Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'GJ Red Pluto II'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Als kultivierter Handelsname geführt; genaue Auslese, Ausleser, Selektionsjahr und Elternpflanzen sind nicht verlässlich dokumentiert. Die Nordamerika-Angabe eines Produktkatalogs bezeichnet die Wildart und belegt nicht den Ursprung dieses Klons.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘GJ Red Pluto II’ ist ein kultivierter Klon der Venusfliegenfalle. Sein botanischer Artname bleibt Dionaea muscipula; der Handelsname bezeichnet eine gärtnerische Auswahl und begründet weder eine eigene Art noch eine Unterart. Wie andere Vertreter der Art wächst die Pflanze aus einem kurzen unterirdischen Rhizom und bildet eine bodennahe Rosette aus Fangblättern. Jedes Blatt verbindet einen flächigen Blattstiel mit einer zweilappigen Endfalle, deren Mittelrippe als Gelenk wirkt. Die beweglichen Lappen tragen innen empfindliche Reizhaare, sekretorische Drüsen und am Rand längliche Cilien.

Der Name „Red Pluto II“ deutet auf Farbe und Namensverwandtschaft, ersetzt aber keine botanische Beschreibung. In der verfügbaren Bilddokumentation fällt die rote bis purpurrote Innenfläche mehrerer Fallen auf; zugleich unterscheiden sich einzelne Blätter in Helligkeit und Randfärbung. Eine detaillierte Erstbeschreibung mit definierten Messmerkmalen liegt für diesen Handelsnamen nicht vor. Daher wird die Pflanze hier als benannte Dionaea-Auswahl mit vorsichtig beschriebenem Erscheinungsbild geführt, nicht als nachgewiesen stabil abgegrenzte botanische Sippe. Die grundlegenden Blatt-, Fallen- und Wurzelmerkmale folgen der Art; eine besondere Anatomie ist für diesen Klon nicht dokumentiert.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Art gehört zu den Droseraceae und ist die einzige anerkannte Art der Gattung Dionaea. „J.Ellis“ ist die botanische Autorenangabe des Artnamens, nicht der Urheber des Klons. ‘GJ Red Pluto II’ ist eine gärtnerische Handelsbezeichnung; sie ist keine botanische Rangstufe und enthält keine veröffentlichte Kreuzungsformel. Aus dem Zusatz „GJ“ lässt sich ohne dokumentierte Zuchtangabe weder ein bestimmter Ausleser noch eine Elternschaft ableiten.

Die Namensähnlichkeit erfordert besondere Sorgfalt: Der eigenständige Kultivarname ‘Red Pluto’ ist mit M. Maier dokumentiert. Diese Nennung ist kein Nachweis dafür, dass ‘GJ Red Pluto II’ derselbe Klon, ein Nachkomme oder eine Weiterentwicklung davon ist. Auch Verkaufslisten oder ähnliche Bezeichnungen belegen für sich keine formale Registrierung. ‘GJ Red Pluto II’, ‘GJ Red Pluto’ und ‘Red Pluto’ werden deshalb im Codex getrennt gehalten; eine genetische oder nomenklatorische Beziehung bleibt offen, solange keine belastbare Herkunfts- oder Züchterdokumentation vorliegt. Ein äußerlicher Vergleich ersetzt keine dokumentierte Herkunftskette.

ecology

Standort und Verbreitung

Für ‘GJ Red Pluto II’ ist kein natürlicher Fundort bekannt. Es handelt sich um eine Kulturpflanze; die Nordamerika-Angabe auf dem Produktdatensatz beschreibt lediglich die Heimat der Art. Sie darf nicht als Herkunftsort dieser konkreten Auslese oder als Nachweis einer Wildsammlung gelesen werden. Züchter, Selektionsort, Entstehungsjahr und Elternpflanzen sind nicht unabhängig dokumentiert. Eine lokale Herkunft innerhalb der Carolinas lässt sich aus dem Namen „Pluto“ ebenfalls nicht herleiten.

Die Wildart Dionaea muscipula ist endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten. Sie besiedelt offene, feuchte und nährstoffarme Lebensräume, darunter langblättrige Kiefern-Savannen, feuchte Senken und Sickerstellen. Sandige bis organisch geprägte Böden, saure Bedingungen, zeitweise hoher Wasserstand und viel Licht prägen die Standorte; kleinräumige Unterschiede in Überflutung, Substrat und Vegetation sind dabei wichtig. Wiederkehrendes Feuer hält die Konkurrenz und Beschattung niedrig. Habitatverlust, Entwicklung und die Unterdrückung natürlicher Feuer bedrohen Bestände. Diese Ökologie begründet die Grundkultur der Art, liefert aber keine kultivarspezifische Standort- oder Herkunftsdiagnose für ‘GJ Red Pluto II’.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die Venusfliegenfalle verbindet Photosynthese mit dem Fang kleiner Tiere. Ihre natürlichen Böden sind nährstoffarm, während Wasser und Licht in offenen Feuchtstandorten reichlich verfügbar sein können. Beute liefert zusätzliche mineralische Nährstoffe, besonders Stickstoff und Phosphor; sie ist jedoch nicht die einzige Nährstoffquelle. Experimente zeigen, dass die Wurzeln weiterhin erhebliche Mengen an Stickstoff aufnehmen können. Karnivorie ergänzt also die Ernährung einer grünen Pflanze, sie ersetzt weder Wurzeln noch Photosynthese. Die Fallen sind zugleich kostspielige Blätter, weshalb ein Fangmechanismus nicht bei jeder zufälligen Berührung dauerhaft geschlossen bleiben sollte.

Auch die Blüten- und Fangfunktion liegen räumlich auseinander: Der Blütenstand wächst über der Rosette, und Feldbeobachtungen zeigen, dass Bestäuber nur selten in Fallen geraten. Die Fangblätter reagieren auf mechanische Reize, verarbeiten diese zeitlich und schließen nicht bei jeder Bewegung eines Regentropfens oder eines leblosen Partikels. Für ‘GJ Red Pluto II’ sind keine besonderen Ernährungsstrategien, Beutepräferenzen, Wurzelleistungen oder ökologischen Anpassungen nachgewiesen. Die roten Fallen und langen Randcilien in den verfügbaren Darstellungen sind sichtbare Gestaltmerkmale; sie belegen weder eine höhere Fangrate noch eine verbesserte Anpassung an bestimmte Standorte.

morphology

Morphologie

Die Art bildet eine Rosette aus wechselständigen Blättern, die aus einem kurzen Rhizom hervorgehen. Der Blattstiel ist flach und verbreitert; an seinem Ende sitzen die beiden beweglichen Fallenlappen. Eine Mittelrippe verbindet sie als Scharnier. Auf der Innenseite liegen mehrere Reizhaare und Verdauungsdrüsen, am Rand eine Reihe länglicher Cilien. Nach dem Schließen greifen diese Randfortsätze ineinander und begrenzen die Öffnung. Sie sind biegsame Blatteile, keine harten Zähne. Im Frühjahr und Sommer entstehen gewöhnlich kräftigere Blätter als während der jahreszeitlichen Ruhe. Ausgewachsene Pflanzen bilden außerdem einen aufrechten Blütenstand mit kleinen weißen Blüten.

Die Fallenfarbe der Art reicht je nach Genotyp, Licht, Blattalter und Entwicklungsphase von überwiegend grün bis zu deutlich rot gefärbten Innenflächen. Auch Rosettengröße, Blattstellung, Cilienlänge und Fallenproportionen variieren unter Kultivaren und Kulturbedingungen. Die Bilddokumentation von ‘GJ Red Pluto II’ zeigt zwar wiederholt rote Fallen, doch eine standardisierte Messreihe oder eine botanisch ausgearbeitete Diagnose fehlt. Konkrete Fallenlängen, Rosettendurchmesser oder ein festes Verhältnis zwischen Blattstiel und Falle wären deshalb Scheingenauigkeit. Eine belastbare Beschreibung sollte mehrere reife Blätter betrachten und junge, alte oder ruhende Fallen nicht ungeprüft mit voll entwickelten Sommerfallen vergleichen.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

In den verfügbaren Darstellungen von ‘GJ Red Pluto II’ erscheinen die Innenflächen reifer Fallen kräftig rot bis purpurrot. Die Randcilien wirken lang, schmal und häufig rötlich pigmentiert; sie ragen deutlich über den Fallenrand hinaus. Gleichzeitig sind innerhalb der gezeigten Pflanzen hellere, teils rosafarbene Innenflächen sowie gelblich grüne Außenbereiche zu sehen. Das spricht für sichtbare Variation zwischen Blättern, nicht für ein überall gleiches Farbfeld. Licht, Alter der Falle, Jahreszeit und Aufnahmebedingungen beeinflussen den Eindruck. Da keine veröffentlichte Beschreibung, Farbkarte oder Messreihe vorliegt, gelten die genannten Merkmale als vorsichtige Bildbeobachtung und nicht als verbindliche, dauerhaft stabile Diagnose. Verlässliche Angaben zu Wuchsgröße, Fallenmaßen und Blattstellung fehlen.

Der Vergleich mit ‘Red Pluto’ ist wichtig, darf aber keine Merkmale vermischen. Der registrierte Kultivar ‘Red Pluto’ wird in seiner Beschreibung als rotbraun gefärbt charakterisiert; dort werden Blattstiele bis etwa fünf Zentimeter, Fallen um 3,2 Zentimeter und gelegentlich teilweise verwachsene distale Lappenenden genannt. Diese Daten gelten für ‘Red Pluto’, nicht automatisch für ‘GJ Red Pluto II’. Auf den verfügbaren Bildern von ‘GJ Red Pluto II’ lässt sich eine solche partielle Fusion nicht als konstantes Merkmal belegen. Namensähnlichkeit und ähnliche Rotfärbung beweisen weder Synonymie noch Abstammung. Eine belastbare Abgrenzung müsste an nachvollziehbar vegetativ vermehrten Pflanzen über mehrere Wachstumsphasen dokumentiert werden.

ecology

Fangstrategie

Die Fallen der Venusfliegenfalle sind aktive Klappfallen. Werden die Reizhaare innerhalb eines kurzen Zeitfensters wiederholt mechanisch stimuliert, lösen elektrische und biochemische Prozesse den schnellen Wechsel der Lappenkrümmung aus. Die Falle klappt zu; die Randcilien greifen ineinander und halten kleinere Beute zunächst im Inneren. Weitere Reize durch ein lebendes Beutetier fördern den Übergang zur dichteren Abdichtung und Verdauungsphase. Enzyme zerlegen organisches Material, und die Drüsen nehmen gelöste Nährstoffe auf. Die Falle öffnet später wieder, sofern sie funktionsfähig bleibt. Ein einzelnes Fangblatt kann mehrere Male reagieren, altert aber und wird schließlich ersetzt.

Beim schnellen Verschluss erweichen die äußeren Zellwände sehr rasch und geben gespeicherte elastische Energie frei. Das beschreibt den bekannten Mechanismus der Art, keinen besonderen Mechanismus von ‘GJ Red Pluto II’. Für diesen Klon gibt es keine Daten zu abweichender Reizschwelle, Verschlussgeschwindigkeit, Verdauungsdauer, Beutegröße oder Nährstoffaufnahme. Die langen Randcilien und rote Innenfärbung verändern die sichtbare Silhouette, belegen aber keine bessere Beutefang-Leistung. Fallen sollten daher nicht wiederholt ohne Beute ausgelöst und nicht mit zu großen Futtertieren überlastet werden.

reproduction

Reproduktion

Wie andere Venusfliegenfallen kann ‘GJ Red Pluto II’ einen Blütenstand bilden und nach Bestäubung Samen ansetzen. Samen sind genetisch neu kombinierte Nachkommen und erhalten die konkrete Kombination aus roter Fallenfärbung und langen Randcilien nicht zuverlässig. Ein Sämling ist daher nicht automatisch derselbe Kultivar, auch wenn einzelne Fallen ähnlich aussehen. Wer den benannten Klon erhalten will, muss die vegetative Abstammung dokumentieren. Bei Dionaea kommen dafür Rhizomteilung und geeignete Blattstecklinge in Betracht. Jede Teilpflanze sollte mit dem Namen der Mutterpflanze und dem Vermehrungsdatum etikettiert werden.

Bei frisch geteilten Pflanzen sind zunächst kleinere Blätter, eine geringere Zahl reifer Fallen und eine blassere Färbung möglich, während Wurzeln und neue Wachstumspunkte entstehen. Solche Übergangszustände sind kein zuverlässiges Gegenargument gegen die Identität des Klons. Umgekehrt belegt eine einzelne rote Falle an einem Sämling keine Sortenechtheit. Für ‘GJ Red Pluto II’ sind weder besondere Blütenmerkmale noch eine spezifische Samenbiologie oder dokumentierte Elternpflanzen bekannt. Ob der Name eine einzelne vegetativ stabil erhaltene Auslese bezeichnet und wie sie ursprünglich selektiert wurde, bleibt mangels nachvollziehbarer Zuchtgeschichte offen. Bestandsführung sollte deshalb Herkunftskette und beobachtete Merkmale getrennt erfassen.

culture

Kultur-Fazit

Für ‘GJ Red Pluto II’ sind keine abweichenden Kulturansprüche belegt. Maßgeblich ist daher das verknüpfte Profil für die temperierte Venusfliegenfalle: sehr hell bis sonnig, mit mineralarmem Wasser und dauerhaft feuchtem, saurem, nährstoffarmem Wurzelmedium. Nach dunkler Innenhaltung muss direkte Sonne schrittweise eingeführt werden. Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser verhindert die Anreicherung problematischer Mineralien. In geeigneten Töpfen kann während des aktiven Wachstums von unten bewässert werden; das Medium soll Feuchtigkeit speichern, aber nicht dauerhaft verdichtet und sauerstoffarm sein. Gedüngte Blumenerde und kalkhaltige Zusätze sind ungeeignet.

In saisonaler Freiland- oder ungeheizter Gewächshauskultur folgt die Pflanze dem Jahresgang ihrer temperierten Art und bildet während der Ruhe meist kleinere Blätter. Ein heller, kühler Ruheabschnitt gehört zur üblichen Außenkultur; die lokale Topfgröße und Witterung beeinflussen den Frostschutz. Eine gezielte, stark beleuchtete Innenkultur kann anders geführt werden, daher wird im öffentlichen Kulturprofil die Winterruhe als optional vermerkt. Für diesen Klon sind keine eigenen Mindesttemperaturen, Ruhewochen, Luftfeuchtewerte oder festen Anstauhöhen abgesichert; solche Zahlen bleiben leer und werden nicht aus Verkaufsangaben abgeleitet. Sichtkontrollen sind im Profil mit 14 Tagen für Wachstum, 30 Tagen für Ruhe und 7 Tagen für Sämlinge hinterlegt.

culture

Substrat-Ökologie

Die Wurzeln der Wildart wachsen in sauren, nährstoffarmen und feuchten Böden. Ein Kulturmedium muss Wasser verfügbar halten und darf gleichzeitig den Luftaustausch im Wurzelbereich nicht dauerhaft unterbinden. Ungedüngter, saurer Torf, geeignetes langfaseriges Sphagnum oder sorgfältig abgestimmte mineralische und organische Komponenten können je nach Kulturweise funktionieren. Entscheidend sind geringe Mineral- und Nährstoffbelastung, stabile Feuchte und ausreichende Poren. Normale Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zuschläge können Salz- und Nährstoffgehalte erhöhen und die saure Reaktion verändern. Mischungen sollten daher nach ihren Eigenschaften und nicht allein nach einem Produktnamen beurteilt werden.

Für ‘GJ Red Pluto II’ ist kein spezielles Substrat, pH-Ziel oder eigener Wasserstand dokumentiert. Die rote Farbe und die langen Randcilien geben keinen Hinweis auf einen besonderen Wurzelbedarf. Bei Anstaubewässerung hängt die passende Wassermenge von Gefäß, Medium, Temperatur und Verdunstung ab; ein pauschaler Wasserstand für jede Pflanze ist nicht begründet. Während aktiven Wachstums wird gleichmäßige Feuchte benötigt. In der Winterruhe sinkt gewöhnlich der Wasserverbrauch, doch der Wurzelballen darf nicht austrocknen. Ein lockeres Medium und ein angepasstes saisonales Wassermanagement sind wichtiger als ein starres Rezept.

practice

Praxisnotizen

Beurteile den Klon anhand mehrerer voll entwickelter Fallen und protokolliere die Pflanzenphase dazu. Sinnvolle Beobachtungsmerkmale sind Innenfarbe, Pigmentierung der Randcilien, Außenrand, Blattstiel und Blattstellung. Fotografien sollten immer dieselbe Beleuchtung und möglichst einen Größenmaßstab verwenden; andernfalls können Rot- und Purpurtöne stark unterschiedlich wirken. Junge Fallen, Winterblätter und frisch geteilte Pflanzen sind nicht direkt mit kräftigen Sommerfallen vergleichbar. Ein einzelner Farbwechsel oder eine einzelne ungewöhnliche Falle reicht nicht, um den Kultivar zu identifizieren. Für Fallenmaße liegt derzeit keine verlässliche, wiederholte Messreihe vor.

Führe ‘GJ Red Pluto II’ mit einem eigenen Etikett und dokumentierter vegetativer Herkunft. Halte ‘GJ Red Pluto’ und den registrierten Kultivar ‘Red Pluto’ getrennt, bis eine nachvollziehbare Herkunft eine Verbindung belegt. Die sichtbaren Aufnahmen dieses Namens sind keine Lizenz für ihre Wiederveröffentlichung; aktuell liegt weder ein passendes eigenes Foto noch ein exakt zuordenbares, kommerziell frei lizenziertes Bild vor. Deshalb bleibt der Bildbereich leer. Für die Pflege gelten die Sichtkontrollen des verknüpften Profils: alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das sind Prüfintervalle für Zustand und Entwicklung, keine Termine zum Gießen oder Auslösen der Fallen.

sources

Quellenangaben

Name, Register und visuelle Dokumentation

  • Green Jaws: Produktdatensatz „Dionaea muscipula – GJ Red Pluto II“, Artikelnummer 104.000.087. Belegt die aktuell verwendete Handelsbezeichnung; die übrigen Angaben sind allgemeine Art- und Kulturangaben, keine Klondiagnose. Produktseite.
  • International Carnivorous Plant Society (2014): „Cultivar names registered in 2013“, Carnivorous Plant Newsletter 43(1): 31–32. Listet ‘Red Pluto’ mit M. Maier und verweist auf die separate Beschreibung in der Monografie; die historische Liste ist kein Beleg gegen eine spätere Registrierung eines anderen Namens. Register-PDF.
  • Kotleba, J. M. (2015): ‘Purple Haze’, samt Vergleich der Merkmale von ‘Red Pluto’, Carnivorous Plant Newsletter 44(1): 32–38. Der Text nennt für den beschriebenen Kultivar rotbraune Farbe, Blattstiele bis 5 cm, Fallen um 3,2 cm und gelegentlich teilweise fusionierte distale Fallenenden. Diese Merkmale dienen ausschließlich zur Abgrenzung von ‘GJ Red Pluto II’. Artikel-PDF.
  • International Carnivorous Plant Society, Carnivorous Plant Photo Finder: archivierter Eintrag „Dionaea ‘GJ Red Pluto II’“, mit drei 2015 eingestellten Ansichten, aktualisiert am 16.07.2016. Nur als visuelle Dokumentation der im Eintrag benannten Pflanze zur vorsichtigen Merkmalsbeobachtung verwendet; keine Lizenz zur Wiederverwendung festgestellt, daher keine Bilder übernommen. Fotoarchiv-Eintrag.

Taxonomie, Verbreitung und Standortökologie

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Name, botanische Autorschaft und taxonomische Stellung. Kew-Taxoneintrag.
  • North Carolina Flora: Artkonto Dionaea muscipula. Botanische Angaben und regionale Verbreitung. Florenkonto.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap (Dionaea muscipula), Version 1.1. Zusammenstellung zu Vorkommen, langblättrigen Kiefern-Standorten, Feuerökologie, Hydrologie und Gefährdungsfaktoren. Artkonto und Bewertungsunterlagen.
  • Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): “Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism.” Ecological Monographs 28(2): 193–218. Klassische Untersuchung von Standortbedingungen und Faktoren der engen Verbreitung. DOI.

Physiologie und Kultur

  • Kreuzwieser, J. et al. (2014): “The Venus flytrap attracts insects by the release of volatile organic compounds.” Journal of Experimental Botany 65(2): 755–766. DOI.
  • Gao, P. et al. (2015): “Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula.” New Phytologist 205(3): 1320–1329. DOI.
  • Böhm, J. et al. (2016): “The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake.” Current Biology 26(3): 286–295. DOI.
  • Schulze, W. X. et al. (2012): “The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap Sheds Light on Prey Digestion Mechanisms.” Molecular & Cellular Proteomics 11(11): 1306–1319. DOI.
  • Suda, H. et al. (2020): “Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap.” Nature Plants 6: 1219–1224. DOI.
  • Youngsteadt, E. et al. (2018): “Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators.” The American Naturalist 191(4): 539–546. DOI.
  • Ryu, J. et al. (2026): “Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure.” Science 392(6803): 1183–1187. Neue biomechanische Untersuchung des raschen Fallenverschlusses auf Art-Ebene; sie belegt keine besondere Mechanik von ‘GJ Red Pluto II’. DOI.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Kulturhinweise zu Licht, mineralarmem Wasser, Feuchte und saisonaler Ruhe; als gärtnerische Ergänzung, nicht als Kultivardiagnose. Kulturleitfaden.

Die Klonmerkmale werden zurückhaltend aus der sichtbaren, historisch beschrifteten Bilddokumentation abgeleitet. Sie ersetzen keine formale Beschreibung und belegen keine durchgehend stabile Ausprägung. Artökologie und Pflege beruhen auf botanischer Fachliteratur, behördlichen Bestandsbewertungen, Primärstudien und einem spezialisierten Kulturleitfaden. Händlerangaben werden nur als Namensnachweis verwendet. Ein Bild wurde nicht veröffentlicht, weil für die exakt zuordenbaren Fremdaufnahmen keine geeignete kommerzielle Lizenz festgestellt wurde.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Red Pluto II', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-red-pluto-ii/