Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Claytons Volcanic Red'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Claytons Volcanic Red’ ist eine benannte rote Auslese der Venusfliegenfalle. Sie behält den typischen Bau der Art: eine bodennahe Rosette mit kurzen unterirdischen Sprossabschnitten, aus denen einzelne Blätter hervorgehen. Jedes Blatt trägt einen grünen bis rötlich überhauchten Blattstiel und am Ende eine zweilappige Fangspreite. Die beiden Lappen sind an einer Mittelrippe beweglich verbunden und am Außenrand mit langen, schmalen Fangzähnen besetzt. Auf der Innenseite sitzen die Reizhaare und Drüsen, die beim Beutefang zusammenwirken. Die Pflanze bildet außerdem einen aufrechten Blütenstand mit weißen Blüten; auch die Blüte bleibt eine Dionaea-Blüte und ist nicht auf eine eigenständige Blütenform umgebildet.
Für diesen Klon ist vor allem eine besonders tiefe rote bis purpurrote Fallenfärbung beschrieben, die sich im Sommer bei sehr hellem Stand entwickeln soll. Die Angabe betrifft die Färbung, nicht eine veränderte Fangfunktion. Anbieter beschreiben die Pflanze verschieden hinsichtlich Größe und Blattstellung; eine standardisierte Messreihe oder ein verbindlicher Diagnosekatalog ist nicht verfügbar. Deshalb werden weder eine feste Wuchshöhe noch eine bestimmte Blattproportion als gesicherte Kloneigenschaft ausgegeben. Abgesehen von der Pigmentierung und wiederkehrenden Berichten über geteilte Blütenstände sind keine zusätzlichen Abweichungen sicher belegt.
taxonomy
Taxonomie
Der botanisch akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Art steht in der Familie Droseraceae und bildet die einzige anerkannte Art der Gattung Dionaea. ‘Claytons Volcanic Red’ wird hier als kultivierte Selektion innerhalb dieser Art behandelt, nicht als botanische Art, Unterart oder Naturform. Das Autorenkürzel J.Ellis gehört zum wissenschaftlichen Artnamen; es bezeichnet weder Colin Clayton noch eine Person, die den Kultivarnamen geschaffen hat. Als Selektionsherkunft wird in Handelsangaben Triffid Park in Australien unter Colin Clayton genannt.
Der Name ist gärtnerisch etabliert, sein formaler Status jedoch nicht abschließend geklärt; ein aktueller gärtnerischer Datensatz führt ihn als „unresolved“. Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1996 dokumentierte ‘Claytons Volcanic Red 96/207’ als unter Prüfung für Plant Breeders’ Rights; diese historische Momentaufnahme belegt weder eine spätere Eintragung noch den heutigen Schutzstatus. ‘Claytons Red Sunset 96/206’ wurde darin separat aufgeführt. Die ähnlich gebildeten Namen sind daher nicht synonym zu behandeln. Ohne dokumentierte spätere Entscheidung wird weder ein erteilter Sortenschutz noch eine formelle internationale Registrierung behauptet.
ecology
Standort und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in der Küstenebene von North Carolina und dem angrenzenden South Carolina in den Vereinigten Staaten. Dort wächst Dionaea muscipula in offenen, nassen bis ganzjährig feuchten Bereichen, vor allem in feuchten Kiefern-Savannen und an Sickerstellen. Gärtnerische Bestände in Europa, Australien oder anderen Regionen sind eingeführt und erweitern das Wildareal nicht. Für ‘Claytons Volcanic Red’ ist keine Wildpopulation, Fundortkoordinate oder bestimmte regionale Herkunft dokumentiert. Die in Angeboten genannte australische Herkunft beschreibt die Selektion und den Zuchtbetrieb, nicht das natürliche Areal der Art.
Der Name wird Triffid Park und Colin Clayton zugeschrieben; das ist eine Züchter- beziehungsweise Handelsüberlieferung und keine botanische Sammelherkunft. Eine öffentliche Pflanzeninventarliste der Wilhelma führt den Namen unter Dionaea muscipula mit einer eigenen Akzessionsnummer. Das belegt die dokumentierte Kultur in einer botanischen Sammlung, sagt aber nicht, wo der Klon ursprünglich entstand oder ob die Akzession genetisch verglichen wurde. Auch die pauschale Händlerangabe „Nordamerika“ ist keine genaue Herkunft des Klons. Für eine belastbare Klonbiografie wären datierte Unterlagen des Selektors oder eine nachvollziehbare vegetative Weitergabe nötig; solche Nachweise wurden in den geprüften öffentlichen Quellen nicht gefunden.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die natürliche Art ist an sehr helle, saure, nährstoffarme und dauerhaft feuchte Böden angepasst. Ihre niedrigen Rosetten profitieren davon, dass regelmäßig wiederkehrende Brände und andere Störungen die Savannenvegetation offen halten. Ohne diese Störungen können höhere Kräuter, Sträucher und Bäume die kleinen Pflanzen überwachsen. Die Wurzeln verankern sich in einem feuchten, aber nicht dauerhaft untergetauchten Boden. Über die Fangblätter gewinnt die Pflanze ergänzende Nährstoffe aus Beute; ihre Kohlenstoffversorgung beruht weiterhin auf Photosynthese. Diese Eigenschaften beschreiben die Artökologie und sind keine besonderen ökologischen Anpassungen des australisch selektierten Klons.
Das Klonmerkmal wird als starke Rotpigmentierung der Fallen beschrieben. Besonders dunkle rote bis purpurne Töne werden mit dem Sommer und hoher Lichtverfügbarkeit verbunden. Daraus lässt sich ableiten, dass Licht für die sichtbare Ausprägung wichtig ist; es belegt aber weder eine ungewöhnliche Hitzetoleranz noch höhere Trockenheits- oder Frosthärte. Händler empfehlen volle Sonne, doch bei Pflanzen aus schattiger Kultur muss die Lichtsteigerung schrittweise erfolgen. Für abweichende Ansprüche von ‘Claytons Volcanic Red’ an Wasserchemie, Bodensäure oder saisonale Ruhe gibt es keine belastbaren Hinweise. Die ökologische Grundausstattung der Art bleibt deshalb die sachgerechte Basis der Kultur.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die aussagekräftigste beschriebene Besonderheit von ‘Claytons Volcanic Red’ ist die intensive Fallenfärbung. Handelsbeschreibungen charakterisieren gut belichtete Sommerfallen als sehr dunkelrot, zum Teil mit purpurfarbenem Schimmer. Die Rotfärbung kann sich auf der Innenseite der Falle besonders deutlich zeigen; aus den verfügbaren Beschreibungen folgt jedoch nicht, dass Blattstiele und Fallenaußenseiten dauerhaft vollständig rot sind. Licht, Jahreszeit, Alter der Falle und der Zustand der Pflanze beeinflussen die sichtbare Farbe, sodass eine einzelne Aufnahme keinen fixen Farbstandard festlegt.
Mehrere Anbieter beschreiben die Fallen als größer als bei einer typischen Pflanze oder die ausgewachsene Rosette als eindrucksvoll. Ein anderer Anbieter nennt den Klon durchschnittlich groß, während wieder ein anderer für reifere Pflanzen längere Blattstiele im Saisonverlauf angibt. Diese Aussagen widersprechen sich teilweise und nutzen keine gemeinsame Messmethode; feste Größenwerte werden daher nicht übernommen. Wiederholt erwähnt wird außerdem eine Gabelung des Blütenstiels. Das ist eine interessante, aber bislang nur horticulturell berichtete Eigenschaft und kein in einer formalen Klonbeschreibung vermessenes Diagnosemerkmal. Für besondere Randzähne, verwachsene Fallen oder eine abweichende Blattarchitektur liegt kein belastbarer Nachweis vor.
reference
Carnivore Strategie
Die Fallen funktionieren nach dem artspezifischen Schnappfallenmechanismus. Ein Fangblatt besteht aus zwei an einer Mittelrippe gelenkig verbundenen Lappen. Berührungen der Reizhaare erzeugen elektrische Signale; die zeitliche Folge mehrerer Reize entscheidet mit darüber, ob sich die Falle schließt und ob eine Beute als ausreichend wahrscheinlich erkannt wird. Der schnelle Lappenschlag beruht auf einer gespeicherten mechanischen Spannung in der geöffneten Falle und raschen Veränderungen der Gewebeeigenschaften. Er ist kein bewusst gesteuerter Vorgang und kein Merkmal, das ‘Claytons Volcanic Red’ eigens vom Artmechanismus trennt.
Nach dem ersten Schließen bleibt die Falle zunächst locker genug, dass kleine oder ungeeignete Partikel entweichen können. Wiederholte Bewegungen eines gefangenen Tieres fördern den dichten Verschluss und die Abgabe von Verdauungssekret. Enzyme zerlegen die Beute; gelöste Nährstoffe werden über Drüsen aufgenommen. Die Rotpigmente, denen der Klon seinen Namen verdankt, verändern nach aktuellem Kenntnisstand weder Reizschwelle noch Verdauungsleistung. Fallen sollten nicht wiederholt zu Demonstrationszwecken ausgelöst werden: Jeder Verschluss kostet Energie, und die einzelnen Blätter haben eine begrenzte Nutzungsdauer. Der Neuaustrieb ersetzt ältere Fangblätter fortlaufend.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Die Art blüht gewöhnlich im Frühjahr und bildet mehrere kleine weiße Blüten an einem Stängel, der über die Rosette hinausragt. Die räumliche Trennung zwischen Fallen und Blüten kann dazu beitragen, dass Bestäuber nur selten gefangen werden; Blütenbesucher und Beutetiere überschneiden sich nicht vollständig. Nach erfolgreicher Bestäubung entstehen Samenkapseln mit schwarzen Samen. Samenvermehrung kann neue Variation hervorbringen, erhält aber nicht zuverlässig die Kombination von Merkmalen des benannten Ausgangsklons. Sämlinge aus einer ‘Claytons Volcanic Red’-Mutterpflanze sollten deshalb nicht automatisch denselben Kultivarnamen erhalten.
Um die Auslese identisch weiterzuführen, ist vegetative Vermehrung durch Teilung, Blattstecklinge oder geeignete Gewebekultur erforderlich; die Nachkommen müssen als getrennte Klonlinien nachvollziehbar beschriftet bleiben. Ein Anbieter nennt die gegabelten Blütenstände als regelmäßige Besonderheit, ein weiterer beschreibt sie ebenfalls als eigentümlich. Bis eine größere Serie über mehrere Jahre und Klonquellen dokumentiert ist, bleibt offen, ob jedes Individuum und jeder Blütenstand zuverlässig gabelt. Die historische Kennung 96/207 ist eine wichtige Namensspur, aber kein Ersatz für eine aktuelle Sortenregistrierung. Eine erfolgreiche Saatguternte oder Keimung beweist ebenfalls keine Sortenechtheit.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für ‘Claytons Volcanic Red’ ist keine besondere Pflege außerhalb der Ansprüche von Dionaea muscipula belegt. Ein sehr heller bis sonniger Standort unterstützt die typische Entwicklung und wird zugleich mit der besonders dunklen Sommerfärbung in Verbindung gebracht. Pflanzen, die zuvor schattig standen, müssen schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden; starke Mittagssonne und hohe Verdunstung können sonst Stress verursachen, bevor sich die Blätter angepasst haben. Der Wurzelraum bleibt gleichmäßig feucht und wird mit mineralarmem Wasser versorgt. Dünger gehört nicht ins Substrat.
Der natürliche Jahresgang der Art umfasst eine kühlere Ruhezeit. Der verknüpfte Standard-Kulturdatensatz lässt je nach Anbausystem eine optionale Winterruhe zu, weil auch ganzjährige Innenkultur unter starker Beleuchtung möglich ist. Für Außen- und ungeheizte Gewächshauskultur ist eine saisonale kühle Phase die naheliegende Führung; kleine Töpfe müssen vor Austrocknung und extremem Durchfrieren geschützt werden. Die Händlerangabe „Winterruhe: ja“ unterstützt diese klassische Kultur, legt aber weder Dauer noch Temperatur fest. Es gibt keine belastbaren Messwerte, die dem Klon eine andere Frostgrenze, Luftfeuchte oder Temperaturtoleranz als der Grundart zuweisen.
substrate
Substrat-Ökologie
Die Wurzeln der Art stammen aus sauren, nährstoffarmen und nassen bis feuchten Böden. Für die Kultur ist deshalb ein ungedüngtes, saures und strukturstabiles Medium mit geringer Mineralstoffbelastung passend. Häufige Mischungen verwenden ungedüngten Weißtorf und gewaschenen Quarzsand; geeignetes, mineralarmes Langfasersphagnum ist eine weitere Möglichkeit. Die Mischung soll Wasser halten, zugleich aber ausreichend Luft im Wurzelraum bewahren. Regenwasser, destilliertes Wasser oder Umkehrosmosewasser begrenzen die Anreicherung von Salzen. Kalk, Dünger und nährstoffreiche Blumenerde widersprechen den ökologischen Bedingungen der Art.
Diese Substratwahl folgt aus der Herkunft der Art und gilt mangels gegenteiliger Klondaten auch für ‘Claytons Volcanic Red’. Keine der geprüften spezifischen Händlerbeschreibungen belegt einen Sonderbedarf an pH, Substratbestandteilen oder Wasserstand. Die rote Fallenfarbe ist kein Hinweis auf eine bessere Versorgung durch Dünger oder besonders nährstoffarmes Substrat, sondern ein Pigmentmerkmal, dessen Ausprägung unter anderem mit hoher Lichtverfügbarkeit beschrieben wird. Bei schwächerem Wachstum sollte zuerst Wasserqualität, Licht, Verdichtung und saisonale Entwicklung geprüft werden, statt ein eigenes Rezept für diesen Klon zu erfinden.
practice
Praxisnotizen
Für eine belastbare Kulturbeobachtung sollten Farbe und Blütenstand getrennt vom allgemeinen Wachstum erfasst werden. Fotografiere mehrere vollständig entwickelte Fallen von oben und von der Seite, notiere Jahreszeit, direkte Sonnenstunden und den Zeitpunkt der Akklimatisierung. Ein neutrales Licht und eine Farbkarte erleichtern spätere Vergleiche; Handy-Automatik kann Rot- und Purpurtöne deutlich verfälschen. Die dunkle Färbung sollte über mehrere neue Fallen und nicht nur an einer einzelnen Falle beurteilt werden. Beobachte auch, ob der Blütenstiel tatsächlich gegabelt ist, an welcher Stelle die Teilung beginnt und ob sich dieses Merkmal in mehreren Blütenständen wiederholt.
Verwende bei Größenangaben stets dieselbe Messweise und trenne Blattstiel-, Fallen- und Rosettenmaß voneinander. So lassen sich die unterschiedlichen Händlerangaben nicht versehentlich als gesicherte Klonunterschiede vermischen. Die laufende Kontrolle folgt dem aktiven Kulturprofil: etwa alle 14 Tage während des Wachstums, alle 30 Tage in der Ruhephase und wöchentlich bei Sämlingen. Prüfe Wasserstand und -qualität, Neuaustrieb, Schädlinge, Fäulnis und Frost- oder Hitzeschäden. Die dokumentierte Routine macht einen fehlenden Blütenstiel oder eine weniger rote Falle nicht automatisch zum Identitätsfehler; zuerst müssen Saison und Kulturbedingungen mitberücksichtigt werden.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Vergleich mit der Grundart: ‘Claytons Volcanic Red’ ist eine von Colin Clayton bei Triffid Park in Australien selektierte rote Dionaea-Auslese. Als am besten wiederkehrendes Klonmerkmal wird eine sehr intensive Fallenpigmentierung beschrieben: Unter sehr hellem Licht können die Sommerfallen dunkelrot bis purpurrot erscheinen. Das grenzt sie optisch von häufigen grünblättrigen Pflanzen mit lediglich rötlicher Falleninnenseite ab, ist jedoch abhängig von Licht, Jahreszeit und Entwicklungszustand. Gegabelte Blütenstände werden zusätzlich wiederholt beschrieben. Da eine standardisierte Serie, eine veröffentlichte formelle Diagnose und eine bestätigte Registrierung nicht gefunden wurden, sollten Farbe und Verzweigung an mehreren Trieben überprüft werden.
Die Wuchshöhe und Blattstellung bleiben unklar: veröffentlichte Kulturangaben reichen von durchschnittlicher Größe bis zu größeren Fallen, längeren Blattstielen im Saisonverlauf und einer Höhe bis 20 cm, jedoch ohne einheitliche Messbedingungen. Diese Angaben werden nicht als feste Garantie übernommen. Die Kennungen ‘Claytons Volcanic Red 96/207’ und ‘Claytons Red Sunset 96/206’ bezeichnen getrennte Namen; sie dürfen nicht zusammengeführt werden. Der im Jahr 1996 dokumentierte Prüfstatus zu Plant Breeders’ Rights belegt keine spätere Erteilung. Ein aktueller gärtnerischer Datensatz führt den Namen als ungeklärt. Abgesehen von intensiver Rotfärbung und dem wiederholt beschriebenen Blütenstand gibt es keinen belastbaren Nachweis für besondere Zähne, Fallenverformungen, Herkunft aus einem bestimmten Wildbestand oder abweichende Kulturansprüche.
sources
Quellenangaben
Identität, Benennung und Auswahlherkunft
- Green Jaws: Dionaea muscipula – Claytons Volcanic Red. Handelsangabe zur Selektion durch Colin Clayton bei Triffid Park sowie zur dunkelroten bis purpurnen Sommerfärbung, voller Sonne und Winterruhe. Die dort genannte Höhe bis 20 cm hat keine standardisierte Messbeschreibung.
- Royal Horticultural Society: Dionaea muscipula ‘Clayton’s Volcanic Red’. Der RHS-Kultivardatensatz führt den Namensstatus als „unresolved“.
- Victorian Carnivorous Plant Society: Descriptions und Listing. Die historische Beschreibung datiert ‘Claytons Red Sunset 96/206’ und ‘Claytons Volcanic Red 96/207’ getrennt und sagt, dass beide im November 1996 auf Plant Breeders’ Rights geprüft wurden. Das belegt nicht den späteren Ausgang dieser Prüfung.
- Wilhelma: Pflanzenbestand 2026. Der Name erscheint als Akzession XX-O-STUTZ-000867. Der Eintrag belegt eine botanische Sammlungskultur, nicht Sortenschutz oder Klondiagnose.
Kultivarbeobachtungen
- FlytrapCare/FlytrapStore: Clayton’s Volcanic Red. Beschreibt dunkle Rotfärbung und gegabelte Blütenstände; die Größenangabe lautet durchschnittlich.
- Diversiflora: Claytons Volcanic Red. Berichtet von saisonal länger werdenden Blattstielen, etwas größeren Fallen und gegabelten Blütenständen. Größen- und Wuchsangaben weichen von anderen Anbietern ab und sind nicht standardisiert.
Botanik, Naturstandort und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Artname, taxonomische Einordnung und natürliches Verbreitungsgebiet.
- North Carolina Natural Heritage Program: Vascular Plants of North Carolina: Venus Flytrap. Beschreibung, Habitat, Blühphänologie und regionale Schutzangaben der Art.
- International Carnivorous Plant Society: John Brittnacher, Growing Dionaea muscipula. Artbezogene Hinweise zu Licht, Winterkultur, Wasser, Sämlingen und vegetativer Vermehrung.
Physiologie und Fortpflanzung
- Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap, Nature Plants 6: 1219–1224. DOI 10.1038/s41477-020-00773-1.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators, The American Naturalist 191(4): 539–546. DOI 10.1086/696124.
- Ryu, J. et al. (2026): Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure, Science 392(6803): 1183–1187. DOI 10.1126/science.aed5051.
Bildrechte und Zuordnung
In den lokalen Mediathek-Titeln wurde kein passendes eigenes Foto von ‘Claytons Volcanic Red’ gefunden. Die Produktbilder der Händler wurden nicht übernommen. Frei lizenzierte Bilder der Grundart sind verfügbar, belegen aber nicht die Identität dieses stark rot gefärbten Klons und würden seine Erscheinung nicht zuverlässig zeigen. Deshalb bleibt das Bildfeld leer, bis ein eigenes Klonfoto oder eine frei lizenzierte, exakt zuordenbare Aufnahme vorliegt. Ein Beispiel für eine frei nutzbare Abbildung der Grundart ist dieses gemeinfreie Foto auf Wikimedia Commons; es ist kein Foto dieses Klons.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Claytons Volcanic Red', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-claytons-volcanic-red/
