Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Cupped Trap'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gewebekultur-Auslese von Agri-Starts III in Florida; die Isolation 1998 wird sekundär überliefert. Steven Stewart et al. beschrieben sie 2004 fachlich. Kein Wildfundort.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

‘Cupped Trap’ ist ein benannter Kultivar der Venusfliegenfalle Dionaea muscipula. Sein kennzeichnender Unterschied liegt am distalen Ende der Fanglappen: Die beiden Lappen bleiben dort verbunden und bilden dadurch eine schalen- oder becherartige Kontur. Bei einer gewöhnlichen Dionaea-Falle treffen sich die Lappen an ihrer Spitze nicht auf diese Weise; die Falle besitzt zwei getrennte, frei bewegliche Hälften. Der Kultivar wächst dennoch wie die Art aus einem unterirdischen Rhizom und bildet eine bodennahe Rosette aus Blattstielen und Fangspreiten. Die Verbindung am Fallenende ist eine örtliche Entwicklungsabweichung des Fangblatts, kein zusätzliches Fangorgan und kein Wechsel der botanischen Art.

Die becherartige Form kann schon an einer sich entwickelnden, noch offenen Falle erkannt werden. In reifen Blättern sind die Innenflächen häufig rot bis rötlich, während Blattstiel und Fallenaußenseite grün bleiben; Intensität und Verteilung hängen unter anderem von Licht und Entwicklungszustand ab. Der Klon bildet oft zahlreiche Tochterrosetten. Dadurch kann ein Bestand dicht und horstig erscheinen, obwohl einzelne Rosetten vergleichsweise klein bleiben. Ein Foto einer einzelnen Falle reicht nicht zur sicheren Identifizierung: Entwicklungsstadium, Kulturzustand und die dauerhafte vegetative Herkunft müssen mitbewertet werden. Die korrekte Kultivarform lautet ‘Cupped Trap’; „Cup Trap“ ist eine verbreitete verkürzte Handelsbezeichnung.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis. ‘Cupped Trap’ ist ein gärtnerischer Kultivarname innerhalb dieser Art, keine botanische Varietät und keine eigene Art. Der Artautor J.Ellis bezeichnet die wissenschaftliche Beschreibung der Art; er ist weder Züchter noch Auswähler dieses Kultivars. Die Kultivarbezeichnung wurde von Steven Stewart zusammen mit weiteren Autoren in einer fachlichen Beschreibung der Venusfliegenfallen-Kultivare veröffentlicht. In Handel und Sammlungslisten begegnet auch die Kurzform „Cup Trap“. Für den Profilnamen wird die ausführlich veröffentlichte Form ‘Cupped Trap’ verwendet.

Der ähnlich becherförmige Kultivar ‘Kinchyaku’ ist nicht allein wegen seiner Gestalt mit ‘Cupped Trap’ gleichzusetzen. Die historische Überlieferung beschreibt beide als eigenständige Auslesen mit unterschiedlicher Herkunft, obwohl ihre Fallen einander ähneln. Eine optische Ähnlichkeit belegt deshalb weder dieselbe Pflanze noch eine vegetative Abstammung voneinander. Das gilt auch für Sämlinge und weitere becherförmige Mutationen: Der Name bleibt an die dokumentierte Klonlinie gebunden. Für die Datenpflege sind Artname, Kultivarname, botanischer Autor der Art und die kultivarbezogene Überlieferung getrennt zu erfassen. Die Jahresangabe zur Isolation bei Agri-Starts III und die Jahresangabe zur Namensveröffentlichung werden in Sammler- und Handelsquellen nicht durchgehend gleich dargestellt; das Profil vermischt diese Vorgänge nicht.

ecology

Standort und Verbreitung

‘Cupped Trap’ besitzt keinen natürlichen Fundort und keine eigene Wildpopulation. Es handelt sich um eine gärtnerische Auslese, die aus einer Gewebekultur in Florida hervorgegangen sein soll. Eine häufig wiederholte Überlieferung verortet die Isolation des auffälligen Pflanzenmaterials bei Agri-Starts III; das ist eine Geschichte der Kulturpflanze, keine Herkunft aus einem natürlichen Moor. Der Kultivar darf daher weder als floridianische Wildform noch als lokale Population der Venusfliegenfalle geführt werden. Auch ein Verkauf oder Tausch aus einem bestimmten Land beschreibt zunächst den Weg eines Kulturklons.

Die natürliche Verbreitung der Elternart Dionaea muscipula liegt in der atlantischen Küstenebene von North Carolina bis South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten. Dort wächst die Art in offenen, sehr hellen und saisonal feuchten Lebensräumen auf nährstoffarmen Böden. Dieses Areal ist für taxonomische und ökologische Angaben der Art relevant, darf aber nicht dem Kultivar als Fundort zugeschrieben werden. In Bestandsdaten sollten daher drei Ebenen auseinandergehalten werden: das natürliche Areal der Art, die gärtnerische Entstehung der Auslese und die nachvollziehbare Weitergabe des konkreten Exemplars. Ohne Sammelbeleg lässt sich aus einer Herkunftsnotiz kein Naturstandort ableiten. Auch die Bezeichnung Florida in einer Zuchtgeschichte benennt ein Gewächshaus beziehungsweise ein Laborumfeld, nicht eine natürliche Verbreitung der Art. Die Kulturpflanze ist somit vollständig von der Artbiogeographie zu trennen.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die Verbindung der beiden Lappenspitzen ist ein kultiviertes Formmerkmal und keine nachgewiesene Anpassung an den natürlichen Lebensraum. Die Art stammt aus offenen, sonnigen und nährstoffarmen Feuchtstandorten; ‘Cupped Trap’ besitzt dort keine eigene ökologische Rolle. Die becherartige Fallenöffnung macht den Kultivar weder zu einer Kannenpflanze noch zu einer Regenwasserfalle. Die Lappen behalten die für Dionaea muscipula typische Klappfallenorganisation mit Reizhaaren und drüsiger Innenfläche. Eine eigene Steigerung des Beutefangs, eine besondere Beuteauswahl oder ein Vorteil bei Trockenheit ist für den Klon nicht belegt.

Venusfliegenfallen gewinnen Kohlenstoff überwiegend durch Photosynthese und ergänzen ihre Mineralstoffversorgung durch gefangene Tiere. Bei ‘Cupped Trap’ verändert die distal verbundene Lappenspitze sichtbar die Kontur einer Falle, aber vorhandene Beschreibungen ersetzen keine kontrollierten Vergleiche von Schließmechanik oder Beuteerfolg. Die Mutation sollte deshalb nicht als bessere Fangstrategie dargestellt werden. Hohe Lichtverfügbarkeit, nährstoffarmer Wurzelraum und saisonale Feuchte folgen weiterhin der Ökologie der Elternart. Eine auffällige Rosettenbildung mit mehreren Tochterpflanzen ist ein gärtnerisch beobachtetes Wachstumsverhalten; sie beweist keine besondere ökologische Anpassung oder erhöhte Konkurrenzfähigkeit am Naturstandort. Ebenso ist die häufige Teilung des Rhizoms keine nachgewiesene Strategie zur Ausbreitung im Freiland. Ohne Feldbeobachtungen am Kultivar dürfen weder Konkurrenzvorteile noch besondere Toleranzen aus dem Wuchsbild abgeleitet werden.

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Wuchsform und Morphologie

Das diagnostische Merkmal sitzt am distalen, vom Blattstiel entfernten Ende der Fangspreite: Die Lappen laufen dort zusammen und sind miteinander verbunden. Dadurch entsteht im geöffneten Zustand ein rundlicher, schalenartiger Raum, der sich von der typischen, durchgehend geöffneten Zweiklappenform abhebt. Die Verbindung ist nicht bloß ein ungewöhnlich weit nach innen gebogener Rand. An einer jungen Falle kann sie bereits sichtbar werden, während sich die Lappen noch entfalten. Die Randcilien und inneren Reizhaare bleiben Bestandteile der Falle; sie dürfen nicht mit der verwachsenen Lappenspitze verwechselt werden.

Falleninnenflächen werden häufig rot beschrieben, die Außenflächen und Blattstiele bleiben meist grünlich. Diese Farbkombination ist keine sichere Abgrenzung allein, denn Anthocyanfärbung verändert sich mit Licht, Alter und Jahresphase. Der Klon bildet oft viele Ableger am Rhizom; mehrere kleine Rosetten können deshalb gemeinsam einen dichten Horst ergeben. Die Größe einer einzelnen Rosette und die Ausdehnung des gesamten Topfbestands sind getrennte Merkmale. Zur Dokumentation werden mehrere Blätter in verschiedenen Entwicklungsstadien fotografiert: die Falle von oben, eine Seitenansicht der verbundenen Spitze und der gesamte Horst. Maßstab, Beleuchtung und Jahreszeit helfen, Form und Farbe reproduzierbar zu beurteilen. Die Fallenlappen sind trotz der Verbindung an der Spitze als zwei Hälften erkennbar; die Verbindung schließt nur den äußeren Randbereich.

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Carnivore Strategie

‘Cupped Trap’ nutzt weiterhin den Klappfallenmechanismus von Dionaea muscipula. Auf der Innenseite der Lappen sitzen sensorische Haare; eine geeignete zeitliche Folge mechanischer Reize erzeugt elektrische Signale und löst den schnellen Verschluss aus. Bei weiterer Reizung wird die Falle enger geschlossen und kann Verdauungssekrete bilden. Die Randcilien grenzen den Öffnungsspalt ein, während die Reizhaare im Inneren die Berührung registrieren. Die an der Spitze verbundenen Lappen verändern die Geometrie der geöffneten Falle, sie bilden jedoch kein zusätzliches Verdauungsfach und keine passive Kannenfalle.

Hortikulturelle Beschreibungen führen den Kultivar als fähig, Beute zu fangen. Eine kontrollierte Messreihe zur Schließleistung oder Fangrate dieses Klons liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Deshalb lässt sich weder eine uneingeschränkt gleiche Effizienz noch eine deutliche Funktionsminderung gegenüber der typischen Art behaupten. Einzelne Fallen können wegen ihres Entwicklungsstadiums und ihrer Ausprägung unterschiedlich arbeiten. Häufiges Auslösen ohne Beute kostet die Pflanze Ressourcen und sollte vermieden werden. Wird die Falle durch die Mutation oder durch Beschädigung nicht korrekt geschlossen, darf die Pflanze nicht mechanisch nachgeformt werden; neue Blätter werden unter stabilen Kulturbedingungen beobachtet. Erst wiederholte Beobachtungen an mehreren reifen Fallen erlauben eine belastbare Einschätzung des individuellen Zustands.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Die ursprüngliche Auslese wird auf eine in Gewebekultur entstandene Mutation zurückgeführt. Um die charakteristische verbundene Lappenspitze als Klonmerkmal zu erhalten, wird ‘Cupped Trap’ vegetativ weitergegeben. Rhizomteilung, Tochterrosetten und geeignete Blattstecklingsverfahren können neue Pflanzen derselben Linie liefern, sofern die Abstammung sauber dokumentiert bleibt. Der Kultivar gilt als ausläuferfreudig: Mehrere Tochterrosetten können sich in einem Topf entwickeln, während die einzelnen Pflänzchen klein bleiben. Beim Teilen werden Rhizomabschnitt, Datum und Herkunft der Mutterpflanze notiert; getrennte Etiketten verhindern Verwechslungen mit ähnlich geformten Dionaea.

Samen aus einer ‘Cupped Trap’-Pflanze sind keine genetisch identischen Kopien. Eine Selbstung oder Fremdbestäubung erzeugt Sämlinge mit neuen Merkmalskombinationen; die Becherform muss in ihnen nicht erhalten bleiben. Sämlinge erhalten deshalb eine eigene Kennzeichnung und werden nicht automatisch mit dem Kultivarnamen versehen. Die häufige Bildung von Tochterrosetten ist dagegen vegetative Vermehrung und bewahrt die Klonidentität. Bei Jungpflanzen kann das Fangblatt erst mit zunehmender Entwicklung eindeutig geformt sein. Für die Bewertung werden daher mehrere reife Fallen und die nachvollziehbare Verbindung zu einer Mutterpflanze herangezogen, nicht allein der Name auf einem unbestätigten Handelsetikett. Bei Teilung werden Wurzeln und Rhizom feucht gehalten; Werkzeug und Etiketten werden zwischen verschiedenen Klonen gereinigt beziehungsweise getrennt.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Die Kulturansprüche von ‘Cupped Trap’ entsprechen grundsätzlich denen der temperierten Art Dionaea muscipula. Benötigt werden sehr viel Licht, mineralarmes Wasser, ein gleichmäßig feuchter Wurzelraum und ein nährstoffarmes Medium. Pflanzen aus dunkler Innenhaltung werden schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. Bei saisonaler Außen- oder ungeheizter Gewächshauskultur gehört eine kühle Winterphase zum Jahreslauf; das Rhizom bleibt feucht, aber vor austrocknendem oder stark durchfrierendem Topfsubstrat geschützt. Die Fallenfusion begründet keine wärmere Überwinterung und keinen Düngerbedarf. Ein heller, warmer Innenstandort ohne ausreichend Licht ersetzt keine passende Kulturführung.

Die häufige Bildung von Tochterrosetten ist der wichtigste praktische Unterschied im Bestand: Der Horst kann sich rasch verbreitern und einzelne Rosetten können klein bleiben. Gefäß und Teilungsabstand sollten deshalb regelmäßig zum Wurzel- und Rhizomwachstum passen. Ein kompakter Bestand darf nicht mit einer schwach entwickelten Einzelfalle verwechselt werden. Das verknüpfte Dionaea-Kulturprofil setzt Sichtkontrollen alle 14 Tage während aktiven Wachstums, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage für Sämlinge an. Diese Abstände dienen der Zustandskontrolle und sind keine starren Gießtermine. Wasserstand und Schutz werden nach Verdunstung, Topfgröße, Temperatur und Jahresphase angepasst. Bei dichter Horstbildung werden einzelne Pflänzchen nur dann geteilt, wenn Platz, Gesundheit oder eine nachvollziehbare Abgabe dies erfordern.

substrate

Substrat-Ökologie

Die verwachsene Fallenlappenspitze ändert den Wurzelraum nicht. ‘Cupped Trap’ benötigt wie die übrigen Venusfliegenfallen ein saures, nährstoffarmes und mineralarm bewässertes Medium, das Feuchtigkeit speichert und zugleich luftführend bleibt. Ungedüngter Torf mit strukturgebenden Anteilen oder langfaseriges Sphagnum sind mögliche Ausgangsstoffe; eine kultivarspezifische Rezeptur ist nicht belegt. Gedüngte Blumenerde, kalkhaltige Zuschläge und mineralreiches Leitungswasser können den empfindlichen Wurzelbereich belasten. Fallenfarbe und Lappenfusion sind kein Anzeichen für einen besonderen Mineral- oder Nährstoffbedarf.

Während des Wachstums hält ein flacher Anstau das Substrat gleichmäßig feucht. Wasserstand und Dauer richten sich nach Gefäßhöhe, Temperatur, Verdunstung und Struktur des Mediums. Der häufige Zuwachs an Tochterrosetten kann die Oberfläche verdichten und das Rhizom verdecken; kontrolliert werden deshalb auch die Luftführung, abgestorbene Blattreste und die Festigkeit der Rhizombasis. Regenwasser oder geeignetes Umkehrosmosewasser begrenzen den Mineralgehalt. In der kühlen Ruhephase wird weniger Wasser bereitgestellt, ohne den Ballen austrocknen zu lassen. Beim Umtopfen werden überalterte oder verdichtete Bestandteile ersetzt und die Rhizome so verteilt, dass junge Rosetten ausreichend Platz erhalten. Eine freie Substratoberfläche erleichtert außerdem die Kontrolle, ob sich Ableger bereits außerhalb des ursprünglich bepflanzten Bereichs bilden. Zusätzliche Düngung über das Wurzelmedium ist dafür nicht erforderlich.

practice

Praxisnotizen

Für eine belastbare Bestimmung wird die Verbindung an der Lappenspitze an mehreren Fallen desselben Horsts dokumentiert. Besonders hilfreich sind offene, reifende Fallen in Seitenansicht sowie Aufnahmen von oben, auf denen die rundliche Kontur erkennbar ist. Ein einzelnes verkümmertes oder beschädigtes Fangblatt reicht nicht aus: Entwicklungsstörungen und Verletzungen können ebenfalls ungewöhnliche Formen erzeugen. Zusätzlich werden grüne Außenfläche, mögliche Rotfärbung innen und Größe der einzelnen Rosetten getrennt notiert. Ein Gesamtbild zeigt, ob zahlreiche Tochterrosetten den Topf bereits dicht besiedeln.

Jedes Foto sollte Maßstab, Jahreszeit, Lichtbedingungen und ungefähres Alter des Bestands enthalten. Bei der Unterscheidung von ‘Kinchyaku’ ist die becherförmige Gestalt allein kein Nachweis der Klonidentität; beide Namen sind in Sammlungen für ähnlich geformte, aber historisch separat geführte Auslesen belegt. Das Herkunftsetikett und die vegetative Weitergabe bleiben daher Teil der Bestimmung. Für die Kulturkontrolle gilt der Dionaea-Rhythmus: alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage in der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Dabei werden Feuchte, neue Rosetten, Rhizomfestigkeit, Schädlinge und ein zu dichter Horst kontrolliert. Wenn eine Falle nur teilweise entfaltet ist, wird die Aufnahme später wiederholt, bevor sie als untypisch oder fehlerhaft bewertet wird.

sources

Quellenangaben

Kultivarbeschreibung und Namensgeschichte

  • Studnička, M.; Stewart, S.; Clemens, W. J.; Wyman, T. H. & Dawnstar, W. (2004): New Cultivars, Carnivorous Plant Newsletter 33(3), S. 83–89, DOI 10.55360/cpn333.cr333. ICPS-Originalveröffentlichung (PDF). Fachliche Veröffentlichung, in der ‘Cupped Trap’ beschrieben wird; die Autorenschaft der Art Dionaea muscipula bleibt davon getrennt.
  • Stewart, S. (2009): What happened to Dionaea ‘Kinchyaku’?, Carnivorous Plants UK Forum. Beitrag des Kultivarautors. Erklärt, dass ‘Cupped Trap’ und ‘Kinchyaku’ aus unterschiedlichen Linien stammen können und ihre Ähnlichkeit keine gemeinsame Klonidentität belegt.
  • Caldas Enriquez, A. R. (2022): Dionaea muscipula ‘EGAC Smurf’, Carnivorous Plant Newsletter 51(3), S. 160–161, DOI 10.55360/cpn513.cv513. ICPS-Artikel (PDF). Vergleicht die ähnliche Fallenform von ‘Cupped Trap’ und ‘Kinchyaku’ mit der wesentlich kleineren ‘EGAC Smurf’.
  • Plant Delights Nursery: Dionaea muscipula ‘Cupped Trap’, Archivprofil. Kultivarprofil. Sekundärangaben zu Agri-Starts III, Fallenfusion, Ablegerbildung und kompakter Einzelrosette; die Seite enthält eine abweichende Schreibweise des Namens Steven Stewart.
  • Plante Carnivore: Dionaea muscipula ‘Cupped Trap’. Kultivar- und Entwicklungsbeschreibung. Sekundäre Beobachtung zur bereits während der Fallenentwicklung sichtbaren Verbindung der Lappenspitzen; historische Jahresangaben werden nicht als eigenständiger Primärbeleg behandelt.
  • Green Jaws: Dionaea muscipula Cup Trap, importiertes Angebotsprofil. Namens- und Verfügbarkeitsnachweis. Der Handelsname wurde zur Einordnung des Rohdatensatzes geprüft; das Verkaufsbild besitzt keine nachgewiesene Freilizenz und wurde nicht übernommen.

Artname und Kultur

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonprofil. Akzeptierter Artname, botanischer Autor, taxonomische Stellung und natürliches Verbreitungsgebiet.
  • North Carolina State Extension: Dionaea muscipula – Plant Toolbox. Artbeschreibung. Allgemeine Merkmale, Naturraum und Kultur der Elternart.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Growing Guide. Kulturleitfaden (PDF). Licht, Wasser, Substrat und saisonale Kultur der Art.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology. Allgemeine Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme, keine Untersuchung von ‘Cupped Trap’.
  • Ryu, Y. et al. (2026): Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure. Science. Allgemeiner Mechanismus des Fallenverschlusses; nicht kultivarspezifisch.

Bildprüfung

In der WordPress-Mediathek wurde keine eigene Datei mit „Cup Trap“ oder „Cupped“ im Titel gefunden. Die passende Abbildung von Darwiniana ist mit CC BY-NC gekennzeichnet; die nichtkommerzielle Bedingung erlaubt keine Nutzung im kommerziellen Black-Trap-Angebot. Händlerbilder haben keine nachgewiesene kommerzielle Freilizenz. Es wurde kein fremdes Bild übernommen; die Bildfelder bleiben leer.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Gegenüber der Grundform unterscheidet sich ‘Cupped Trap’ durch die am distalen Ende miteinander verbundenen Fallenlappen. Im geöffneten Zustand entsteht so die namensgebende rundliche Schalen- oder Becherkontur; eine normale Dionaea-Falle besitzt an diesem Ende zwei voneinander getrennte Lappen. Das Merkmal kann bereits an einer sich entfaltenden Falle erkannt werden und ist nicht mit bloß nach innen gerollten Lappen oder miteinander verhakten Randcilien gleichzusetzen. Die Innenfläche wird oft rot beschrieben, die Außenfläche bleibt meist grün, doch Farbtiefe und Flächenausdehnung sind licht- und entwicklungsabhängig. Außerdem bildet der Klon häufig Tochterrosetten, sodass ein dichter Horst aus kleinen Einheiten entstehen kann.

‘Kinchyaku’ wird ebenfalls mit becherförmigen Fallen beschrieben, ist aber nicht einfach ein anderer Schreibname für ‘Cupped Trap’. Die überlieferte Kultivarhistorie führt unterschiedliche Auslesen und Entstehungswege an; Ähnlichkeit der Fallen genügt nicht, um die Namen zusammenzuführen. Auch andere Dionaea können zeitweise teilweise geschlossene oder ungewöhnlich geformte Fallen zeigen. Für ‘Cupped Trap’ sind deshalb die gleichbleibende Verbindung der Lappenspitzen über mehrere reife Blätter und eine dokumentierte vegetative Herkunft entscheidend. Es gibt keine belastbare Festlegung einer Mindestgröße, festen Rotfärbung oder garantiert identischen Fangrate. Samenpflanzen behalten den Kultivarnamen nicht automatisch.

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Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand30.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Cupped Trap', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-cup-trap/