Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'GJ Nosferatu'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Selektion aus dem Green-Jaws-Sortiment. Individueller Züchter, Elternschaft und Wildfundort sind nicht ausreichend belegt.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘GJ Nosferatu’ ist eine gärtnerisch benannte Selektion der Venusfliegenfalle. Botanisch gehört sie zur ausdauernden Art Dionaea muscipula aus der Familie Droseraceae; ein eigener Art- oder Unterartrang ist für diesen Namen nicht begründet. Wie andere Venusfliegenfallen entwickelt die Pflanze aus einem kurzen Rhizom eine bodennahe Rosette. Ihre Blätter tragen am Ende eine aus zwei beweglichen Lappen gebildete Fangfläche. Die Randfortsätze und die Reizhaare gehören zum Grundbauplan der Art. Der Zusatz „GJ“ wird im Handel als Bezug zum Green-Jaws-Sortiment verwendet. Über eine Kreuzung, die Elternpflanzen oder die Auswahlgeneration ist keine belastbare veröffentlichte Dokumentation verfügbar.

Die wiederkehrende gärtnerische Beschreibung hebt eine eher aufrechte Blattstellung, deutlich schalenartig vertiefte Fallen und markant reliefierte, teils als gekerbt oder gewellt beschriebene Randzähne hervor. Händlertexte nennen außerdem eine rote Innenfläche, deren Färbung sich zu den Rändern hin verdichten kann; eine Verkaufsbeschreibung berichtet bei starkem Licht im Herbst von sehr dunkler, fast schwarzer Wirkung. Das sind qualitative Merkmalsberichte, keine standardisierte Kultivar-Diagnose: Vergleichsmessungen, kontrollierte Fotoserien und ein veröffentlichter Standard wurden nicht gefunden. Die Erscheinung einer einzelnen Falle beweist daher weder die Klonidentität noch eine bestimmte Abstammung. Für eine Zuordnung sollten mehrere ausgewachsene Fallen und der Blattwuchs über verschiedene Entwicklungsphasen betrachtet werden.

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Taxonomie und Namensgebrauch

Der akzeptierte botanische Name der Grundart lautet Dionaea muscipula J.Ellis. „GJ Nosferatu“ ist ein gärtnerischer Bezeichner innerhalb dieser Art. Er verändert weder den wissenschaftlichen Namen noch begründet er eine botanische Varietät. Das Präfix GJ dient in Händlerkatalogen zur Zuordnung zum Green-Jaws-Sortiment, ist aber für sich kein Nachweis einer formal registrierten Kultivarbezeichnung oder eines veröffentlichten Standards. Im Eintrag wird deshalb der Artname mit dem verwendeten Klonnamen getrennt geführt; J.Ellis bleibt die botanische Autorenangabe für die Art und wird nicht als Züchter des Klons missverstanden.

Die eingesehene ICPS-Liste registrierter Dionaea-Kultivare führt 130 Namen und beschreibt ausdrücklich den Stand vor Oktober 2020. Dort findet sich kein exakter Treffer für „Nosferatu“. Diese begrenzte Feststellung belegt nicht, dass der Name nie in einer späteren Ausgabe des Carnivorous Plant Newsletter veröffentlicht oder außerhalb dieses Registers verwendet wurde; eine vollständige spätere Registerklärung liegt hier nicht vor. Auch die genaue Person hinter der Selektion, eine Elternschaft und ein Ursprungsjahr bleiben offen. Ein ähnlicher Handelsname oder die bloße Vermutung einer Zugehörigkeit zu einer anderen Klonfamilie reicht nicht, um Synonymie, Hybridstatus oder Abstammung anzunehmen.

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Standort und Verbreitung

Das natürliche Areal der Grundart liegt in der Küstenebene des östlichen North Carolina und des östlichen South Carolina. Botanische Floren beschreiben feuchte, saure und nährstoffarme Sand- und Torfböden, Sphagnum-Matten sowie offene Kiefern-Savannen und Übergänge zu Pocosin-Lebensräumen. Viele Bestände sind kleinräumig an Stellen gebunden, an denen Wasserhaushalt, offene Vegetation und Licht gemeinsam passen. Die Wildverbreitung der Art ist eng begrenzt und wurde durch Entwässerung, Bebauung und Änderungen der Feuerpflege beeinträchtigt. Diese Angaben beschreiben die Art und ihre natürlichen Populationen, nicht den Fundort des hier behandelten Klons.

„GJ Nosferatu“ wird als gärtnerische Selektion aus einem europäischen Sortimentszusammenhang gehandelt; ein dokumentierter Wildfund, eine konkrete Population oder eine regionale Form wurde nicht angegeben. Die Naturhabitatbeschreibung darf deshalb nicht als Herkunftsnachweis für diese Pflanze gelesen werden. In Kultur kann derselbe benannte Klon an sehr unterschiedlichen Standorten stehen, ohne dass dadurch sein natürlicher Ursprung bekannt würde. Für Artenschutz und Bestandsführung ist diese Trennung wichtig: Ein Handelsname belegt keine legale oder illegale Entnahme und rechtfertigt keine Annahme über eine Wildherkunft. Die Art ist in North und South Carolina Gegenstand von Schutz- und Managementmaßnahmen; kultivierte Pflanzen sollten aus nachvollziehbarer Vermehrung stammen.

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Ökologische Anpassungen

Die Grundart besiedelt offene Standorte mit wenig verfügbaren Mineralstoffen im Boden. Ihre Fangblätter ergänzen die Nährstoffaufnahme aus dem Wurzelraum: Beute wird durch Reize erfasst, eingeschlossen und enzymatisch verdaut. Der Nutzen des Fangs ist damit in die Ökologie eines nährstoffarmen Habitats eingebettet. Die Venusfliegenfalle wächst nicht als Wasserpflanze, sondern in dauerhaft feuchten bis zeitweise nassen Böden, in denen die Rosette dennoch belichtet bleibt. Konkurrenz durch höhere Vegetation kann die Art beschatten; in natürlichen Lebensräumen beeinflusst das Störungs- und Feuerregime, wie offen geeignete Flächen bleiben.

Für „GJ Nosferatu“ ist keine eigenständige ökologische Anpassung nachgewiesen. Aufrechtere Blätter, eine vertiefte Fallenfläche oder stärker modellierte Randzähne sind zunächst gärtnerisch beschriebene Formmerkmale; aus ihnen folgt weder ein anderer Nährstoffbedarf noch eine besondere Trockenheits-, Überflutungs- oder Lichttoleranz. Auch dunklere Fallenfarbe beweist keine zusätzliche Anpassung an den Naturstandort. Die verfügbaren Beschreibungen vergleichen keine Pflanzen in kontrollierten Umweltbedingungen. Praktisch ist daher die Ökologie der Art maßgeblich: viel Licht, ein nährstoffarmes und saures Wurzelmedium sowie verlässliche Feuchtigkeit. Abweichungen sollten erst dann als klonspezifische Kulturansprüche gelten, wenn sie wiederholt am authentischen Klon dokumentiert und mit geeigneten Vergleichspflanzen geprüft wurden.

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Morphologie

Eine Venusfliegenfalle bildet grundständige Blätter mit einem flachen Blattstiel und einer endständigen Fanglamina. Diese besteht aus zwei Lappen, die entlang einer Mittelrippe verbunden sind. Jeder Lappen besitzt auf der Innenseite gewöhnlich drei empfindliche Triggerhaare; entlang des Randes sitzen längliche, borstenartige Cilien. Botanische Beschreibungen dokumentieren, dass Blattstiele und Fallen je nach Pflanze und Bedingungen unterschiedlich lang sein und die Innenfläche von grünlich bis rot gefärbt sein kann. Die Art bildet außerdem weiße Blüten an einem über die Rosette ragenden Schaft. Diese Merkmale sind der morphologische Bezugsrahmen, vor dem die Besonderheiten des benannten Klons einzuordnen sind.

Bei „GJ Nosferatu“ nennen mehrere gärtnerische Angebote einen aufrechten Wuchs und eine auffällig konkave beziehungsweise schalenartige Form der offenen Fallen. Die Zähne werden als ungewöhnlich, stark reliefiert, gekerbt oder wellig charakterisiert. Solche Wörter beschreiben den visuellen Eindruck; sie ersetzen weder eine mikroskopische Untersuchung noch eine festgelegte Zahnzählung oder Messung. Es liegen keine verlässlichen Größenbereiche für Blattstiele, Fallenlänge, Zahnlänge oder Rosettendurchmesser vor. Die verfügbare Green-Jaws-Seite nennt lediglich eine allgemeine Verkaufshöhe bis 20 Zentimeter, ohne eine Messmethode oder klonspezifische Vergleichsserie anzugeben. Diese Zahl wird daher nicht als stabiler Diagnosewert übernommen. Einzelne ältere oder beschädigte Fallen sind für die Merkmalsbestimmung ungeeignet.

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Kultivarspezifische Merkmale

Im Vergleich zur variablen Standardform werden für „GJ Nosferatu“ drei wiederkehrende Merkmalsgruppen beschrieben: eher aufgerichtete Blattstiele, eine deutlich vertiefte Innenfläche der geöffneten Fanglappen und eine besonders strukturierte Randbezahnung. Diflora und Jeremiah’s Plants heben die Wuchsrichtung und Fallenvertiefung hervor; die Bezeichnung der Zahnform als stark gekerbt oder geschuppt findet sich auch in einem weiteren Handelsangebot. Mehrere Texte ähneln sich in Wortwahl und können voneinander abgeschrieben sein. Sie sind daher keine unabhängigen Bestätigungen. Die Aussagekraft ist am größten für das wiederkehrende Erscheinungsbild, geringer für die Häufigkeit einzelner Merkmale und nicht ausreichend für einen verbindlichen Kultivarstandard.

Zur Färbung nennen die Beschreibungen überwiegend eine dunkle Rotfärbung der Falleninnenseite, oft mit stärkerer Ausprägung zum Rand. Ein Anbieter beschreibt eine beinahe schwarze Wirkung im Herbst unter reichlich Licht. Bei Dionaea muscipula hängt Rotfärbung jedoch auch bei der Grundart von genetischer Ausstattung, Licht und Entwicklungszustand ab; deshalb ist „schwarz“ weder ein ganzjährig konstantes Merkmal noch ein alleiniger Identitätsbeweis. Eine belastbare Abgrenzung sollte Fallen verschiedener Altersstufen und Jahreszeiten einbeziehen und Blattstellung, Lappenform, Randzähne sowie Farbverlauf getrennt dokumentieren. Eine behauptete Verbindung zu „Werewolf“-Kultivaren oder anderen Namen wird mangels Herkunftsnachweis nicht übernommen.

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Fangstrategie

Die besondere Randbezahnung von „GJ Nosferatu“ ändert nach den verfügbaren Informationen nichts am Fangmechanismus der Art. In beiden Fallenlappen sitzen mechanosensitive Triggerhaare. Wiederholte Berührung innerhalb kurzer Zeit löst elektrische Signale aus; nach hinreichender Reizung springen die Lappen rasch zusammen. Die Randcilien verhaken sich dabei nicht wie ein vollständig dichter Verschluss, sondern begrenzen zunächst den Fluchtraum kleiner Beutetiere. Bleibt Beute in der Falle und reizt die Innenfläche weiter, schließen sich die Lappen dichter und die Verdauungsphase setzt ein. Die Falle öffnet sich nach abgeschlossener Verdauung wieder, während unverdauliche Reste zurückbleiben können.

Eine konkave offene Fallenform ist eine Formbeschreibung und kein Beleg dafür, dass dieser Klon schneller, kräftiger oder erfolgreicher schließt. Ebenso lässt sich aus stark modellierten Zähnen keine veränderte Beuteauswahl ableiten. Zu „GJ Nosferatu“ wurden keine kontrollierten Versuche zu Reizschwelle, Schließzeit, Verdauungsdauer oder Fangquote gefunden. Häufiges absichtliches Auslösen ohne Beute liefert keinen Nährstoffgewinn und belastet die Fangblätter mit wiederholten Schließzyklen. Für Beobachtungen sollte man natürliche Fallenentwicklung oder einen einzelnen gut dokumentierten Fang heranziehen, statt die Pflanze durch wiederholte Tests zu reizen. Alle Angaben zu Elektrik, Schließbewegung und Verdauung beziehen sich auf die wissenschaftlich untersuchte Grundart, solange keine klonspezifische Untersuchung vorliegt.

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Reproduktion und Erhaltung des Klons

Eine Kultivarbezeichnung bleibt nur dann sinnvoll an eine konkrete vegetative Linie gebunden, wenn das Ausgangsmaterial nachvollziehbar erhalten und Vermehrungsmaterial korrekt etikettiert wird. Für „GJ Nosferatu“ ist in den geprüften Quellen keine Originalbeschreibung mit einer verbindlichen Vermehrungsmethode, Elternschaft oder dokumentierten Gewebekultur verfügbar. Bei der Venusfliegenfalle entstehen mit zunehmendem Alter häufig mehrere Wachstumspunkte am Rhizom; eine Teilung solcher Tochterrosetten kann die benannte Linie fortführen. Auch Blattzugverfahren mit einem Stück des basalen Rhizoms werden für die Art als vegetative Methode beschrieben. Diese Verfahren liefern keine neue Kreuzung, sondern sollen das vorhandene Pflanzenmaterial vervielfältigen.

Aus Samen gezogene Nachkommen sind dagegen keine verlässlichen Kopien von „GJ Nosferatu“. Bei geschlechtlicher Vermehrung werden Erbanlagen neu kombiniert; selbstbestäubte oder fremdbestäubte Sämlinge können von der Mutterpflanze abweichen und dürfen nicht allein aufgrund einer ähnlichen Fallenform als derselbe Klon verkauft werden. Bei jeder Teilung sollten Mutterpflanze, Herkunftslabel und Datum dokumentiert werden. Eine einzelne ungewöhnliche Falle oder ein Sämling mit ähnlicher Färbung reicht nicht, um die Herkunft zu belegen. Da kein Züchter oder Pedigree publiziert wurde, werden in diesem Eintrag weder Eltern noch ein bestimmtes Vermehrungsverfahren der ursprünglichen Green-Jaws-Selektion behauptet.

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Kultur-Fazit

Für „GJ Nosferatu“ sind keine abweichenden Kulturansprüche gegenüber der Grundart dokumentiert. Die Pflanze wird daher nach dem verknüpften temperierten Dionaea-Kulturprofil geführt: sehr hell bis sonnig, nach einer dunklen Haltung schrittweise an direktes Licht gewöhnen, den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten und ein saures, ungedüngtes sowie nährstoffarmes Medium verwenden. Die Green-Jaws-Verkaufsseite nennt volle Sonne und Winterruhe, macht aber keine klonspezifischen Angaben zu Temperaturgrenzen oder Ruhezeit. Das Profil übernimmt deshalb keine aus einem Handelsangebot abgeleiteten Sonderwerte.

Bei saisonaler Außen- oder ungeheizter Gewächshauskultur ist der Jahresrhythmus der Art zu berücksichtigen und der Topf vor Austrocknung sowie starkem Durchfrieren zu schützen. Die verknüpfte Standardkultur beschreibt eine optionale Winterruhe, weil geeignete Innenkultur unter starkem Zusatzlicht und angepasster Versorgung ebenfalls dokumentiert ist; ein warmer, lichtarmer Winterstandort ist davon nicht abgedeckt. Eine pauschale Mindestdauer oder feste Temperaturspanne wird für diesen Klon nicht behauptet. Die in Verkaufsseiten genannten Wuchshöhen oder Pflegeformulierungen sind keine Messreihe und begründen keine anderen Kulturwerte. Bei Auffälligkeiten sollten Licht, Feuchte, Wurzelraum und Saison gemeinsam geprüft werden, bevor man sie dem Klon zuschreibt.

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Substrat-Ökologie

In der Natur wächst Dionaea muscipula auf sauren, nährstoffarmen Böden, in denen sandige Bestandteile, Torf und zeitweise wasserführende Substratschichten zusammenkommen können. Entscheidend für die Wurzeln sind geringe Nährstoff- und Salzbelastung, verlässliche Feuchtigkeit und zugleich eine Struktur, die den Gastransport nicht vollständig unterbindet. Die Pflanzen stehen typischerweise an nassen bis gesättigten, aber nicht dauerhaft tief überstauten Stellen. Ein gärtnerisches Topfmedium muss diese Standortfunktion nachbilden, ohne gedüngte Blumenerde oder kalkhaltige Zusätze einzubringen. Für den Klon selbst wurde kein abweichendes Substratversuchsprotokoll gefunden.

Für die Kultur von „GJ Nosferatu“ ist daher ein ungedüngtes, saures und mineralarmes Medium auf geeigneter Torf- oder Sphagnum-Basis plausibel; mineralarmes Wasser hält die Salzlast gering. Sandige oder andere strukturgebende Bestandteile können die Porenverteilung verändern, aber ein fixes Mischungsverhältnis ist aus den vorliegenden Informationen nicht als klonspezifische Forderung begründbar. Das Substrat sollte nicht austrocknen und zugleich nicht durch Zersetzung oder Verdichtung dauerhaft sauerstoffarm werden. Umtopfen, Wasserqualität und Topfgröße beeinflussen den Wurzelraum mindestens ebenso wie die Bezeichnung eines Handelsprodukts. Keine der gefundenen Klonbeschreibungen belegt eine besondere Empfindlichkeit oder ein eigenes pH- beziehungsweise Leitfähigkeitsfenster.

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Praxisnotizen

Für eine belastbare Bestimmung sollte man mehrere neue, gesunde Fallen beobachten und nicht nur eine einzelne Verkaufsaufnahme vergleichen. Sinnvoll sind frontale und seitliche Ansichten mit Größenmaßstab, derselbe Bildausschnitt für aufrechte Blattstellung, Tiefe der geöffneten Fallen, Verlauf der Mittelrippe und Form der Randcilien. Innen- und Außenfarbe sind getrennt zu notieren. Lichtdauer, Jahreszeit, Fallenalter, Standort und Kulturbedingungen gehören mit ins Protokoll, denn sie beeinflussen Wachstum und Pigmentierung. Bei „GJ Nosferatu“ sind die vorliegenden Züchter- und Verkäufertexte qualitativ; eine öffentlich zugängliche standardisierte Diagnose mit Messwerten wurde nicht gefunden.

Die Pflanze sollte als „GJ Nosferatu“ nur weitergegeben werden, wenn das Herkunftsetikett und die vegetative Verbindung zur Mutterpflanze erhalten sind. Sämlinge sind separat zu kennzeichnen; eine ähnliche Farbe oder gezähnte Falle beweist keine Klonidentität. Handelsfotos wurden nicht übernommen. Die lokale Mediensuche ergab kein eigenes Bild mit passendem Nosferatu-Nachweis, und für gefundene Händlerbilder ließ sich keine kommerziell nutzbare Lizenz verifizieren; deshalb bleibt der Eintrag ohne Abbildung. Die Profilkontrolle ist an den verknüpften Rhythmus gebunden: alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage während der Ruhephase und bei Sämlingen alle 7 Tage. Veränderungen werden datiert festgehalten, damit saisonale Variation nicht mit einer dauerhaften Kloneigenschaft verwechselt wird.

sources

Quellenangaben

Klonname und gärtnerische Merkmalsberichte

  • Green Jaws: Dionaea muscipula – GJ Nosferatu, Produktnummer 104.000.226. Produktseite. Nachweis für den aktuellen Sortimentsnamen und allgemeine Händlerangaben zu Sonne und Winterruhe; keine Beschreibung von Elternschaft oder klonspezifischen Messwerten. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Diflora: Dionaea muscipula “Nosferatu”. Produktseite. Gärtnerische Merkmalsbeschreibung zu aufrechtem Wuchs, vertiefter Fallenform und roter Färbung; nicht als kontrollierte Kultivar-Diagnose gewertet. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula GJ Nosferatu. Produktseite. Händlertext zur Zugehörigkeit zum Green-Jaws-Programm, Wuchsform, Fallenvertiefung und Farbverlauf; wegen ähnlicher Wortwahl keine unabhängige Bestätigung aller Diflora-Angaben. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Carnivores.Zone: Dionaea GJ Nosferatu. Produktseite. Einzelne Händlerangabe zu sehr dunkler Herbstfärbung bei ausreichendem Licht; nicht als garantierte oder ganzjährige Farbe übernommen. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • PottedHaven: Dionaea m. GJ Nosferatu Potted. Produktseite. Bericht über stark reliefierte beziehungsweise gewellte Randzähne. Die Seite erklärt, dass ihre ersten beiden Produktfotos von Diflora stammen; diese Bilder wurden nicht verwendet. Abgerufen am 1. Oktober 2026.

Nomenklatur und Taxonomie

  • International Carnivorous Plant Society, CP Names: Registered Dionaea Cultivars. Registerseite. Gibt Umfang und Bezugszeitraum des Registers an: registrierte Namen vor Oktober 2020; kein exakter Treffer für Nosferatu. Die Seite weist selbst auf mögliche später publizierte, nicht registrierte Namen hin. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Royal Botanic Gardens, Kew: Dionaea muscipula J.Ellis, Plants of the World Online. Taxonprofil. Akzeptierter Artname, Autorenkürzel, Familie und natürliches Areal. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Flora of North America Editorial Committee (2015): Dionaea muscipula, Flora of North America North of Mexico, Vol. 6. Artbeschreibung. Morphologie, Habitate, Standortfeuchte, Licht, regionale Verbreitung und natürliche Variation. Abgerufen am 1. Oktober 2026.

Ökologie, Schutz und Kultur der Grundart

  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap (Dionaea muscipula), Version 1.1. Statusbewertung. Behördenbericht zu Areal, Populationen, Habitat, Management und Gefährdungsfaktoren. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): “Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism.” Ecological Monographs 28(2): 193–218. DOI 10.2307/1942208. Klassische ökologische Untersuchung zu Standortfaktoren und Verbreitung. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula, In-Garden Guide. Pflegeleitfaden. Kompakter Überblick zu Licht, feuchtem Substrat, Wasser und jahreszeitlicher Kultur der Art. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Brittnacher, J. (2019): “Grow Venus flytraps indoors.” Carnivorous Plant Newsletter 48(4): 178–182. Artikel. Praxisbericht zu Innenkultur, Licht, Fütterung, Substrat und abweichender Winterführung. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Vermehrungsanleitung. Fachpraktische Beschreibung von Teilung und Blattzug mit basalem Rhizomanteil. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Royal Horticultural Society: How to grow carnivorous plants. Kultivierungsleitfaden. Allgemeine gärtnerische Hinweise, darunter Teilung größerer Venusfliegenfallen. Abgerufen am 1. Oktober 2026.

Fangmechanismus und Ernährung der Art

  • Hodick, D. & Sievers, A. (1989): “On the mechanism of trap closure of Venus flytrap (Dionaea muscipula Ellis).” Planta 179: 32–42. DOI 10.1007/BF00395768. Experimentelle Arbeit zu Reizung und Fallenverschluss. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Böhm, J. et al. (2016): “The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake.” Current Biology 26(3): 286–295. Volltext. Reizverarbeitung und nachfolgende Aufnahmeprozesse der Grundart. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Schulze, W. X. et al. (2012): “The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap Sheds Light on Prey Digestion Mechanisms.” Molecular & Cellular Proteomics 11(11): 1306–1319. DOI 10.1074/mcp.M112.021006. Proteomische Untersuchung der Verdauungsflüssigkeit. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
  • Gao, P. et al. (2015): “Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula.” New Phytologist 205(3): 1320–1329. DOI 10.1111/nph.13120. Untersuchung zur Nährstoffaufnahme über Fallen und Wurzeln. Abgerufen am 1. Oktober 2026.

Quellenkritik

Es wurde kein veröffentlichter Klonarstandard mit unabhängigen Vergleichsmessungen gefunden. Die Merkmalsbeschreibung nutzt deshalb Händlertexte ausschließlich als Hinweise auf den gebräuchlichen Klon und dessen wiederkehrendes Erscheinungsbild. Mehrere Beschreibungen können dieselbe Textvorlage verwenden. Die botanischen, ökologischen und physiologischen Quellen belegen Eigenschaften der Art, nicht eine besondere Physiologie von „GJ Nosferatu“. Für diesen Klon werden daher weder ein gesicherter Stammbaum noch Sonderkulturwerte behauptet.

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Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Nosferatu', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-nosferatu/