Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'GJ White Tiger'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
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Botanische Beschreibung
‘GJ White Tiger’ ist ein benannter Dionaea-Klon aus dem Green-Jaws-Umfeld. Sein am besten belegtes Erkennungsmerkmal ist eine weißliche bis blassgrüne Panaschierung an Blättern und Fallen. Die hellen Bereiche fallen vor allem im frühen Austrieb auf; im Verlauf der Saison können größere Fallen mit hellroten bis roten Innenflächen entstehen. Der Klon wächst langsam. Eine verringerte Menge grünen, photosynthetisch aktiven Gewebes könnte dazu beitragen; für diese Auslese ist ein ursächlicher Zusammenhang jedoch nicht experimentell quantifiziert. Die genaue Zeichnung, der Anteil heller Flächen und die Färbung sind daher als saisonal und kulturabhängig zu betrachten, nicht als starre Farbformel.
GJ White Tiger bleibt im Grundbau eine Venusfliegenfalle: Sie bildet eine Rhizomrosette aus Blattstielen und endständigen Klappfallen mit zwei Lappen, Auslösehaaren und Randborsten. Der Klonname ersetzt diese Artzugehörigkeit nicht und begründet keine eigene taxonomische Einheit. Die helle Panaschierung ist das am klarsten erkennbare Klonmerkmal; für Fallenform, Größe und Borstenlänge fehlt eine standardisierte Vergleichsserie. Der klassische Fallen-Grundtyp und kurze Randzähne reichen allein nicht für eine feste Diagnose. Eine sichere Bestimmung stützt sich zunächst auf Herkunft und wiederholte helle Zeichnung an neu gebildeten Blättern und Fallen. Ein grüneres Einzelblatt schließt die Zuordnung nicht aus, während dauerhaft einfarbige Austriebe Anlass geben, die vegetative Herkunft erneut zu prüfen.
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Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name lautet <em>Dionaea muscipula</em> J.Ellis aus der Familie <em>Droseraceae</em>. ‘GJ White Tiger’ bezeichnet eine gärtnerisch ausgewählte Pflanze innerhalb dieser Art; es ist weder eine Art noch eine botanische Varietät. Für den Namen ist derzeit kein formaler Registrierungsstatus bestätigt. Das schließt eine Veröffentlichung als Kultivar oder eine spätere Registrierung nicht aus; es begrenzt lediglich, was sich taxonomisch sicher behaupten lässt. Der belastbare Status lautet daher: verbreiteter Klon- und Handelsname mit belegbarer Zuordnung zum Green-Jaws-Programm, aber ohne bestätigte formale Kultivarregistrierung.
Mathias Maier stellte ‘GJ White Tiger’ 2015 als neuen Green-Jaws-Klon vor. Er beobachtete seine Auslesen über ein bis drei Jahre, bevor er sie vegetativ vermehrte, und nutzte dafür Stecklinge. Das stützt die Zuordnung zu Maier und seinem Zuchtbetrieb, ersetzt aber keine formale Kultivarregistrierung oder standardisierte Diagnose. Im Autorenfeld steht deshalb J.Ellis ausschließlich als botanischer Art-Autor. Maier wird als Auslese- und Herkunftszuordnung im Profiltext genannt, nicht fälschlich als botanischer Autor. Gleichlautende Klonnamen belegen keine Abstammung; maßgeblich bleiben Etikett und nachvollziehbare vegetative Herkunft.
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Standort und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Wildart <em>Dionaea muscipula</em> liegt in der Küstenebene von North Carolina und reicht in angrenzende Teile South Carolinas. Dort besiedelt sie offene, saure und nährstoffarme Feuchtlebensräume wie Langblattkiefern-Savannen, feuchte Senken und Sickerstellen. Der Boden bleibt feucht und kann zeitweilig überflutet sein; offene Vegetationslücken und wiederkehrende Störungen halten ausreichend Licht an der Rosette. Feuer begrenzt die Verbuschung und erhält diese lichtreichen Standorte. Diese Angaben beschreiben die Ökologie der Wildart und nicht einen Wildfundort des Klons ‘GJ White Tiger’.
Die Bezeichnung ‘Nordamerika’ ist keine Akzessionsangabe und erlaubt keine Zuordnung zu einer natürlichen Dionaea-Population. Die historische Zuordnung von ‘GJ White Tiger’ führt vielmehr zu Mathias Maier und dem Green-Jaws-Zuchtprogramm in Deutschland. Ein ursprünglicher Sämlingsfundort, Elternpaar oder eine geografische Herkunft der Eltern ist öffentlich nicht dokumentiert. In der Profilherkunft werden deshalb Wildareal und Zuchtgeschichte strikt getrennt: Carolinas für die Art, Green Jaws in Deutschland für die gärtnerische Auslese. Auch eine Kultur im Moorbeet macht eine Pflanze nicht zu einer Wildherkunftsform. Weitere Aussagen zu ursprünglicher Population, Kreuzung oder genetischer Herkunft wären ohne Zuchtunterlagen Spekulation und werden nicht ergänzt.
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Ökologische Anpassungen
Die ökologischen Anpassungen von ‘GJ White Tiger’ sind zunächst die der Venusfliegenfalle. Die Fangblätter ergänzen die Photosynthese, indem sie in nährstoffarmen Böden zusätzliche Mineralstoffe aus geeigneter Beute aufnehmen. Mechanosensitive Haare im Falleninneren lösen bei wiederholter Reizung elektrische Signale aus; dadurch klappen die beiden Lappen rasch zusammen. Weitere Bewegung der Beute unterstützt das Abdichten und die Verdauung. Sonnenlicht bleibt dennoch die zentrale Energiequelle für den Aufbau von Blättern und Fallen. Bei einem panaschierten Klon ist ein Teil des Blattgewebes heller und besitzt weniger grünes Pigment. Eine geringere nutzbare photosynthetische Fläche ist daher plausibel, kann aber nicht ohne Messungen als alleinige Ursache für die berichtete langsame Wuchsrate gelten.
Die helle Zeichnung ist ein gärtnerisches Pigment- beziehungsweise Gewebemerkmal und kein Beleg für eine spezielle Anpassung an Schnee, Schatten oder andere Umweltbedingungen. Vielmehr kann starke Panaschierung den Aufbau neuer Biomasse begrenzen; gleichzeitig verändert Licht die rote Pigmentierung der Falleninnenseite. Die hellen Bereiche können sich saisonal in Ausprägung und Position verändern; eine quantitative Grenze für ihren Anteil ist nicht festgelegt. Auch wurde für diesen Klon keine abweichende Beutewahl, Fangschwelle oder Verdauungsleistung nachgewiesen. Die Freilandökologie mit Feuchte, Nährstoffarmut, hoher Lichtverfügbarkeit und saisonalem Jahresgang gilt deshalb als artspezifischer Rahmen. Der Codex schreibt keine eigenständige ökologische Funktion der weißen Bereiche fest und trennt sichtbare Kultivarmerkmale von physiologischen Erklärungen, die bisher lediglich plausibel sind.
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Morphologie
Für ‘GJ White Tiger’ sind weißliche bis blassgrüne Bereiche an Blättern und Fallen sowie langsames Wachstum die wiederkehrendsten Merkmale. Die hellen Flächen sind im frühen Austrieb besonders auffällig; spätere Fallen können größer werden und eine hellrote bis rote Innenseite zeigen. Diese zeitliche Folge passt zu einem variablen Erscheinungsbild, doch publizierte Messreihen oder eine standardisierte Klondiagnose liegen nicht vor. Die klassische Fallenform mit kurzen, dreieckigen Randzähnen entspricht dem Dionaea-Grundtyp; mangels vergleichbarer Serien ist sie nicht als unveränderliches Unterscheidungsmerkmal zu behandeln.
Die Rosettenarchitektur bleibt diejenige von <em>Dionaea muscipula</em>. Ein flacher oder prostrater Wuchs ist ohne definierte Messmethode nicht zuverlässig mit anderen Klonen vergleichbar. Eine Höhenangabe bis 20 Zentimeter trennt weder Rosette noch Blütenstand und taugt daher nicht als belastbare Endgröße. Zur eigenen Dokumentation sollten Blattstiel und Falle getrennt gemessen sowie Blatt- und Fallenzeichnung einzeln erfasst werden. Datum, Lichtbedingungen und Entwicklungsphase gehören zum Vergleich, weil die sichtbare Panaschierung und Fallenfärbung über die Saison wechseln können. So lassen sich die wiederkehrenden Merkmale festhalten, ohne ungesicherte Formen oder Maße zur Klondiagnose aufzuwerten.
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Kultivarspezifische Merkmale
Das verlässlichste wiederkehrende Merkmal von ‘GJ White Tiger’ ist die Panaschierung: helle, weißliche bis blassgrüne Partien sitzen an Blättern und auch an den Fallen. Im frühen Austrieb ist die Weißzeichnung oft besonders deutlich. Gleichzeitig gilt der Klon als langsam wachsend. Saisonal können auf hell gezeichnete Blätter später größere Fallen mit hellroter bis kräftig roter Innenseite folgen. Diese saisonalen Eigenschaften sind nicht als unveränderliche Norm zu verstehen; eine standardisierte Klondiagnose mit festen Messwerten liegt nicht vor.
Die Fallenform ist weniger prägend als die Zeichnung. Kurze Randzähne und eine klassische Fallenform passen zum Grundtyp der Art; stark verdrehte oder ausgeprägt verzerrte Fallen gelten nicht als gesicherte Kloneigenschaft. Ebenso fehlen standardisierte Messwerte für Rosette, Blattstiel und Falle. Diese Merkmale werden deshalb nicht als feste Eigenschaften geführt. Die Panaschierung kann in Stärke und Position wechseln und darf nicht mit einer vollständigen Albinoform verwechselt werden: Der Klon ist panaschiert und bildet helle, aber nicht ausschließlich weiße Organe. Für die Zuordnung sind Herkunftslabel, vegetative Abstammung und wiederholte saisonale Beobachtung wichtiger als der Abgleich eines einzelnen Fotos. Eine garantierte Mindestmenge heller Fläche oder feste Fallenmaße sind nicht belegt.
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Fangstrategie
Für ‘GJ White Tiger’ ist kein besonderer Fangmechanismus belegt. Wie bei der Art schließen sich die beiden beweglichen Fallenlappen nach einer Folge geeigneter Reize an den Sinneshaaren. Der schnelle erste Verschluss begrenzt die Flucht, während weitere Beutebewegung ein engeres Abdichten und die Verdauungssekretion fördert. Nach der Aufnahme gelöster Nährstoffe öffnet sich die Falle später wieder. Die unterschiedlich beschriebenen Klappengrößen und Lappenformen ändern diese Grundfunktion nicht automatisch. Ebenso ist die helle Panaschierung kein Hinweis auf eine abweichende Beutepräferenz oder eine speziell verlangsamte Fangreaktion. Da die Blätter weniger einheitlich grün erscheinen, sollte ihre Versorgung vor allem über ausreichendes Licht und gesunde Wurzelbedingungen gesichert werden.
Es liegt kein belastbarer Vergleichstest vor, der für ‘GJ White Tiger’ eine andere Reizschwelle, Schließgeschwindigkeit oder Verdauungsdauer als bei gewöhnlichen Venusfliegenfallen zeigt. Stark gebogene Fallen auf einzelnen Fotos belegen für sich allein keine Funktionsstörung; umgekehrt darf ein deformiertes Blatt nicht automatisch als beabsichtigte Kloneigenschaft gelten. Fallen sollten nicht wiederholt leer ausgelöst oder mit den Fingern getestet werden, da jeder Schließvorgang Energie kostet und die jeweilige Falle nur begrenzt funktionsfähig ist. Zur Beobachtung des Klons genügt es, natürliche Beutefänge und den Zustand neu gebildeter Fallen zu protokollieren. Damit werden mögliche Formabweichungen dokumentiert, ohne eine nicht nachgewiesene Spezialleistung zu behaupten oder die Pflanze durch unnötige Reizversuche zu belasten.
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Reproduktion
Im Green-Jaws-Programm wurde ‘GJ White Tiger’ durch Stecklinge vegetativ vermehrt. Bei einem panaschierten Klon ist diese Methode auch biologisch entscheidend, wenn eine bestimmte Mutterpflanze samt ihrer Zeichnung erhalten werden soll. Samen entstehen nach sexueller Bestäubung und bilden genetisch neu kombinierte Nachkommen; sie sind keine verlässlichen Kopien von ‘GJ White Tiger’. Die allgemeine Art kann sowohl über Samen als auch vegetativ vermehrt werden, aber der Namensbestand sollte nur dann als derselbe Klon weitergegeben werden, wenn seine vegetative Herkunft nachvollziehbar ist. Rhizomteilung oder Blattstecklinge können neue Pflanzen erzeugen, doch die Ausprägung der Panaschierung und das Wachstum des jungen Teilstücks müssen sich erst entwickeln.
Vor Beginn der Stecklingsvermehrung wurde der Klon mehrere Jahre beobachtet. Diese Selektions- und Vermehrungsgeschichte ersetzt keine Chargen- oder Mutterpflanzenaufzeichnung für heute kultivierte Exemplare. Für Sammlungen sollten Bezugsquelle, Etikett, Lieferdatum und jeder Teilungsschritt festgehalten werden. Sämlinge sind als Nachkommen zu kennzeichnen und dürfen nicht allein wegen ähnlicher heller Flecken als GJ White Tiger etikettiert werden. Bei Blattstecklingen und Rhizomteilungen sind die üblichen sauberen, feuchten Kulturbedingungen der Art einzuhalten; ein schneller, gesicherter Anwuchs ist wegen der berichteten langsamen Entwicklung nicht vorauszusetzen. Die Klonidentität wird am besten an mehreren Austrieben geprüft.
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Kultur-Fazit
Die Kultur von ‘GJ White Tiger’ folgt den Grundansprüchen der Venusfliegenfalle, mit besonderer Aufmerksamkeit für das langsamere Wachstum und die helle Panaschierung. Gewöhnlich wird sehr hell bis vollsonnig kultiviert, jedoch muss eine zuvor dunkel gehaltene Pflanze schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Für diesen Klon werden Freilandkultur und saisonale Winterruhe empfohlen. In temperierter Außenhaltung gehört die kühle Ruhe zum natürlichen Jahreslauf der Pflanze. Ganzjährige Innenhaltung kann bei ausreichend starkem Kunstlicht ebenfalls funktionieren; in diesem Fall ist keine künstlich erzwungene Kältephase erforderlich. Diese Optionen sollten entsprechend dem tatsächlichen Kulturort gewählt werden und nicht als widersprüchliche Sonderansprüche des Klons verstanden werden.
Im Wachstum braucht die Pflanze mineralarmes Wasser, ein feuchtes nährstoffarmes Medium und ausreichend Licht. Da die Panaschierung die verfügbare grüne Blattfläche reduziert, ist langsamer Austrieb kein ausreichender Grund, das Substrat zu düngen oder Fallen künstlich auszulösen. Neue Blätter sollten auf frische helle Zeichnung und auf Schäden nach abrupten Lichtwechseln beobachtet werden. Es sind keine GJ-White-Tiger-spezifischen Temperaturgrenzwerte oder Sondermischungen veröffentlicht. Der Codex übernimmt deshalb die geprüften Dionaea-Grundwerte über die Artverknüpfung und hält den Kontrollrhythmus bei 14 Tagen in der Wachstumsphase, 30 Tagen in einer Ruhephase und 7 Tagen bei Sämlingen. Diese Abstände strukturieren Pflegekontrollen und sind keine Behauptung, dass jeder Bestand zwingend dieselbe Ruhephase durchlaufen muss.
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Substrat-Ökologie
Die Wildart wächst in sauren, nährstoffarmen und feuchten Böden; für ‘GJ White Tiger’ ist kein abweichender Wurzelbedarf dokumentiert. Das Kulturmedium sollte daher ungedüngt, mineralarm und strukturstabil sein. Weißtorf oder Sphagnum bilden eine geeignete saure Feuchtebasis; salzarme strukturgebende Bestandteile können der Gefäßhöhe und Bewässerungsweise angepasst werden. Ein spezielles Substratrezept für den Klon ist nicht definiert; die Kultur folgt den Wurzelansprüchen der Art. Gedüngte Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zusätze passen nicht zu den Ansprüchen der Art. Eine langsam wachsende oder teilweise helle Rosette wird nicht durch zusätzliche Wurzeldüngung beschleunigt; sie benötigt vielmehr stabile Kultur und Zeit zur Bildung neuer Blätter.
Bewässert wird mit Regenwasser, geeignetem Umkehrosmosewasser oder anderem mineralarmem Wasser. Während aktiven Wachstums kann eine flache Schale die Feuchte gleichmäßig halten; der Wasserstand sollte zum Gefäß und zum Medium passen, damit der Wurzelbereich feucht bleibt, ohne unnötig verdichtet oder dauerhaft sauerstoffarm zu sein. In der kühlen Ruhezeit kann der Wasserstand sinken, der Wurzelballen darf jedoch nicht austrocknen. Umtopfen erfolgt möglichst behutsam, weil Rhizom und Wurzeln empfindlich sind und der Klon langsam wächst. Es gibt keinen Beleg für ein besonderes GJ-White-Tiger-Substrat oder einen abweichenden pH-Bereich. Bei Wachstumsproblemen sind zuerst Wasserqualität, Licht, Feuchte, Wurzelraumtemperatur und die Entwicklung des neuen Austriebs zu prüfen.
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Praxisnotizen
Bei einer Neuanschaffung sollte der Klonname zusammen mit Lieferant, Etikett, Datum und möglichem Mutterpflanzenhinweis dokumentiert werden. Fotografiere die gesamte Rosette und mehrere ausgewachsene Blätter in jeder Saison; bilde Blattstiel und Falle separat ab und notiere, auf welchen Organen die weißen oder blassgrünen Partien auftreten. Ein Maßstab, gleichmäßige Beleuchtung und Datum machen Vergleiche brauchbarer. Halte auch Wachstumsrate, Wuchsrichtung, Randborsten, Lappenform und Rotfärbung fest. Da die Fallenform nicht als standardisierte Unterscheidungsdiagnose feststeht, sollte keine Einzelform als Ausschlussmerkmal gelten. Ein einzelnes Foto belegt zudem nicht automatisch die Identität eines anderen Exemplars.
Eine Angabe bis 20 Zentimeter ist nicht standardisiert und sollte nicht als sichere Endgröße der Rosette übernommen werden. Weiße Zeichnung kann sich saisonal deutlich verändern; junge Teilstücke können zudem zunächst weniger auffällig wachsen. Samenpflanzen sind keine identischen Klonkopien und sollten getrennt etikettiert bleiben. Für die Zuordnung sprechen eine nachvollziehbare vegetative Kette und wiederkehrende helle Zeichnung an neu gebildeten Blättern beziehungsweise Fallen. Eine formale Kultivarregistrierung ist für den Namen derzeit nicht bestätigt; spätere oder unregistrierte Veröffentlichungen sind damit nicht ausgeschlossen. Bei gleichförmig grünen Austrieben, stark abweichendem Etikett oder fehlender Lieferhistorie sollte die Bestimmung offen dokumentiert werden. Kontrollrhythmus: 14 Tage im Wachstum, 30 Tage in der Ruhe und 7 Tage bei Sämlingen.
sources
Quellenangaben
Name, Herkunft und Klonmerkmale
- Herkunft und Vorstellung durch Mathias Maier: Beitrag des Züchters von September 2015; GJ White Tiger wird unter seinen neuen Klonen gezeigt. Maier beschreibt mehrjährige Beobachtung vor der Vermehrung und Stecklinge als Vermehrungsweg. Quelle.
- Importierter Namensbeleg: Green Jaws führt den Namen und gibt allgemeine Kulturangaben, aber keine morphologische Diagnose. Quelle.
- ICPS-Register: Register vor Oktober 2020 eingetragener Dionaea-Kultivare; kein exakter Treffer für GJ White Tiger. Das Register weist selbst auf mögliche veröffentlichte, nicht registrierte Namen hin. Quelle.
- Klonbeschreibung und Panaschierung: Jeremiah’s Plants ordnet den Klon Mathias Maiers Green-Jaws-Programm zu und beschreibt ihn als panaschiert und langsam wachsend. Quelle.
- Jahreszeitliche Ausprägung: PetersFlytraps beschreibt frühe weiße Panaschierung, später größere Fallen mit hellroter Innenseite, kurze Zähne und flach/prostrat notierten Wuchs. Händlerangaben ohne Messstandard. Quelle.
- Historische Vergleichsfotografien: CP Photo Finder zeigt GJ White Tiger; die Bildrechte verbleiben bei den jeweiligen Fotografen. Kein Bild wurde in den Codex übernommen. Quelle.
- Plants of the World Online: Royal Botanic Gardens, Kew: akzeptierter Artname, Familie und natürliches Areal. Quelle.
Taxonomie, Wildart und Kultur
- North Carolina State Extension: Botanisches Artprofil und Kulturgrundlagen zu Dionaea muscipula. Quelle.
- ICPS Growing Guide: Kulturhinweise für Venusfliegenfallen; unterscheidet saisonale Außenhaltung von ganzjähriger Innenkultur mit ausreichendem Kunstlicht. Quelle.
- ICPS Artenblatt: Grundlegende Morphologie, Ökologie und Kultur der Art. Quelle.
- U.S. Fish & Wildlife Service: Behördenübersicht zu Areal, Habitat und Gefährdungen. Quelle.
- Species Status Assessment: U.S. Fish & Wildlife Service, 2023: detaillierte Zusammenstellung zu Biologie, Verbreitung und Schutzstatus. Quelle.
- Range-wide Status Survey: Populationsbezogene Erhebung zur Wildart in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. Quelle.
- Feldökologie: Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2): 193–218; Volltext im NCSU-Repositorium. Quelle.
- Fangsignale und Nährstoffaufnahme: Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295; freier Volltext. Quelle.
- Anlockung von Beute: Kreuzwieser, J. et al. (2014): The Venus flytrap attracts insects by the release of volatile organic compounds. Journal of Experimental Botany 65(2): 755–766; PMID 24420576. Quelle.
- Bestäuber und Beute: Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4): 539–546; PMID 29570403. Quelle.
- Calciumsignale: Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224; PMID 33020606. Quelle.
Die Auswahlzuordnung und die sichtbare Panaschierung sind von unstandardisierten Händlerbeobachtungen zur Fallenform getrennt. Angaben zur Artökologie und allgemeinen Kultur sind keine zusätzlichen GJ-White-Tiger-Diagnosen. Fremde Fotografien wurden nicht eingebunden.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ White Tiger', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-white-tiger/
