
Black Trap Codex
Dionaea muscipula — Blizz
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Blizz’ wird in diesem Datensatz als gärtnerische Bezeichnung für eine Venusfliegenfalle geführt. Die sichere Artzuordnung lautet D. muscipula; eine botanische Art oder Unterart namens „Blizz“ gibt es hier nicht. Die Art bildet eine niedrige Blattrosette. Jedes Fangblatt besteht aus einem verbreiterten Blattstiel und einer zweilappigen, scharnierartig verbundenen Fangfläche mit Randcilien und Sinneshaaren auf der Innenseite. Diese Artmerkmale erklären das Grundbild der Pflanze, sagen aber für sich allein nichts über einen bestimmten Klon aus.
Fangblatt vermarktet „Blizz“ als Kultivar und nennt im Produkttext stark gezähnte, wellige Fallen, gelbgrüne Grundtöne mit etwas Rot sowie kurze Blattstiele und kompakten Wuchs. Das sind Händlerangaben, keine unabhängig dokumentierten Merkmale: Eine formelle Beschreibung mit Autor, Herkunft, Messwerten oder mehrjähriger Beobachtung wurde in den geprüften Fachregistern und Veröffentlichungen nicht gefunden. Auch die Händlerkategorie verwendet abweichende Suchmerkmale wie „große Falle“ und „kurze Zähne“. Deshalb übernimmt die Karte die Werbeformulierung nicht als gesicherte Diagnose.
Die Verkaufsdarstellung ersetzt keine Merkmalsbeschreibung: Sie benennt nicht, wie viele Fallen das Merkmal zeigen, ob es über mehrere Jahreszeiten bestehen bleibt oder ob dieselbe Pflanze über eine dokumentierte Mutterlinie weitergeführt wird. Damit bleibt selbst die im Produkttext sichtbare Abweichung gegenüber der Art eine zu prüfende Beobachtung und lässt sich nicht auf alle Pflanzen mit diesem Etikett übertragen.
taxonomy
Taxonomie
Dionaea muscipula J.Ellis ist der von Plants of the World Online akzeptierte Artname. Kew führt die Art in der Familie Droseraceae; ihr natürliches Areal liegt im Osten North Carolinas und South Carolinas. Die monotypische Gattung Dionaea umfasst in der aktuellen taxonomischen Behandlung nur diese Art. Der Autorenname J.Ellis gehört daher zur Artbezeichnung, nicht zur Handelsauslese „Blizz“.
Ein Kultivarname ist keine zusätzliche botanische Rangstufe. Er bezeichnet eine gärtnerisch ausgewählte und unterscheidbare Pflanze oder Pflanzengruppe und muss durch Merkmale, die sie von ähnlichen Auslesen abgrenzen, nachvollziehbar sein. Die ICPS listet registrierte Namen und verweist auf deren veröffentlichte Beschreibungen; die hier geprüften Listen bis einschließlich der Registrar-Übersichten für 2024 enthalten keinen Eintrag „Blizz“. Das allein beweist nicht, dass eine Beschreibung niemals außerhalb dieser Listen erschienen ist, aber der gefundene Händlertext liefert keine belastbare Herkunfts- oder Registrierungsdokumentation. Daher behandelt dieser Entwurf „Blizz“ vorsorglich als ungeklärte Handels-/Formbezeichnung und nicht als bestätigten Kultivarnamen.
Die Umschreibung ändert weder die Artbestimmung noch den Parent. Das Profil bleibt mit dem Basisprofil Dionaea muscipula verknüpft; es behauptet keine eigene Art, Wildpopulation, Kreuzung oder Abstammungslinie. Eine belastbare Klonzuordnung erfordert Herkunftsbelege und eine veröffentlichte, wiedererkennbare Merkmalsbeschreibung.
ecology
Standort und Verbreitung
Für „Blizz“ ist kein natürlicher Fundort und keine Zucht- oder Akzessionsgeschichte belegt. Die Profilbezeichnung stammt aus dem Handel; sie darf nicht als Hinweis auf eine bestimmte Wildpopulation oder Herkunftsregion gelesen werden. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art Dionaea muscipula liegt an der Küstenebene von North und South Carolina. Kew nennt beide Bundesstaaten als heimisches Areal; der US Fish and Wildlife Service beschreibt Vorkommen in den Coastal-Plain- und Sandhills-Regionen.
In der Coastal Plain wächst die Art vor allem in nassen bis feuchten, offenen Longleaf-Pine-Savannen und an Übergängen zu trockeneren Sandflächen, etwa an Rändern von Carolina Bays. Im Sandhills-Gebiet ist sie stärker auf schmale, feuchte Übergänge zwischen pocosinartigen Strauchmooren, Quellen oder Bachoberläufen und höher gelegenen Kiefern-/Wiregrass-Flächen beschränkt. Diese Standortangaben beschreiben die Wildart, nicht den Ursprung von „Blizz“.
Die in Händlerbildern oder Produkttexten sichtbare Blattform kann keine Herkunft bestimmen. Auch wenn eine Pflanze dieselbe Fallenfarbe wie eine Wildpopulation zeigt, belegt das weder Abstammung noch Standortanpassung. Solange keine Akzessionsnummer oder nachvollziehbare Vermehrungskette vorliegt, ist die Herkunft des hier gemeinten Bestands unbekannt; Artareal und Klonherkunft bleiben zwei getrennte Angaben. Das Areal der Art ist nicht automatisch die Herkunft einer im Handel kultivierten Einzelpflanze.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die ökologische Grundlage dieses Profils ist die Art, weil für „Blizz“ keine vergleichende Feld- oder Kulturstudie gefunden wurde. Dionaea muscipula besiedelt offene, nährstoffarme Feuchtstandorte mit viel Licht. Der Wurzelraum ist häufig feucht bis wassergesättigt; die Art steht nicht zwingend unter dauerhaft tiefem Wasser. In Savannen und feuchten Sandhills-Übergängen hält wiederkehrendes Feuer den Gehölzaufwuchs niedrig und verhindert, dass hohe Konkurrenzpflanzen die lichtliebende Rosette beschatten.
Diese Lebensraumdynamik erklärt, warum Kulturhinweise für Licht, Wasser und Saisonwechsel auf die Art bezogen werden müssen. Sie belegt jedoch keine besondere Feuer-, Trockenheits- oder Temperaturtoleranz eines benannten Klons. Die USFWS-Angaben gelten für natürliche Populationen und Landschaften; sie sind keine Topf-Grenzwerte. Für „Blizz“ ist insbesondere nicht nachgewiesen, dass die beschriebene Fallenform mit abweichenden Wasseransprüchen, einer anderen Ruhephase oder erhöhter Robustheit gekoppelt wäre.
Die Händlerformulierung „pflegeleicht und robust“ ist deshalb keine ökologische Schlussfolgerung. Bis ein Herkunfts- und Vergleichsnachweis vorliegt, ist jede abweichende Reaktion als Beobachtung des einzelnen Bestands zu dokumentieren, nicht als Eigenschaft der gesamten Verkaufsbezeichnung.
Für diesen Klon sind weder Standortparameter noch Messreihen zu Licht, Bodenfeuchte oder Feuerhistorie verfügbar. Daher wird die Savannenökologie der Art nicht in eine vermeintliche Sonderanpassung der Handelsform umgedeutet; gefärbte oder unregelmäßig geformte Blätter belegen keine zusätzliche Trocken- oder Hitzetoleranz.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die verlässlichste Aussage zu „Blizz“ betrifft den Status der Merkmalsangaben: Der Händler beschreibt die Fanglappen als wellig und stark gezähnt, die Pflanze als gelbgrün mit etwas Rot und den Wuchs als kompakt mit kurzen Blattstielen. Für diese Angaben sind weder Maße noch ein standardisiertes Fotovergleichsprotokoll, ein Züchter oder eine klonbezogene Veröffentlichung angegeben. Sie werden daher als vom Anbieter behauptete Erscheinung notiert, nicht als unabhängig bestätigte Diagnose des konkreten Klons.
Innerhalb derselben Händlerpräsentation ist die Merkmalsbeschreibung nicht eindeutig: Der Produkttext nennt eine auffällige wellige, stark gezähnte Fallenform; die Kategorieseite versieht „Blizz“ zusätzlich mit Filtern für große Fallen und kurze Zähne. Ohne Maßangaben und einheitliche Bezugsblätter lässt sich nicht entscheiden, ob „groß“ eine absolute Fallengröße, eine werbliche Kategorie oder die Abgrenzung zu einem anderen Produkt meint. Die Kombination aus „kompakt/kurze Blattstiele“ und „große Falle“ ist nicht unmöglich, aber in dieser Anzeige nicht belegt.
Zur Art gehören dagegen klar beschriebene Merkmale: rosettiger Wuchs, in Blattstiel und zweilappige Falle gegliederte Blätter, Randcilien und bewegungsempfindliche Sinneshaare. Farbe und Fallenmaße variieren auch bei der Art mit Licht, Blattalter und Kultur; deshalb reicht eine rote Innenfläche oder eine einzelne deformierte Falle nicht als Identitätsbeleg für „Blizz“. Eine Klonbeschreibung sollte mehrere ausgewachsene Blätter aus verschiedenen Jahreszeiten vergleichen und Fallenlänge, Breite, Cilienform, Farbe sowie Blattstielverhältnis angeben.
biology
Carnivore Strategie
Für „Blizz“ ist keine abweichende Fangmechanik belegt. Es gilt deshalb ausschließlich die gut untersuchte Grundfunktion von Dionaea muscipula: Mechanische Reize an den Sinneshaaren erzeugen elektrische Signale; wiederholte Reizung innerhalb eines begrenzten Zeitfensters löst gewöhnlich das schnelle Zusammenklappen der beiden Fallenlappen aus. Bei weiterem Kontakt kann sich die Falle dicht schließen, Verdauungssekrete abgeben und gelöste Nährstoffe aufnehmen. Die Reizverarbeitung reduziert unnötiges Schließen durch Regen oder zufällige Berührung.
Die Werbeaussage, die Fallen von „Blizz“ schlössen sich „mit beeindruckender Schnelligkeit“, beschreibt keine gemessene Besonderheit. Es fehlen ein Versuchsaufbau, ein Vergleich mit der Art oder anderen Kultivaren sowie Angaben zu Temperatur, Fallengröße, Reizstärke und Alter des Blattes. Fallenreaktionen hängen von Zustand und Umweltbedingungen ab; ein einzelnes Video oder ein Händlersatz belegt keine genetisch festgelegte höhere Fanggeschwindigkeit.
Auch die Farbe der Falleninnenseite beweist keine besondere Beuteanlockung oder Fangrate. Für „Blizz“ wurden keine Daten zu Beutespektrum, Verdauungsdauer, Enzymausstattung oder erfolgreicher Beuteaufnahme gefunden. Die Karte leitet solche Eigenschaften weder aus roter Färbung noch aus der beschriebenen gezähnten Form ab.
Die im Verkaufstext genannte Zahnform betrifft den Fallenrand; sie belegt nicht, dass Sinneshaare, elektrische Reizschwelle oder Bewegungsablauf von denen der Art abweichen. Dazu fehlen für „Blizz“ Vergleichsmessungen. Die Werbewertung einer „starken Leistungsfähigkeit“ bleibt deshalb von messbaren Fang- und Verdauungsdaten getrennt.
biology
Reproduktion und Lebenszyklus
Für den konkreten „Blizz“-Bestand sind Züchter, Ausgangspflanze, Vermehrungsweg und mögliche Eltern unbekannt. Daraus lässt sich weder eine Kreuzung noch eine vegetative Klonlinie ableiten. Die Art bildet einen Blütenstand oberhalb der Rosette; Bestäuber besuchen die Blüten, und die Fallen fangen sie laut Feldstudien nur selten. Nach Bestäubung entstehen Samen. Diese Artbiologie beschreibt Dionaea muscipula allgemein, nicht eine nachgewiesene Fortpflanzungsgeschichte dieses Verkaufsnamens.
Booman beschreibt für die Art mehrere Vermehrungswege: frischer Samen keimt, abgetrennte Blätter können Jungpflanzen bilden, Rhizomstücke treiben wieder aus, Blütenstände können Brutzwiebeln ansetzen, und Gewebekultur erlaubt eine rasche Vermehrung ausgewählter Linien. Der Bericht nennt Blattvermehrung für den kommerziellen Betrieb jedoch als weniger zuverlässig als Rhizomteilung oder Gewebekultur. Diese Angaben betreffen D. muscipula allgemein; für „Blizz“ bestätigen sie weder eine konkrete Methode noch die Identität des Ausgangsmaterials.
Ein Sämling ist ein eigener genetischer Nachkomme und darf nicht allein aufgrund ähnlicher Farbe oder Fallenform als derselbe Klon etikettiert werden. Wenn die Handelsbezeichnung eine bestimmte Auslese meint, müsste ihre Identität durch eine dokumentierte Herkunftskette und übereinstimmende Merkmale gestützt werden. Vegetative Teilung oder Blattvermehrung kann einen bekannten Klon erhalten, beweist aber nicht rückwirkend, dass eine unklare Ausgangspflanze korrekt benannt war. Die bisher gefundenen Einträge nennen für „Blizz“ keine bestimmte Vermehrungsmethode.
Bis zur Klärung sollten Aussaaten getrennt von Ablegern geführt und mit Quelle, Mutterpflanze und Datum markiert werden. Samen und vegetative Nachkommen aus diesem Bestand sind nicht automatisch als sortenecht oder identisch zu bezeichnen. Eine spätere Beschaffung eines Vermehrungsnachweises kann diese Einstufung ändern.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Die Verknüpfung bleibt bei der temperierten Dionaea-Gruppe und dem Kulturprofil „dionaea-standard“. Das ist für „Blizz“ sachgerecht, weil keine belastbaren klonbezogenen Daten einen anderen Licht-, Wasser-, Substrat- oder Jahresrhythmus belegen. Die Art wird sehr hell bis sonnig kultiviert und mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht gehalten. Für Freiland- und Gewächshauskultur ist der saisonale Jahresgang mit kühlerer Winterphase relevant. Die ICPS beschreibt außerdem eine Innenkultur ohne ausgesprochene Winterruhe unter starkem Pflanzenlicht; dafür müssen Licht und Beuteversorgung zusammenpassen. Die Kulturführung ist also von der Haltungsweise abhängig.
Die alte Händlerformulierung, die Pflanze ziehe sich „in ihre Zwiebel“ zurück, ist botanisch ungenau: Dionaea besitzt ein unterirdisches Rhizom, keine Zwiebel. Die Art kann im Winter in eine kompaktere Ruheform übergehen; das macht die Ruhephase nicht zu einem für jede Kulturart identischen Pflichtschema. Das verknüpfte Kulturprofil führt Winterruhe als optional und den Kontrollrhythmus saisonal.
Eine besonders rote oder gewellte Falle rechtfertigt weder zusätzliche Wärme noch Trockenstress, stärkere Fütterung oder veränderte Überwinterung. Erst wiederholte, dokumentierte Beobachtungen an korrekt identifiziertem Material könnten eine abweichende Empfehlung begründen. Händlerwerbung ist kein Kulturversuch.
Bei einer Umstellung aus Innenhaltung wird die Pflanze schrittweise an direktes Sonnenlicht gewöhnt. Das ist Akklimatisierung nach Artbedarf, keine „Blizz“-Sonderpflege. Den jahreszeitlichen Wasserstand und Winterverlauf am konkreten Gefäß beurteilen, statt starre Händlerwerte zu übernehmen.
substrate
Substrat-Ökologie
Für „Blizz“ ist kein eigenes Substratrezept belegt; der Standard der Art bleibt die fachlich vertretbare Grundlage. Dionaea muscipula wächst in nährstoffarmen, sauren und feuchten Böden. In Topfkultur werden ungedüngter Torf mit gewaschenem grobem Sand oder langfaseriges Sphagnum als gebräuchliche Medien genannt. Das Ziel ist nicht eine möglichst dichte, dauerhaft sauerstoffarme Masse, sondern ein gleichmäßig feuchter Wurzelraum, der bei der verwendeten Gefäß- und Wasserführung stabil bleibt. Die konkrete Mischung muss daher im Kulturgefäß und über die Saison beurteilt werden.
Verwende mineralarmes Wasser, etwa Regen- oder geeignetes Umkehrosmosewasser. Gedüngte Blumenerde, nährstoffreiche Zusätze und kalkreiche Komponenten widersprechen den dokumentierten Artanforderungen. Lasse das Medium nicht austrocknen; im Anstau genügt eine geringe Wasserhöhe, statt die Pflanze unnötig dauerhaft tief zu überfluten. Bei kühler Überwinterung wird weniger Wasser benötigt, der Wurzelballen darf aber nicht vollständig austrocknen.
Der Datensatz enthält keine Messmethode, die einen kultivarspezifischen pH- oder Leitfähigkeitsbereich für „Blizz“ begründen würde. Deshalb werden hier keine engen Zahlen als sichere Schwelle ausgegeben und kein Produkt allein aus dem Klonnamen abgeleitet.
Bei Kultur im Wasserreservoir Pegel und Kapillaraufstieg des Mediums am konkreten Gefäß kontrollieren: Die Art benötigt einen feuchten Wurzelraum, doch aus ihrem natürlichen Feuchthabitat folgt kein pauschales Dauerbad. Nach dem Umtopfen Feuchte und Wurzelreaktion eng beobachten und keine Nährsalze ergänzen.
practice
Praxisnotizen
Blizz wird als ungelöste Handels-/Formbezeichnung dokumentiert. Bei jeder Bestandskontrolle ist der tatsächlich beobachtete Zustand von der Händlerbeschreibung zu trennen: Fotografiere mehrere ausgereifte Fallen bei gleichbleibender Beleuchtung, notiere Blattalter und Saison und miss Fallenlänge, Fallenbreite, Zahn- beziehungsweise Cilienlänge sowie Blattstiel und Blattbasis. Halte außerdem die Akzession, das Etikett, die Bezugsquelle und den Vermehrungsweg fest. Auf diese Weise lässt sich später prüfen, ob wellige Lappen, kurze Blattstiele oder bestimmte Farben wiederholt an derselben vegetativen Linie auftreten. Ein einzelnes abweichendes Blatt genügt nicht.
Die Kontrolle erfolgt gemäß dem verknüpften Profil alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das sind Beobachtungsintervalle, kein Bewässerungsplan. Prüfe Wurzelraumfeuchte, Neuaustrieb, Rhizomzustand, Lichtanpassung und Anzeichen von Schädlingen; reagiere auf die Pflanze und Jahresphase statt mechanisch nach Kalender zu gießen. Der verknüpfte Parent ist Profil 3, die Gruppe `dionaea-temperiert` und das Profil `dionaea-standard` (ID 26); die Gruppe enthält die passende Gattung, und die Intervalle sind im Profil hinterlegt.
Wiederholtes Auslösen der Fallen zur Demonstration kostet die Pflanze Ressourcen und ist kein brauchbarer Leistungstest. Farbe nicht durch Hunger, Überhitzung oder Trockenstress erzwingen. Es wurde kein Bild übernommen: Die auffindbaren Blizz-Fotos stehen auf einer kommerziellen Händlerseite ohne ausgewiesene freie Lizenz, und ein exakt passendes, kommerziell nutzbares Bild mit überprüfbarer Pflanzenidentität wurde nicht gefunden.
sources
Quellenangaben
Taxonomie, Artökologie und Kulturgrundlage
- [Q1] Royal Botanic Gardens, Kew. Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Name, Autorenkürzel und natürliches Areal. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:275898-2
- [Q2] U.S. Fish & Wildlife Service. Venus Fly Trap (Dionaea muscipula). Lebensräume der Coastal Plain und Sandhills, saisonale Feuchte, Feuerabhängigkeit und Beuteangaben. https://www.fws.gov/species/venus-fly-trap-dionaea-muscipula
- [Q3] North Carolina State University Extension. Dionaea muscipula Plant Toolbox. Artmerkmale, Fallenfunktion, Kultur und Vermehrungswege. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/dionaea-muscipula/
- [Q4] International Carnivorous Plant Society. Dionaea muscipula: Growing Guide. Artweite Empfehlungen zu Licht, Wasser, Medium, Innenkultur und saisonaler Ruhe; allgemeine Kulturhilfe, keine ‘Blizz’-Sonderbeschreibung. https://www.carnivorousplants.org/sites/default/files/files/TeacherResources/ICPS_IG_Dionaea_muscipula.pdf
Physiologie und Fortpflanzung
- [Q5] Volkov, A. G. et al. (2008). Kinetics and Mechanism of Dionaea muscipula Trap Closing. Plant Physiology 146: 694–702. Experimentelle Untersuchung elektrischer Reize und Fallenverschlusses. https://doi.org/10.1104/pp.107.108241
- [Q6] Hamon, L. E., Youngsteadt, E., Irwin, R. E. & Sorenson, C. E. (2019). Pollination Ecology and Morphology of Venus Flytrap in Sites of Varying Time Since Last Fire. Annals of the Entomological Society of America 112(3): 141–149. Feldvergleich zu Feuerregime, Pflanzenmorphologie und Fortpflanzung. https://doi.org/10.1093/aesa/say032
- [Q7] Youngsteadt, E. et al. (2018). Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4): 539–546. Feldstudie zur Beziehung zwischen Blütenbesuchern und Fangblättern. https://doi.org/10.1086/696124
Benennung und Blizz-spezifische Angaben
- [Q8] International Carnivorous Plant Society. CP Names: Registered Dionaea Cultivars. Registrarliste, die laut eigener Einleitung bis vor Oktober 2020 reicht; kein „Blizz“-Treffer. Die zeitliche Begrenzung erlaubt keine Aussage über spätere Beschreibungen. https://cpnames.carnivorousplants.org/Cultivars.php?name=Dionaea
- [Q9] Schlauer, J. (2021). Carnivorous Plant Cultivar Names and Patents. Carnivorous Plant Newsletter 50(1): 44. Erläutert Unterschied zwischen einer Pflanze, dem Etablieren eines Kultivarnamens und dessen Registrierung. https://cpn.carnivorousplants.org/articles/CPNv50n1p44.pdf
- [Q10] Schlauer, J. (2022). Names of carnivorous plant cultivars registered in 2021. Carnivorous Plant Newsletter 51(3): 162. Jährliche ICPS-Registrarübersicht; kein „Blizz“-Eintrag. https://cpn.carnivorousplants.org/articles/CPNv51n3p162.pdf
- [Q11] Schlauer, J. (2024). Cultivar names registered in 2022 and 2023. Carnivorous Plant Newsletter 53(3): 154–155. Jährliche ICPS-Registrarübersicht; kein „Blizz“-Eintrag. https://cpn.carnivorousplants.org/articles/CPNv53n3p154_155.pdf
- [Q12] Schlauer, J. (2025). Cultivar names registered in 2024. Carnivorous Plant Newsletter 54(4): 155. Registrarübersicht; die gelisteten neuen Namen umfassen keine Dionaea. https://doi.org/10.55360/cpn544.js544
- [Q13] Fangblatt GmbH. Dionaea muscipula „Blizz“, Produktseite, abgerufen am 28.09.2026. Einzige gefundene Quelle mit konkret benannten Blizz-Merkmalen; Händlerangaben, nicht unabhängig geprüfte Klonbeschreibung. Die Produktbilder werden nicht übernommen, da keine kommerziell freie Lizenz ausgewiesen ist. https://fangblatt.de/products/dionaea-muscipula-blizz-venusfliegenfalle
- [Q14] Fangblatt GmbH. Dionaea muscipula – Venusfliegenfalle, Verkaufskategorie, abgerufen am 28.09.2026. Kategoriefilter unter „Blizz“ nennen unter anderem große Fallen und kurze Zähne; diese Händler-Tags weichen teilweise vom Produkttext ab. https://fangblatt.de/collections/dionaea-muscipula-venusfliegenfalle
Artweite Vermehrungsangaben
- [Q15] Booman, James L. (1999). Propagation of Four American Carnivorous Plant Genera: Pinguicula, Drosera, Dionaea, and Sarracenia. International Plant Propagators’ Society Combined Proceedings 48: 689–690. Beschreibt für Dionaea Samen-, Blatt-, Rhizom-, Blütenstand- und Gewebekulturvermehrung; allgemeine Artpraxis, kein Nachweis einer „Blizz“-Linie. https://ipps.org/wp-content/uploads/2025/05/I.P.P.S._Vol_48_1998.pdf
Bewertung: Die genaue Klonidentität und die Stabilität der zugeschriebenen Merkmale bleiben offen. Die Artkultur ist gut belegbar; Blizz-spezifische Kulturabweichungen, Maße, Herkunft, Fortpflanzungsmethode und Fanggeschwindigkeit sind nicht ausreichend belegt. Kein Bildnachweis wurde eingetragen.
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Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula — Blizz, Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-blizz/
