Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Umgekrempelt'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
description
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Umgekrempelt’ ist ein benannter Kultivar der Venusfliegenfalle. Die Pflanze bleibt eine ausdauernde, niedrig wachsende Rosette aus einem kurzen Rhizom; jedes Blatt trägt einen flachen Stiel und am Ende die zweilappige Fangfalle. Auf deren Innenseite sitzen reizempfindliche Borsten, am Rand stehen die für die Art typischen Wimpern. Der Kultivar unterscheidet sich durch die ungewöhnlich zurückgerollte, botanisch revolute Stellung der Fallenlappen. Bei einer geöffneten Falle rollen sich die Lappen sichtbar nach außen zurück, statt die übliche schalenartige, konkave Fangfläche zu zeigen. Genau dieser umgestülpte Eindruck erklärt den deutschen Namen. Der Fangmechanismus und die grundlegende Blattorganisation entsprechen weiterhin Dionaea muscipula; eine andere Art, Gattung oder ökologische Lebensform liegt nicht vor. Die Registrierung führt den Kultivarnamen ohne das vorangestellte Handelszeichen GJ.
Die Bezeichnung „GJ Umgekrempelt“ wird bei Green Jaws und im Handel verwendet. Für die fachliche Benennung ist davon der registrierte Name ‘Umgekrempelt’ zu trennen: Der ICPS-Eintrag verweist auf Mathias Maier und die Kultivar-Monografie von Bailey und McPherson. In deren Registrierungskontext gehört die Auswahl zu Dionaea muscipula. Die Formulierung „revolute trap lobes“ ist als Zurückrollen der Fallenlappen zu verstehen, nicht als Behauptung, die ganze Pflanze sei gedreht oder jede Falle dauerhaft vollständig umgestülpt. Veröffentlichte Messwerte zu Fallenbreite, Rosettendurchmesser oder Häufigkeit des Merkmals konnten nicht gefunden werden. Auch eine besondere Fangwirkung, ein anderer Beutespeiseplan oder eine abweichende Pflege sind für diesen Klon nicht belegt. Die Beschreibung trennt deshalb das konkret dokumentierte Strukturmerkmal von allgemeinen Merkmalen der Art und von nicht belegten Versprechen aus dem Handel.
taxonomy
Taxonomie und Name
Der akzeptierte botanische Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. ‘Umgekrempelt’ ist ein Kultivarname innerhalb dieser Art und kein eigener botanischer Rang. Die ICPS-Liste registriert Dionaea ‘Umgekrempelt’ M.Maier im Jahr 2013; sie verweist auf die Beschreibung auf Seite 324 der Monografie Dionaea: The Venus’s Flytrap von Tim Bailey und Stewart McPherson. Das Namensregister der International Carnivorous Plant Society führt damit den Namen und den zugehörigen Nominanten ausdrücklich auf. In der Datenbank sollte daher J.Ellis als botanischer Autor der Art stehen, während Mathias (M.) Maier als Nominant beziehungsweise mit dem Kultivarnamen verbundener Autor in der Beschreibung genannt wird. Diese Rollen sind verschieden und dürfen in einem einzelnen Autorenfeld nicht vermischt werden.
„GJ Umgekrempelt“ ist die geläufige Handelsform, die Green Jaws mit dem Kultivar verbindet; das Kürzel GJ ist nicht Teil des registrierten Namens in der ICPS-Liste. Ein ausführlicher Eintrag im sekundären Omnisterra-Kultivarindex gibt Oktober 2007 als Erwerbs- beziehungsweise Ursprungseintrag bei M. Maier in Deutschland an und verzeichnet die Registrierung im Mai 2013. Da dieser Index die bibliografischen Angaben aus der Monografie zusammenstellt, dient er hier als Orientierung, während die Registrierungsliste die formale Namenszuordnung trägt. Das ICPS-Dokument belegt einen registrierten Namen, nicht automatisch die Echtheit jedes heutigen Handelsbestands. Ein separater Forumsbeitrag von Mathias Maier nennt 2015 außerdem „GJ Umgekrempelt II“ unter den dort vorgestellten Klonen. Dieses „II“ ist als eigener Name zu behandeln und darf nicht stillschweigend mit dem hier beschriebenen registrierten ‘Umgekrempelt’ gleichgesetzt werden.
habitat
Standort und Verbreitung
Die natürliche Verbreitung betrifft die Art Dionaea muscipula: Sie ist auf ein kleines Gebiet in der Küstenebene und den Sandhills von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Typische Lebensräume sind offene, sonnige und feuchte Langblattkiefern-Savannen sowie Übergänge zwischen nassen Savannen und etwas höher gelegenen Sandrändern. Dort bleiben Böden sauer und nährstoffarm; saisonale Wasserstände und natürliche Störungen erhalten lichtreiche Vegetation. Diese Wildstandorte erklären die grundlegenden Kulturansprüche der Art, sind aber kein natürlicher Fundort von ‘Umgekrempelt’. Für den Kultivar weisen die geprüften Quellen auf eine gärtnerische Auswahl und Weitergabe in Deutschland hin. Eine Wildpopulation oder ein bestimmter Fundplatz dieses Klons ist nicht dokumentiert.
Der sekundäre Kultivarindex führt M. Maier in Deutschland und Oktober 2007 als Herkunftsnotiz. Das beschreibt eine gärtnerische Überlieferung, keine Feldherkunft oder nachprüfbare Sammlung aus einem natürlichen Bestand. Auch der Händlerpräfix GJ begründet keine zusätzliche geographische Herkunft. Die auffällig zurückgerollten Fallenlappen sind ein Kultivarmerkmal und kein Beleg für eine Anpassung an besonders nasse, trockene oder nährstoffreiche Standorte. Der U.S. Fish and Wildlife Service beschreibt Lebensraumverlust durch Entwässerung, Entwicklung, Forst- und Landwirtschaft sowie ausbleibendes Feuer als Gefährdungsfaktoren der Wildart; die Behörde kam 2023 jedoch zum Schluss, dass eine Aufnahme als bedrohte oder gefährdete Art nach dem Endangered Species Act nicht gerechtfertigt ist. Kultivierte Pflanzen sollten aus nachvollziehbarer Vermehrung stammen. Das Profil leitet aus der Herkunftsnotiz keine Behauptung über eine Wildentnahme oder eine bestimmte Herkunftspopulation ab.
morphology
Morphologie
Die vegetative Grundgestalt von ‘Umgekrempelt’ folgt Dionaea muscipula: Eine kleine Rosette trägt mehrere einfache Blätter, deren verbreiterte Enden zu einer beweglichen Falle umgebildet sind. Die Falle besteht aus zwei gelenkig verbundenen Lappen mit randständigen Wimpern und reizempfindlichen Haaren auf der Innenfläche. Der charakteristische Unterschied liegt in der räumlichen Krümmung der Lappen. Die Registrierungstradition und der etymologische Eintrag beschreiben sie als revolut, also nach außen beziehungsweise rückwärts zurückgerollt. So entsteht eine offene, umgestülpt wirkende Kontur, die sich deutlich von einer üblichen flach geöffneten oder schalenförmigen Falle abhebt. Die Lappen bleiben Teil der normalen Klappfalle; der Name bezeichnet weder einen gedrehten Blattstiel noch eine zusätzliche Fangfläche.
Das Merkmal sollte an vollständig entwickelten, unverletzten Fallen beurteilt werden, weil junge, gerade schließende oder gealterte Fallen vorübergehend anders aussehen können. Öffnungswinkel, Beleuchtung und Blickrichtung beeinflussen Fotos stark. Die verfügbaren Belege nennen keine standardisierte Spannweite, keine Mindestzahl revoluter Fallen pro Rosette und keine quantitative Variationsgrenze. Händlerbilder eignen sich daher als Anschauungsmaterial, nicht als Messreihe oder Lizenznachweis. Eine rote Falleninnenseite kann bei Dionaea unter starker Beleuchtung auftreten, ist aber nicht das Namensmerkmal von ‘Umgekrempelt’. Ebenso fehlen belastbare Belege dafür, dass die zurückgerollten Lappen die Fanggeschwindigkeit oder Beuteauswahl verändern. Bei der Bestimmung sind Form und Grad der Rückrollung an mehreren ausgereiften Fallen zu dokumentieren und von Beschädigungen, Verformungen durch Haltung oder dem separat angebotenen ‘Umgekrempelt II’ auseinanderzuhalten.
cultivar
Kultivar-Merkmale
Für den registrierten Kultivar ist die nach außen zurückgerollte Fallenlappenform das zentrale Merkmal. Die Registrierung von 2013 ordnet den Namen ‘Umgekrempelt’ M. Maier zu und verweist auf die Kultivarbeschreibung sowie Abbildungen in Bailey und McPhersons Dionaea-Monografie. Der sekundäre Index erläutert den deutschen Namen ausdrücklich mit den revoluten Fallenlappen. Green Jaws vertreibt die Pflanze als „GJ Umgekrempelt“; dieser Zusatz markiert die Handelslinie beziehungsweise das Sortiment, nicht eine abweichende botanische Identität. Das Profil beschreibt deshalb die spezielle Fallenform als Unterschied zur normalen Artgestalt und übernimmt nicht einfach eine allgemeine Dionaea-Beschreibung als Klondiagnose. Für feste Farbangaben, Riesenwuchs, besonders schnelle Schnappbewegung oder eine spezielle Beutefunktion gibt es in den geprüften Belegen keine belastbare Grundlage.
Eine besonders wichtige Namensabgrenzung ergibt sich aus einem Beitrag von Mathias Maier aus dem Jahr 2015: Dort wird „GJ Umgekrempelt II“ als einer von mehreren separat vorgestellten Klonen aufgelistet. Der Beitrag berichtet allgemein, dass die gezeigten neuen Klone ein bis drei Jahre beobachtet worden seien, bevor die Vermehrung begann; er liefert aber keinen direkten Beleg, dass der 2013 registrierte ‘Umgekrempelt’ und „Umgekrempelt II“ dieselbe Linie oder zwei Varianten derselben Mutterpflanze sind. Die Namen dürfen folglich nicht zusammengezogen werden. Händler führen den Kultivar mit vergleichbaren Namen und Bildern, doch Verkaufsseiten ersetzen keine Identitätskette von der Mutterpflanze bis zum angebotenen Exemplar. Auch das Vorhandensein einzelner normal wirkender Fallen allein widerlegt die Identität nicht; dafür wäre eine systematische Beobachtung der vegetativen Nachkommen nötig. Die sicheren Aussagen bleiben auf registrierten Namen, Nominanten und die typische zurückgerollte Lappenform beschränkt.
ecology
Ökologische Einordnung
Ökologisch ist ‘Umgekrempelt’ wie die übrigen Kultivare eine gärtnerische Form der temperierten Art Dionaea muscipula. Die Fallenform verändert nicht die Herkunft aus sonnigen, feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen der Carolinas. Energie gewinnt die Pflanze überwiegend durch Photosynthese; tierische Beute ergänzt Nährstoffe, die im natürlichen Boden knapp sind. Die Fangblätter locken und fangen überwiegend kleine kriechende Gliedertiere, während das Rhizom den saisonalen Rückzug überdauert. Für ‘Umgekrempelt’ liegen keine ökologischen Feldstudien oder Daten vor, die besondere Wasserstände, Substratchemie, Temperaturansprüche oder eine andere Beuteökologie nahelegen. Die rückwärts eingerollte Fallenform sollte deshalb als morphologisches Kultivarmal gelesen werden, nicht als Hinweis auf eine eigene ökologische Nische.
Im natürlichen Areal hängt die Erhaltung geeigneter offener Savannen mit saisonaler Feuchte und regelmäßigem Feuer zusammen. Die Übertragung dieser Beobachtung auf einen Topf bedeutet nicht, eine Kulturpflanze auszutrocknen oder Feuer auszusetzen: Sie unterstreicht, warum dauerhafte Beschattung und gewöhnliche, gedüngte Blumenerde ungeeignet sind. Ebenso wenig ist die Fallenform ein Hinweis auf schlechte Pflege oder auf eine Mutation, die besondere Umweltbedingungen benötigt. Das U.S. Fish and Wildlife Service dokumentiert Lebensraumverlust und Wildentnahme als relevante Probleme für die Art; ein Kultivarname ändert nichts an der Schutzwürdigkeit natürlicher Bestände. Für Sammlungen ist deshalb die Herkunft aus gärtnerischer Vermehrung wichtiger als die Vermutung, der ungewöhnliche Klon müsse aus einem außergewöhnlichen Wildstandort stammen. Die wissenschaftlich abgesicherte Beschreibung trennt hier allgemeine Ökologie der Art klar von der gärtnerischen Auswahl und vermeidet nicht belegte Anpassungserzählungen.
seasonality
Jahresrhythmus
‘Umgekrempelt’ durchläuft den temperierten Jahresgang von Dionaea muscipula. Während der hellen, warmen Wachstumszeit bildet die Rosette neue Blätter und Fallen; gut entwickelte Blätter zeigen dann am klarsten, ob ihre Lappen nach außen zurückgerollt sind. Mit kürzeren Tagen und fallenden Temperaturen verlangsamt sich das Wachstum. In saisonaler Außenkultur kann ein Teil der alten Blätter einziehen oder absterben, während das Rhizom erhalten bleibt. Dieser Rückgang ist keine besondere Eigenheit des Kultivars und lässt sich nicht als Verlust der Klonidentität deuten. Weder Registrierungsquelle noch Händlerseiten belegen für ‘Umgekrempelt’ einen anderen Austriebszeitpunkt, eine verlängerte Saison oder ein abweichendes Ruheverhalten gegenüber der Art.
Die Fallenform lässt sich über den Jahreslauf nur an geeignet entwickelten Blättern vergleichen. Eine überwinternde Rosette mit wenigen kleinen Fallen bietet weniger aussagekräftige Merkmale als mehrere kräftige Sommerblätter. Auch Kulturbedingungen und Entwicklungszustand beeinflussen Blattgröße und Färbung, ohne dass damit eine nachgewiesene genetische Veränderung verbunden wäre. Unter kontrollierter Innenkultur kann der Jahresgang anders geführt werden; das ist eine spezielle Kulturentscheidung und keine kultivarspezifische Anforderung. Für eine genaue Bestandsdokumentation sollten Datum, Lichtstandort, Temperaturverlauf, Neubildung von Blättern und Zustand der Falle gemeinsam notiert werden. Besonders hilfreich sind vergleichbare Aufnahmen der gleichen Pflanze im Frühjahr und während des kräftigen Wachstums. Die beobachtete saisonale Veränderung sollte nicht durch zusätzliche Wärme oder Düngung erzwungen werden, denn dafür gibt es keine Empfehlung, die sich aus dem Kultivarmerkmal ableiten ließe.
reproduction
Reproduktion
Der Kultivar wird vegetativ erhalten, damit die charakteristische Fallenform zuverlässig an die Nachkommen weitergegeben wird. Der Omnisterra-Index nennt Teilung von Ablegern und Rhizomstecklinge als Vermehrungswege. Bei einer ausgewachsenen Dionaea können seitliche Rosetten aus Knospen am kurzen Rhizom entstehen; vorsichtige Teilung trennt solche Tochtertriebe mit eigenen Wurzeln. Rhizomabschnitte können ebenfalls austreiben, benötigen aber sauberes Werkzeug, passende Feuchte und Geduld. Jede vegetative Vermehrung ist eine Weitergabe der jeweiligen Mutterlinie und sollte mit Etikett, Datum und Herkunft festgehalten werden. Die Kultivarregistrierung benennt M. Maier und den Namen ‘Umgekrempelt’, sie ersetzt aber keine lückenlose Dokumentation der heutigen Handelsware.
Auch ‘Umgekrempelt’ kann blühen und Samen bilden; Sämlinge sind jedoch Nachkommen sexueller Fortpflanzung und nicht automatisch derselbe Klon. Durch Fremd- oder Selbstbestäubung kann die genetische Kombination neu sein, sodass die zurückgerollte Fallenform nicht als garantiert sortenecht vorausgesetzt werden darf. Bei Erhaltung der benannten Auswahl ist deshalb vegetative Vermehrung die geeignete Methode. Ein Blütenstand kann zudem die Energie der Rosette beanspruchen; seine Entfernung ist eine Kulturentscheidung und kein notwendiger Schritt zur Klonidentität. Für ‘Umgekrempelt’ wurden keine speziellen Keimungsdaten, Kreuzungspartner oder selektierten Sämlingslinien in Primärquellen gefunden. Die in der Registrierung genannten vegetativen Wege sind plausibel und belegt, aber nicht als einzige mögliche Vermehrungsform zu verstehen. Wer neue Nachkommen bewertet, sollte sie getrennt von der Mutterpflanze etikettieren und erst nach längerem Vergleich als eigene Auswahl führen.
cultivation
Kultur
Die Kultur richtet sich nach der temperierten Venusfliegenfalle; ein abweichender Pflegebedarf von ‘Umgekrempelt’ ist nicht nachgewiesen. Der Standort sollte sehr hell bis vollsonnig sein. Pflanzen, die zuvor im Haus oder unter schwachem Licht standen, werden schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. Als Substrat eignet sich ein saures, nährstoffarmes und lockeres Medium, etwa ungedüngter Weißtorf mit gewaschenem Quarzsand oder geeignetem mineralarmem Lockerungsmaterial. Langfaseriges Sphagnum ist eine weitere bewährte Option. Regenwasser, destilliertes Wasser oder geeignetes Umkehrosmosewasser sind mineralreichem Leitungswasser vorzuziehen. In der Wachstumszeit bleibt der Wurzelballen gleichmäßig feucht; ein flacher Anstau ist üblich, doch die Pflanze soll nicht dauerhaft tief unter Wasser stehen.
Gedüngte Blumenerde, kalkhaltige Zusätze, normales Düngen über das Substrat und wiederholtes Auslösen der Fallen sind zu vermeiden. Im Freien fängt die Pflanze gewöhnlich selbst Beute; bei Innenhaltung braucht sie eine sehr hohe Lichtmenge und regelmäßige geeignete Beute, wenn sie ohne saisonale Ruhe weiterkultiviert wird. Das sind allgemeine Artanforderungen, nicht Sonderregeln für den Klon. Die rückwärts eingerollten Fallenlappen müssen weder mit erhöhter Luftfeuchtigkeit noch mit einer bestimmten Düngung oder Fütterung hervorgerufen werden. Ein Außenstandort im geeigneten temperierten Klima erleichtert Licht, Jahresrhythmus und natürliche Beutefänge. Beim Umtopfen sollten Rhizom und Fallen nicht unnötig verletzt werden. Die Kultur wird an Saison und Gefäß angepasst; starre Einzelwerte für Temperatur oder Feuchte lassen sich aus der Kultivarregistrierung nicht ableiten.
winter
Winterruhe
Bei saisonaler Außen- oder Kalthauskultur folgt ‘Umgekrempelt’ der kühlen Ruhephase der Art. Kürzere Tage und niedrige Temperaturen bremsen das Wachstum; Blätter können kleiner werden, sich verfärben oder teilweise absterben, während das Rhizom ruht. Ein kühler, heller und gut belüfteter Platz bildet den Jahresgang der temperierten Pflanze sinnvoll ab. Das Substrat bleibt feucht, wird bei geringerer Verdunstung aber nicht so stark angestaut wie im Sommer. Kleine Töpfe brauchen in Regionen mit strengem Frost gegebenenfalls Schutz, weil ihr Wurzelraum schneller vollständig durchfrieren kann als ein Moorbeet. Für ‘Umgekrempelt’ sind keine eigenen Temperaturgrenzen oder eine besondere Mindestdauer der Ruhe veröffentlicht; konkrete Zahlen aus allgemeinen Dionaea-Ratgebern sind daher nicht als kultivarspezifische Messwerte auszugeben.
Ein ICPS-Informationsblatt beschreibt für Innenkultur eine Möglichkeit ohne Dormanz, weist zugleich auf starke Beleuchtung und regelmäßige Beuteversorgung hin. Das ist eine gesonderte Kulturführung und keine Empfehlung für einen warmen, lichtarmen Wohnraum. Für die übliche saisonale Freilandkultur bleibt die kühle Winterruhe der passende Rhythmus. Während dieser Zeit soll das Medium weder völlig austrocknen noch kalt und sauerstoffarm dauerhaft tief überstaut bleiben. Abgestorbene Altfallen sind im Winter normal und erlauben keine Beurteilung des namensprägenden Merkmals. Erst am kräftigen Neuaustrieb im Frühjahr lassen sich mehrere Fallen wieder sinnvoll vergleichen. Auch ein Kontrollterminplan ersetzt nicht die Beobachtung von tatsächlicher Feuchte, Wetter und Topfgröße; die Pflanze wird nicht nach Kalender gegossen.
practice
Praxisnotizen
Bei dieser Auswahl ist die korrekte Namensform besonders wichtig: Der registrierte Kultivar heißt Dionaea ‘Umgekrempelt’ M.Maier; „GJ Umgekrempelt“ ist die Handelsbezeichnung. Beim Einkauf sollten Etikett und Bezugsquelle erhalten bleiben. Die Fallenlappen sind das Merkmal, auf das sich der Name bezieht: Sie rollen sich nach außen zurück und vermitteln dadurch den umgestülpten Eindruck. Die allgemeine Rotfärbung von Dionaea ist kein Ersatzmerkmal. Ein weiterer Name, „GJ Umgekrempelt II“, taucht in einem eigenen Beitrag von Mathias Maier auf und darf ohne einen direkten Identitätsbeleg nicht mit der hier registrierten Auswahl vermischt werden. Händlerbilder können die Suche unterstützen, bestätigen aber ohne verifizierte Herkunft nicht automatisch, dass jede angebotene Pflanze sortenecht ist.
Für die laufende Kontrolle empfiehlt sich während des Wachstums eine Sichtprüfung alle 14 Tage, in der saisonalen Winterruhe etwa alle 30 Tage und bei Sämlingen alle 7 Tage. Dabei werden Feuchte, Wasserqualität, Licht, Austrieb, Schädlinge, Fäulnis und die Entwicklung mehrerer Fallen kontrolliert; die Abstände geben keine feste Gießmenge vor. Fotos sollten möglichst aus demselben Winkel und bei vergleichbarem Entwicklungsstand aufgenommen werden, damit die Rückrollung der Lappen erkennbar bleibt. Die Mediathek-Suche hat kein lokales eigenes Bild ergeben, das dem Kultivar sicher zugeordnet werden kann. Für Händler- und Forumsbilder war keine belastbare freie Lizenz verifiziert; deshalb bleiben Bild-, Urheber- und Lizenzfelder leer und es wird kein fremdes Bild übernommen. Ein allgemeines Artenfoto würde die besondere Fallenform nicht dokumentieren.
sources
Quellenangaben
Kultivarname, Autor und Merkmalszuordnung
- International Carnivorous Plant Society (2014): Cultivar names registered in 2013 Quelle
Primärquelle für registrierten Namen Dionaea ‘Umgekrempelt’ M.Maier, Verweis auf Bailey & McPherson, Seite 324, und Registrierungsdatum 15. Mai 2013. - Bailey, Tim & Stewart R. McPherson (2013): Dionaea: The Venus’s Flytrap Quelle
Monografie mit der Kultivarbeschreibung auf Seite 324 und den zugehörigen Abbildungen auf den Seiten 324–325; der Buchhandel belegt bibliografische Daten, nicht eine unabhängig geprüfte Klonidentität heutiger Bestände. - Omnisterra: Dionaea cultivar index, Eintrag ‘Umgekrempelt’ Quelle
Sekundärer Index mit Nominant M. Maier, Deutschland/Oktober 2007, Verweis auf die Monografie, vegetative Vermehrung und Etymologie nach revoluten Fallenlappen. - Green Jaws: Dionaea muscipula GJ Umgekrempelt Quelle
Handelsbezeichnung und verfügbares Angebot; keine eigenständige botanische Erstbeschreibung. - FlytrapCare: Umgekrempelt Venus fly trap Quelle
Händlerangabe zur Auswahl und Benennung durch Mathias Maier im Oktober 2007; als Sekundärbehauptung gegenüber Register und Monografie eingeordnet. - Carnivero: Venus Flytrap Dionaea muscipula ‘Umgekrempelt’ Quelle
Kommerzielle Beschreibung und Abbildungen zur außergewöhnlichen Fallenform; kein Lizenznachweis für Bilder und keine unabhängige Identitätsprüfung. - Maier, Mathias (2015): Green Jaws – Neue Klone Quelle
Primärbeitrag des Züchters mit gesonderter Nennung von ‘GJ Umgekrempelt II’; belegt die Namensabgrenzung, aber nicht die genetische Beziehung zum registrierten Kultivar.
Art, Lebensraum und Schutz
- Kew Science: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis Quelle
Taxonomische Referenz für den botanischen Artnamen und die akzeptierte Stellung. - North Carolina State Extension: Dionaea muscipula Quelle
Botanische Merkmale, Verbreitung in North und South Carolina, Habitat und grundlegende Kulturhinweise. - U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap Quelle
Lebensräume der Coastal Plain und Sandhills, Jahreszyklus, Fangökologie sowie aktuelle US-Einschätzung von Schutzstatus und Gefährdungsfaktoren.
Kultur und Jahresrhythmus
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Indoor Growing Information Sheet Quelle
Unterscheidet saisonale Außenkultur mit Ruhe von einer gezielten Innenkultur ohne Dormanz, die starke Beleuchtung und regelmäßige Beuteversorgung voraussetzt. - United States Botanic Garden: Cultivating Carnivorous Plants Quelle
Allgemeine Hinweise zu mineralarmem Wasser, nährstoffarmem Substrat, Feuchte und saisonal unterschiedlichen Temperaturansprüchen.
Quellenbewertung und Bildrechte
Die Kultivarregistrierung bestätigt den Namen und M. Maier als Nominanten; der ausführliche Index ist eine sekundäre Zusammenstellung und wird für Herkunftsnotiz, Vermehrungsweg und Etymologie entsprechend gekennzeichnet. Händlerangaben und Fotografien dienen nur als ergänzende Hinweise zur Handelsform und Fallenansicht. Das lokale Mediathek-Suchresultat enthält kein eindeutig zuordenbares eigenes Foto. Für die auf Händler- und Forumsseiten gefundenen Bilder wurde keine freie Lizenz für eine Wiederverwendung verifiziert. Deshalb sind die Bildfelder leer; es wurde kein fremdes Bild übernommen.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Umgekrempelt', Stand 03.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-umgekrempelt/
