Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'D23'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
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Botanische Beschreibung
D23 ist die Handelsbezeichnung dieses Dionaea-muscipula-Datensatzes. Eine ausführliche Verkaufsbeschreibung zu einer Pflanze mit demselben Code schildert einen niedrigen, ausgebreiteten Wuchs mit vielen dicht stehenden Fallen. Sie beschreibt breite, nahe am Substrat liegende Blattspreiten sowie eine dunkelrote bis burgunderfarbene Falleninnenseite bei guter Beleuchtung; außen sollen die Fallen grün bis gelbgrün bleiben. Der hier importierte Anbieter nennt dagegen keine klonspezifische Gestalt, sondern nur allgemeine Angaben zu Sonne, Winterruhe und einer möglichen Wuchshöhe bis 20 Zentimeter. Deshalb lassen sich die ausführlicher genannten Merkmale nicht sicher diesem konkreten Handelsbestand zuordnen.
Dionaea muscipula bildet eine bodennahe Rosette aus Blattstielen und zweilappigen Fangblättern. Bei D23 ist nur die Zuordnung zur Art durch die Produktbezeichnung gegeben; eine dokumentierte Mutterpflanze, vegetative Lieferkette oder unabhängige Vergleichsserie fehlt. Der Name allein beweist weder einen stabilen Klon noch eine bestimmte Fallenform. Die kompakte, dichte Gestalt und die dunkle Innenfärbung werden hier als unbestätigte Handelsbeschreibung geführt, nicht als botanische Diagnose. Ohne übereinstimmende Merkmale an Pflanzen aus nachvollziehbarer Herkunft bleiben Größe, Farbe und Rosettendichte kultur- und jahreszeitabhängig. Der Eintrag übernimmt daher die gesicherte Grundbeschreibung der Art und kennzeichnet die wenigen D23-Angaben ausdrücklich nach ihrer begrenzten Beleglage.
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Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name der Art lautet Dionaea muscipula J.Ellis; sie gehört zur Familie Droseraceae und ist die einzige Art der Gattung Dionaea. D23 ist in diesem Datensatz ein gärtnerischer Handelscode, keine Unterart und kein eigener botanischer Name. Im verfügbaren Verzeichnis registrierter Dionaea-Kultivare findet sich kein Eintrag D23. Das Verzeichnis umfasst jedoch nur die dort bis Oktober 2020 registrierten Namen und weist darauf hin, dass publizierte, aber nicht registrierte Kultivarnamen existieren können. Das Fehlen eines Treffers belegt daher weder, dass die Bezeichnung nirgends publiziert wurde, noch dass alle Anbieter denselben Klon führen.
Der Code ist nachweislich mehrdeutig: Eine spezialisierte Sammlung führt D23 als Zugangscode für Kim-Jong-Il; ein anderer Pflanzenkatalog verwendet D23 für Black Pearl. Außerdem wurde D23 in einem älteren Sammlerbeitrag als vorläufige Nummer eines Sämlings benutzt. Diese Fälle sind nicht mit dem hier importierten D23 gleichzusetzen. Für den Handelsbestand fehlen ein ausgewiesener Ausleser, ein Nominierender, eine Registrierungsangabe, eine Elternkreuzung und eine lückenlose Herkunft. J.Ellis bezeichnet ausschließlich die botanische Autorschaft der Art. Kein Züchter oder Händler wird ohne ausdrücklichen Nachweis als Autor des Kultivarnamens in das Autorenfeld übernommen.
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Standort und Verbreitung
Die Wildart Dionaea muscipula ist auf die Küstenebene North Carolinas und angrenzende Gebiete South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Sie wächst dort in nassen bis dauerhaft feuchten, sauren und nährstoffarmen Böden, besonders in den feuchteren Teilen offener Kiefern-Savannen und an Sickerstellen. Flache Senken, offene Sandflächen und Gräben können geeignete kleinräumige Standorte bilden. Wiederkehrendes Feuer hält Gehölze und hochwüchsige Konkurrenzvegetation zurück und erhält die lichtreichen Bedingungen nahe dem Boden. Diese Ökologie erklärt den Kulturbedarf der Art, ist aber kein Beleg dafür, dass eine bestimmte D23-Pflanze aus einer Wildpopulation stammt.
Für den unter D23 angebotenen Bestand ist kein Fundort, Bundesstaat, County oder natürlicher Lebensraum dokumentiert. Die Händlerangabe „Nordamerika“ beschreibt lediglich eine grobe Herkunftsregion der Art und erlaubt keine Provenienzzuweisung für den Klon. Auch ein Verkaufsort oder ein späterer Zuchtstandort darf nicht als Wildfundort eingetragen werden. Die Kulturform kann über viele Generationen in Sammlungen vermehrt worden sein; dafür liegen hier weder Elternangaben noch Vermehrungsaufzeichnungen vor. Im Codex bleibt die Habitatbeschreibung deshalb auf die Wildart beschränkt. Die Unsicherheit betrifft allein die Herkunft und Identität des Handelscodes, nicht das eng begrenzte natürliche Areal von D. muscipula.
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Ökologische Anpassungen
Dionaea muscipula ergänzt die Photosynthese in nährstoffarmen Feuchtlebensräumen durch den Fang kleiner Tiere. Die beiden beweglichen Fallenlappen tragen auf ihrer Innenseite empfindliche Sinneshaare. Wiederholte Berührung innerhalb eines kurzen Zeitfensters erzeugt elektrische Signale und löst den Verschluss aus; anhaltende Reize durch eingeschlossene Beute fördern anschließend das Abdichten der Falle und die Sekretion von Verdauungsflüssigkeit. Gelöste Nährstoffe werden aufgenommen und innerhalb der Pflanze weiterverwendet. Diese Anpassungen gelten für die Art. Es gibt keinen belastbaren Nachweis, dass die mit D23 bezeichnete Pflanze eine abweichende Reizschwelle, Verdauungsleistung oder Beuteauswahl besitzt.
Offene Standorte, saure Böden und ein saisonaler Wechsel von Wachstum und winterlicher Ruhe prägen den Lebenszyklus. Feuerökologie ist ein Merkmal des natürlichen Habitats und darf nicht in eine künstliche Behandlung der Topfpflanze übersetzt werden. Die beschriebene rote Falleninnenseite könnte bei starkem Licht stärker sichtbar werden, wie es auch bei gewöhnlichen Dionaea-Pflanzen vorkommt; sie belegt keine besondere ökologische Anpassung dieses D23. Ebenso ist eine dichte Rosette keine nachgewiesene Verbesserung des Beutefangs. Für die Kultur werden daher die artspezifischen Ansprüche angesetzt. Eine zusätzliche Sonderpflege oder abweichende biologische Funktion wäre erst dann vertretbar, wenn sie an Pflanzen gesicherter D23-Herkunft wiederholt dokumentiert wird.
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Morphologie
Die belastbare Grundmorphologie ist die der Venusfliegenfalle: eine bodennahe Rosette mit einfachen Blattorganen, deren verbreitertes Ende aus zwei gelenkig verbundenen Fanglappen besteht. An deren Rand sitzen borstenartige Zähne; im Inneren befinden sich die Auslösehaare. Artbeschreibungen geben für die Rosette und die Fallen größenabhängige Spannweiten an, doch diese Werte sind keine Messungen des D23-Handelsbestands. Eine Verkaufsbeschreibung desselben Codes nennt kompakte, niedrig ausgebreitete Rosetten, eng stehende Fallen und relativ breite Blätter. Sie bezeichnet die Fallen als rundlich, mittelgroß bis groß und mit gewöhnlichen, gleichmäßig angeordneten Randzähnen.
Die gleiche Beschreibung nennt eine dunkelrote bis burgunderrote Innenseite bei guter Beleuchtung und grüne bis gelbgrüne Außenflächen. Ein zweiter Anbieter führt für D23 eine mögliche Gesamthöhe bis 20 Zentimeter auf, ohne die Messbedingungen oder den Reifegrad zu erläutern. Diese Angaben ergeben keine widerspruchsfreie, standardisierte Diagnose: Blattwinkel, Rosettendichte und Rotfärbung können mit Licht, Temperatur, Jahreszeit und Alter wechseln. Es fehlen veröffentlichte Maße, Vergleichsbilder mit Maßstab und wiederholte Beobachtungen einer nachvollziehbar identifizierten Mutterpflanze. Deshalb stehen kompakter Wuchs und dunkles Rot als zugeschriebene, vorläufige Merkmale im Profil; eindeutige Zahnverformungen, ungewöhnliche Fallenmechanik oder eine feste Maximalgröße werden nicht behauptet.
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Kultivarspezifische Merkmale
Für D23 liegt keine anerkannte, standardisierte Kultivardiagnose vor. Die ausführliche Handelsbeschreibung zu einer gleichnamigen Pflanze hebt vor allem einen niedrigen, ausgebreiteten Wuchs, viele dicht stehende Fallen und eine dunkelrote bis burgunderfarbene Falleninnenseite bei starkem Licht hervor. Sie beschreibt gewöhnlich geformte, rundliche Fallen mit normal ausgebildeten, gleichmäßig verteilten Randzähnen. Das sind die einzigen konkreten Abweichungshinweise, die für den Code gefunden wurden. Der Importanbieter beschreibt dieselben Eigenschaften nicht und dokumentiert weder eine Vergleichspflanze noch eine Vermehrung aus der dort gezeigten Linie. Es ist daher nicht gesichert, dass diese Merkmale den hier angebotenen D23-Bestand kennzeichnen.
Gegenüber der Grundart ist keine unabhängig bestätigte Differenz bei Fallenmaß, Blattform, Zahnbildung oder Fangfunktion nachgewiesen. Die dunkle Innenfärbung allein trennt D23 nicht sicher von gewöhnlichen Pflanzen, deren Pigmentierung ebenfalls mit Licht und Entwicklungsphase schwankt. Noch weniger belegt der Code eine besondere Rosettenform, denn D23 wird in verschiedenen Sammlungs- und Händlerlisten für unterschiedliche Akzessionen verwendet. Die genannten Handelsmerkmale sollten erst nach direktem Vergleich mehrerer Pflanzen mit nachvollziehbarer vegetativer Herkunft als klonstabil gelten. Bis dahin bleibt D23 hier ein unscharfer Handelsname mit einer vorsichtig wiedergegebenen Beschreibung, kein eindeutig bestimmter Kultivar. Merkmale anderer Pflanzen mit demselben Code werden ausdrücklich nicht übertragen.
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Fangstrategie
Die Fangstrategie entspricht nach heutigem Kenntnisstand der gewöhnlichen Dionaea muscipula. Ein geeignetes Beutetier berührt die Sinneshaare auf der inneren Fallenfläche. Erst mehrere Reize innerhalb eines begrenzten Zeitraums führen typischerweise zum schnellen Schließen der beiden Lappen. Die Randzähne greifen ineinander, wenn sich die Falle weiter zusammenzieht. Bleibt Beute eingeschlossen und bewegt sie sich, wird die Verdauung verstärkt; Enzyme erschließen Nährstoffe, die über die Fallenoberfläche aufgenommen werden. Nach Abschluss dieses Vorgangs öffnet sich die Falle erneut, sofern ihr Gewebe funktionsfähig geblieben ist. Für eine veränderte Auslösung oder Verdauung bei D23 gibt es keinen Nachweis.
Die Handelsangabe zu rundlichen Fallen und normalen Randzähnen spricht gerade nicht für eine besondere Fangmechanik, kann diese aber wegen der ungeklärten Identität nicht abschließend belegen. Eine dunkelrote Falleninnenseite ist kein Nachweis für höhere Fangwahrscheinlichkeit oder schnellere Reaktion. Auch eine größere Zahl gleichzeitig sichtbarer Fallen belegt für sich genommen keine gesteigerte Nährstoffaufnahme. Fallen sollten nicht wiederholt zum Vorführen manuell ausgelöst werden; jeder Verschluss kostet Energie und die anschließende Verdauung hängt von tatsächlicher Beute ab. Für eine sinnvolle Beobachtung werden Fallenform, Zahnbild, natürlicher Beutefang und Blattalter über mehrere Wachstumsphasen festgehalten. Solange keine besonderen Funktionsdaten vorliegen, wird D23 wie die Art behandelt und nicht als mechanisch abweichender Klon geführt.
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Reproduktion
Dionaea muscipula kann blühen, nach Bestäubung Samen bilden und sich außerdem vegetativ über Rhizomteilung oder Blattstecklinge vermehren. Sämlinge sind genetisch neue Individuen und können vom Mutterbestand abweichen; sie dürfen deshalb nicht allein wegen des Etiketts D23 als derselbe Klon weitergegeben werden. Für die Erhaltung einer eindeutig identifizierten Auslese ist vegetative Vermehrung grundsätzlich aussagekräftiger. Eine detaillierte Handelsbeschreibung berichtet, dass die dortigen D23-Pflanzen aus Teilungen eigener Mutterpflanzen stammen. Diese Aussage betrifft den Bestand dieses Anbieters und bestätigt weder die Identität des separaten Green-Jaws-Angebots noch eine gemeinsame Herkunft.
Für die vorliegende Handelslinie fehlen Mutterpflanzenfotos, Teilungsdaten und eine dokumentierte Lieferkette. Beim Erwerb sollte deshalb der Lieferant, das Datum, das Etikett und – soweit verfügbar – der Vermehrungsweg zusammen erfasst werden. Ein Ableger kann zunächst als D23 aus der jeweiligen Handelslinie geführt werden; die Benennung sollte nicht automatisch auf Sämlinge oder Pflanzen aus anderen D23-Angeboten ausgedehnt werden. Bei vegetativen Ablegern helfen Fotos von Mutterpflanze und Nachwuchs, um die Linie nachvollziehbar zu halten. Erst übereinstimmende Merkmale über mehrere Generationen und Quellen hinweg würden die Bezeichnung als stabilen Klon stärken. Ohne solche Nachweise bleibt die Vermehrungsangabe ein Herkunftshinweis, keine formelle Identitätsgarantie.
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Kultur-Fazit
D23 erhält keine eigenen Kulturgrenzwerte, weil keine belastbare Evidenz für abweichende Ansprüche vorliegt. Maßgeblich bleibt das temperierte Kulturprofil von Dionaea muscipula: sehr hell bis sonnig nach schrittweiser Gewöhnung, mineralarmes Wasser und ein dauerhaft feuchtes, saures und nährstoffarmes Medium. Die Pflanze durchläuft bei saisonaler Außenkultur eine kühle Winterruhe; in dieser Zeit wird sie nicht warm und dauerhaft aktiv gehalten. Diese Anforderungen gelten für die Art und sind keine aus dem D23-Code abgeleitete Sonderpflege. Ein Anbieter empfiehlt volle Sonne und Winterruhe, nennt aber keine besondere Behandlung gegenüber anderen Venusfliegenfallen.
Die behauptete kompakte Rosette kann sich je nach Lichtmenge, Temperatur, Blattalter und Jahreszeit anders darstellen. Eine dunklere Falleninnenseite ist ebenfalls lichtabhängig und kein Grund, die Pflanze plötzlich stärker zu düngen oder trocken zu halten. Die angegebene mögliche Wuchshöhe bis 20 Zentimeter ist nicht als gesicherter Klonhöchstwert oder Kulturziel zu verwenden. Werden Rosetten lockerer oder Fallen grüner, sind zunächst Akklimatisierung und Lichtverhältnisse zu prüfen, nicht eine vermeintliche Identitätsabweichung. In Kulturgruppen und Pflegeverknüpfungen bleibt D23 deshalb bei der temperierten Dionaea-Gruppe und dem Standardprofil. Die Unsicherheit des Handelscodes beeinflusst die Klonbeschreibung, ändert aber nicht die bekannten Grundansprüche der botanischen Art.
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Substrat-Ökologie
Im Freiland besiedelt Dionaea muscipula feuchte, saure und nährstoffarme Böden. Für Töpfe wird dieser Wurzelraum durch ungedüngtes, mineralsalzarmes Substrat nachgebildet, das Wasser hält, ohne den Rhizombereich dauerhaft luftlos zu verdichten. Je nach bewährter Kulturpraxis kann sauberer Weißtorf oder langfaseriges Sphagnum als Grundlage dienen; mineralische Zuschläge dürfen keine Dünger, Kalk oder löslichen Salze eintragen. Geeignetes Wasser ist Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser mit niedriger Mineralfracht. Herkömmliche Blumenerde, Kompost und Flüssigdünger im Wurzelraum widersprechen der nährstoffarmen Standortökologie der Art.
Für D23 sind weder ein besonderer Substrattyp noch ein abweichender pH-Wert dokumentiert. Eine dichte Rosette oder eine rote Falleninnenseite lässt keinen Rückschluss auf die Wasseraufnahme oder Salzverträglichkeit zu. Substrat sollte gleichmäßig feucht, aber strukturell stabil bleiben; die konkrete Bewässerung richtet sich nach Topf, Temperatur, Jahreszeit und Luftbewegung. In der kühlen Ruhephase sinkt der Wasserverbrauch, dennoch darf das Rhizom nicht austrocknen. Ablagerungen, Algenbewuchs, verdichtete Oberfläche und nachlassender Austrieb sind Hinweise, Wasserqualität und Medium zu prüfen. Die Pflanze darf nicht über ihre Fallen gefüttert oder über das Substrat gedüngt werden. Bis artspezifische D23-Daten vorliegen, werden alle Medien- und Wasserentscheidungen vom Standardbedarf der Art abgeleitet.
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Praxisnotizen
Bei D23 ist eine saubere Herkunftsnotiz wichtiger als eine vorschnelle Namenssicherheit. Halte auf dem Etikett fest, bei welchem Anbieter die Pflanze gekauft wurde, ob sie als Sämling oder Teilung geliefert wurde und ob eine Mutterpflanze benannt oder abgebildet war. Fotografiere eine ausgewachsene Rosette von oben und seitlich; ergänze Nahaufnahmen der Falleninnenseite und der Randzähne sowie einen Maßstab. Wiederhole die Aufnahmen unter vergleichbarem Licht in mehreren Jahreszeiten. So lassen sich stabile Merkmale von saisonaler Rotfärbung und veränderlicher Blattstellung trennen. Vergleiche D23 nicht mit anderen Pflanzen gleichen Codes, solange keine gemeinsame vegetative Herkunft belegt ist. Sämlinge und unabhängig bezogene Bestände bekommen getrennte Akzessionsnummern.
Kontrolliere aktiv wachsende Pflanzen alle 14 Tage, ruhende Pflanzen alle 30 Tage und Sämlinge alle 7 Tage. Das sind Beobachtungsabstände, keine festen Gießintervalle. Prüfe Austrieb, Rhizomfestigkeit, Substratfeuchte, Salzspuren und Schädlinge und notiere Veränderungen an Form und Farbe. Für den Eintrag wurde kein eigenes passendes Foto in der lokalen Mediathek gefunden. Die auffindbaren frei lizenzierten Dionaea-Aufnahmen zeigen nur die Art, nicht nachweislich diesen D23-Bestand; Produktbilder anderer Anbieter sind ebenfalls keine Lizenzfreigabe für eine Übernahme. Deshalb bleiben die Bildfelder leer, bis ein eigenes Foto der zugehörigen Pflanze oder ein nachweislich frei lizenziertes Bild exakt dieser Linie vorliegt.
sources
Quellenangaben
Handelsbezeichnungen und Identität
- ICPS: Verzeichnis registrierter Dionaea-Kultivare; Umfang und zeitliche Grenze des Registers, geprüft auf D23.
- Green Jaws: konkreter importierter D23-Handelseintrag; nennt Sonne, Winterruhe und bis zu 20 cm Höhe, jedoch keine klonspezifische Diagnose.
- Sarracenia House: ausführliche Handelsbeschreibung D23 und Aussage zu eigenen Mutterpflanzen/Teilungsvermehrung; nicht unabhängig bestätigt und nicht mit dem Importbestand abgeglichen.
- Società Ortoflorofrutticola Italiana: spezialisierte Dionaea-Sammlung, die ihren Zugangscode D23 der Akzession Kim-Jong-Il zuordnet.
- Carniplant: eigener Händlercode D23 für eine als Black Pearl bezeichnete Dionaea; Hinweis auf die Mehrdeutigkeit von Verkaufsnummern.
- Nicky Westphal (2014), Carnivoren.org: älterer Sammlerbeitrag mit D23 als vorläufiger Kennung eines Sämlings; kein Nachweis für die Handelslinie dieses Profils.
Artbiologie, Ökologie, Kultur und Fallenphysiologie
- Kew, Plants of the World Online: akzeptierter Artname und Verbreitungsgebiet von Dionaea muscipula.
- International Plant Names Index: botanischer Name und Autor J.Ellis.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap, Version 1.1; Areal, Habitat, Hydrologie und Gefährdung.
- North Carolina State Extension: Artbeschreibung, lichtabhängige Fallenfarbe, Blüte und Kulturmerkmale.
- North Carolina Cooperative Extension: saisonale Dormanz und jahreszeitlicher Wachstumsrhythmus der Venusfliegenfalle.
- International Carnivorous Plant Society: Kulturhinweise zu Dionaea, Licht und saisonaler Ruhe.
- Forterre, Y. et al. (2005): How the Venus flytrap snaps, Nature 433:421–425; Mechanik des Fallenverschlusses.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake, Current Biology 26(3):286–295.
- Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap, Nature Plants 6:1219–1224.
- Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula, New Phytologist 205(3):1320–1329; Abstract im institutionellen Publikationsserver.
Die Handelsmerkmale werden als nicht unabhängig bestätigte Zuschreibung behandelt. Gleichlautende D23-Codes aus anderen Beständen werden nicht zusammengeführt. Es wurde kein lokales eigenes Foto dieser konkreten Handelslinie gefunden. Eine geprüfte, frei lizenzierte Aufnahme zeigt nur die Art und wurde deshalb nicht als Klonbild übernommen; Händlerbilder ohne nachgewiesene freie Lizenz bleiben ungenutzt.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'D23', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-d23/
