Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'GJ Diri-Piri'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
description
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula „GJ Diri-Piri“ ist als benannte Pflanze im Green-Jaws-Sortiment belegt. Botanisch besitzt sie die Grundgestalt der Venusfliegenfalle: eine ausdauernde Rosette aus einem kurzen Rhizom, Blattstiele mit zweilappigen Fangenden, sensible Haare auf der Falleninnenseite und Randwimpern. Anders als bei gut dokumentierten Kultivaren ließ sich für „Diri-Piri“ keine verlässliche Diagnose einer bestimmten Fallenform, Farbe, Größe oder Blattstellung finden. Ein einzelnes Wiederverkaufsangebot bezeichnet die Pflanze allgemein als mutierte beziehungsweise ungewöhnlich geformte GJ-Auswahl. Es legt aber weder fest, worin die Abweichung besteht, noch liefert es ein standardisiertes Merkmal, das unabhängig überprüft werden kann.
Green Jaws nennt im Produktprofil eine Wuchshöhe bis etwa zwanzig Zentimeter, volle Sonne und Winterruhe. Diese Werte sind allgemeine Sortimentsangaben und keine nachgewiesenen Unterschiede gegenüber anderen Venusfliegenfallen. Auch der spielerische Name selbst ist keine botanische Information. Das Kürzel GJ ordnet den Namen der Green-Jaws-Handels- und Zuchtlinie zu, beweist aber nicht, wer persönlich die Auswahl getroffen hat oder aus welcher Kreuzung sie stammt. Das Profil hält deshalb zwei Ebenen auseinander: Die Artmerkmale und Pflege lassen sich fachlich beschreiben; die konkrete Klonmorphologie bleibt mangels belastbarer, übereinstimmender Belege offen. Eine ausführliche Beschreibung darf diese Unsicherheit benennen, aber keine beliebigen Mutationen als Tatsachen darstellen.
taxonomy
Taxonomie und Name
Der gültige botanische Artname ist Dionaea muscipula J.Ellis; sie gehört zur Familie Droseraceae. „GJ Diri-Piri“ ist ein gärtnerischer Klon- beziehungsweise Sortimentsname und kein botanischer Unterart- oder Varietätsname. J.Ellis ist der botanische Autor für die Art und gehört in das Autorenfeld. Green Jaws kennzeichnet eigene Selektionen mit GJ; daraus folgt eine Sortimentszuordnung, aber kein gesicherter persönlicher Nominant für genau diesen Klon. In einer Wiederverkaufsanzeige wird ein Import über „CK“ behauptet, doch die Abkürzung wird dort nicht eindeutig aufgelöst und die Angabe ist keine formale Zuchtdokumentation. Ein individuelles Zuchtprogramm oder Kreuzungseltern sind in den geprüften Beschreibungen nicht genannt.
Die Schreibweisen „Diri-Piri“ und „Diri Piri“ erscheinen beide im Handel und in Sammlerlisten; der Bindestrich entspricht der Green-Jaws-Produktbezeichnung. Ein Namensgleichklang reicht nicht aus, um Pflanzen verschiedener Anbieter als identisch zu behandeln. Auch die Formulierung „Mutationsform“ ist in einem Wiederverkauf eine allgemeine Handelsbeschreibung, keine taxonomische Einordnung und keine präzise Klondiagnose. Für das Codex-Profil bleibt „GJ Diri-Piri“ deshalb erhalten, während die botanische Artangabe unverändert bleibt. Eine formale Registrierung oder ein publizierter Erstbeschreiber für den Namen konnten in den ausgewerteten Quellen nicht belegt werden. Diese begrenzte Suche wird nicht als Beweis einer weltweiten Nichtregistrierung formuliert.
habitat
Standort und Verbreitung
Die natürliche Verbreitung von Dionaea muscipula ist klein und liegt in der Atlantischen Küstenebene sowie den Sandhills von North und South Carolina. Die Art wächst in offenen Feuchtwiesen, Langblattkiefern-Savannen und nassen bis zeitweise trockeneren Randbereichen. Typisch sind saure, nährstoffarme Böden, starke direkte Beleuchtung und ein Wasserhaushalt, der je nach Jahreszeit schwankt. Natürliche Feuer und andere Störungen halten die Vegetation offen; ohne sie können Gehölze und konkurrenzstarke Pflanzen die niedrigen Rosetten verdrängen. Diese Bedingungen erklären den temperierten Freilandrhythmus und gelten für „GJ Diri-Piri“ nur, weil es zu derselben Art gehört.
Es gibt keinen Beleg, dass der Klon aus einer Wildpopulation stammt oder an einen besonderen Ort angepasst wurde. Die Herkunftsangabe Nordamerika im Green-Jaws-Shop bezeichnet den natürlichen Verbreitungsraum der Art, nicht den Herkunftsort dieser gärtnerischen Auswahl. Der Zusatz GJ weist auf eine Gärtnerei- beziehungsweise Sortimentsherkunft hin. Eine Wiederverkaufsanzeige behauptet eine Import- und Teilungsgeschichte, doch daraus lässt sich keine Wildherkunft und auch keine überprüfbare Abstammung von der ursprünglichen Mutterpflanze ableiten. Die natürlichen Standorte der Venusfliegenfalle sind durch Verlust und Veränderung von Feuchtgebieten, Entwässerung und veränderte Feuerregime betroffen. Kultivierte Exemplare sollten aus nachvollziehbarer Vermehrung stammen; der Handel mit einem GJ-Namen ist kein Grund, Wildpflanzen zu entnehmen.
morphology
Morphologie
Die Art besitzt eine flache bis leicht aufgerichtete Rosette, deren Blätter am Ende eine zweilappige Klappfalle tragen. Auf der Innenfläche liegen mehrere Triggerhaare, während die schmalen Randwimpern nach dem Schließen ineinander greifen. Die Fallenform verändert sich während der Entwicklung: Junge Fallen sind kleiner, nach dem Fang altern sie, und im Jahresverlauf kann die Rosette ihre Proportionen deutlich ändern. Für „GJ Diri-Piri“ ist zwar die Bezeichnung als ungewöhnliche oder mutierte Auswahl in einem Wiederverkaufsangebot überliefert, aber weder eine bestimmte Abweichung noch ein belastbarer Vergleich der Mutterpflanze mit typischen Dionaea ist dokumentiert.
Deshalb werden keine zusätzlichen Zähne, Rückseitenfallen, besonderen Farben, Riesenmaße oder veränderten Blattstiele behauptet. Für eine spätere Diagnose müssten mehrere voll entwickelte, unverletzte Fallen aus mehreren Wachstumsschüben dokumentiert werden: von oben, von der Seite und nötigenfalls von hinten. Dazu gehören die Messung der Fallenlänge, Form der Wimpern, Lappenkrümmung, Farbe unter vergleichbarer Beleuchtung sowie Rosetten- und Blattstellung. Ein einzelnes deformiertes Blatt kann durch Wachstumsschaden oder Verletzung entstehen und wäre kein ausreichender Kultivarbeleg. Eine aussagekräftige Beschreibung sollte außerdem an vegetativen Nachkommen derselben Linie geprüft werden. Bis solche Beobachtungen vorliegen, ist die konkrete Morphologie dieses Klons als ungeklärt eingetragen; das ist präziser als eine erfundene Abweichung.
cultivar
Kultivar-Merkmale
Als gesichertes Merkmal von „GJ Diri-Piri“ lässt sich derzeit die Handelsidentität im Green-Jaws-Sortiment festhalten. Green Jaws nennt volle Sonne, Kalthaus- oder Moorbeetkultur, eine nur bedingte Teichverwendung, Winterruhe und eine mögliche Wuchshöhe bis etwa zwanzig Zentimeter. Keine dieser Angaben stellt einen nachgewiesenen Unterschied zur normalen Haltung der Art dar. Ein japanisches Wiederverkaufsangebot beschreibt eine „Mutationsform“, gibt aber keine präzise Fallenstruktur an. Andere Sammler- und Verkaufslisten führen den Namen ohne Merkmalsdiagnose. Daher wäre die Aussage „Diri-Piri hat Merkmal X“ auf Basis der verfügbaren Belege nicht fachlich vertretbar.
Der Codex kennzeichnet die Abweichung ausdrücklich als offene Recherchefrage und wiederholt nicht bloß eine allgemeine Dionaea-Beschreibung als Klonmerkmal. Der Name darf auch nicht allein aus seinem Klang als Hinweis auf Farbe oder Fallenform gedeutet werden. Für eine Ergänzung braucht es entweder eine nachvollziehbare Originalbeschreibung des Selektors oder eine belastbare Bild- und Beobachtungsfolge eindeutig etikettierter, vegetativ vermehrter Pflanzen. Bei der Prüfung sind Umweltwirkung und Alter der Fallen zu berücksichtigen; eine einmalige Verformung, die nicht an neuen Blättern wiederkehrt, wäre kein stabiler Kloncharakter. Bis dahin werden keine besondere Fangfunktion, Größe, Farbe, Bezahnung oder Pflegeabweichung versprochen.
ecology
Ökologische Einordnung
Für die ökologische Einordnung gilt Dionaea muscipula als temperierte, terrestrische Karnivore der nährstoffarmen Feuchtstandorte im Südosten der Vereinigten Staaten. Ihre Wurzeln verankern die Pflanze und nehmen Wasser sowie mineralische Nährstoffe auf; die Fallen ergänzen die Nährstoffversorgung durch gefangene Gliederfüßer. Die Fallen reagieren auf wiederholte Berührung ihrer Sinneshaare und schließen nicht bei jedem einzelnen Reiz sofort dauerhaft. So kann die Pflanze zufällige Reize von wahrscheinlicher Beute unterscheiden und Verdauungsressourcen gezielter einsetzen. Für „GJ Diri-Piri“ ist keine experimentelle oder feldökologische Sonderfunktion beschrieben, und die unbestimmte Handelsangabe „Mutationsform“ erlaubt keine ökologische Schlussfolgerung.
Es ist daher nicht bekannt, ob sich ein spezielles morphologisches Merkmal auf Beutefang, Bestäubung, Wasserhaushalt oder Konkurrenz auswirkt. Das Profil behauptet weder einen Vorteil noch eine Einschränkung gegenüber der Art. Auch die natürliche Gefährdung der Wildstandorte darf nicht mit einer angeblichen Seltenheit dieses Kultivars vermischt werden: Seltenheit im Handel und Schutzstatus sind verschiedene Sachverhalte. Die Pflege orientiert sich an Licht, Wasserqualität, nährstoffarmem Substrat und saisonaler Temperatur der Art. Falls künftige Beobachtungen eine besondere Fallenform belegen, müsste ihre Funktion getrennt geprüft werden, statt aus dem Aussehen auf eine ökologische Leistung zu schließen.
seasonality
Jahresrhythmus
Green Jaws weist bei „GJ Diri-Piri“ auf eine Winterruhe hin; damit ist der Klon dem saisonalen Rhythmus der temperierten Venusfliegenfalle zugeordnet. Im Frühjahr treibt das Rhizom neu aus. Mit länger werdenden Tagen entstehen während des Sommers größere, aktive Blätter, bevor das Wachstum im Herbst abnimmt und die Pflanze in eine kühlere Ruhephase übergeht. Einzelne Fallen verlieren dann ihre Funktion und sterben ab. Die Händlerangabe einer maximalen Wuchshöhe sagt nichts darüber aus, wie groß ein bestimmtes Exemplar zu jeder Jahreszeit ist. Auch eine mögliche Wachstumsanomalie muss an frischem Austrieb geprüft werden, nicht an überalterten oder beschädigten Winterfallen.
Für den Klon sind keine phänologischen Messungen verfügbar, die einen eigenen Blühzeitpunkt, eine frühere oder spätere Ruhe oder eine saisonale Ausprägung eines besonderen Merkmals belegen. Die Art kann unter gezielter, sehr heller Innenkultur auch ohne ausgeprägte Winterpause wachsen, doch daraus folgt keine spezielle Empfehlung für „Diri-Piri“. Für gewöhnliche Außenkultur ist die kühle Winterruhe der passende Jahresgang. Eine gleichförmige Rosettenform sollte nicht ganzjährig erwartet werden; Alter der Blätter, Licht und Temperatur ändern die Proportionen. Für eine später mögliche Morphologiediagnose sollten Beobachtungen deshalb mindestens ein ganzes Wachstumsjahr umfassen und Saison sowie Kulturbedingungen mit erfassen.
reproduction
Reproduktion
Soll „GJ Diri-Piri“ als derselbe Klon weitergegeben werden, ist vegetative Vermehrung erforderlich. Eine Teilung des Rhizoms oder ein Blattsteckling erzeugt Nachkommen aus derselben Mutterlinie; bei Aussaat entstehen durch Neukombination der Gene Sämlinge mit eigener Variation. Green Jaws erläutert diese Grundregel für benannte Dionaea-Klone, und sie gilt auch hier. Ein Wiederverkaufsangebot beschreibt ein Exemplar ausdrücklich als Teilung, liefert aber keine vollständige, prüfbare Herkunftskette. Daraus lässt sich ableiten, dass vegetative Weitergabe praktiziert wird, nicht jedoch die genetische Identität aller Pflanzen, die später unter dem Namen angeboten werden.
Bei jeder Weitergabe sollten Etikett, Mutterpflanze, Datum und Vermehrungsweg erhalten bleiben. Eine junge Teilung kann sich zunächst wie eine gewöhnliche Venusfliegenfalle entwickeln; erst mehrere reife Blätter über längere Zeit erlauben eine sorgfältige Prüfung des behaupteten ungewöhnlichen Merkmals. Wenn keine stabile Abweichung feststellbar ist, sollte die Unsicherheit mitgegeben werden, statt eine genaue Form zu versprechen. Teilungen werden nur von kräftigen Pflanzen genommen, um Rhizom und Wurzeln nicht unnötig zu schwächen. Für Sämlinge darf der Name nicht ohne gesonderte Selektions- und Dokumentationsarbeit übernommen werden. Zuchteltern, Kreuzungsziel und Selektionsjahr sind für „Diri-Piri“ in den verfügbaren Angaben nicht veröffentlicht.
cultivation
Kultur
Der Pflegeplan folgt der Art Dionaea muscipula, da keine besondere Kulturabweichung von „GJ Diri-Piri“ belegt ist. Die Pflanze steht sehr hell bis vollsonnig und wird an direkte Sonne schrittweise gewöhnt, wenn sie aus schattiger Gewächshaus- oder Innenkultur kommt. Verwendet wird ein saures, nährstoffarmes Substrat ohne Dünger, beispielsweise ungedüngter Weißtorf mit gewaschenem Sand oder ein anderes bewährtes Karnivorenmedium. Regenwasser, destilliertes Wasser oder entsprechend mineralarmes Umkehrosmosewasser sind geeignet. In der Wachstumszeit bleibt der Topfballen gleichmäßig feucht; ein flacher Anstau ist möglich, aber dauerhaft hohe Wasserstände können die Krone und das Rhizom belasten.
Die Gärtnerei nennt Kalthaus und Moorbeet als Kulturmöglichkeiten und Teichkultur nur bedingt. Für Töpfe im Teich bedeutet das, dass der Wasserstand so gewählt wird, dass der Wurzelraum feucht bleibt, die Pflanze aber nicht dauerhaft vollständig unter Wasser steht. Im Freiland kann natürliche Beute den Nährstoffbedarf decken; zusätzliche Düngung oder häufiges Testen der Fallen ist nicht nötig. Der Kultivarname ist kein Hinweis auf besondere Hitze-, Trockenheits- oder Nässetoleranz. Eine Fensterbank ist nur mit sehr starker Beleuchtung sinnvoll und bildet den jahreszeitlichen Rhythmus oft schlecht ab. Weil das konkrete Klonmerkmal ungeklärt ist, sollte man Veränderungen nicht durch abweichende Pflege provozieren, sondern zunächst gesunde Standardkultur und saubere Beobachtung sicherstellen.
winter
Winterruhe
Die Produktangabe für „GJ Diri-Piri“ nennt Winterruhe, was dem temperierten Wuchs von Dionaea muscipula entspricht. In den kühleren Monaten wächst die Pflanze langsamer, vorhandene Fallen können sich verfärben oder absterben, und das Rhizom überdauert unter der Substratoberfläche. Für den Klon wurden keine abweichenden Grenztemperaturen oder besondere Ruheansprüche veröffentlicht. Eine ruhende Rosette kann kleiner und weniger auffällig wirken als das aktive Sommerwachstum; daraus sollte man keine Abweichung vom Namen oder eine Rückbildung vermeintlicher Mutationsmerkmale schließen.
Das Substrat bleibt leicht bis gleichmäßig feucht. Bei niedriger Winterverdunstung wird die Anstauhöhe verringert, damit kalte Wurzeln ausreichend belüftet bleiben. Im kleinen Topf kann starker Frost schneller bis zum Rhizom gelangen als in einem Moorbeet; je nach regionalem Klima ist deshalb ein geschützter, kühler Standort sinnvoll. Gleichzeitig darf die Pflanze nicht austrocknen. Warme Innenhaltung ohne ausreichendes Licht ist ungeeignet. Ganzjährige Beleuchtungskultur ist für die Art möglich, erfordert aber gezielte Versorgung und ist nicht der Gärtnereihinweis für diesen Klon. Sichtprüfungen erfolgen im Winter ungefähr monatlich; bei Frost, Fäulnisverdacht oder stark schwankendem Wasserstand häufiger.
practice
Praxisnotizen
Die wichtigste Notiz zu „GJ Diri-Piri“ ist der offene Status seiner Diagnose: Der Name und die Sortimentszuordnung sind belegt, die konkrete Abweichung von der Art jedoch nicht. Für die nächste Prüfung sollte ein Exemplar mit erhaltenem Etikett zunächst unter stabiler Standardkultur beobachtet werden. Fotografiert werden mehrere ausgewachsene Fallen von oben und von der Rückseite, zusätzlich Blattform und Rosette. Zu jeder Aufnahme gehören Datum, Herkunft, Vermehrungsweg und Entwicklungsphase. Die Handelsformulierung „Mutationsform“ wird als unpräziser Hinweis behandelt und nicht in eine bestimmte Fallenmutation umgedeutet. Vergleichspflanzen der normalen Art oder anderer benannter Klone helfen, Perspektiv- und Altersunterschiede zu erkennen.
Kontrollrhythmus: alle 14 Tage während des aktiven Wachstums, etwa alle 30 Tage in saisonaler Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Dabei Substratfeuchte, Wasserqualität, Licht, Neuaustrieb, Schädlinge und den Zustand mehrerer Fallen prüfen; das ist ein Beobachtungsrhythmus und keine automatische Gießanweisung. In der lokalen Mediathek fand sich kein sicher zuordenbares eigenes Bild von „GJ Diri-Piri“. Für fremde Fotos war keine freie Lizenz mit belastbarem Nachweis gefunden; daher bleiben Bild-URL, Urheber, Lizenz und Quelle leer. Es wurde kein Händler- oder Sammlerbild übernommen. Ein allgemeines Artenfoto würde die ungeklärte Klonidentität nicht beweisen und wird deshalb ebenfalls nicht als Diri-Piri-Abbildung verwendet.
sources
Quellenangaben
Art, Taxonomie und Habitat
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula Quelle
Taxonomischer Referenzpunkt für Artname, Autor und akzeptierte Stellung. - North Carolina State Extension: Dionaea muscipula Quelle
Morphologie, Verbreitungsgebiet, Lebensraum und grundlegende Kultur. - U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap Quelle
Natürliche Verbreitung, Habitatdynamik und Gefährdung der Wildart.
Name, Handel und offene Merkmalsfrage
- Green Jaws: Dionaea muscipula – GJ Diri-Piri, Produkt 104.000.063 Quelle
Belegt Sortimentsname und allgemeine Angaben zu Sonne, Winterruhe und möglicher Kultur; keine Klonmorphologie wird veröffentlicht. - Green Jaws: eigene Dionaea-Züchtungen und GJ-Kennzeichnung Quelle
Erklärt die GJ-Sortimentskennzeichnung und die vegetative Erhaltung von Klonen. - Yahoo! Auctions Japan: Wiederverkaufsangebot Dionaea muscipula GJ Diri-Piri, Januar 2024 Quelle
Ein einzelnes Wiederverkaufsangebot nennt eine Teilung und bezeichnet die Pflanze unpräzise als Mutationsform; keine Diagnose oder unabhängige Herkunftsbestätigung. - Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e.V.: Bestandsliste Benjamin B. (2020) Quelle
Belegt den Namen GJ Diri Piri in einer Sammlerbestandsliste, ohne Merkmalsbeschreibung. - Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e.V.: Pflanzenangebote für Bonn (2026) Quelle
Bestätigt den Namen im jüngeren Sammlerhandel, enthält aber keine Klondiagnose. - ICPS: Cultivar names registered in 2013 Quelle
Historischer Jahrgangsauszug, der nicht als vollständiger Nachweis einer Nichtregistrierung interpretiert wird.
Kultur und Jahresrhythmus
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Indoor Growing Information Sheet Quelle
Unterscheidet Außenkultur mit saisonaler Ruhe von einer gezielt beleuchteten Innenkultur ohne Dormanz. - United States Botanic Garden: Cultivating Carnivorous Plants Quelle
Hinweise zu Licht, mineralarmem Wasser und nährstoffarmem Substrat.
Quellenbewertung und Bildrechte
Kultivarbezogene Handelsbeschreibungen werden als solche gekennzeichnet und nicht mit einer formalen Erstbeschreibung oder einer unabhängig erhobenen Messreihe gleichgesetzt. Artökologie und Kulturansprüche stützen sich auf botanische, behördliche und fachgärtnerische Referenzen. In der lokalen Mediathek fand sich kein sicher zuordenbares eigenes Foto; für passende externe Abbildungen ließ sich keine freie Lizenz mit belastbarem Wiederverwendungsnachweis bestätigen. Bildfelder bleiben daher leer; es wurde kein fremdes Bild übernommen.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Diri-Piri', Stand 03.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-diri-piri/
