Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Dracula FAKE'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
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Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula „Dracula FAKE“ ist ein im Sammlerhandel verwendeter Name für einen Klon, der vom registrierten Kultivar Dionaea ‘Dracula’ unterschieden wird. Es handelt sich um eine gärtnerische Auswahl innerhalb derselben Art, nicht um eine zweite botanische Art. Beide Pflanzen bilden die typische Rosette mit beweglichen, zweilappigen Fangblättern, Reizhaaren im Inneren und Randcilien. Die Artzugehörigkeit sagt also nichts darüber aus, ob ein einzelnes Exemplar dem echten ‘Dracula’ oder dessen Geschwisterklon entspricht. Das Wort „FAKE“ ist historisch als Warn- und Unterscheidungsname entstanden; es bedeutet nicht, dass die Pflanze botanisch unecht wäre. Die Bezeichnung wird hier zur Rückverfolgbarkeit beibehalten, aber ausdrücklich nicht als gesicherter formeller Kultivarname behandelt.
Der wichtigste Unterschied betrifft laut einer Diskussion von Dionaea-Sammlern die Gestalt der Randzähne: Beim echten ‘Dracula’ wurden an größeren Fallen kleine seitliche Einkerbungen an den spitzen Zähnen beschrieben; beim abweichenden Klon sollen diese fehlen. Außerdem wurde für den echten ‘Dracula’ eine stärker gebogene Falle, kräftige Rotfärbung der Innenfläche und ein rotes Außenband genannt. Andere Sammler- und Händlerangaben ordnen „Fake Dracula“ eher aufrecht wachsend ein und beschreiben etwas kleinere Fallen mit etwas längeren Randcilien. Diese Merkmale stammen aus Sammlerbeobachtungen und Handelsbeschreibungen, nicht aus einer veröffentlichten standardisierten Diagnose. Wuchs und Färbung können zudem auf Kulturbedingungen reagieren. Deshalb werden die Unterschiede als berichtete Hinweise formuliert und nicht als allein ausreichender Echtheitstest.
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Taxonomie und Namensgebrauch
Die botanische Grundart heißt Dionaea muscipula J.Ellis. Der ICPS-Eintrag dokumentiert den Kultivarnamen ‘Dracula’ als von T. Cox registriert und verweist auf die Beschreibung von Bailey und McPherson aus dem Jahr 2013. „Dracula FAKE“ beziehungsweise „Fake Dracula“ ist ein davon unterscheidbarer Sammlername. Eine 2013 geführte Diskussion dokumentiert, dass der Besitzer der abweichenden Pflanze sie nach dem Vergleich als „fake Dracula“ bezeichnen wollte. Die italienische Fachsammlung führt die Pflanze separat als D33 und notiert sie als Geschwister des echten ‘Dracula’. Diese Belege stützen den Gebrauch als Name eines eigenen Klons, aber nicht eine formelle Registrierung dieses Namens.
Der Züchter des registrierten ‘Dracula’ erklärte in derselben Diskussion, neben dem ausgewählten ‘Dracula’ sei ein weiterer Klon aus der ursprünglichen Sämlingsgruppe erhalten geblieben, den er als „G14 × Dentate“ führte. Er vermutete, dass ein Fotoverweis auf die Eltern dieses Geschwisterklons mit dessen Identität verwechselt worden sein könnte. Diese Erklärung ist eine plausible Herkunftshypothese für die Verwechslung, aber keine lückenlos belegte Etikettenkette für jede Pflanze, die heute als „Fake Dracula“ verkauft wird. Die aktuelle Registersuche findet den Namen ‘Dracula’, jedoch keinen eigenen registrierten Eintrag für „Dracula FAKE“. Der Codex trennt deshalb den anerkannten Namen des Originals von der informellen Bezeichnung des Geschwisterklons und stellt die offenen Teile der Namensgeschichte sichtbar dar.
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Standort und Verbreitung
Das natürliche Areal von Dionaea muscipula liegt in der atlantischen Küstenebene North Carolinas und South Carolinas. Die Venusfliegenfalle wächst dort in offenen, sehr hellen und dauerhaft bis saisonal feuchten Lebensräumen über sauren, nährstoffarmen Böden. Beschrieben sind unter anderem nasse Sand- und Torfstandorte, Sphagnum-Bereiche sowie offene Kiefern-Savannen und angrenzende Feuchtgebiete. Der Boden kann im Jahreslauf unterschiedlich nass sein, doch die Pflanze wächst terrestrisch und nicht dauerhaft unter Wasser. Lichtmangel durch dichte Gehölze ist für geeignete Bestände ein Problem; natürliche Störungen und Management beeinflussen, ob die Vegetation offen bleibt. Diese ökologische Verbreitung gilt für die Art und liefert keine separate Naturherkunft für einen europäischen Gartenklon.
Für „Dracula FAKE“ ist kein Wildfund, keine konkrete County-Angabe und keine natürliche Population belegt. Der Name entstand innerhalb einer Sammler- und Tauschgeschichte, nicht als geographische Herkunftsform. Die plausible Verbindung zur Sämlingsgruppe des echten ‘Dracula’ beruht auf der Aussage des Züchters und der späteren Bezeichnung als Geschwister; daraus folgt kein eigenständiger Naturstandort. Kulturangaben des Handels wie „Nordamerika“ sind daher lediglich Herkunft der Grundart, keine Provenienz dieses Klons. Bei der Pflege ist die Ökologie von Dionaea muscipula maßgeblich: viel Licht, saurer nährstoffarmer Wurzelraum und kontrollierte Feuchtigkeit. Die aufrechter berichtete Wuchsform rechtfertigt weder einen schattigen Standort noch eine trockene oder tropische Kultur.
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Ökologische Anpassungen
Die Fangblätter ergänzen bei der Grundart die Mineralstoffaufnahme über die Wurzeln. Die Beute liefert zusätzliche Nährstoffe, was in den nährstoffarmen Standorten des natürlichen Areals vorteilhaft ist; sie ersetzt aber weder Licht noch einen gesunden Wurzelraum. Die Rosette wächst terrestrisch an feuchten Stellen, die meist offen genug für direkte oder sehr helle Besonnung sind. Werden solche Flächen dauerhaft beschattet oder mit Nährstoffen angereichert, verändern sich die Konkurrenzverhältnisse und die Dionaea kann verdrängt werden. Insektenbestäubung und Beutefang finden teilweise getrennt statt: Feldbeobachtungen zeigen, dass die hoch getragenen Blüten nur selten von den Fallen gefangen werden. Das sind Eigenschaften und ökologische Beziehungen der Art, keine Sonderanpassungen eines einzelnen Klons.
Für „Dracula FAKE“ sind keine eigenen ökologischen oder physiologischen Untersuchungen bekannt. Glattere Randcilien, eine andere Blattstellung, kleinere Fallen oder eine weniger intensive Färbung begründen keine abweichende Ernährungsweise. Der zweite, als Geschwister bezeichnete Klon kann in einer Sämlingsgruppe eigene Formmerkmale erhalten haben; die Sammlerquellen zeigen jedoch keine Unterschiede bei Wasserbedarf, Beutefang, Wurzelaufnahme oder Standorttoleranz. Selbst ein überzeugender Unterschied am Blatt wäre zunächst ein morphologischer und kein ökologischer Befund. Pflege und Einordnung folgen deshalb der Grundart. Aussagen zu anderer Lichttoleranz, höherer Trockenheitsfestigkeit oder einer besonderen Nährstoffversorgung wären ohne direkte Vergleichsversuche spekulativ und werden hier nicht übernommen.
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Morphologie
Eine Fangfalle der Venusfliegenfalle besteht aus zwei beweglichen Lappen, die an einer Mittelrippe verbunden sind. Reizhaare auf der Innenseite nehmen Berührungen auf; am Rand stehen verlängerte Cilien, die häufig als Zähne oder Wimpern bezeichnet werden. Bei der Art kommen Unterschiede in Blattstiel-Länge, Fallenwinkel, Größe und Pigmentierung vor. Die Blätter entspringen einer bodennahen Rosette aus einem kurzen Rhizom. Zur Fortpflanzung kann die Pflanze einen erhöhten Blütenstängel mit weißen Blüten bilden. Diese Artmerkmale sind wichtig, weil die Namen ‘Dracula’ und „Dracula FAKE“ beide dieselbe Grundmorphologie teilen. Eine allgemeine Dionaea-Falle oder eine beliebige rote Falle reicht daher nicht aus, um einen der beiden Klone zu identifizieren.
Für den echten ‘Dracula’ nennt sein Züchter gewölbte Fallen, spitze dreieckige Randzähne mit kleinen seitlichen Dentationen an größeren Fallen, tiefrote Innenseiten und ein rotes Band auf der Außenseite. Die frühe Diskussion beschreibt „Dracula FAKE“ dagegen mit eher glatten, nicht seitlich eingekerbten Randzähnen und kleiner wirkenden Fallen. Carniflore nennt etwas längere Randcilien und ebenfalls etwas kleinere Fangflächen. Eine Sammlerbeobachtung hebt zunächst aufrechten Wuchs hervor, doch derselbe Diskussionsverlauf zeigt, dass auch der echte ‘Dracula’ je nach Pflanze und Kultur zeitweise aufrechte Blätter bilden kann. Die Merkmale müssen daher gemeinsam, an reifen Fallen und über Zeit betrachtet werden; Blattstellung allein ist kein zuverlässiges Trennmerkmal.
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Dracula FAKE im Vergleich zum Original
„Dracula FAKE“ wird als Geschwisterklon des registrierten ‘Dracula’ geführt und nicht als dessen Synonym. Die Sammlungsinventur der italienischen Fachgesellschaft listet beide getrennt; für den Geschwisterklon nennt sie keine formelle Beschreibung. In der Diskussion von 2013 wurde der Unterschied an den Randzähnen festgemacht: Beim echten ‘Dracula’ zeigen größere Fallen kleine seitliche Zacken oder Dentationen an den spitzen Zähnen; beim später „Fake Dracula“ genannten Klon sollen diese Nebenkerben fehlen. Der Originalklon wurde außerdem als stark gewölbt, innen tiefrot und mit roter Linie auf der Außenseite beschrieben. Das bildet die Vergleichsbasis, gegen die die abweichende Pflanze damals diskutiert wurde.
Die dokumentierten Hinweise für „Dracula FAKE“ lauten: glattere, nicht seitlich gezähnte Randcilien, eine tendenziell aufrechte Blattstellung sowie etwas kleinere Fallen mit relativ längeren Cilien. Die Angaben sind nicht vollständig deckungsgleich und es gibt keine veröffentlichten Maße oder genetische Bestätigung. Ein Diskussionsbeitrag des Originalzüchters erklärt, dass neben dem ausgewählten ‘Dracula’ ein anderer Sämlingsklon aus derselben Ausgangsgruppe behalten wurde; eine spätere Sammlung führt den Fake als Geschwister. Das ist ein Hinweis auf nahe Verwandtschaft, aber kein gesicherter Elternnachweis für jedes Handelsstück. Die Bezeichnung „FAKE“ bezeichnet somit einen echten, separaten Dionaea-Klon mit informellem Namen, nicht die registrierte Originalpflanze und auch keine nachgewiesene Fälschungsabsicht einer bestimmten Person.
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Fangmechanismus und Beutefang
Der Verschlussmechanismus der Grundart ist ein rascher Bewegungsprozess, der durch Reizung der inneren Triggerhaare eingeleitet wird. Wiederholte Reize in engem zeitlichen Zusammenhang erzeugen elektrische Signale; anschließend klappen die beiden Lappen zusammen. Bleibt nach dem ersten Schließen eine geeignete Beute in der Falle und bewegt sie sich weiter, verdichtet sich der Verschluss und die Verdauungsphase kann beginnen. Ungeeignete Reize führen nicht zwingend zu einer dauerhaften Verdauungsreaktion. Die Aufnahme gelöster Nährstoffe erfolgt danach über die Fallenoberfläche. Diese Mechanik wurde an Dionaea muscipula untersucht und wird nicht durch die bloße Verwendung eines anderen Klonnamens verändert.
Für „Dracula FAKE“ gibt es keine veröffentlichte Messung, die eine andere Reizschwelle, Verschlusszeit oder Beuteauswahl zeigt als beim registrierten ‘Dracula’ oder der Grundart. Die sichtbare Differenz der Randcilien darf nicht mit einer Veränderung der Triggerhaare verwechselt werden: Randzähne dienen nicht dazu, den Verschluss auszulösen. Ebenso beweist eine glattere Dentation nicht, dass kleine Tiere besser entkommen oder die Falle weniger gut abdichtet. Solche Fragen würden vergleichende Versuche an authentisch etikettierten Pflanzen erfordern. Beim Umgang sollte man die Fallen nicht wiederholt ohne Beute auslösen, um den Namen zu prüfen. Die Unterschiede lassen sich besser an reifen, geöffneten Fallen und an der Wuchsform über die Saison vergleichen.
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Blüte und Erhaltung des Geschwisterklons
„Dracula FAKE“ bildet wie andere Pflanzen der Art einen Blütenstand aus der Rosette und kann nach Bestäubung Samen ansetzen. Samen aus dem Klon sind Nachkommen mit neu kombinierter genetischer Ausstattung, keine vegetativ identischen Kopien. Selbst wenn ein Sämling einzelne Merkmale wie rote Innenflächen oder glattere Randzähne zeigt, darf er nicht automatisch unter dem Namen des Mutterklons weitergegeben werden. Die Blüte benötigt Ressourcen, deshalb entscheiden Kulturzustand, Größe und Gesundheit der konkreten Pflanze darüber, ob sie stehen bleibt. Es gibt keine spezielle Blüh- oder Fruchtbiologie, die für diesen Geschwisterklon gegenüber dem echten ‘Dracula’ belegt wäre.
Wenn die Unterschiede erhalten werden sollen, ist vegetative Vermehrung erforderlich. Teilung von Tochterrosetten, Rhizomteilung und geeigneter Blattzug können genetisch denselben Klon weiterführen. Beim Trennen sollten Mutterpflanze, Ableger, Anbieter und Vermehrungsdatum gemeinsam dokumentiert werden. Das ist hier besonders wichtig, weil die Namen ‘Dracula’, „G14 × Dentate“ und „Dracula FAKE“ historisch in einer Verwechslungsgeschichte auftauchen. Eine lückenlose Etikettenkette hilft, den Geschwisterklon vom registrierten Original zu unterscheiden; eine optische Ähnlichkeit allein belegt keine Herkunft. Sämlinge sind als Sämlinge zu kennzeichnen. Die derzeit auffindbaren Quellen dokumentieren keine vollständige kommerzielle Weitergabekette des Fake-Klons.
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Kultur von Dracula FAKE
Für „Dracula FAKE“ wurde keine eigene Kulturregel gefunden. Die Haltung folgt deshalb dem temperierten Dionaea-Standard: sehr hell bis sonnig nach Akklimatisierung, mineralarmes Wasser und ein saurer, nährstoffarmer Wurzelraum. Während des Wachstums darf das Medium nicht austrocknen; eine Anstau-Bewässerung ist dafür gängig, sofern der Topf genügend Luft im Substrat hält. Hohe Luftfeuchte oder ein geschlossenes Terrarium sind kein Ersatz für Licht und keine besondere Voraussetzung. Eine andere Blattstellung in einem bestimmten Topf kann auf Licht, Temperatur oder Entwicklungsphase reagieren; sie beweist nicht, dass der Fake-Klon grundsätzlich aufrechter wächst als ‘Dracula’ unter vergleichbaren Bedingungen.
Der Jahresgang sollte bei Freiland- und ungeheizter Gewächshauskultur berücksichtigt werden. Eine kühle Winterphase passt zum temperierten Klima der Art; der Wurzelballen soll jedoch weder austrocknen noch im kleinen Gefäß extrem durchfrieren. In gut beleuchteter Innenkultur sind abweichende Winterführungen beschrieben, weshalb kein starres Temperaturfenster als universelle Pflicht angegeben wird. Während einer Saison sollten beide Klone – falls Vergleichsmaterial vorhanden ist – am selben Platz, in gleichartigem Medium und mit gleicher Bewässerung beobachtet werden. So lassen sich genetische Merkmale besser von Kulturreaktionen trennen. Für den Fake wurden weder höhere Frosttoleranz noch ein besonderer Licht- oder Wasserbedarf nachgewiesen.
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Wurzelraum und Substrat
Die Wurzeln von Dionaea muscipula entwickeln sich in sauren, nährstoffarmen und feuchten Böden. In Kultur wird daher ein ungedüngtes Medium verwendet, das Wasser speichern und zugleich genug Luft im Wurzelraum halten kann. Geeignet sind strukturstabile Mischungen aus saurer Torf- oder geeigneter Faserbasis mit einem luftführenden Zuschlag; das genaue Verhältnis hängt vom Material und der Topfgröße ab. Kalkhaltige Bestandteile, salzreiches Leitungswasser und Dünger können den empfindlichen Wurzelraum belasten. Regen-, Osmose- oder destilliertes Wasser verhindert unnötige Mineralstoffanreicherung. Eine Wasserschale kann in der Wachstumsphase die gleichmäßige Feuchte erleichtern, sofern das Medium nicht in einer verdichteten, sauerstoffarmen Masse steht.
Es gibt keinen Hinweis, dass „Dracula FAKE“ als Geschwisterklon ein abweichendes Substrat verlangt. Die kleinen oder relativ länglichen Fallenbeschreibungen betreffen oberirdische Merkmale und sagen nichts über besondere Wurzelphysiologie. Ein kleiner wirkender Klon sollte nicht automatisch in einen kleinen Topf gesetzt werden, wenn dadurch Feuchte und Temperatur stärker schwanken. Bei Umtopfen und Kulturwechseln können Blattwinkel, Fallenmaß und Pigmentierung vorübergehend von der gewohnten Erscheinung abweichen. Ein Vergleich mit dem Original sollte deshalb erst nach einer Erholungsphase unter gleichen Bedingungen erfolgen. Die Art bildet keinen Bedarf an gedüngter Erde oder einer fleischbasierten Wurzelversorgung aus; Beutefang ist eine Ergänzung zur Aufnahme über die Wurzeln.
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Bestimmung und Dokumentation
Für eine saubere Dokumentation von „Dracula FAKE“ sollten Beobachtungen an mehreren reifen Fallen erfasst werden. Wichtig sind die Form der Randzähne unter Vergrößerung, das Vorhandensein oder Fehlen seitlicher Dentationen, die relative Cilienlänge, die Fallenwölbung, das Größenverhältnis von Falle zu Cilien und die Färbung innen sowie außen. Blattstellung allein ist weniger aussagekräftig, weil Sammlerbeiträge auf kulturbedingte Unterschiede selbst innerhalb als ‘Dracula’ gelieferter Pflanzen hinweisen. Wenn möglich, werden Original und Fake nebeneinander bei gleicher Beleuchtung und in derselben Entwicklungsphase fotografiert. Jungpflanzen, Gewebekultur-Ableger und umgestellte Exemplare sollten nicht mit ausgewachsenen Pflanzen gleichgesetzt werden.
Die Bezeichnung „Dracula FAKE“ sollte mit einer überprüfbaren Liefer- und Vermehrungsnotiz geführt werden. Das Etikett muss den Originalklon ‘Dracula’ und den Geschwisterklon klar auseinanderhalten; „G14 × Dentate“ kann als überlieferter Name des zweiten Sämlings in Quellen erwähnt werden, aber nicht ohne belegte Herkunft automatisch als Synonym eingetragen werden. Vegetative Ableger erhalten die Kennung der Mutterpflanze, Aussaat erhält eine eigene Sämlingskennung. Das Kulturprofil empfiehlt Kontrollen alle 14 Tage während des Wachstums, alle 30 Tage während der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Diese Intervalle dienen der Zustandskontrolle und sind kein automatischer Bewässerungsplan. Die Pflege wird bei akuter Trockenheit, Schädlingsbefall oder Schäden sofort angepasst.
sources
Quellenangaben
Geschwisterklon und Abgrenzung zu ‘Dracula’
- International Carnivorous Plant Society, CP Names: Registered Dionaea Cultivars. Registereintrag. Führt den registrierten Namen Dionaea ‘Dracula’ von T. Cox; kein eigener Registereintrag für „Dracula FAKE“ in der eingesehenen Liste. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Bailey, T. & McPherson, S. (2013): Dionaea, S. 212–213, Beschreibung des Kultivars ‘Dracula’. Veröffentlichung und Registrierungsdaten sind im ICPS-Register referenziert. ICPS-Nachweis registrierter Kultivare aus 2013. Führt ‘Dracula’ als von T. Cox benannten Kultivar.
- Società Italiana di Orchidologia, Collezione Dionaea muscipula: Einträge D33 und D36. Sammlungsinventar. Führt „Dracula Fake“ getrennt von ‘Dracula’ als dessen Geschwisterklon; ohne eigene formelle Beschreibung. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Carnivorous Plants UK Forum (2013): Dracula young traps? Diskussion mit Beiträgen von Trev Cox und Sammlern. Der Züchter beschreibt die Merkmale des echten ‘Dracula’, einen zweiten behaltenen Sämlingsklon „G14 × Dentate“ und eine mögliche Etikettenverwechslung. Der Verlauf zeigt zugleich, dass Blattstellung von Kulturbedingungen beeinflusst wird. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e.V. (2013): Fake Dionaea m. ‘Dracula’? Sammlerdiskussion. Dokumentiert, wie der Besitzer die abweichende Pflanze als „fake Dracula“ bezeichnen wollte; enthält zeitgenössische Vergleichsangaben, aber keine standardisierte Diagnose. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Carniflore: Dionaea “fake dracula”. Händlerbeschreibung. Bezeichnet die Pflanze als nicht offiziellen Kultivarnamen und berichtet geringfügig längere/größere Cilien sowie etwas kleinere Fallen. Händlerangabe, nicht unabhängig vermessen. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Green Jaws: Dionaea muscipula – Dracula FAKE, Produktnummer 104.000.037. Sortimentsseite. Bestätigt den aktuellen Handelsnamen, ohne ausführliche Klondiagnose. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Green Jaws: Dionaea muscipula – Dracula, Produktnummer 104.000.036. Produktseite des Originals. Händlerangaben zu Herkunftszuschreibung, Fallenwölbung, roten Innenflächen, Außensaum, Zähnen und Wuchs des echten ‘Dracula’. Nicht als unabhängige Merkmalsstudie gewertet. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
Taxonomie, Habitat und Pflege der Grundart
- Royal Botanic Gardens, Kew: Dionaea muscipula J.Ellis, Plants of the World Online. Taxonprofil. Akzeptierter Artname, Autorenangabe, Familie und natürliches Areal. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Flora of North America Editorial Committee (2015): Dionaea muscipula, Flora of North America North of Mexico, Vol. 6. Artbeschreibung. Morphologie, Verbreitung, Habitat und natürliche Variation der Grundart. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap (Dionaea muscipula), Version 1.1. Statusbewertung. Bericht zu Populationen, Verbreitung, Habitat, Feuerökologie und Gefährdungen. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- NatureServe: Dionaea muscipula – Conservation Status Assessment. Artenprofil. Regionale Daten zu Vorkommen, Ökologie und Schutzbewertung der Wildart. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): “Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism.” Ecological Monographs 28(2): 193–218. DOI 10.2307/1942208. Ökologische Untersuchung zu Standortbedingungen und Areal. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
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- Brittnacher, J. (2019): “Grow Venus flytraps indoors.” Carnivorous Plant Newsletter 48(4): 178–182. Artikel. Erfahrungsbericht zur Innenkultur und flexibler Winterführung. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Vermehrungsanleitung. Vegetative Vermehrung durch Blattzug und basales Rhizomgewebe. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
Fangmechanismus, Ernährung und Bestäubung
- Hodick, D. & Sievers, A. (1989): “On the mechanism of trap closure of Venus flytrap (Dionaea muscipula Ellis).” Planta 179: 32–42. DOI 10.1007/BF00395768. Experimentelle Arbeit zu Reizung und Verschlussbewegung. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Böhm, J. et al. (2016): “The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake.” Current Biology 26(3): 286–295. Volltext. Elektrische Reizsignale und Aufnahme nach dem Beutefang. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Schulze, W. X. et al. (2012): “The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap Sheds Light on Prey Digestion Mechanisms.” Molecular & Cellular Proteomics 11(11): 1306–1319. PubMed-Nachweis. Primärstudie zur Zusammensetzung der Verdauungsflüssigkeit. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Gao, P. et al. (2015): “Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula.” New Phytologist 205(3): 1320–1329. PubMed-Nachweis. Primärstudie zur Stickstoffaufnahme über Fallen und Wurzeln. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): “Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators.” The American Naturalist 191(4): 539–546. DOI 10.1086/696123. Feldstudie zu Bestäubern und Beutefang. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
Quellenkritik
Die Registrierungsquelle beschreibt das Original ‘Dracula’, nicht den Geschwisterklon. Die Bezeichnung „Dracula FAKE“ ist in Sammler- und Handelstexten belegt, während die ICPS-Datenbank nur das Original als registrierten Namen ausweist. Aussagen zu glatteren Randzähnen, aufrechterem Wuchs und relativ längeren Cilien beruhen auf zeitgenössischen Sammlerbeobachtungen und einer Händlerbeschreibung; Wuchs wurde im Forum ausdrücklich als kulturabhängig diskutiert. Die Verbindung zum zusätzlich behaltenen Sämling „G14 × Dentate“ ist eine vom Züchter erläuterte Erklärung für die Verwechslung, keine lückenlose Abstammungsakte jeder heute so verkauften Pflanze. Botanische und physiologische Quellen betreffen ausschließlich die Grundart.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Dracula FAKE', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-dracula-fake/
