Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'GJ Rose'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Auslese von Mathias Maier, Deutschland, 2011; 2013 als Dionaea ‘Rose’ veröffentlicht und registriert. Im Handel meist als GJ Rose bezeichnet.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Rose’ ist eine registrierte Kulturform der Venusfliegenfalle, die im Handel häufig als ‘GJ Rose’ angeboten wird. Ihr entscheidendes Merkmal ist nicht eine ungewöhnlich geformte Fangfalle, sondern das weitgehende Ausbleiben ausgebildeter Fallen. Stattdessen bildet die Pflanze breite, geflügelte Blattbasen, deren niedrige, gewellte Rosette an eine geöffnete Rose erinnert. An den Blattenden können winzige, spitze Reste der sonstigen Fangblätter stehen. Diese bleiben vestigial und übernehmen keine normale Schnapp- und Verdauungsfunktion. Die Pflanze bleibt botanisch Dionaea muscipula; sie ist weder eine eigene Art noch eine Rose aus der Gattung Rosa.

Die veröffentlichte Kultivarbeschreibung ordnet die Blattbasen als meist flach bis niederliegend und gelblichgrün ein. Dadurch unterscheidet sich Rose sichtbar von der typischen Venusfliegenfalle mit deutlich erkennbaren zweilappigen Fallen. Sie ist außerdem von ‘GJ Aphrodite’ getrennt zu führen: Für Rose ist eine 2013 veröffentlichte und registrierte Diagnose vorhanden, während die im Handel kursierenden Aphrodite-Beschreibungen andere, eher lange Blätter nennen. Eine dokumentierte Synonymie oder gemeinsame Abstammung der beiden Namen wurde nicht gefunden. Farbe und Blattstellung können sich mit Licht, Saison und Pflanzenalter verändern; für eine sichere Bestimmung zählt daher die wiederkehrende Kombination aus breiter Blattbasis, welligem Rand und fehlender Fallenentwicklung.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der botanisch akzeptierte Artname ist Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Innerhalb der Art lautet der registrierte Kultivarname ‘Rose’; M. Maier wird als Urheber beziehungsweise Nominant geführt. Die ICPS-Datenbank verzeichnet die Auslese in Deutschland im Jahr 2011 und ihre Registrierung im Mai 2013. Als Veröffentlichungsstandard dient die Beschreibung von Bailey und McPherson in ihrem Buch Dionaea, Seite 294, mit Abbildungen auf den Seiten 294 und 295. J.Ellis ist die botanische Autorschaft des Artnamens, nicht der Autor des Kultivarnamens.

‘GJ Rose’ ist die verbreitete Handelsbezeichnung, mit der Green Jaws und andere Gärtnereien die Pflanze anbieten. Sie sollte nicht als ein zweiter, eigenständig registrierter Name behandelt werden. Das Register erläutert den Namen mit der rosenähnlichen Form der Rosette und empfiehlt Blatt- oder Rhizomstecklinge zur Erhaltung. Eine wichtige Abgrenzung betrifft ‘ERROR’ M.Maier: Auch dieser registrierte Kultivar hat eine Störung der Fallenfunktion, bildet laut Diagnose aber normale Fallen aus, die nur nicht auf Reizung reagieren und langsam schließen können. Rose entwickelt demgegenüber gar keine ausgewachsenen Fangfallen. Die beiden Namen bezeichnen deshalb unterschiedliche Klone und unterschiedliche Merkmalsausprägungen.

habitat

Standort und Verbreitung

Für ‘Rose’ ist kein natürlicher Fundort bekannt, denn der Name bezeichnet eine kultivierte Auslese und keine geographische Population. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Wildart Dionaea muscipula liegt in der atlantischen Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten. Dort wächst sie in offenen, sehr lichtreichen und sauren Feuchtlebensräumen, etwa in saisonal nassen Savannen und lichten Kiefernwäldern. Die Böden sind nährstoffarm; Wasserstände und Vegetation verändern sich im Jahresverlauf. Diese Angaben beschreiben den Lebensraum der Art, nicht einen Fundort des Klons Rose.

Die Herkunftsangabe ‘Nordamerika’ in einem Handelsdatenblatt ist daher nicht als Wildherkunft von Rose zu lesen. Die dokumentierte gärtnerische Spur führt zu Mathias Maier in Deutschland und zurück bis 2011. Es gibt keinen Beleg für eine Entnahme aus einem Naturbestand oder für eine Herkunft aus einer besonderen regionalen Dionaea-Population. Weil Venusfliegenfallen in ihrem kleinen natürlichen Areal auf offene, nährstoffarme Lebensräume angewiesen sind, gehören Habitatverlust und unzulässige Entnahmen zu den relevanten Schutzthemen. Kultiviertes Material wie Rose sollte vegetativ und mit korrekter Kennzeichnung weitergegeben werden; Wildpflanzen aus dem natürlichen Areal sind keine geeignete Quelle für Sammlungen.

morphology

Wuchsform und Morphologie

Die registrierte Beschreibung nennt breit geflügelte Blattbasen von bis zu 3,5 Zentimetern Länge. Sie biegen sich entlang der Mittelrippe nach unten und wirken dadurch bogenförmig. Ihre seitlichen Ränder können unterschiedlich stark wellig verlaufen und sich teilweise nach oben richten. Die meisten Blätter liegen flach oder niederliegend; die beschriebene Grundfarbe ist gleichmäßig gelblichgrün. Am Blattende sitzen gelegentlich 1 bis 2 Millimeter lange Spitzen. Die Erstbeschreibung deutet sie als verkümmerte Reste des Fallenblatts, nicht als kleine funktionsfähige Fallen.

Diese Maße sind die obere Angabe der Kultivarbeschreibung, kein Versprechen, dass jedes Blatt exakt diese Größe erreicht. Licht, Wachstumssaison, Alter, Topf und Kulturzustand können die Rosette und die Ausprägung ihrer Wellen beeinflussen. Der Name ‘Rose’ bezieht sich auf die blütenartige Anordnung und Form der Blattbasen; die Pflanze bildet dadurch keine Blütenblätter und gehört nicht zu den Rosengewächsen. Im Vergleich zu ‘GJ Aphrodite’ beschreibt die registrierte Rose breite, geflügelte und wellige Blattbasen, während Aphrodite-Händlertexte vor allem lange, schmale Blätter nennen. Mangels standardisierter Vergleichsmessungen bleibt diese Gegenüberstellung qualitativ; sie reicht nicht aus, um aus einem einzelnen Foto eine Abstammung oder Synonymie abzuleiten.

reference

Kultivarspezifische Merkmale und Abgrenzung

Das zentrale, in der Kultivardiagnose festgehaltene Merkmal von ‘Rose’ ist das Ausbleiben entwickelter Fangfallen. Die Pflanze bildet stattdessen die für sie typische niedrige, rosenartig gewellte Rosette aus breiten gelblichgrünen Blattbasen. Kleine Spitzen an den Blattenden sind nur rudimentäre Fallenreste. Die Kombination ist wichtiger als ein einzelnes welliges Blatt: Eine gewöhnliche Dionaea kann zeitweise ungewöhnliche Blätter bilden, ohne deshalb Rose zu sein. Als registrierter Klon wird Rose über vegetative Nachkommen erhalten; Sämlinge aus Samen sind genetisch neu kombiniert und dürfen nicht automatisch unter diesem Namen weitergeführt werden.

Die historische Formulierung, Rose sei einzigartig unter den Kultivaren ohne Fallen, muss im heutigen Vergleich präzisiert werden. Der ebenfalls registrierte Kultivar ‘ERROR’ entwickelt Fangfallen, deren schnelle Schließreaktion gestört ist; die Fallen sind vorhanden und können langsam schließen. Rose bildet dagegen keine normalen Fallenlappen, die Beute fangen und verdauen könnten. ‘GJ Aphrodite’ wird separat gehandelt und in den verfügbaren Beschreibungen mit längeren Blättern charakterisiert; eine Synonymie mit Rose ist nicht belegt. Deshalb werden weder die klonbezogenen Merkmale noch die Registrierung von Rose auf Aphrodite übertragen. Umgekehrt sind Händlerangaben zu ‘Rose’ nicht automatisch eine Diagnose der dort ebenfalls verkauften traplosen Kultivare.

ecology

Fangfunktion und ökologische Einordnung

Bei gewöhnlicher Dionaea sind die endständigen Fallen umgebildete Blätter, die Beute mechanisch wahrnehmen, zuschnappen und anschließend verdauen können. Bei ‘Rose’ fehlen solche ausgebildeten Fangorgane. Die kurzen Blattspitzen können die Pflanze daher nicht wie eine normale Venusfliegenfalle schließen lassen; aus der Rosettenform folgt keine besondere Beutefangstrategie. Die Pflanze bleibt trotzdem eine grüne, photosynthetisch aktive Dionaea mit Blättern und Wurzeln. Die allgemeine Fangbiologie der Art erklärt, welche Funktion Rose verloren hat, ist aber kein Versuchsergebnis an diesem speziellen Kultivar.

Studien zu Reizübertragung, Fallenverschluss und Nährstoffaufnahme wurden überwiegend an Pflanzen mit funktionsfähigen Fallen durchgeführt. Sie zeigen nicht, wie sich das Fehlen ausgebildeter Fallen auf den Nährstoffhaushalt von Rose auswirkt. Es gibt keine belastbare Rose-spezifische Untersuchung zu Wachstum, Stickstoffversorgung, Beutefang oder Verdauung. Deshalb lässt sich weder ein spezieller Nährstoffbedarf noch ein Vorteil durch Düngung ableiten. Für die Kultur bleiben Photosynthese, ein nährstoffarmes Wurzelmedium und mineralarmes Wasser maßgeblich. Insektenfütterung ist kein Ersatz für Licht und sachgerechte Kultur, und das Auslösen rudimentärer Spitzen ist weder ein Identitätstest noch eine sinnvolle Pflegehandlung.

ecology

Jahresrhythmus und Entwicklung

Als Dionaea muscipula folgt ‘Rose’ grundsätzlich dem saisonalen Rhythmus der temperierten Art. Während der Wachstumszeit bildet das Rhizom neue Blattbasen und erweitert die Rosette; in der kühleren Jahresphase verlangsamt sich das Wachstum. Die übliche Fallenbildung bleibt bei diesem Kultivar aus, doch die verfügbaren Quellen belegen nicht, ob die Breite, Welligkeit oder Farbe der Blattbasen zu bestimmten Jahreszeiten regelmäßig wechseln. Ein kleinerer oder weniger gewellter Neuaustrieb kann durch Entwicklungsstadium und Kulturbedingungen beeinflusst sein und sollte nicht sofort als anderer Klon interpretiert werden.

Die Kultivarregistrierung beschreibt Rose als kräftig und rasch wachsend, enthält aber keine kontrollierte Messreihe mit Pflanzen unterschiedlichen Alters oder unter einheitlichen Bedingungen. Diese Angabe ist als veröffentlichte Kultivarbeobachtung zu verstehen, nicht als garantierte Wachstumsrate. Ebenso wurde keine Rose-spezifische Studie zur Blüte oder zu einer verkürzten Ruhephase gefunden. Bei der Dokumentation helfen gleichbleibende Blickwinkel und saisonale Vergleichsfotos: Neben der Gesamtbreite der Rosette sollten neu gebildete Blattbasen und ihre endständigen Spitzen erfasst werden. So lässt sich eine natürliche Veränderung im Jahreslauf von einer möglichen Etikettverwechslung besser unterscheiden.

reproduction

Vermehrung und Erhaltung des Klons

Zur sortenechten Erhaltung empfiehlt die Registrierung Blatt- oder Rhizomstecklinge; auch die Teilung eines Rhizoms beziehungsweise geeigneter Seitensprosse erhält den Klon. Die Beschreibung bewertet diese Wege als praktikabel und nennt Rose kräftig wachsend. Das ist eine gärtnerische Einschätzung, keine vergleichende Vermehrungsstudie mit dokumentierten Erfolgsraten. Sauberes Werkzeug, ein geeignetes nährstoffarmes Medium und gleichmäßige Feuchte unterstützen die Bewurzelung. Bei jeder Teilung sollten Mutterpflanze, Teilstück und Datum eindeutig beschriftet bleiben, damit der registrierte Kultivarname nicht durch unklare Weitergabe vom Pflanzenmaterial getrennt wird.

Eine Blüte kann Samen hervorbringen, doch Sämlinge tragen eine neue genetische Kombination und sind nicht automatisch ‘Rose’. Die charakteristische traplose Rosette wird deshalb nicht durch Aussaat sortenecht erhalten. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zu ‘ERROR’: Dieser Kultivar ist ebenfalls ein registrierter Maier-Klon mit veränderter Fallenfunktion, aber seine Diagnose beschreibt vorhandene, nicht normal schnell schließende Fallen. Eine vegetative Tochterpflanze von Rose sollte ihre niedrige, breitblättrige Rosette und das Fehlen ausgewachsener Fallen behalten; Abweichungen werden zunächst beobachtet und mit Herkunft, Saison und Kulturzustand dokumentiert. Eine einzelne abweichende Blattspitze reicht nicht, um den Klon neu einzuordnen.

culture

Kultur: Licht, Wasser und Substrat

Für ‘Rose’ sind keine abweichenden Licht-, Temperatur- oder Wassergrenzen in einer eigenen Kulturstudie belegt. Als Kultivar der temperierten Art wird sie dem öffentlichen Standardprofil für Dionaea muscipula und der aktiven temperierten Kulturgruppe zugeordnet. Helles bis vollsonniges Licht, mineralarmes Wasser und ein saures, nährstoffarmes Substrat sind die Artgrundlage. Nach längerer dunkler Innenhaltung sollte direkte Sonne stufenweise eingeführt werden. Die fehlenden Fangfallen begründen weder Schattenhaltung noch eine dauerhaft feuchte Luft. Die in Händlerdatenblättern genannten Maximalhöhen und Kulturorte sind Verkaufsangaben und keine kontrollierten Messwerte für alle Rose-Pflanzen.

Während des aktiven Wachstums bleibt das Wurzelmedium gleichmäßig feucht; ein Untersetzer oder kontrollierter Anstau ist eine verbreitete Methode für Dionaea. Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser begrenzen die Anreicherung von Mineralien. Geeignet ist ein ungedüngtes Karnivorensubstrat, das Wasser hält und zugleich Luft an die Wurzeln lässt. Weil Rose keine entwickelten Fangfallen besitzt, kann sie Beute nicht auf die übliche Weise fangen und verdauen. Daraus folgt jedoch keine belegte Empfehlung, das Wurzelmedium zu düngen oder ersatzweise Nährstoffe zuzuführen. Für eine Abweichung von der etablierten Dionaea-Kultur fehlt ein spezifischer Versuchsnachweis.

culture

Winterruhe und Wasserversorgung

Die Green-Jaws-Produktseite führt eine Winterruhe für ‘GJ Rose’ ausdrücklich auf; auch die Kulturhinweise der Art sehen einen kühlen saisonalen Abschnitt vor. In Freiland- oder ungeheizter Gewächshauskultur sollte die Pflanze deshalb dem Jahreslauf der temperierten Dionaea folgen. Der Eintritt richtet sich nach Klima und tatsächlicher Witterung, nicht nach einem überall gültigen Stichtag. Das Substrat bleibt feucht, während die geringere Verdunstung im Winter berücksichtigt wird. Töpfe sind stärker durchfriertgefährdet als Pflanzen im Boden und sollten vor lang anhaltendem, vollständigem Durchfrieren des Wurzelballens geschützt werden.

Für Rose selbst sind weder eine besondere Mindestdauer noch eine eigene optimale Wintertemperatur veröffentlicht. Die fehlenden Fangfallen geben darüber keinen Aufschluss, denn Ruhephase und Fallenbildung sind verschiedene Merkmale. Maßgeblich bleibt die Kultur der temperierten Art, mit kühler Saison und ausreichendem Licht, wenn die Pflanze dauerhaft geschützt oder innen gehalten wird. Eine warme, lichtarme Überwinterung ist keine gleichwertige Abkürzung. In der Ruhephase werden vor allem Feuchtigkeit, Rhizomzustand und Schimmel kontrolliert; daraus entsteht kein fester Gießkalender. Saisonale Beobachtungen helfen, Veränderungen der Rosette richtig einzuordnen, ersetzen aber keine Angaben, die für diesen Kultivar nicht experimentell erhoben wurden.

practice

Praxisnotizen und Kontrollrhythmus

Bei jeder Sichtkontrolle werden mehrere Merkmale gemeinsam notiert: niedrige Rosette, breite geflügelte Blattbasen, bogenförmige Mittelrippe, variable Wellen am Rand und die kurzen endständigen Spitzen. Besonders wichtig ist, dass keine ausgewachsenen Fanglappen entstehen. Ein Maßstab neben der Pflanze erlaubt den Vergleich mit der registrierten Höchstangabe von 3,5 Zentimetern Blattbasis und den 1–2 Millimeter langen Spitzen; das sind Orientierungswerte, keine Pflichtmaße für jedes Blatt. Fotos von oben und von der Seite zeigen sowohl die rosenartige Anordnung als auch die nach unten gebogene Blattbasis.

Der Kontrollrhythmus beträgt 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage in der Winterruhe und 7 Tage für Sämlinge. Diese Intervalle sind Sichtkontrollen, keine Gießabstände. Im Wachstum werden Licht, Feuchte, Blattneubildung und mögliche Schädlinge geprüft; im Winter zusätzlich der Zustand des Rhizoms. Sämlinge werden nicht als Rose etikettiert, und Nachkommen aus Blatt- oder Rhizomstecklingen bekommen nachvollziehbare Herkunftsnotizen. Ein unerwartetes Fallenblatt sollte zunächst über mehrere Austriebe beobachtet werden. ‘ERROR’ besitzt echte Fallen, deren Schließreaktion beeinträchtigt ist; dieses Merkmal darf nicht mit Roses fehlenden Fallen verwechselt werden. So bleiben Kultivardiagnose, Pflegebefund und Einzelfall getrennt.

sources

Quellenangaben

Kultivarname, Registrierung und Vergleich

  • International Carnivorous Plant Society: CP Names – Dionaea ‘Rose’ und ‘ERROR’. Quelle
    Primärer Registereintrag mit Originalpublikation, Urheber, Herkunfts- und Registrierungsdaten, Maßangaben und Kultivarbeschreibung; enthält auch die abweichende Diagnose von ‘ERROR’.
  • Rice, B. (2014): Carnivorous plant cultivar names registered in 2013. Quelle
    Zeitgenössischer ICPS-Nachweis für die Registrierung von Dionaea ‘Rose’ M.Maier nach Bailey und McPherson (2013).
  • Green Jaws: Dionaea muscipula – GJ Rose (Produkt 104.000.088). Quelle
    Namens- und Handelsnachweis; nennt volle Sonne, Winterruhe und eine Wuchshöhe, bietet aber keine frei lizenzierte Abbildung.
  • Diflora: Dionaea muscipula ‘Rose’. Quelle
    Aktuelles Handelsangebot mit der kultivarspezifischen Beschreibung; die Diagnose stimmt weitgehend mit dem registrierten Standard überein und ist keine unabhängige Messstudie.
  • Carnivero: Venus Flytrap – Dionaea muscipula ‘GJ Rose’. Quelle
    Aktuelle Handelsbeschreibung als traplose, fransig-rosettige Auslese; Produktbilder sind nicht als frei lizenziert gekennzeichnet.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula GJ Rose. Quelle
    Zusätzliche Handelsbeschreibung als traplose Pflanze mit rosenähnlichen, fransigen Blättern; keine unabhängige Kultivarprüfung.
  • Peters Flytraps: Dionaea muscipula GJ Rose. Quelle
    Händlerbeobachtung zu niederliegendem Wuchs, welligen Blattbasen und gelblichgrüner Färbung; Aussagen zur Wüchsigkeit sind nicht standardisiert.
  • International Carnivorous Plant Society: CP Names database notes. Quelle
    Hinweise zu Registerumfang und Datenbank; ein Datenbankeintrag ist als Registerbeleg, nicht als aktuelle unabhängige Kulturstudie zu lesen.

Taxonomie, Areal und Naturschutz

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online – Dionaea muscipula. Quelle
    Akzeptierter Artname, Familie und natürliches Verbreitungsgebiet der Wildart.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle
    Botanischer Namensnachweis und Autorschaft des Artnamens.
  • Flora of North America: Dionaea muscipula. Quelle
    Floristische Quelle zu Morphologie und Vorkommen der Art.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap, Version 1.1. Quelle
    Behördliche Synthese zu Areal, Habitat, Hydrologie, Feuerökologie und Gefährdung.
  • NatureServe Explorer: Dionaea muscipula. Quelle
    Verbreitung und Schutzbewertung der Wildart, nicht des Kulturklons.
  • North Carolina Department of Agriculture: Protected Plant List. Quelle
    Amtliche Information zu geschützten einheimischen Pflanzen in North Carolina.
  • North Carolina Natural Heritage Program: Dionaea muscipula species account. Quelle
    Regionale botanische Angaben zu Vorkommen und Lebensräumen.

Ökologie, Fangfunktion und Nährstoffaufnahme

  • Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2): 193–218. Quelle
    Klassische Untersuchung zu Standortfaktoren und begrenztem Areal der Art.
  • Luken, J. O. et al. (2005): Dionaea muscipula establishment and response in mowed Carolina Bay rims. Restoration Ecology 13(4): 670–675. Quelle
    Feldstudie zu Vorkommen, Etablierung und Habitatmanagement.
  • Ellison, A. M. & Gotelli, N. J. (2009): Energetics and the evolution of carnivorous plants. Journal of Experimental Botany 60(1): 19–42. Quelle
    Übersicht zu Kosten und Nutzen des Beutefangs, nicht zu Rose.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295. Quelle
    Experiment zu Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme bei funktionellen Fallen der Art.
  • Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224. Quelle
    Zelluläre Calcium-Signale beim Fallenverschluss; kein Versuch an Rose.
  • Schulze, W. X. et al. (2012): The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap. Molecular & Cellular Proteomics 11(11): 1306–1319. Quelle
    Untersucht die Verdauungsflüssigkeit gewöhnlicher Dionaea-Fallen.
  • Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. New Phytologist 205(3): 1320–1329. Quelle
    Untersucht Wurzel- und Beuteaufnahme bei der Art; kein Rose-spezifischer Ernährungsversuch.
  • Durak, G. M. et al. (2022): Shapeshifting in the Venus flytrap: Morphological and biomechanical adaptations. Frontiers in Plant Science 13. Quelle
    Übersicht zu Fallenform und Fangbiomechanik gewöhnlicher Dionaea.

Kultur, Winterruhe und Vermehrung

  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle
    Fachgesellschaftliche Pflegeanleitung zu Licht, Wasser, Substrat und saisonaler Ruhe.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula grow sheet. Quelle
    Kompakte Kulturanleitung zu den Grundansprüchen der Art.
  • North Carolina Cooperative Extension: Venus Flytrap Dormancy. Quelle
    Erläutert saisonale Ruhe im Freiland und kontrollierte Innenkultur.
  • North Carolina State Extension Gardener Plant Toolbox: Dionaea muscipula. Quelle
    Regionaler Gartenbauhinweis zu Licht, Feuchte, Vermehrung und Artansprüchen.
  • United States Botanic Garden: Cultivating Carnivorous Plants. Quelle
    Botanischer Gartenüberblick zu artgerechter Kultur und Ruhephasen.
  • RHS: How to grow carnivorous plants. Quelle
    Gartenbauanleitung zu mineralarmem Wasser, Substrat und saisonaler Pflege.
  • Booman, J. L. (1999): Propagation of Four American Carnivorous Plant Genera. International Plant Propagators’ Society Combined Proceedings 48: 689–690. Quelle
    Fachbeitrag zu Samen, Rhizomteilung, Blattabschnitten und In-vitro-Vermehrung bei Dionaea.

Quellenbewertung und Bildrechte

Die kultivarspezifischen Merkmale folgen der registrierten Beschreibung von Bailey und McPherson (2013), die im ICPS-Datensatz als Standard geführt wird. Händlerangebote belegen den gegenwärtigen Handelsnamen GJ Rose und wiederholen Teile der Beschreibung, sind aber keine unabhängigen Vergleichsstudien. Die Abgrenzung zu ‘ERROR’ stützt sich auf dessen separate ICPS-Diagnose: Dort sind Fallen vorhanden, ihre schnelle Schließfunktion ist gestört; Rose bildet keine ausgewachsenen Fangfallen. Die getrennte Bezeichnung von GJ Aphrodite wird nicht als nachgewiesene Abstammung oder genetische Analyse dargestellt. Artbiologie und Kultur beruhen auf botanischen Referenzen, Behörden, Fachgesellschaften und Forschung an gewöhnlicher Dionaea, nicht auf Rose-spezifischen Versuchen. Ein eigenes passendes lokales Bild oder eine überprüfte freie Lizenz wurde nicht gefunden; fremde Händlerbilder wurden nicht übernommen und alle vier Bildfelder bleiben leer.

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Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Rose', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-rose/