Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'GJ Bloody Nurse'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Auslese von Mathias Maier (Green Jaws), im September 2015 vorgestellt; Elternschaft und Wildpopulation sind nicht publiziert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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Botanische Beschreibung

‘GJ Bloody Nurse’ ist ein vegetativ erhaltener Klon von Dionaea muscipula aus dem Green-Jaws-Programm. Im Vergleich zum gewöhnlichen Erscheinungsbild der Art fallen vor allem die kurzen Randzähne und die breite, stark geöffnete bis gebogene Fallenform auf. Mehrere Kulturbeschreibungen charakterisieren die Zähne als kurz; sie werden als dreieckig, getrennt stehend oder kräftig und gedrungen beschrieben. Für die Fallen werden außerdem Bögen und gelegentliche Verdrehungen genannt. Das sind qualitative Beobachtungen, keine standardisierte Messreihe. Die Farbe reicht in Berichten von Grün und Orange bis zu kräftigem Rot oder Purpur. Licht, Alter und Kulturzustand verändern die Färbung, daher ist eine einzige verbindliche Farbangabe für den Klon nicht belegt.

Die Pflanze behält den Grundbau der Venusfliegenfalle: Aus einem unterirdischen Rhizom entstehen eine bodennahe Rosette, flache Blattstiele und endständige zweilappige Fangblätter mit Auslösehaaren. Der Name GJ Bloody Nurse bezeichnet keine eigene Art oder botanische Varietät. Zur Bestimmung sollte man mehrere reife Fallen betrachten und auf die Kombination aus gedrungener Bezahnung, weit geöffnetem beziehungsweise gebogenem Fangblatt und auffälliger Farbentwicklung achten. Einzelne stark verdrehte oder anders gefärbte Fallen reichen nicht aus, weil Entwicklungsphase und Bedingungen mitwirken. Da ähnliche Namen und Fallenmerkmale vorkommen, sollten Herkunftslabel und vegetative Weitergabe zur Merkmalsprüfung dokumentiert werden.

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Taxonomie

Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zur Familie Droseraceae. ‘GJ Bloody Nurse’ wird als gärtnerischer Kultivar beziehungsweise Klon innerhalb dieser Art geführt. Der Klonname darf nicht wie ein Artname oder eine wissenschaftlich beschriebene Unterart behandelt werden. Im geprüften ICPS-Register der vor Oktober 2020 registrierten Dionaea-Kultivare findet sich kein exakter Treffer für GJ Bloody Nurse. Das Register selbst erklärt, dass später publizierte und nicht registrierte Namen dort fehlen können. Daraus folgt nur, dass eine formale Registrierung in diesem abgefragten Bestand nicht bestätigt ist; es beweist weder, dass der Name nie veröffentlicht wurde, noch schließt es eine spätere Registrierung aus.

Mathias Maier stellte GJ Bloody Nurse im September 2015 als einen seiner neuen Green-Jaws-Klone vor. Er berichtete, ausgewählte Pflanzen ein bis drei Jahre auf Stabilität zu beobachten, ehe er mit der vegetativen Vermehrung begann; seine Vermehrung erfolgte über Stecklinge. Maier ist damit der belegte Ausleser des Klons, nicht der botanische Autor der Art. Elternpflanzen und Kreuzungspartner sind nicht publiziert. Eine Hybridabstammung ist daher nicht belegt und sollte nicht aus dem Erscheinungsbild abgeleitet werden. Der Klon bleibt eine gärtnerische Auslese innerhalb der Art Dionaea muscipula. Für heutige Pflanzen dokumentiert diese Entstehungsgeschichte den ursprünglichen Selektionsweg, nicht lückenlos jede spätere Lieferkette oder vegetative Weitergabe.

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Standort und Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Wildart Dionaea muscipula liegt im Osten North Carolinas und reicht bis in den Nordosten South Carolinas. Die Pflanzen wachsen dort in offenen, sauren und nährstoffarmen Feuchtgebieten der Küstenebene, darunter feuchte Kiefern-Savannen, flache Senken und nasse Ränder von Sickerstellen. Der Wurzelraum bleibt feucht und kann saisonal überstaut sein. Freie, sonnige Stellen sind wichtig, weil konkurrenzstarke Sträucher und höherer Aufwuchs die kleinen Rosetten beschatten würden. Natürliche Störungen, darunter Feuer und wechselnde Wasserstände, halten Teile der Vegetation offen und prägen den Lebensraum. Diese ökologische Beschreibung gilt für die Art und ist kein Nachweis eines Wildfundorts von GJ Bloody Nurse.

Als gärtnerische Herkunft ist das Green-Jaws-Zuchtprogramm von Mathias Maier belegt; ein Elternpaar, eine ursprüngliche Sämlingspopulation oder ein Wildfundort in den Carolinas wurde nicht veröffentlicht. North Carolina und South Carolina bezeichnen das natürliche Areal der Art, nicht eine dokumentierte Herkunft von GJ Bloody Nurse. Auch eine Kultur im Moorbeet macht eine Kulturpflanze nicht zu einer lokalen Wildform. Das natürliche Habitat von D. muscipula in den Carolinas und die spätere gärtnerische Auslese in Deutschland sind daher unterschiedliche Herkunftsebenen. Aussagen zu einem bestimmten Wildstandort, einer regionalen Anpassung oder einer dokumentierten Kreuzung wären ohne Zuchtunterlagen unbelegt.

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Ökologische Anpassungen

Die ökologischen Anpassungen von GJ Bloody Nurse sind zunächst die der gesamten Art. Ihre Fangblätter ermöglichen in mineralarmen Böden eine zusätzliche Aufnahme von Nährstoffen aus Beutetieren, ersetzen aber nicht die Photosynthese. Reize an den Sinneshaaren lösen elektrische Signale aus; eine hinreichende Reizfolge schließt die beiden Lappen. Weitere Bewegung im Inneren der Falle unterstützt den Abdichtungs- und Verdauungsprozess. Die Pflanze benötigt weiterhin viel Licht, einen dauerhaft feuchten, nährstoffarmen Wurzelraum und eine saisonale Ruhephase unter temperierten Bedingungen. In den Heimatgebieten halten natürliche Dynamik und offene Vegetationsstellen die kleinen Pflanzen konkurrenzfähig. Diese Merkmale sind Artbiologie und keine einzigartige Anpassung des Kultivars.

Die kurze, dreieckige Bezahnung und die breite, gebogene Fallenform sind dagegen gärtnerisch auffällige Klonmerkmale. Es gibt keine veröffentlichten Versuche, die für GJ Bloody Nurse eine besondere Beutewahl, eine andere Fangschwelle oder eine bessere Verdauungsleistung nachweisen. Auch die intensiven Rot- und Purpurtöne, die bei starker Beleuchtung beschrieben werden, belegen keine abweichende ökologische Funktion. Sie sind sichtbare Pigmentierung und variieren mit Licht und Entwicklungszustand. Die bisweilen beworbene starke Verdrehung sollte ebenso wenig als Anpassung oder obligatorischer Phänotyp gedeutet werden: Ausmaß und Häufigkeit sind nicht standardisiert dokumentiert. Die Kultur leitet sich aus dem gesicherten Artbedarf ab, während die Klonbeschreibung auf beobachtbare Fallenmerkmale beschränkt bleibt.

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Morphologie

GJ Bloody Nurse bildet die für Dionaea muscipula typische Rosette aus schmalen bis flachen Blattstielen und endständigen, zweilappigen Fallen. Die auffälligste Abweichung vom durchschnittlichen Artbild betrifft die Fallen: Sie sind breit, gebogen oder weit geöffnet dargestellt. Ihre Randzähne sind kurz und meist dreieckig oder gedrungen. Der Wuchshabitus reicht von flach bis stärker aufgerichtet; Fallen können dabei deutlich gewölbt erscheinen. Diese Unterschiede sind qualitativ und liefern weder definierte Messpunkte noch belastbare Mittelwerte. Eine genannte Maximalhöhe von 20 Zentimetern ist keine standardisierte Messung der Rosette und kann Blütenstände oder Kulturbedingungen einschließen.

Die Färbung wird uneinheitlich als grün-orange, orange-rot, blutrot oder dunkel purpurn angegeben. Das spricht für Variabilität zwischen Blattgenerationen, Beleuchtungsstärke und Reifegrad; eine feste Mindestintensität ist nicht belegt. Auch die Form der Fallen kann sich ändern, während sich ein Fangblatt entfaltet. Für eine seriöse Sammlung sollten Blattstiel und Fangblatt getrennt vermessen sowie Öffnungswinkel, Randzähne, Innen- und Außenfarbe und etwaige Verdrehung an mehreren vollständig entwickelten Fallen protokolliert werden. Datum, Beleuchtung und Saison helfen, Unterschiede zwischen Kulturbedingungen und wiederkehrendem Klonbild zu erkennen. Ein einzelnes ungewöhnlich verdrehtes Blatt oder eine besonders rote Falle ist weder alleiniger Beweis noch Gegenbeweis der Identität.

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Kultivarspezifische Merkmale

Für die Zuordnung zu GJ Bloody Nurse ist die Kombination aus kurzen Randzähnen und auffällig breiten, gebogenen beziehungsweise weit geöffneten Fallen am nützlichsten. Die Stellung wird nicht einheitlich beschrieben: Manche Darstellungen zeigen die Zähne getrennt und gut verteilt, andere betonen ihre kurze, kräftige oder dreieckige Form. Die Beschreibungen stimmen in der gedrungenen Bezahnung überein, legen aber keine exakte Geometrie fest. Wiederholt werden außerdem verdrehte oder unregelmäßig ausgerichtete Fallen erwähnt. Ein Drehwinkel von annähernd 90 Grad ist nicht durch eine unabhängige Vergleichsserie belegt. Verdrehungen können auftreten, sind aber weder mit einem festen Winkel beschrieben noch an jeder Falle zu erwarten.

Auch die Farbe ist kein starres Diagnosemerkmal. Beschreibungen und Pflanzenfotos reichen von grünen und orangefarbenen Partien bis zu kräftigem Rot und dunklem Purpur, oft in Verbindung mit stärkerem Licht. Die Fallenform variiert in den Berichten zwischen breit geöffnet, deutlich gebogen und flacherem Wuchs. Ohne veröffentlichte Vergleichsserie lassen sich diese Unterschiede nicht zuverlässig in getrennte Linien oder stabile Saisonformen auflösen. GJ Bloody Nurse II wird bei Green Jaws als separates Produkt unter eigener Artikelnummer geführt; ein Synonymverhältnis oder eine Abstammung von GJ Bloody Nurse ist nicht belegt. Ebenso ist ‘Bloody Nurse Fused’ ein anderer benannter Klon und darf wegen des ähnlichen Namens nicht gleichgesetzt werden. Herkunftsetikett und vegetative Abstammung sind wichtige Ergänzungen zur Merkmalsprüfung.

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Fangstrategie

Für GJ Bloody Nurse ist keine vom Artmechanismus abweichende Fangstrategie nachgewiesen. Wie bei anderen Venusfliegenfallen reagieren mechanosensitive Sinneshaare auf Berührung. Eine geeignete Abfolge von Reizen erzeugt elektrische Signale, die den schnellen Schnappverschluss der beiden Fallenlappen auslösen. Bleibt Beute aus, öffnet sich eine Falle nach dem Schließen wieder; bei gefangener Beute kann fortgesetzte Bewegung den engeren Verschluss und die Verdauungsreaktion unterstützen. Die Drüsen der inneren Fallenflächen geben Enzyme ab und nehmen später gelöste Nährstoffe auf. Licht bleibt die Energiequelle für Blatt- und Fallenbildung. Die kurze Bezahnung und weite Öffnung verändern nach aktuellem Kenntnisstand weder Reizschwelle noch Beutespektrum des Klons.

Die ungewöhnliche Fallenverdrehung belegt weder einen unsicheren noch einen besonders effizienten Fang; eine kontrollierte Funktionsstudie für GJ Bloody Nurse liegt nicht vor. Ebenso sollte eine Falle nicht unnötig mit den Fingern geschlossen werden. Wiederholte künstliche Auslösung kostet Ressourcen, und nach mehreren Schließvorgängen verlieren einzelne Fallen ihre Funktionsfähigkeit. Für die Beobachtung genügen natürliche Fänge sowie der Zustand neu gebildeter Fallen. Wenn ein Blatt stark deformiert ist, sollten mehrere Austriebe abgewartet werden, bevor man es als stabiles Kultivarcharakteristikum wertet. So bleibt die verlässliche Artfunktion von weniger normierten Formabweichungen getrennt.

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Reproduktion

Mathias Maier berichtete bei der Vorstellung neuer Green-Jaws-Klone, dass er ausgewählte Pflanzen zunächst ein bis drei Jahre auf Stabilität beobachtet und danach mit vegetativer Vermehrung begonnen habe. Er beschrieb Stecklinge als seine Vermehrungsmethode. Diese Herkunftsangabe ist besonders relevant für einen benannten Dionaea-Klon: Teilung des Rhizoms und Blattstecklinge erzeugen vegetative Nachkommen, die derselben ausgewählten Linie zugeordnet werden können, sofern die Mutterpflanze korrekt etikettiert ist. Die Venusfliegenfalle kann auch blühen und Samen bilden; aus Samen entstehen jedoch genetisch neu kombinierte Pflanzen. Selbst ähnlich gefärbte Sämlinge sind keine klonidentischen GJ Bloody Nurse und dürfen nicht allein wegen kurzer Zähne oder roter Fallen so benannt werden.

Für heutige Pflanzen belegt die historische Beschreibung den damaligen Vermehrungsweg, aber nicht lückenlos jede spätere Lieferkette. Sammlungen sollten Bezugsquelle, Etikett, Mutterpflanze, Teilungen und Weitergabe dokumentieren. Bei vegetativer Vermehrung kann die Ausprägung der typischen kurzen Zähne und gebogenen Fallen erst nach mehreren kräftigen Austrieben gut beurteilt werden. Junge, frisch geteilte Pflanzen zeigen häufig noch nicht das ausgewachsene Erscheinungsbild; die saisonale Färbung hängt zusätzlich von Licht und Entwicklungsphase ab. Saubere Werkzeuge und ein feuchtes, mineralarmes Medium unterstützen die Etablierung, doch eine GJ-Bloody-Nurse-spezifische Bewurzelungsdauer oder Erfolgsquote ist nicht publiziert. Eine genaue Pedigree oder Kreuzung ist nicht dokumentiert und sollte weder aus dem Klonnamen noch aus dem Erscheinungsbild abgeleitet werden.

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Kultur-Fazit

GJ Bloody Nurse wird nach den Kulturansprüchen von Dionaea muscipula kultiviert. Sehr helles Licht bis volle Sonne fördert kräftige, kompakte Blätter und die in Beschreibungen erwähnte rote bis purpurne Fallenfärbung. Pflanzen aus dunkler Kultur müssen schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden, damit die Blätter nicht verbrennen. Während der Wachstumszeit wird mit mineralarmem Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertem Wasser gegossen; der Wurzelballen soll nicht austrocknen. Ein nährstoffarmes, saures Medium und gute Belüftung sind wichtiger als zusätzliche Düngung. In temperierter Außenkultur gehört eine kühle saisonale Ruhe zum natürlichen Jahresgang. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach dem Kulturprofil für Dionaea und den örtlichen Bedingungen, nicht nach einer Sonderregel für diesen Klon.

Im Innenraum kann die Art ganzjährig kräftig wachsen, wenn die Beleuchtung ausreichend intensiv ist und Temperatur sowie Wasserführung stabil bleiben; schwaches Fensterlicht ist meist unzureichend. Die ungewöhnliche Form der Fallen erfordert keine abweichende Bewässerung, Düngung oder Fütterung. Moorbeet- und Kübelkultur funktionieren, sofern geeignetes Wasser, ein nährstoffarmes Medium und eine jahreszeitliche Ruhe gewährleistet sind. Da für den Klon keine abweichenden Temperaturgrenzwerte belegt sind, gelten die Kulturwerte der Art. Der Kontrollrhythmus beträgt im aktiven Wachstum 14 Tage, in der Ruhephase 30 Tage und bei Sämlingen 7 Tage. Diese Intervalle sind Pflegekontrollen, keine starre biologische Uhr.

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Substrat-Ökologie

In der Natur besiedelt die Wildart feuchte, saure und nährstoffarme Böden der Küstenebene. Für die Kultur von GJ Bloody Nurse sollte das Substrat diesen Wurzelbedingungen entsprechen: Es soll Wasser halten, wenig verfügbare Nährstoffe enthalten und zugleich genug Struktur für einen funktionsfähigen Wurzelraum behalten. Geeignet sind etablierte Dionaea-Medien auf Basis von ungedüngtem Weißtorf oder langfaserigem Sphagnum, je nach Rezeptur mit gewaschenem Quarzsand oder Perlite gelockert. Es gibt kein veröffentlichtes Sonderrezept für GJ Bloody Nurse. Deshalb wäre es irreführend, ein bestimmtes Mischungsverhältnis als Eigenschaft oder Pflicht dieses Kultivars zu präsentieren. Handelsübliche Blumenerde, Kompost, Dünger und kalkhaltige Zuschläge passen nicht zu den nährstoffarmen Bedingungen.

Bewässert wird mit mineralarmem Wasser, typischerweise über einen Untersetzer oder eine andere kontrollierte Feuchthaltung. Während der aktiven Saison kann das Medium sehr nass gehalten werden; entscheidend sind saubere Wasserqualität und ein nicht versalzender Topf. In der kühlen Ruhe wird ebenfalls nicht vollständig ausgetrocknet, doch die Wasserführung sollte zu Temperatur und Behälter passen. Ein gestautes, verdichtetes oder über Jahre zerfallenes Medium kann den Wurzelbereich beeinträchtigen, während abruptes Austrocknen die Pflanze rasch schädigt. Die kurzen Zähne, breiten Fallen und Farbunterschiede von GJ Bloody Nurse begründen keine besonderen pH- oder Mineralstoffwerte. Entsprechend gelten die allgemeinen Bedürfnisse der Art und die verknüpften Dionaea-Kulturwerte.

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Praxisnotizen

Zur nachvollziehbaren Bestimmung sollten mehrere reife Fallen über mindestens eine Wachstumsphase dokumentiert werden. Sinnvolle Merkmale sind Länge und Breite der Fallenlappen, Öffnungswinkel, Biegung, Stellung und Länge der Randzähne sowie Innen- und Außenfärbung. Notiere Entwicklungsphase, direktes Sonnenlicht, Standort und Datum. So lässt sich erkennen, ob eine starke Krümmung oder Purpurfärbung wiederkehrt oder nur an einzelnen Blättern unter bestimmten Bedingungen auftritt. Vergleiche möglichst gleich alte Pflanzen in ähnlicher Kultur und verwende keine Handelsfotos als alleinigen Maßstab. Bei jungen Teilstücken ist eine vorschnelle Ablehnung oder Bestätigung unzuverlässig, weil sich Fallenform und Pigmentierung mit dem Wachstum verändern können.

Im Pflegealltag werden neue Fallen, Wasserstand, Substratzustand und saisonaler Ruheverlauf regelmäßig kontrolliert. Der gespeicherte Rhythmus liegt bei 14 Tagen in der Wachstumsphase, 30 Tagen während der Ruhe und 7 Tagen bei Sämlingen. Für GJ Bloody Nurse sind keine abweichenden Grenzwerte oder eine besondere Fütterung belegt. Herkunft und Mutterpflanze sollten auf dem Etikett bleiben; Sämlingsnachkommen sind getrennt zu führen. Bei Namensabgleichen ist GJ Bloody Nurse II als separater Green-Jaws-Angebotsname zu behandeln, bis eine dokumentierte Verbindung vorliegt. Die typische Fallenform lässt sich am zuverlässigsten an vollständig entwickelten Blättern beurteilen. Im frühen Austrieb und während der Winterruhe sind kleinere oder weniger stark gefärbte Fallen allein kein Hinweis auf eine abweichende Klonidentität.

sources

Quellenangaben

Name, Herkunft und Klonmerkmale

  • Vorstellung durch Mathias Maier (Green Jaws), 12. September 2015: Primärquelle für den Klonnamen, die Beobachtung auf Stabilität und den Beginn vegetativer Vermehrung; keine publizierte Elternschaft oder standardisierte Diagnose. Forumbeitrag.
  • Green Jaws: Produkt- und Namensnachweis; die Herkunftsangabe Nordamerika ist nicht klonspezifisch. Produktseite.
  • ICPS Registered Cultivars: Das Register vor Oktober 2020 enthält keinen exakten Treffer; die Seite weist auf nicht registrierte Veröffentlichungen hin. Register und Geltungsbereich.
  • Carnivorsandmore, Verkaufsliste 2024: Flach wachsender Typ mit kurzen dreieckigen Zähnen; unabhängige, unstandardisierte Handelsbeschreibung. PDF-Katalog.
  • Giardino Carnivoro: Gebogene, weit geöffnete Fallen, getrennte Zähne und grün-orange Färbung. Klonangebot.
  • PetersFlytraps: Kurze Zähne, breite oder gebogene Fallen und variable rote bis purpurne Färbung bei starkem Licht. Klonangebot.
  • Jeremiah’s Plants: Kurze Zähne, gebogene Fallen und intensive Rotfärbung; ein fester Drehwinkel ist nicht unabhängig bestätigt und wird nicht als Norm übernommen. Klonangebot.
  • Green Jaws Schweiz, GJ Bloody Nurse II: Separater Produktname und eigene Artikelnummer; kein Beleg für Synonymie oder Abstammung. Produktseite II.
  • ICPS Carnivorous Plant Photo Finder: Galerie mit Fotos unter dem Klonnamen; sie erteilt keine pauschale Wiederverwendungserlaubnis. Fotogalerie.

Taxonomie, Artbiologie und Kultur

  • Royal Botanic Gardens, Kew – Plants of the World Online: Akzeptierter Artname Dionaea muscipula J.Ellis, Familie Droseraceae und Areal in North und South Carolina. Taxonseite.
  • Flora of North America Editorial Committee (2015): Floristische Behandlung der Art und Familie im nordamerikanischen Florenwerk. Artprofil.
  • North Carolina State Extension: Botanische Beschreibung, Habitat sowie Wasser-, Licht- und Substratgrundlagen. Plant Toolbox.
  • ICPS Growing Guide: Kulturleitfaden für Venusfliegenfallen. Kulturanleitung.
  • ICPS Artenblatt: Grundlegende Morphologie, Fangmechanismus, Pflege und saisonale Ruhe. PDF-Informationsblatt.
  • U.S. Fish and Wildlife Service: Behördenübersicht zu Areal, Habitat und Schutz der Wildart. Species-Seite.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment zu Biologie, Verbreitung, Habitat, Hydrologie, Feuerökologie und Gefährdungsfaktoren. Assessment PDF.
  • Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): “Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism.” Ecological Monographs 28(2): 193–218. Volltext.
  • Böhm, J. et al. (2016): “The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake.” Current Biology 26(3): 286–295. Volltext.
  • Schulze, W.X. et al. (2012): Proteomische Analyse der Verdauungsflüssigkeit und ihrer Enzyme. Volltext.
  • Gao, P. et al. (2015): Integration von über Fallen und Wurzeln aufgenommenem Stickstoff. Artikelangaben.
  • Youngsteadt, E. et al. (2018): Feldstudie zu Beutefang und Bestäubung. Artikelangaben.
  • Suda, H. et al. (2020): Calciumdynamik während des Fallenverschlusses. Artikelangaben.

Klonmerkmale beruhen auf der Vorstellung durch den Züchter und mehreren voneinander getrennten, jedoch nicht standardisierten Kulturbeschreibungen. Widersprüchliche Form- und Farbangaben werden als Variabilität kenntlich gemacht. Allgemeine Angaben zur Artökologie und Kultur sind keine zusätzlichen Klondiagnosen. Fremde Fotografien wurden nicht eingebunden.

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Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Bloody Nurse', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-bloody-nurse/