie, Wildökologie, Fangbiologie und allgemeine Kultur beziehen sich auf Dionaea muscipula. Ein eigenes Harlequin-Foto wurde im lokalen Medienbestand nicht gefunden. Händlerbilder wurden nicht übernommen, weil keine freie Wiederverwendungslizenz nachgewiesen ist.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Harlequin', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-harlequin/
