Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Green Dog'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Green Dog’ gehört zur einzigen bekannten Art der Gattung Dionaea. Wie andere Venusfliegenfallen bildet sie aus einem kurzen unterirdischen Rhizom eine bodennahe Rosette. Jedes Fangblatt besteht aus einem Blattstiel, der den größten Teil der Photosynthese leistet, und einer zweilappigen Endfalle mit reizempfindlichen Sinneshaaren. Das auffälligste berichtete Merkmal von ‘Green Dog’ sitzt am Rand der Falle: Mehrere Randcilien wachsen zusammen und bilden unregelmäßige, teils nach innen gerichtete Zähne oder zahnartige Gruppen. Der Name spielt auf das grinsende Erscheinungsbild solcher Fallenränder an. Handelsbeschreibungen zeigen zudem einen überwiegend grünen bis leuchtend hellgrünen Pflanzenkörper und einen flach ausgebreiteten Wuchs.
Die vorhandenen Beschreibungen nennen die Fallen meist klein bis mittelgroß; ein Anbieter ordnet sie dagegen als groß ein. Vergleichbare Messreihen mit ausgewachsenen Pflanzen fehlen, weshalb daraus keine feste Maximalgröße folgt. Auch die grüne Färbung ist nicht als ausnahmslos unveränderliches Merkmal gesichert: Eine Produktbeschreibung erwähnt bei starker Beleuchtung eine leichte Rotfärbung der Fallen. Das äußere Erscheinungsbild hängt außerdem von Alter, Saison und Kulturbedingungen ab. Für die Zuordnung sollten deshalb nicht nur einzelne auffällige Zähne betrachtet werden. Aussagekräftig ist die Kombination aus niedrigem Rosettenhabitus, vorwiegend grüner Färbung und wiederkehrend verwachsenen Randcilien an mehreren reifen Fallen. Die Sinneshaare auf der Falleninnenseite bleiben davon zu unterscheiden; über ihre Veränderung bei diesem Klon liegen keine belastbaren Angaben vor.
taxonomy
Taxonomie und Namensstatus
Der botanisch akzeptierte Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zur Familie Droseraceae. Dionaea ist monotypisch, sodass ‘Green Dog’ keine eigenständige Wildart bezeichnet. Der gärtnerische Name wird in Sammlungs- und Verkaufslisten seit Jahren verwendet, seine Schreibweise variiert zwischen ‘Green Dog’ und ‘Green dog’. In der bei der Prüfung abgefragten offiziellen Namensdatenbank ließ sich keine veröffentlichte formale Kultivarbeschreibung zu diesem Namen bestätigen. Der Status bleibt daher als Handels- beziehungsweise Sammlername ungeklärt; eine vollständige Abwesenheit aus allen jemals veröffentlichten Registern lässt sich daraus nicht ableiten. J.Ellis ist der botanische Autor der Art und nicht nachweislich der Urheber dieses Klons.
Auch die Zuschreibung der Auswahl ist nicht eindeutig. Eine spezialisierte Dionaea-Sammlung führt ‘Green Dog’ als eigene Akzession, eine Sammlerübersicht verbindet denselben Namen mit Araflora, und eine weitere Bestandsliste nennt Christian Klein. Araflora kennzeichnet das Angebot mit dem Namen CarniVFT99 und wird von einem späteren Händler als Kultivator genannt. Diese Angaben belegen die Verbreitung des Namens, aber keine gesicherte Erstselektion oder lückenlose Herkunftskette. Ähnliche, ebenfalls grün gefärbte oder zahnverwachsene Dionaea sind nicht automatisch derselbe Klon. Besonders ‘Fused Tooth’ besitzt eine eigene veröffentlichte Kultivargeschichte. Die Ähnlichkeit der Randmutation reicht nicht für eine Gleichsetzung, Synonymie oder gemeinsame Abstammung. Eine eindeutige Referenzpflanze und eine formale Diagnose für ‘Green Dog’ wurden in den geprüften Materialien nicht gefunden.
ecology
Herkunft und Verbreitung
‘Green Dog’ ist ein gärtnerisch verbreiteter Klon und besitzt kein natürliches Verbreitungsgebiet. Seine Verkaufs- und Sammlungsnachweise führen in europäische Sammlungen und zu europäischen Anbietern, klären aber weder den ursprünglichen Entstehungsort der Mutation noch den ersten Bestand. Händler nennen Araflora als kultivierenden Betrieb; eine Sammlerübersicht führt den Namen neben Christian Klein. Ob damit ursprüngliche Selektion, spätere Vermehrung oder lediglich die damalige Bezugsquelle bezeichnet wird, geht aus den Einträgen nicht hervor. Auch der Händlerzusatz CarniVFT99 identifiziert für sich allein keine Person oder gesicherte Selektionsgeschichte. Ein europäischer Verkaufsstandort darf deshalb nicht als botanische Herkunft der Pflanze missverstanden werden.
Das natürliche Areal der Elternart liegt in der Küstenebene von North Carolina und einem kleinen angrenzenden Gebiet South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten. Dort wachsen wilde Venusfliegenfallen in offenen, feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen. Diese geografische Einordnung gilt für Dionaea muscipula als Art, nicht für den Ursprung des benannten Gartenklons. Eine als ‘Green Dog’ etikettierte Pflanze lässt sich ohne nachvollziehbare Vermehrungs- und Weitergabedokumentation nicht auf einen bestimmten Züchter zurückführen. Für Sammlungen sind daher Bezugsbetrieb, Datum, Etikett und vegetativer Vermehrungsweg getrennt festzuhalten. So bleibt erkennbar, ob eine Pflanze aus einer dokumentierten Linie stammt oder lediglich unter dem verbreiteten Namen erworben wurde.
ecology
Ökologie und Lebensraum
Die ökologische Grundlage von ‘Green Dog’ entspricht derjenigen der Venusfliegenfalle. Die Wildart besiedelt sonnige, zeitweise überflutete oder dauerhaft feuchte, saure und nährstoffarme Böden. Offene Feuchtsavannen und verwandte Lebensräume verbinden einen nassen Wurzelraum mit hoher Lichtverfügbarkeit; natürliche Störungen wie Feuer können Gehölzaufwuchs begrenzen. Die Pflanze gewinnt Kohlenstoff durch Photosynthese und ergänzt die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe durch den Fang kleiner Tiere. Der flach ausgebreitete Habitus von ‘Green Dog’ ist ein Gartenmerkmal und liefert keinen Nachweis, dass der Klon aus einem besonderen ökologischen Standort stammt. Ebenso lässt sich aus seiner vorwiegend grünen Färbung keine Schattenanpassung ableiten.
Für ‘Green Dog’ wurden keine kontrollierten Untersuchungen zu Photosynthese, Wasserhaushalt, Nährstoffaufnahme oder Trockenheitstoleranz gefunden. Die verwachsenen Randcilien sind eine auffällige Entwicklungsabweichung am Fangblatt, aber kein Hinweis auf eine andere Habitatökologie. Auch die bei einer Verkaufsbeschreibung erwähnte leichte Rotfärbung unter starkem Licht ist kein Nachweis eines besonderen Lichtoptimums. Die Art benötigt grundsätzlich kräftiges Licht und einen feuchten, mineralarmen Wurzelraum. Ein grünes Erscheinungsbild sollte deshalb nicht zum dunkleren Aufstellen oder zur Verringerung der Beleuchtung verleiten. Auch ein langsames oder kompakteres Wachstum wäre zunächst an Alter und Kultur zu prüfen, statt es als Anpassung dieses Klons an dauerhaft warme, trockene oder beschattete Bedingungen zu deuten.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die wiederkehrende Handelsbeschreibung zeigt eine flache bis kriechende Rosette, deren Blattstiele nahe am Substrat auswärts stehen. An den Fallen werden die Randcilien nicht als gleichmäßig getrennte, gerade Fortsätze dargestellt: Sie verbinden sich abschnittsweise, bilden unregelmäßige Zacken und können zur Fallenmitte weisen. Das ergibt einen zerzausten oder grinsenden Rand, von dem der Name abgeleitet wird. Mehrere Händler bezeichnen die Fallen als klein bis mittelgroß; an anderer Stelle wird die Pflanze pauschal als groß eingestuft. Da keine Längen- oder Breitenmessungen unter vergleichbaren Kulturbedingungen vorliegen, ist „klein bis mittel“ nur eine wiederkehrende qualitative Angabe und keine standardisierte Diagnose. Das Zentrum der Falle und die reizempfindlichen Innenhaare sind von der Mutation der Randcilien getrennt zu beurteilen.
Die Färbung wird überwiegend als einheitlich grün oder leuchtend grün beschrieben. Araflora weist darauf hin, dass die Fallen bei kräftigem Licht einen schwachen roten Ton entwickeln können; andere Angebote führen ‘Green Dog’ als vollständig grüne Form. Daraus folgt kein verlässlicher Farbkontrast zwischen Blattstiel und Falle und auch keine Garantie, dass jede Pflanze zu jeder Jahreszeit völlig ohne Rot bleibt. Jungpflanzen, neu entfaltete Fallen, Winterrosetten und ältere Blätter können unterschiedlich aussehen. Für einen aussagekräftigen Vergleich müssen mehrere reife Fallen derselben Pflanze aufgenommen werden. Aufrechte Fallen, extreme Fallenlängen oder dauerhaft rote Innenflächen gehören nicht zu den wiederholt belegten Kernmerkmalen dieser Auswahl. Die sichtbare Kombination aus flachem Wuchs, überwiegend grüner Färbung und partiell zusammengewachsenen Randzähnen ist besser belegt als genaue Maße oder eine starre Farbregel.
reference
Merkmale des Kultivars
Im Vergleich zur typischen Venusfliegenfalle zeichnet sich ‘Green Dog’ vor allem durch zwei gemeinsam auftretende Merkmale aus: einen überwiegend grünen, niedrig ausgebreiteten Wuchs und unregelmäßig miteinander verbundene Randcilien. Die verwachsenen Zähne können gruppiert, nach innen gebogen oder so dicht verbunden erscheinen, dass der Fallenrand wie eine gezackte Leiste wirkt. In einer Beschreibung wird die Verbindung als besonders stark bezeichnet. Die Fallen selbst sind meist als klein bis mittelgroß beschrieben, jedoch nicht anhand standardisierter Messungen. Die Färbung kann nach Händlerangaben unter sehr hellem Licht einen leichten Rotton annehmen. Das Etikett „all green“ sollte daher als gärtnerische Kurzbeschreibung und nicht als physiologische Garantie fehlender Pigmente gelesen werden.
Der Name darf nicht allein aus dem Vorhandensein verwachsener Zähne auf eine bestimmte Pflanze übertragen werden. ‘Fused Tooth’ sowie weitere Fused- oder Cross-Teeth-Auslesen besitzen ebenfalls verbundene Randcilien, können sich aber in Ausmaß und Muster der Verschmelzung, Färbung und Wuchsform unterscheiden. Bei ‘Green Dog’ ist gerade die Kombination mit flacher Rosette und überwiegend grüner Erscheinung kennzeichnend; sie trennt den Handelsklon jedoch nicht zweifelsfrei von jeder ähnlichen Auslese. Aussagen über die Zahl verschmolzener Zähne pro Falle oder eine durchgehende Stabilität in allen Jahreszeiten wären durch die verfügbaren Beschreibungen nicht gedeckt. Für eine belastbare Zuordnung braucht es wiederholte Beobachtungen an derselben vegetativ erhaltenen Pflanze und eine nachvollziehbare Lieferkette. Ein ähnliches Foto oder einzelner deformierter Fallenrand genügt nicht als Herkunftsnachweis.
reference
Fangstrategie
Der Beutefang beruht auf dem normalen Klappfallenmechanismus von Dionaea muscipula. Berührungen der Sinneshaare auf der Falleninnenfläche lösen elektrische Signale aus; aufeinanderfolgende Reize können die schnelle Bewegung beider Fallenhälften auslösen. Die Randcilien helfen nach dem ersten Zuklappen, Beute im Fallenraum zu halten. Bleibt die Beute aktiv und wird weiter gereizt, schließt sich die Falle dichter und die Verdauung kann einsetzen. Die für ‘Green Dog’ beschriebenen Verwachsungen betreffen die Randcilien, nicht automatisch die Sinneshaare oder das Scharnier der Falle. In den geprüften Quellen gibt es keine experimentelle Untersuchung, die für diesen Klon einen anderen Fangablauf nachweist.
Eine unregelmäßige oder nach innen gerichtete Bezahnung lässt allein weder auf vollständig funktionslose Fallen noch auf eine bestimmte Fangquote schließen. Keine der belastbareren Handelsbeschreibungen belegt, dass die Pflanze ihre Fangorgane verloren hätte. Eine mögliche mechanische Behinderung durch stark verwachsene Randteile wäre an mehreren vollständig ausgewachsenen Fallen zu beobachten und dürfte nicht aus der Optik allein abgeleitet werden. Wiederholtes manuelles Auslösen zur Funktionsprüfung belastet die Pflanze und liefert keinen verlässlichen Versuch. Für die Haltung bleibt ausreichend Licht wichtig, weil die Falle nur ein Teil des Blattes ist und der grüne Blattstiel Photosynthese betreibt. Kleine Beutetiere können die Art weiterhin ergänzend mit Nährstoffen versorgen; spezielle Fütterungsvorgaben für ‘Green Dog’ sind nicht dokumentiert.
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Reproduktion und Lebenszyklus
Als klonale Gartenpflanze wird ‘Green Dog’ durch Teilung des Rhizoms, geeignete Blattstecklinge oder In-vitro-Vermehrung weitergegeben. Diese Wege können die genetische Identität der konkreten Mutterpflanze erhalten, sofern das Material beschriftet und die Vermehrung nachvollziehbar durchgeführt wird. Die verfügbaren Listen dokumentieren keine verlässliche Elternkreuzung und beschreiben auch nicht, wann die charakteristische Zahnverschmelzung erstmals beobachtet wurde. Eine Herkunftszuschreibung zu Araflora oder Christian Klein ist deshalb nicht mit einem gesicherten Züchtungsprotokoll gleichzusetzen. Ob alle heute unter diesem Namen verkauften Pflanzen auf dieselbe Mutterpflanze zurückgehen, ist nicht belegt.
Bei Aussaat entstehen genetisch neue Nachkommen, die nicht automatisch den Namen oder die vollständige Merkmalskombination der Mutterpflanze tragen. Auch wenn ein Sämling grün ist oder einzelne Zähne verbunden sind, muss er getrennt dokumentiert werden. Dionaea bildet im saisonalen Jahreslauf neue Fangblätter und kann einen Blütenstand entwickeln; die Samenvermehrung eignet sich für Züchtung, aber nicht zur unveränderten Erhaltung eines benannten Klons. Die Ausprägung der Randmutation sollte über mehrere Wachstumsperioden beobachtet werden, da die Handelsquellen weder ihre Konstanz an jedem Blatt noch eine klonspezifische Entwicklungsregel beschreiben. Sammlungen sollten Mutterpflanze, Vermehrungsart, Charge und beobachtete Form getrennt notieren, besonders wenn Jungpflanzen aus In-vitro-Kultur schrittweise an normale Kulturbedingungen gewöhnt werden.
culture
Kultur
Für ‘Green Dog’ ist keine abweichende Kultur gegenüber der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Die flache Wuchsform und die verwachsenen Randzähne begründen weder einen schattigeren Standort noch eine dauerhaft warme Zimmerhaltung. Der Klon sollte sehr hell bis vollsonnig stehen und nach längerer dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Der Wurzelraum bleibt während des Wachstums gleichmäßig feucht; mineralarmes Wasser und nährstoffarmes Substrat sind wichtiger als eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die saisonale Außenkultur der Art schließt eine kühle Ruhephase ein. Für ganzjährige Innenkultur braucht es starkes Zusatzlicht und eine verlässliche Nährstoffversorgung durch geeignete Beute; die Händlerangabe „pflegeleicht“ ist keine Ausnahme von diesen Voraussetzungen.
Eine Produktseite nennt kalte Gewächshaus- oder Moorbeetkultur und volle Beleuchtung, was zum temperierten Artprofil passt. Einzelne Händler nennen konkrete Frostgrenzen oder sehr starre Ruhevorgaben, doch diese Zahlen sind nicht durch Green-Dog-spezifische Versuche belegt und werden hier nicht als Klonwerte übernommen. Im Freien sollte das Rhizom im Winter vor lang anhaltender Austrocknung und extremem Durchfrieren des Topfes geschützt werden; die Ruhephase ist kühl, aber nicht gleichbedeutend mit völlig trockenem Substrat. Neu erworbene Pflanzen werden zunächst an Licht, Luftbewegung und normale Feuchte angepasst. Wenn der Wuchs schwach bleibt oder sich die Fallen anders färben, sind Licht, Wasserqualität, Saison und Akklimatisierung zuerst zu prüfen, bevor man dem Namen einen besonderen Pflegebedarf zuschreibt.
substrate
Substrat und Wasser
Das Wurzelmedium sollte sauer, nährstoffarm und strukturstabil sein. Geeignete Karnivorensubstrate beruhen etwa auf ungedüngtem Hochmoortorf oder langfaserigem Sphagnum, gegebenenfalls mit inertem Zuschlag zur Verbesserung der Porenstruktur. Handelsseiten schlagen verschiedene Mischungen vor, liefern aber keinen Vergleichsversuch speziell für ‘Green Dog’. Deshalb wird kein festes Mischungsverhältnis als Anforderung des Klons eingetragen. Gewöhnliche Blumenerde, Kompost und gedüngte Mischungen sind ungeeignet, weil ihre Nährstoff- und Salzbelastung die empfindlichen Wurzeln schädigen kann. Die oberirdisch auffälligen grünen Blätter und deformierten Fallen erfordern kein besonderes Substrat und geben keinen Hinweis auf einen anderen Bodenbedarf.
Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder destilliertes Wasser mit niedrigem Mineralgehalt sind für die Bewässerung geeignet. Der Topf kann während der aktiven Wachstumszeit in einem flachen Wasserreservoir stehen, sodass der Wurzelballen nicht austrocknet. Hartes Leitungswasser hinterlässt Salze im Medium; eine dauerhaft steigende Mineralbelastung ist auch bei diesem Klon nicht durch die auffällige Zahnung tolerierbarer. In kühler Ruhephase wird die Wasserreserve an Temperatur und Verdunstung angepasst, das Rhizom bleibt jedoch feucht. Düngung im Wurzelmedium ist nicht angezeigt. Die Randcilienmutation verändert nicht nachweislich die Aufnahmeleistung der Wurzeln. Behauptungen, ‘Green Dog’ brauche wegen seiner grünen Erscheinung weniger Licht oder wegen angeblicher Kleinwüchsigkeit weniger Wasser, sind durch die geprüften Informationen nicht begründet.
practice
Praxisnotizen
Die Bestandskontrollen richten sich nach dem verknüpften Dionaea-Kulturprofil: alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das sind Beobachtungsabstände, keine Gießtermine. Bei ‘Green Dog’ sollte eine Serie mehrerer reifer Fallen dieselbe Rosette zeigen. Notiere getrennt, wie viele Randcilien frei stehen, paarweise verschmelzen oder größere unregelmäßige Gruppen bilden; erfasse außerdem Rosettenbreite, Fallenmaß, Fallenwinkel, Blattstellung und Färbung. Fotos mit Maßstab und ähnlichem Licht erleichtern den Saisonvergleich. Händler, Bezugsdatum, Chargenetikett und Vermehrungsweg bleiben Teil der Aufzeichnung, weil Auswahl und Herkunft in Sammlerlisten unterschiedlich zugeschrieben werden.
Verwechsle die beobachtete Mutation nicht mit ‘Fused Tooth’ oder einer anderen Pflanze mit verbundenen Randzähnen. Der Name ‘Green Dog’ ist als Klonbezeichnung nur dann aussagekräftig, wenn die konkrete Pflanze aus einer nachvollziehbaren vegetativen Linie stammt. Die Mediensuche in der lokalen WordPress-Bibliothek ergab kein eindeutig zuordenbares eigenes Green-Dog-Foto. Bei externen Treffern ließ sich für ein exakt passendes Klonbild keine freie Lizenz samt kommerzieller Nutzbarkeit bestätigen; Händlerbilder wurden nicht übernommen. Ein allgemeines Dionaea-Foto wäre kein Beleg für die besondere Zahnform dieses Klons. Bis ein eigenes oder sicher frei lizenziertes Bild der dokumentierten Pflanze vorliegt, bleiben Bild und Bildnachweis leer.
sources
Quellenangaben
Name, Sammlung und Merkmalsangaben
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Names Resource, Suche nach ‘Dionaea Green Dog’. Quelle. Bei der Prüfung am 2. Oktober 2026 ergab die abgefragte Namenssuche keinen bestätigten Eintrag; dies beschreibt den Suchstand, keinen universellen Beweis der Nichtexistenz.
- International Carnivorous Plant Society (2021): Carnivorous plant cultivar names and patents, Carnivorous Plant Newsletter 50(1):44. Quelle. Erklärt die Rolle der ICPS bei der Registrierung und Veröffentlichung von Kultivarnamen.
- International Carnivorous Plant Society (2024): Cultivar names registered in 2022 and 2023, Carnivorous Plant Newsletter 53(3):154–155. Quelle. Geprüfte Jahresliste; dort wurde kein Green-Dog-Eintrag gefunden.
- Società Italiana di Orticultura, Collezione Dionaea muscipula: accession D22. Quelle. Führt ‘Green Dog’ als Akzession D22 in einer spezialisierten Dionaea-Sammlung; die Liste gibt keine vollständige Diagnose oder Provenienz.
- Stranger Plants: private Dionaea collection list, entry DRD22. Quelle. Ordnet ‘Green Dog’ der Araflora zu; Sammlerlistenbeleg, keine unabhängige Erstregistrierung.
- rosliny-owadozerne.pl (2023): Sammler-Bestandsliste, Eintrag Dionaea muscipula ‘Green Dog’. Quelle. Führt den Namen bei Christian Klein. Die Einordnung als Bestands- oder Bezugsangabe belegt keine formelle Selektorenautorschaft.
- Araflora: Venus flytrap ‘Dionaea muscipula’ ‘Green dog’. Quelle. Nennt den Anbieter CarniVFT99, beschreibt helle Grünfärbung, zusammengewachsene Zähne und eine mögliche schwache Rotfärbung unter sehr starkem Licht; die übrigen Kulturdaten sind allgemeine Produktangaben.
- Diflora: Dionaea muscipula ‘Green Dog’. Quelle. Führt Araflora als Kultivator und verschmolzene Zähne, Mutation, prostraten Wuchs sowie ganzgrüne Erscheinung als Merkmale.
- Hantsflytrap: FT022 Dionaea muscipula ‘Green Dog’. Quelle. Beschreibt extrem verschmolzene Zähne, leuchtend grüne Fallen und eine kleine bis mittelgroße Pflanze.
- PetersFlytraps: Dionaea muscipula Green Dog. Quelle. Nennt niedrigen Wuchs, grüne Färbung, mittlere Fallengröße und unregelmäßig verschmolzene Zähne.
- Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula Green Dog. Quelle. Beschreibt eine prostrate, grüne Form mit zusammengewachsenen Zähnen; Pflegehinweise wurden nur mit dem Artprofil abgeglichen.
- Carnivores.Zone: Dionaea Green Dog, Angebot von Le Chamalow Carnivore. Quelle. Führt die Pflanze im Größenfilter als groß, ohne eine Fallenmessung zu veröffentlichen; dieser abweichende Handelswert wird nicht als Diagnose übernommen.
Art, Areal, Mechanik und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter Name, Autor, taxonomische Stellung und natürliches Areal.
- International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis, record 275898-2. Quelle. Nomenklatorischer Nachweis der botanischen Autorschaft.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap (Dionaea muscipula), Version 1.1. Quelle. Behördliche Synthese zum Verbreitungsgebiet, Habitat, Feuerregime, Hydrologie und Schutzstatus der Art.
- Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Feldökologische Untersuchung zu Standortfaktoren und begrenztem Areal.
- North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Artbeschreibung, Fallenbau, Verbreitung und allgemeine Kultur.
- Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Primärarbeit zu Reizhaaren, elektrischen Signalen und Fallenbewegung.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Quelle. Primärarbeit zur Reizsummation, Beuteantwort und Nährstoffaufnahme.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4):539–546. Quelle. Feldstudie zu Bestäubern und Beutefang; allgemeine Artökologie.
- International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Artbezogene Kulturhinweise zu Licht, Wasserqualität, feuchtem nährstoffarmem Substrat und Winterruhe.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Anleitung zur vegetativen Vermehrung; kein Herkunftsnachweis für ‘Green Dog’.
- Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. New Phytologist 205(3):1320–1329. Quelle. Untersuchung der Stickstoffaufnahme durch Wurzeln und Fallen bei der Art.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea cultivar registration information. Quelle. Registrierungs- und Veröffentlichungsrahmen für Kultivare fleischfressender Pflanzen.
Quellenbewertung und Bildrechte
Für die Klonmerkmale gibt es keine veröffentlichte, vergleichend vermessene Diagnose und keinen belegten lückenlosen Vermehrungsweg. Mehrere Händler- und Sammlerlisten stimmen bei grüner Färbung, niedrigem Wuchs und verbundenen Randcilien überein, weichen aber bei Größe und Namenszuschreibung voneinander ab. Diese Angaben werden daher als wiederkehrende Handelsmerkmale, nicht als formaler Standard behandelt. Die lokale WordPress-Mediensuche ergab kein eigenes, eindeutig zuordenbares Green-Dog-Foto. Für die gefundenen externen Bilder konnte keine kommerziell freie Lizenz verifiziert werden; sie wurden nicht verwendet.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Green Dog', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-green-dog/
