Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Double Trouble'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gartenklon, dessen Auswahl und vegetative Vermehrung Araflora für sich beansprucht; genaue Ausgangsprovenienz und Selektionsjahr sind nicht veröffentlicht. Kein eigener Wildfundort.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Double Trouble’ ist ein gärtnerisch benannter Klon der Venusfliegenfalle, dessen auffälligstes Merkmal in ungewöhnlich mehrfach angelegten Fangorganen liegt. Handels- und Kultivierungsbeschreibungen zeigen beziehungsweise nennen gegabelte, trichterförmige und gelegentlich miteinander verwachsene Fallen. Der ursprüngliche Anbieter Araflora beschrieb den Klon als Pflanze mit zwei Fallen und als vegetativ stabil. Spätere Beschreibungen zeigen ein weniger starres Bild: Neben Doppel- und Trichterformen kommen deformierte Übergangsformen und auch gewöhnlicher wirkende Fallen vor. Die Blätter werden als grün und eher niedrig wachsend beschrieben; für Fallen wird ein blass rötlich-oranger Ton angegeben.

Diese Angaben sind eine gärtnerische Diagnose und keine wissenschaftliche Vermessung. Es liegen keine veröffentlichten Grenzwerte zu Fallenlänge, Rosettendurchmesser, Zahl der Doppelanlagen pro Blatt oder deren Häufigkeit über mehrere Jahre vor. Auch Farbangaben hängen von Licht, Alter und Jahreszeit ab. Die Form darf nicht so dargestellt werden, als besitze jedes Blatt stets zwei vollständig funktionsfähige Fallen oder als sei die Verdopplung physiologisch untersucht. Die sorgfältige Kurzdiagnose lautet: niedrig wachsender Dionaea-Klon mit wiederkehrend gegabelten, trichterartigen oder verwachsenen Fangspreiten und erkennbarer Formvariabilität. Wo die Herkunft nicht vegetativ belegt ist, kann ein ähnlich deformiertes Blatt allein die Zugehörigkeit zu diesem Klon nicht beweisen.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Venusfliegenfalle gehört zur Familie Droseraceae und zur Ordnung Caryophyllales; Dionaea ist eine monotypische Gattung mit dieser einen anerkannten Art. ‘Double Trouble’ ist ein Kultivarname innerhalb der Gartenkultur, keine eigene Art, Unterart oder natürliche Varietät. Die International Carnivorous Plant Society führt auf ihrer Registerseite die bis Oktober 2020 registrierten Dionaea-Kultivare auf und weist ausdrücklich darauf hin, dass veröffentlichte Namen unregistriert bleiben können. ‘Double Trouble’ ist in diesem Registerbestand nicht aufgeführt. Daraus folgt keine Aussage, dass der Handelsname ungültig wäre, sondern nur, dass dort keine entsprechende Registrierung dokumentiert ist.

Araflora führt die Pflanze als eigenen Klon und erklärt, den Klon ausgewählt und über zwei Jahre vegetativ vermehrt zu haben. Diflora nennt ihn ebenfalls einen von Araflora geschaffenen Klon und gibt an, für die eigene In-vitro-Vermehrung Pflanzenmaterial von erfahrenen europäischen Sammlern erhalten zu haben. Das sind nachvollziehbare Herkunftsangaben aus Handel und Kultur, keine unabhängig publizierte botanische Erstbeschreibung. Ein formaler Standard mit festgelegten Vergleichsmerkmalen, Züchterdokumentation oder molekularem Identitätstest ist in den ausgewerteten Quellen nicht belegt. Deshalb werden die berichtete Herkunft, die Registerlage und die sichtbaren Merkmale getrennt beschrieben; eine wissenschaftlich abgesicherte Kultivardiagnose wird nicht vorgetäuscht.

habitat

Standort und Verbreitung

Die Wildart Dionaea muscipula stammt aus einer kleinen Region der atlantischen Küstenebene im Südosten der Vereinigten Staaten, vor allem aus North und South Carolina. Typische Lebensräume sind offene, saure und nährstoffarme Nasswiesen, feuchte Kiefern-Savannen und weitere zeitweise vernässte Sandstandorte. Die Pflanzen stehen dort in viel Licht; Wasserstand und Bodenfeuchte schwanken saisonal. Wiederkehrendes Feuer und andere natürliche oder fachgerecht gesteuerte Störungen halten Konkurrenzvegetation niedrig. Diese Verbreitungs- und Standortangaben beschreiben die Wildart und erklären ihre ökologische Spezialisierung, nicht die Entstehung eines einzelnen Gartenklons.

Für ‘Double Trouble’ ist kein eigener Wildfundort belegt. Araflora beschreibt die Pflanze als einen von ihm entwickelten Gartenklon, doch die genaue Ausgangspflanze, der Selektionsort und das Jahr der Auswahl werden nicht mit einer überprüfbaren Herkunftskette veröffentlicht. Die bei Händlern genannte Küstenebene der Carolinas ist daher die Heimat der Art und darf nicht als Sammelort des Klons gelesen werden. Auch ein flacher Wuchs im Topf weist nicht auf eine natürliche Population mit dieser Fallenform hin. Die ungewöhnlichen Fallen entstanden beziehungsweise wurden ausgewählt in Kultur. Eine glaubwürdige Herkunftsangabe nennt Araflora als berichteten Klonursprung und kennzeichnet die natürliche Provenienz als unbekannt, statt aus dem Artareal eine konkrete Klonherkunft abzuleiten.

ecology

Ökologische Einordnung

Die ökologische Grundfunktion von ‘Double Trouble’ entspricht der Venusfliegenfalle. Die Fangspreite ist ein bewegliches Blattorgan mit zwei Lappen, Reizhaaren auf den Innenflächen und Randzilien. Zeitlich passende mechanische Reize können den schnellen Verschluss auslösen; weitere Bewegung im Fangraum fördert den dichten Abschluss und die Verdauungsreaktion. Beutefang ergänzt die Mineralstoffversorgung in nährstoffarmen Böden, während die Pflanze ihren Kohlenstoff überwiegend durch Photosynthese gewinnt. Mehrere miteinander verbundene oder gegabelte Fallen verändern die sichtbare Architektur, aber die Pflanze bleibt eine terrestrische, saisonal geprägte Rosettenpflanze mit den Licht-, Wasser- und Nährstoffansprüchen der Art.

Für ‘Double Trouble’ gibt es keine kontrollierten Messungen dazu, ob gegabelte Fangspreiten häufiger Beute fangen, mehr Nährstoffe liefern, langsamer schließen oder mehr Energie kosten als normale Fallen. Behauptungen, die doppelte Falle verdoppele den Fangerfolg oder die Nährstoffaufnahme, sind deshalb nicht belegt. Ebenso ist nicht gezeigt, dass die Form eine Anpassung an einen besonderen Lebensraum darstellt. Manche ungewöhnlichen Fallen können voll funktionsfähig sein, andere deformiert oder teilweise verwachsen; Händlerfotos und Kurzbeschreibungen reichen nicht aus, die Funktion jeder Ausprägung festzustellen. Für die Pflege folgt daraus keine zusätzliche Fütterungspflicht. Die Pflanze wird nach den Bedürfnissen der Art kultiviert und ihre Fallenfunktion ungestört beobachtet, statt sie wiederholt zum vermeintlichen Leistungstest auszulösen.

morphology

Wuchsform und Morphologie

‘Double Trouble’ bildet eine Rosette aus Dionaea-Blättern, deren Blattspreite am Ende in die Fanglappen übergeht. Händler beschreiben den Wuchs als niedrig beziehungsweise flach und die Blattflächen als grün; kurze, schmale Blätter mit längerem Übergang zur Falle werden in einer europäischen Kulturangabe genannt. Charakteristisch ist die Unregelmäßigkeit der Fangspreiten: Eine einzelne Blattanlage kann gegabelt erscheinen, trichterartige Gestalt annehmen oder mehrere miteinander verbundene Fallenabschnitte tragen. Auch blass rötlich-orange Innenflächen werden berichtet. Die Fangzähne werden als schmal, lang und unregelmäßig beschrieben. Daneben entstehen laut derselben Beschreibung auch Fallen mit gewöhnlicherem Erscheinungsbild.

Die Gestalt ist damit kein einheitliches Muster, bei dem jede Falle dieselbe Zahl und Form von Öffnungen zeigen müsste. Begriffe wie ‘doppelt’, ‘gegabelt’, ‘trichterförmig’ und ‘verwachsen’ beschreiben beobachtete Silhouetten; sie bezeichnen keine einzeln vermessenen botanischen Strukturen. Für Rosettenbreite, Blattstiel- oder Fallenlänge, Häufigkeit der Formen, Zilienzahl und Farbanteile fehlen standardisierte Daten. Beleuchtung kann den Rotanteil beeinflussen, und neue Blätter können sich in der Ausprägung unterscheiden. Eine belastbare Bestimmung sollte daher mehrere ausgewachsene Blätter über einen längeren Zeitraum erfassen und typische wie abweichende Fallen zeigen. Ein einziges auffälliges oder beschädigtes Blatt ist weder eine vollständige Diagnose noch ein Beweis für die Sortenechtheit.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Im Vergleich zu einer gewöhnlich geformten Venusfliegenfalle wird ‘Double Trouble’ durch das wiederholte Auftreten von Doppel- oder Gabelanlagen, trichterartigen Fangspreiten und gelegentlicher Verwachsung mehrerer Fallenabschnitte kenntlich. Araflora beschreibt seinen Klon als mit zwei Fallen ausgestattet und vegetativ stabil. Die spätere Beschreibung von Diflora ergänzt, dass die Formen stark variieren und neben trichterförmigen oder verwachsenen auch gesunde, gewöhnlicher wirkende Fallen auftreten. Das Profil hält deshalb die Doppelanlage als zentrales Klonmerkmal fest, macht sie aber nicht zur zwingenden Eigenschaft jedes Blattes. Zur Farbe werden grüne Blätter und oft blass rötlich-orange Fallen angegeben; diese Nuance ist kein alleiniger Identitätsnachweis.

Eine gewisse Ähnlichkeit besteht mit der separat registrierten ‘Trichterfalle’ beziehungsweise ‘Funnel Trap’, deren Fallen an der proximalen Seite trichterförmig verwachsen sein können. Die ICPS-Beschreibung dieser Vergleichssorte nennt jedoch zwei jahreszeitlich unterschiedliche Blattformen, stark verlängerte, aufrechte Blattbasen und definierte trichterförmige Fallen; bei ‘Double Trouble’ wird dagegen ein niedriger Wuchs mit variablen gegabelten oder mehrfach verbundenen Fallen berichtet. Ähnliche Trichterformen machen beide Klone nicht identisch. Auch ‘DT3’ ist nicht einfach ein Synonym: Diflora bezeichnet es ausdrücklich als offen bestäubte Nachzucht von ‘Double Trouble’ und beschreibt variable, teils anders gefärbte Sämlinge. Samen-Nachkommen sind genetisch neu kombiniert und müssen getrennt vom vegetativ erhaltenen Ausgangsklon geführt werden.

ecology

Fangstrategie und Fallenfunktion

Die typische Dionaea-Falle schließt nicht bei jeder zufälligen Berührung. Reizhaare auf den Innenseiten der Lappen registrieren Kontakte; eine Folge passender Reize löst eine schnelle Änderung der Lappenkrümmung aus. Die Randzilien greifen ineinander und bilden zunächst einen Käfig, während weitere Reize durch bewegte Beute eine festere Abdichtung und Verdauungsreaktion unterstützen. Drüsen setzen anschließend Enzyme frei; nach der Verdauung öffnet sich die Falle wieder. Dieser Ablauf gehört zur Artbiologie und gilt als Ausgangsmodell auch für ‘Double Trouble’. Bei diesem Klon können die sichtbaren Fangorgane gegabelt, trichterförmig oder verwachsen sein, aber ihr innerer Reiz- und Verdauungsmechanismus wurde nicht separat experimentell untersucht.

Es ist nicht dokumentiert, ob die zusätzlichen sichtbaren Bereiche jeweils eigene Reizhaare, selbstständige Beweglichkeit und getrennte Verdauungskammern besitzen. Das Aussehen allein beweist nicht, dass jedes Gebilde eine unabhängige Falle ist. Manche Formen könnten mehrere Lappen oder Fangflächen innerhalb einer verbundenen Blattentwicklung zeigen; ohne Schnittbilder und Bewegungsversuche bleibt das eine morphologische Beschreibung, keine Entwicklungsdiagnose. Auch die verkäuferische Aussage, zwei Fallen fingen doppelt so viel Beute, ist unbelegt. Sinnvolle Beobachtung prüft, ob Lappen nach natürlichen Reizen schließen und wieder öffnen, ohne sie dafür häufig zu reizen. Fallen, die nicht dicht schließen, sind zu protokollieren, aber daraus sollte weder ein Sonderfutter noch eine abweichende ökologische Rolle abgeleitet werden.

reproduction

Fortpflanzung und Erhaltung des Kultivars

Die Art kann im Frühjahr einen über der Rosette stehenden Blütenstand mit weißen Blüten bilden. Bei Bestäubung entstehende Samen liefern Sämlinge, keine sortenechten Kopien eines benannten Dionaea-Klons. Für ‘Double Trouble’ ist in den ausgewerteten Quellen keine besondere Blütenform, abweichende Fruchtbarkeit oder sterile Linie dokumentiert. Wenn die charakteristische Fallenform erhalten werden soll, ist daher die vegetative Vermehrung des ausgewählten Mutterstocks maßgeblich. Dionaea kann über Tochterrosetten, Rhizomteilung und Blattstecklinge vermehrt werden; sterile In-vitro-Kultur ist eine weitere gärtnerische Methode. Araflora beschreibt seinen Klon als vegetativ stabil; ein mehrjähriger, unabhängig dokumentierter Stabilitätstest mit Zählung der Fallenformen ist nicht veröffentlicht.

Diflora gibt an, Pflanzenmaterial aus Sammlerkulturen erhalten und daraus In-vitro-Pflanzen erzeugt zu haben. Das stützt eine vegetative Vermehrung seiner Linie, ersetzt aber keine lückenlose Belegkette bis zum Araflora-Ausgangsklon. Difloras ‘DT3’ wird ausdrücklich als ‘Double Trouble’ × offen bestäubt bezeichnet und ist deshalb eine Sämlingsauswahl, nicht derselbe Klon. Jede Nachzucht aus Samen kann die Doppel- oder Trichtermerkmale verlieren oder eine neue Kombination zeigen. Etiketten sollten Mutterpflanze, Vermehrungsweg, Datum und Herkunft dokumentieren; Sämlinge gehören unter eine eigene Bezeichnung. Bei Teilung oder Blattsteckling sollten ungewöhnliche Fallenformen und normal geformte Vergleichsfallen der Mutterpflanze mitfotografiert werden, damit spätere Abweichungen nicht stillschweigend dem Namen zugeschlagen werden.

culture

Kulturfazit

‘Double Trouble’ braucht nach den vorliegenden Angaben keine eigene Spezialkultur abseits der Venusfliegenfalle. In saisonaler Außen- und Gewächshauskultur ist ein sehr heller bis sonniger Standort sinnvoll; nach einer dunklen Verkaufs- oder Innenraumphase wird direkte Sonne schrittweise gesteigert. Der Wurzelraum bleibt gleichmäßig feucht, wird aber nicht mit hartem oder mineralreichem Wasser versorgt. Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder geeignetes destilliertes Wasser begrenzen Salzablagerungen. Der flache Wuchs und die ungewöhnlichen Fallen machen die Pflanze nicht tropisch und befreien sie nicht vom Jahreslauf der temperierten Art. In saisonaler Kultur wird eine kühle Ruhephase mit Schutz vor schädlichem Durchfrieren des Rhizoms und Austrocknung berücksichtigt.

Eine ausgeprägte Winterruhe ist für ganzjährig intensiv beleuchtete Innenkultur nicht in jedem Fall zwingend; ICPS-Fachliteratur beschreibt solche Kultur mit starker Zusatzbeleuchtung und regelmäßiger Beuteversorgung. Das ist eine eigene Kulturführung und kein Freibrief für einen warmen, lichtarmen Winterplatz. Bei ‘Double Trouble’ ist nicht bekannt, dass die doppelte Fallenform eine besondere Lichtdauer, Temperatur oder Bewässerung verlangt. Die Häufigkeit deformierter Fallen darf nicht durch mehr Wasser, Dünger oder häufiges Füttern ‘korrigiert’ werden. Übliche Fallen können trotz mehrerer angeschlossener Fanglappen altern oder beschädigt werden; abgestorbene Blattreste werden vorsichtig entfernt. Da die Artblätter der Klone nicht auf individuelle Grenzwerte untersucht wurden, gelten die allgemeinen Kulturwerte der verknüpften Dionaea-Standardkultur und keine vermeintlich präzisen Sonderwerte aus einem Händlerprofil.

substrate

Substrat und Wurzelraum

In ihrer natürlichen Küstenebene wächst Dionaea in sauren, feuchten und stark nährstoffarmen Böden. Für die Kultur wird daher ein nährstoffarmes, strukturstabiles Medium ohne Kompost, Kalk, Dünger oder gewöhnliche Blumenerde verwendet. Entscheidend sind Wasserqualität, Topfhöhe, Luft im Wurzelraum und die Feuchteführung: Das Substrat bleibt feucht, darf aber nicht über längere Zeit anaerob und vollständig luftleer sein. Ungewaschene oder salzhaltige Zuschläge können die Wurzeln schädigen. Je nach Gefäß und Klima wird ein geeignetes Dionaea-Medium gewählt, nicht eine universelle Mischung aus vermeintlich exakter Rezeptur. Die empfohlenen Eigenschaften sind mit der verknüpften temperierten Kulturgruppe und dem Standardprofil abgestimmt.

Für ‘Double Trouble’ ist weder ein besonderer pH-Bereich noch ein abweichender Wurzelbau, Substratbedarf oder Mineralstoffhaushalt belegt. Mehrfach geformte Fallen liegen oberhalb des Wurzelraums und begründen keine andere Bodenchemie. Der flache Wuchs kann bei dichtem Moos oder benachbarten Rosetten dazu führen, dass neu gebildete Fallen weniger frei sichtbar sind; das ist eine praktische Beobachtungsfrage und kein Anlass, den Wurzelballen trockener oder nährstoffreicher zu halten. Bei langsamem Wachstum oder schwarz werdenden neuen Fallen wird zuerst Wasserqualität, Licht, Wurzelraumfeuchte und Substratabbau geprüft. Dünger im Wurzelmedium ist keine geeignete Fehlerkorrektur. Ein Umtopfen erfolgt bei verdichtetem oder zersetztem Medium und wird mit möglichst wenig Beschädigung der empfindlichen Wurzeln durchgeführt.

practice

Praxisnotizen und Kontrollrhythmus

Für diesen Kultivar sollte die Beobachtung Zahl und Form der Fangspreiten auseinanderhalten. Bei jeder neuen, ausreichend entwickelten Blattgeneration können typische einfache Fallen, gegabelte Fallen, Trichterformen und sichtbare Verwachsungen getrennt notiert werden. Ein Foto von oben und eines auf Höhe der Fallen zeigt, ob mehrere Lappen tatsächlich verbunden sind oder nur überlagert erscheinen. Ergänze Datum, Beleuchtung, Jahreszeit, Blattalter und Herkunft der Mutterpflanze. Eine einzelne ungewöhnliche oder teilweise geschädigte Falle reicht nicht für eine Klondiagnose. Bei Erhalt von Ablegern wird festgehalten, ob die Pflanze vegetativ von einer bekannten Linie stammt oder aus Samen gezogen wurde. ‘DT3’ und andere offen bestäubte Nachkommen dürfen nicht mit dem Originalklon zusammengeführt werden.

Der Kontrollrhythmus beträgt 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage während der Winterruhe und 7 Tage bei Sämlingen. Es handelt sich um Sichtkontrollen; der Abstand schreibt weder tägliches Gießen noch das Auslösen der Fallen vor. Prüfe Feuchtigkeit im Wurzelraum, Mineralarmut des Wassers, Licht, neue Blätter, Schädlinge und beginnende Fäulnis. Während der Ruhe wird die Feuchte regelmäßig kontrolliert, zugleich aber die geringere Verdunstung berücksichtigt. Bei Sämlingen sind Merkmale noch nicht sortenecht, selbst wenn einzelne Fallen doppelt erscheinen. Die wiederkehrende Häufigkeit der Formen lässt sich erst über mehrere Blätter und Jahreszeiten beurteilen. Blüten, Teilungen und In-vitro-Chargen werden mit Mutterpflanze und Vermehrungsweg beschriftet; unbestätigte Leistungsangaben zum Beutefang oder zur ‘doppelten Nährstoffaufnahme’ werden nicht als Pflegeanweisung behandelt.

sources

Quellenangaben

Klonherkunft und kultivarspezifische Angaben

  • Araflora: Dionaea muscipula ‘Double Trouble’, Originalangebot CarniVFT119. Quelle
    Araflora bezeichnet die Pflanze als eigenen, vegetativ stabilen Klon, sagt, sie habe zwei Fallen, und berichtet über zwei Jahre Vermehrung vor dem Verkauf. Händlerangabe, keine unabhängige morphologische Studie.
  • Diflora: Dionaea muscipula ‘Double Trouble’. Quelle
    Beschreibt einen flachen Araflora-Klon mit unregelmäßigen, gegabelten oder trichterartigen Fallen, gelegentlicher Verwachsung, grünen Blättern, blass rot-orangen Fallen und stark variabler Ausprägung. Kulturinformationen sind Anbieterangaben.
  • Diflora: Dionaea muscipula ‘DT3’. Quelle
    Der Anbieter kennzeichnet DT3 ausdrücklich als Double Trouble × offen bestäubt und beschreibt es als separate Sämlingsauswahl mit variablen Merkmalen; daher kein Synonym für den vegetativ erhaltenen Ausgangsklon.
  • International Carnivorous Plant Society: Registered Dionaea Cultivars, einschließlich ‘Trichterfalle’ E. Koenig. Quelle
    Die Registerseite listet Dionaea-Namen, die vor Oktober 2020 bei der ICPS registriert wurden, und erklärt, dass publizierte Namen unregistriert sein können. Double Trouble erscheint in diesem Registerbestand nicht. Der separate Eintrag zu ‘Trichterfalle’ beschreibt zwei saisonale Blattformen, lange aufrechte Blattbasen und proximal verwachsene trichterförmige Fallen. Daraus wird kein pauschaler Namensrechts- oder Gültigkeitsanspruch abgeleitet.
  • Società Italiana di Botanica: Collezione Dionaea muscipula, Bestandsverzeichnis. Quelle
    Führt ‘Double Trouble’ als Sammlungsakzession D70. Die Liste belegt Verwendung als Sammlungsetikett, nicht eine formale Kultivarregistrierung oder Diagnose.
  • Carnivorsandmore: Dionaea-Verkaufsliste 2023. Quelle
    Führt Double Trouble ausdrücklich als Araflora-Klon, der üblicherweise zwei Fallen pro Blatt formt. Als Händlerkatalog ist dies eine ergänzende Beobachtungsangabe, keine standardisierte Untersuchung.
  • Carnivero: Dionaea muscipula ‘Double Trouble’. Quelle
    Aktuelle Händlerbeschreibung des Araflora-Klons mit niedrigem Wuchs und gegabelten, trichterförmigen oder verwachsenen Fallen. Produktfotos und Text wurden nicht übernommen; die Angaben überschneiden sich mit der Anbieterbeschreibung.

Taxonomie, Areal, Habitat und Schutz

  • Royal Botanic Gardens, Kew, Plants of the World Online: Dionaea muscipula. Quelle
    Akzeptierter Artname, Familienzugehörigkeit und natürliches Areal.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle
    Nomenklatorische Autorschaft und Publikationsdaten des Artnamens.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for the Venus Flytrap, Version 1.1. Quelle
    Behördliche Synthese zu Areal, Lebensraum, Wasserhaushalt, Feuerökologie und Schutzbedrohungen.
  • North Carolina Natural Heritage Program: Vascular Plants of North Carolina, Dionaea muscipula. Quelle
    Amtlicher regionaler Floreneintrag zu Vorkommen und Habitat.
  • North Carolina Natural Heritage Program: Habitat 701.0, wet sandy fire-maintained herblands. Quelle
    Regionale Einordnung offener, feuchter und durch Feuer erhaltener Sandhabitate.
  • Weakley, A. S. et al. (2014): Flora of Shaken Creek Preserve and vicinity, North Carolina. Phytotaxa 178(1): 1–43. Quelle
    Floristische Felddaten aus Lebensräumen der Küstenebene.
  • Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2): 193–218. Quelle
    Klassische ökologische Feldarbeit zu Standortbedingungen und dem engen natürlichen Areal.
  • Luken, J. O. et al. (2005): Dionaea muscipula establishment and response in mowed Carolina Bay rims. Restoration Ecology 13(4): 670–675. Quelle
    Primärstudie zu Offenhaltung und Management von Carolina-Bay-Lebensräumen.
  • North Carolina Department of Natural and Cultural Resources (2019): Biodiversity Day – Venus Flytrap Preservation. Quelle
    Naturschutzkontext zu Habitatverlust, Feuerunterdrückung und Entnahme.

Physiologie, Fortpflanzung und Kultur der Art

  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle
    Kulturleitfaden zu sehr hohem Lichtbedarf, mineralarmem Wasser, geeignetem Wurzelraum und der Unterscheidung von Außen- und Innenkultur.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle
    Praxisanleitung zur vegetativen Vermehrung aus Blattmaterial.
  • North Carolina State University Extension: Venus Fly Trap Plant Toolbox. Quelle
    Institutionelle Referenz zu Morphologie, Lebensraum und allgemeinen Kulturansprüchen.
  • North Carolina Cooperative Extension: Venus Flytrap Dormancy. Quelle
    Fachinformation zur saisonalen Ruhe temperierter Pflanzen.
  • United States Botanic Garden: Cultivating Carnivorous Plants. Quelle
    Institutionelle Kulturhinweise zu Licht, Wasser, Substrat und Jahreslauf.
  • Brittnacher, J. (2019): Grow Venus flytraps indoors. Carnivorous Plant Newsletter 48(4): 178–182. Quelle
    Dokumentiert mehrjährige Dionaea-Innenkultur ohne ausgeprägte Ruhe unter intensiver Beleuchtung und regelmäßiger Fütterung; der Autor trennt dies von winterlicher Freilandkultur.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula teacher information sheet. Quelle
    Hintergrundblatt zu Wildpflanzen, saisonalem Wachstum und Kultur.
  • Darwin, C. (1875): Insectivorous Plants, Chapter III: Dionaea muscipula. Quelle
    Historische Primärbeobachtungen zu Reizhaaren, Fangbewegung und Verdauung.
  • Forterre, Y. et al. (2005): How the Venus flytrap snaps. Nature 433: 421–425. Quelle
    Mechanische Primärstudie zum schnellen Fallenverschluss.
  • Volkov, A. G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula. Plant Signaling & Behavior 3(10): 778–783. Quelle
    Primärstudie zu elektrischen Signalen und Bewegungsmechanik.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295. Quelle
    Primärforschung zu Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme.
  • Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224. Quelle
    Bildgebende Primärstudie zu Kalziumsignalen beim Verschluss.
  • Kreuzwieser, J. et al. (2014): The Venus flytrap attracts insects by the release of volatile organic compounds. Journal of Experimental Botany 65(2): 755–766. Quelle
    Primärarbeit zur Duftstoffabgabe und möglichen Beuteanlockung.
  • Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4): 539–546. Quelle
    Feldstudie zum Beutespektrum und zur Trennung von Fang- und Bestäubungsfunktion.
  • Hamon, L. E. et al. (2024): As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in Dionaea muscipula. American Journal of Botany 111(8): e16279. Quelle
    Primärstudie zu Bestäubern und Fortpflanzung.
  • Schulze, W. X. et al. (2012): The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap. Molecular & Cellular Proteomics 11(11): 1306–1319. Quelle
    Primäranalyse der Verdauungsflüssigkeit.
  • Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. New Phytologist 205(3): 1320–1329. Quelle
    Primärstudie zur Stickstoffaufnahme über Fallen und Wurzeln.

Quellenbewertung und Bildrechte

Für die Klonmerkmale stehen Arafloras eigene Kurzbeschreibung, Difloras spätere Kulturangaben und ergänzende Händler- und Sammlungsnachweise zur Verfügung. Sie belegen den fortdauernden Namensgebrauch und berichten wiederkehrende Doppel-, Gabel- und Trichterformen, bilden jedoch keine unabhängige morphometrische Studie oder lückenlose Identitätskette. Die Abgrenzung zur registrierten ‘Trichterfalle’ folgt deren eigener ICPS-Beschreibung; offen bestäubte DT3-Nachkommen werden vom vegetativ erhaltenen Klon getrennt. Artbiologie, Habitat und Kultur beruhen auf taxonomischen, behördlichen und wissenschaftlichen Quellen. Die lokale Mediathek-Suche ergab kein passendes eigenes Foto. In der Bildsuche fand sich keine exakt passende Aufnahme mit verifizierbarer freier Lizenz; Händlerbilder wurden nicht übernommen und die vier Bildfelder bleiben leer.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Double Trouble', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-double-trouble/