Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Biohazard 2'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
‘Biohazard 2’ ist eine gärtnerische Auslese der Venusfliegenfalle Dionaea muscipula. Ihr auffälligstes Merkmal liegt in der unregelmäßigen Gestalt der Fanglappenränder: Sie können wellig, geknickt oder ungleichmäßig gezähnt erscheinen; einzelne Randcilien können unterschiedlich lang sein oder zusammenstehen. Die Fallen bleiben grundsätzlich zweilappige Klappfallen mit Reizhaaren auf der Innenseite. Die Pflanze bildet wie die Art eine bodennahe Rosette aus einem kurzen Rhizom. Ihre Blattstiele tragen die photosynthetisch aktiven Spreiten, an deren Ende die Fallen sitzen. Diese Grundorgane unterscheiden sich nicht dadurch, dass der Klon ungewöhnlich geformte Fallen besitzt.
Für die Auslese wird eine grünere, weniger stark rot gefärbte Erscheinung als bei der ursprünglichen ‘Biohazard’-Form beschrieben. Das Grün und die Ausprägung der Verformung sind jedoch keine an jedem Blatt identischen Farb- oder Formmuster. Licht, Jahreszeit, Pflanzenalter und der Zustand des Rhizoms können das Erscheinungsbild beeinflussen. Auch die Aussage, der Klon sei stabiler als ‘Biohazard’, ist nicht als Garantie zu verstehen, dass jedes Blatt dieselbe Mutation zeigt. Zur Bestimmung ist die Kombination aus nachvollziehbarer vegetativer Abstammung, wiederkehrend unregelmäßigen Fallenrändern und überwiegend grüner Erscheinung aussagekräftiger als ein einzelnes Foto oder eine einzelne abweichende Falle.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis. ‘Biohazard 2’ ist ein gärtnerisch verwendeter Name für eine auffällig deformierte, meist grünere Auslese; er bezeichnet weder eine eigene Art noch eine botanische Varietät. Als Kultivar registriert ist ‘Biohazard’, dessen Veröffentlichung aus dem Jahr 2013 stammt. Die verbreitete Schreibweise „CK Biohazard 2“ erscheint in Handels- und Sammlungslisten, begründet aber für sich keinen offiziellen Kultivarstatus. Auch die römische Schreibweise „Biohazard II“ wird im Handel benutzt. Bei der Einordnung müssen daher drei Dinge getrennt bleiben: der botanische Artname, der registrierte Kultivar ‘Biohazard’ und die spätere gärtnerische Bezeichnung ‘Biohazard 2’. Eine ähnliche Fallenform allein belegt weder den Namen noch eine bestimmte Abstammung.
Die Herkunftsangabe für ‘Biohazard 2’ ist widersprüchlich überliefert. Eine spezialisierte Sammlung führt die Pflanze als stabile Auslese aus selbstbestäubter ‘Biohazard’-Nachkommenschaft. Die Beschreibung des ursprünglichen Kultivars hält dagegen fest, dass aus Samen gezogene Nachkommen dessen deformierte Fallenstruktur nicht zuverlässig übernehmen. Vereinsberichte erwähnen zwar selbstbestäubte ‘Biohazard’-Sämlinge und zeigen mindestens einen Sämling mit ähnlich deformierten Fallen; das belegt eine phänotypische Wiederkehr, aber weder eine stabile Vererbung noch die Identität mit einer vegetativ erhaltenen Klonlinie. ‘Biohazard 2’ bleibt deshalb als Sammlungs- und Handelsname nachvollziehbar, seine genaue genetische Herkunft und historische Verbindung zu ‘Biohazard’ sind jedoch nicht abschließend verifiziert. Für eine sichere Zuordnung sind dokumentierte Herkunft und wiederholte Merkmale über mehrere Wachstumsphasen wichtiger als ein einzelnes Foto.
ecology
Standort und Verbreitung
‘Biohazard 2’ besitzt keinen natürlichen Wildstandort und keine eigene Wildpopulation. Der Name wird für eine gärtnerische Auslese verwendet, deren Herkunft eine Sammlung als selbstbestäubte Nachkommenschaft von ‘Biohazard’ angibt. Diese Zuordnung ist als überlieferte Kulturgeschichte zu kennzeichnen: Die Beschreibung des registrierten Ausgangskultivars stellt die Vererbung der deformierten Fallenform durch Sämlinge infrage, während einzelne Vereinsberichte Sämlinge mit ähnlich verformten Fallen dokumentieren. Daraus lässt sich weder ein Naturfundort noch eine gesicherte Abstammung ableiten. Für Auswahljahr, Zuchtort und durchgehende Übergabekette der konkret so bezeichneten Linie liegt kein belastbarer Nachweis vor. Angaben wie Deutschland beschreiben allenfalls einen gärtnerischen Zusammenhang, nicht den Fundort einer Wildpflanze.
Die Elternart Dionaea muscipula ist in der Küstenebene von North Carolina und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten heimisch. Sie wächst in offenen, sehr hellen und nährstoffarmen Feuchtlebensräumen, deren Wasserstand und Vegetation sich im Jahresverlauf ändern. Dieses natürliche Areal erklärt die temperierte Grundkultur des Klons, darf aber nicht als Verbreitungsgebiet von ‘Biohazard 2’ ausgegeben werden. Auch ein aus Samen ausgewählter Nachkomme wäre eine gärtnerische Pflanze, keine Wildform und kein Beleg für eine natürliche Population. Bei Sammlungsangaben sollten Artareal, behauptete gärtnerische Abstammung, Auswahlgeschichte und Herkunft des konkreten Exemplars getrennt dokumentiert werden. Händleretiketten und private Bestandslisten sind Hinweise auf die Namensverwendung; ohne nachvollziehbare Akzessionsdaten belegen sie weder einen bestimmten Zuchtort noch eine lückenlose Klonherkunft.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die auffälligen Fallenränder und die grünere Gesamtwirkung von ‘Biohazard 2’ sind Merkmale einer Kulturselektion. Sie belegen weder eine eigene Anpassung an Licht, Wasser oder Beute noch eine ökologische Funktion, die sich von der der Art unterscheidet. Eine unregelmäßige Zahn- oder Cilienform führt nicht automatisch zu besserem Fang. Für die Klonform gibt es keine belastbare Aussage über höheren Beuteerfolg, größere Beute oder ein besonderes Überleben in der Natur. Die Pflanze bleibt in ihrer Physiologie an den Lebenszyklus von Dionaea muscipula gebunden.
Wie andere Venusfliegenfallen gewinnt der Klon den größten Teil seines Kohlenstoffs durch Photosynthese. Gefangene Arthropoden ergänzen Mineralstoffe, die an natürlichen Standorten im nährstoffarmen Wurzelraum knapp sind. Hohe Lichtverfügbarkeit und saisonale Feuchte prägen diesen Lebensraum. In Kultur verändern Lichtstärke, Jahresphase, Temperatur, Alter und Wasserführung die Ausprägung von Farbe und Fallenbau. Ein plötzliches Auftreten normal geformter Blätter oder eine stärkere Verformung sollte deshalb zunächst zusammen mit diesen Kulturbedingungen betrachtet werden. Ohne kontrollierten Vergleich lässt sich aus der Mutationsform keine eigene ökologische Leistung ableiten. Die Blattform ist somit ein gärtnerisches Erkennungsmerkmal, aber kein Beleg für eine ökologische Anpassung. Auch aus dem Namen der Auslese folgt keine erhöhte Eignung für besonders nährstoffreiche oder trockene Standorte.
reference
Wuchsform und Morphologie
Bei ‘Biohazard 2’ sollte die Form einzelner Fallen nicht als starres Sollbild behandelt werden. Beschrieben werden unregelmäßige, teils wellige oder geknickte Ränder mit variabler Zahnung; in manchen Darstellungen wirken die Randcilien doppelt oder ungleich verteilt. Die Fallen erscheinen häufig überwiegend grün und können weniger intensiv rot sein als die bekannte Ausgangsform ‘Biohazard’. Diese Farbgegenüberstellung ist relativ und keine feste Pigmentgrenze. Die Blätter wachsen aus einer Rosette und können je nach Jahreszeit aufrechter oder flacher stehen. Eine allgemeine Mindestgröße, feste Fallenbreite oder einheitliche Blattstellung ist für die Auslese nicht ausreichend festgelegt.
Für eine vergleichbare Ansprache werden mehrere ausgewachsene Fallen nebeneinander dokumentiert: geöffnete Fallen von oben, eine Seitenansicht der Randcilien und ein Gesamtbild der Rosette. An jeder Falle lassen sich Lappenrand, Länge der Cilien, Ausmaß der Welligkeit, Symmetrie und Farbe getrennt notieren. Fallenbreite wird an der geöffneten Falle an der breitesten Stelle gemessen; Blattstiel und Gesamthöhe sind eigene Messwerte. Jahreszeit, Beleuchtung und Alter des Horsts gehören in dasselbe Protokoll. So wird die tatsächliche Variabilität sichtbar, ohne ein einzelnes besonders deformiertes Blatt fälschlich als gleichbleibende Diagnose des ganzen Klons zu verwenden. Nahaufnahmen sollten Maßstab und neutrale Beleuchtung enthalten, damit Perspektive und Weißabgleich die Form- und Farbbeurteilung nicht unnötig verfälschen.
reference
Carnivore Strategie
‘Biohazard 2’ nutzt die Klappfalle von Dionaea muscipula. Auf der Innenseite der beiden Lappen sitzen Reizhaare; eine passende zeitliche Reizfolge erzeugt elektrische Signale und führt zum schnellen Schließen. Bleibt ein Beutetier nach dem ersten Verschluss in Bewegung, lösen weitere Signale Abdichtung und Verdauungsreaktion aus. Drüsen setzen Verdauungsstoffe frei, und gelöste Nährstoffe werden aufgenommen. Die Randcilien begrenzen den Spalt zwischen den Fallenlappen; sie sind nicht mit den inneren Auslösehaaren zu verwechseln. Diese Fangstrategie entspricht der Art und ist nicht als besondere Eigenschaft der Auslese zu verstehen.
Die ungewöhnlichen Ränder erlauben keine sichere Vorhersage, wie zuverlässig jede einzelne Falle schließt. Bei der ursprünglichen ‘Biohazard’-Form wurde eine eingeschränkte Schließfähigkeit beschrieben; diese Eigenschaft darf nicht automatisch auf ‘Biohazard 2’ übertragen werden. Für den hier geführten Klon ist keine belastbare Messreihe zu Reizschwelle, Schließzeit oder Verdauungsleistung verfügbar. Einzelne Fallen können sich in Form und Funktion unterscheiden. Nach einer Verdauungsphase öffnet sich eine Falle wieder und kann weitere Beute fangen. Häufiges Auslösen ohne Beute kostet Energie und sollte unterbleiben. Beschädigte oder deformierte Fallen werden nicht durch mechanisches Nachformen korrigiert. Die Klonbeschreibung betrifft daher vor allem die sichtbare Gestalt; eine davon unabhängige Fangfunktion ist bislang nicht quantifiziert.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Für ‘Biohazard 2’ muss zwischen sexueller Nachkommenschaft und vegetativer Erhaltung unterschieden werden. Die überlieferte Sammlungsangabe beschreibt die Auslese als selbstbestäubte Nachkommenschaft von ‘Biohazard’. Die Beschreibung des registrierten Ausgangskultivars besagt zugleich, dass Sämlinge die deformierte Fallenstruktur nicht zuverlässig übernehmen. Vereinsberichte über einzelne selbstbestäubte Sämlinge mit ähnlich deformierten Fallen zeigen, dass eine verwandte Erscheinung bei Saatgut vorkommen kann; sie beweisen jedoch nicht, dass das Merkmal stabil vererbt wird oder dass solche Sämlinge dieselbe Klonlinie darstellen. Deshalb sollte ein Sämling zunächst als eigener Sämling mit dokumentierter Elternpflanze und Aussaat geführt werden. Erst wiederholte Beobachtungen über mehrere Blätter und Jahreszeiten können seine sichtbare Ausprägung beschreiben, nicht aber rückwirkend eine vegetative Herkunft ersetzen.
Wenn die Identität einer benannten Klonlinie erhalten werden soll, sind Rhizomteilung und Blattstecklinge die nachvollziehbaren vegetativen Wege. Mutterpflanze, Datum, Herkunft und jede Weitergabe gehören dauerhaft zum Etikett oder Sammlungsdatensatz. Einzelne Fallen variieren; auch ein zeitweise typisches Blatt widerlegt nicht allein die Abstammung eines dokumentierten Klons. Umgekehrt reicht eine ähnliche Mutation an einem Sämling nicht zur Gleichsetzung mit ‘Biohazard 2’. Blüte und Fruchtbildung folgen dem mehrjährigen Jahresgang von Dionaea muscipula; eine Blüte ist kein Nachweis für Klonstabilität. Wer aus Bestandsgründen Saat gewinnt, sollte die Nachkommen als neue Individuen kennzeichnen und ihre Merkmale gesondert protokollieren. So bleiben die überlieferte Selbstungsangabe, die tatsächlich beobachtete Fallenform und die sicher belegte vegetative Linie voneinander unterscheidbar.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Die Kultur von ‘Biohazard 2’ folgt dem temperierten Jahresgang von Dionaea muscipula. Eine abweichende Temperaturgrenze oder besondere Pflege ist für die Auslese nicht festgelegt. Während des Wachstums braucht sie sehr viel Licht, mineralarmes Wasser und ein gleichmäßig feuchtes, nährstoffarmes Wurzelmedium. Pflanzen aus dunkler Innenhaltung werden schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. In saisonaler Außen- oder ungeheizter Gewächshauskultur gehört eine kühle Winterphase zum üblichen Jahreslauf. Das Wachstum verlangsamt sich; ältere Fallen können absterben, während das Rhizom ruht. Das ist allein kein Hinweis auf den Verlust des Klons.
Die grüne Färbung und die veränderten Fallenränder machen weder Düngung noch wärmere Überwinterung erforderlich. Eine ganzjährige Innenkultur braucht ausreichend starke Beleuchtung und sorgfältig angepasste Versorgung; ein warmer, lichtarmer Fensterplatz genügt nicht. Während einer kühlen Ruhephase bleibt das Medium feucht, der Wasseranstau wird aber an geringere Verdunstung angepasst. Das verknüpfte Dionaea-Profil sieht Kontrollen alle 14 Tage während aktiven Wachstums, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage für Sämlinge vor. Das sind Sichtkontrollen für Zustand und Jahresphase, keine festen Gießtermine. Austrocknung, Fäulnis oder Schädlingsbefall erfordern unabhängig davon sofortige Aufmerksamkeit. Bei unsicherer Jahresphase werden Licht, Neuaustrieb und Rhizomzustand gemeinsam beurteilt, statt allein nach einem Kalenderdatum zu handeln.
substrate
Substrat-Ökologie
Die verformten Fallen verändern den Bedarf der Wurzeln nicht. ‘Biohazard 2’ wächst wie andere Venusfliegenfallen in einem sauren, nährstoffarmen und mineralarmen Medium, das Wasser speichert und zugleich Luft an die Wurzeln lässt. Ungedüngter Torf mit strukturgebenden Bestandteilen oder langfaseriges Sphagnum sind mögliche Grundlagen; eine besondere Rezeptur für diesen Klon ist nicht erforderlich. Kalkhaltige Zusätze, gedüngte Blumenerde und mineralreiches Leitungswasser erhöhen die Salzbelastung und können empfindliche Wurzeln schädigen. Die ungewöhnliche Fallenform ist kein Hinweis auf einen höheren Nährstoffbedarf.
Ein flacher Wasseranstau hält das Substrat im Wachstum gleichmäßig feucht. Höhe und Dauer hängen von Topf, Temperatur, Verdunstung und Struktur des Mediums ab. In warmen, verdichteten Töpfen kann dauerhaft stehendes Wasser die Rhizome schädigen. Bei dichtem Wuchs werden Substratoberfläche und Rhizombasis schwerer sichtbar; Salzkrusten, verrottete Bestandteile und weiche Rhizomstellen sind regelmäßig zu kontrollieren. Regenwasser oder geeignetes Umkehrosmosewasser halten den Mineralgehalt niedrig. Beim Umtopfen werden Wurzeln feucht gehalten und abgestorbenes Material entfernt, ohne den Rhizomverbund unnötig zu verletzen. Während der kühleren Ruhephase wird weniger Wasser bereitgestellt, das Medium darf jedoch nicht austrocknen. Der Wasserstand sollte so angepasst werden, dass der Topfballen nicht dauerhaft heiß und sauerstoffarm bleibt. Eine drainierende Topfbasis und lockere Struktur erleichtern die Kontrolle.
practice
Praxisnotizen
Für die Bestimmung eines als ‘Biohazard 2’ geführten Exemplars werden Herkunft und vegetative Weitergabe notiert. Mehrere reife Fallen derselben Jahresphase werden mit Maßstab fotografiert: geöffnete Fallen von oben, seitliche Ansicht der Lappenränder und ein Gesamtbild des Horsts. Welligkeit, ungleichmäßige Zahnung, mögliche Doppelränder und Grün- beziehungsweise Rotanteil werden für jede Falle getrennt erfasst. Ein einzelnes stark deformiertes Blatt reicht nicht zur Diagnose. Ebenso darf eine vorübergehend typische Falle nicht sofort als Rückkehr oder Verlust der Mutation bewertet werden.
Bei jeder Aufnahme werden Alter, Licht, Jahreszeit, Wasserführung und Gefäß ergänzt. So lässt sich beurteilen, ob Unterschiede mit den Kulturbedingungen oder mit der vegetativen Linie zusammenhängen. Das Kulturprofil setzt Sichtkontrollen alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen an. Dabei werden Neuaustrieb, feste Rhizome, Feuchtigkeit und Schädlinge kontrolliert. Für Sämlinge aus Selbstung ist eine eigene Bezeichnung erforderlich; sie sind keine identischen Klone. Ein Rückgang älterer Fallen in der Winterruhe ist unproblematisch, solange das Rhizom fest bleibt und die Kulturbedingungen zur Jahresphase passen. Bei jeder Kontrolle werden tote Blattreste entfernt, wenn sie die Rosettenmitte verdecken oder Schimmel begünstigen könnten.
sources
Quellenangaben
Kultivarspezifische Angaben
- Società di Ortoflorofrutticoltura Italiana: Collezione Dionaea muscipula, Akzession D88. Sammlungsdatensatz. Führt „Biohazard 2“ als selbstbestäubte Nachkommenschaft von ‘Biohazard’ und bezeichnet die Auslese als stabilen Klon.
- Stranger Plants: Collezione privata, Eintrag DRD88. Bestandsliste. Wiederholt Selbstung und Stabilitätsangabe und verbindet die Akzession mit K. Dupont.
- Carnivors and More: Verkaufsliste 2024, Eintrag DIO_32, „CK Biohazard 2“. Katalog (PDF). Bezeichnet die Auslese als ähnlichen Klon mit grüneren Fallen und höherer Stabilität; daneben wird „Biohazard 1“ als rückschlaggefährdet beschrieben.
- Esotik Garden: Dionaea muscipula “CK biohazard 2”. Angebotsbeschreibung. Ordnet die Selektion Christian Klein zu und beschreibt unregelmäßige, teils doppelte Fallenränder sowie überwiegend grüne Färbung. Handelsbeschreibung, keine formale Diagnose.
- Green Jaws: Dionaea muscipula Biohazard II. Importiertes Angebotsprofil. Namens- und Verfügbarkeitsnachweis; keine botanische Primärquelle. Das Verkaufsfoto hat keine Freilizenzangabe und wurde nicht übernommen.
Name, Art und Kultur
- Bailey & McPherson (2013): Dionaea: The Venus’s Flytrap, S. 182–183. Beschreibung des ursprünglichen Kultivars ‘Biohazard’, nicht von ‘Biohazard 2’.
- International Carnivorous Plant Society: Cultivar names registered in 2013, Carnivorous Plant Newsletter 43(1), S. 31–32. Registrierungsliste (PDF). Führt ‘Biohazard’ C. Klein, Bailey & McPherson, S. 182 (2013); diese Veröffentlichung wird nicht mit „Biohazard 2“ gleichgesetzt.
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonprofil. Akzeptierter Artname, botanischer Autor und natürliches Areal.
- North Carolina State Extension: Dionaea muscipula – Plant Toolbox. Artbeschreibung und Kultur. Allgemeine Morphologie, Lebensraum und Kultur der Art.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Growing Guide. Kulturleitfaden. Allgemeine Licht-, Wasser-, Substrat- und Jahresganghinweise.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology. Allgemeine Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme.
- Ryu, Y. et al. (2026): Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure. Science. Mechanismus des Fallenverschlusses; keine klonspezifische Untersuchung.
Einordnung der Samenherkunft
- Bailey & McPherson (2013): Dionaea: The Venus’s Flytrap, S. 182–183. Beschreibung des registrierten Kultivars ‘Biohazard’; sie hält fest, dass aus Samen gezogene Nachkommen die deformierte Fallenstruktur nicht zuverlässig übernehmen.
- Victorian Carnivorous Plant Society (2017): March 2017 Newsletter, S. 12–13. Vereinsrundschreiben (PDF). Berichtet von einem Sämling aus ‘Biohazard’ × Selbstung mit deformierten Fallen; der Beitrag dokumentiert eine sichtbare Ähnlichkeit, keine stabile Abstammungsdiagnose.
- Victorian Carnivorous Plant Society (2019): March 2019 Newsletter, S. 16–18. Vereinsrundschreiben (PDF). Führt ‘Bio Hazard’ × Selbstung und einen Sämling als Sammlungsbeobachtung auf; daraus folgt keine Klonidentität.
- Società di Ortoflorofrutticoltura Italiana: Collezione Dionaea muscipula, Akzession D88. Sammlungsdatensatz. Führt ‘Biohazard 2’ als selbstbestäubte, stabile ‘Biohazard’-Nachkommenschaft. Diese Herkunftsbehauptung bleibt neben den abweichenden Angaben ausdrücklich als ungeklärt markiert.
Bildprüfung
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reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Im Vergleich zur typischen Venusfliegenfalle fallen bei ‘Biohazard 2’ die unregelmäßigen, teils welligen oder geknickten Lappenränder und eine häufig grünere Gesamtwirkung auf. Die Randcilien können verschieden lang sein, ungleichmäßig stehen oder stellenweise zusammengewachsen wirken. Diese Form unterscheidet die Auslese von der gewöhnlichen Artgestalt, ist aber nicht an jeder Falle gleich ausgeprägt. Sammlungs- und Handelsbeschreibungen nennen sie grüner und stabiler als das ursprüngliche ‘Biohazard’; daraus folgt weder eine feste Pigmentgrenze noch eine Garantie, dass jede Falle deformiert erscheint. Auch die Ausgangsform kann zeitweise typische Blätter bilden. Ein brauchbarer Vergleich erfasst deshalb mehrere reife Fallen bei ähnlichem Licht und in derselben Jahresphase. Maße, Farbanteil und Zahnung sollten getrennt protokolliert werden, anstatt einen Einzeltrieb als vollständigen Maßstab für den Namen zu nehmen.
Eine Sammlung führt ‘Biohazard 2’ als Auslese aus selbstbestäubter ‘Biohazard’-Nachkommenschaft. Diese Herkunft bleibt jedoch strittig: Für den registrierten Ausgangskultivar wird beschrieben, dass Sämlinge die deformierte Fallenstruktur nicht zuverlässig erben; Vereinsberichte nennen zugleich einzelne Sämlinge mit ähnlich deformierten Fallen. Solche Beobachtungen machen eine wiederkehrende Ähnlichkeit plausibel, beweisen aber keine stabile Vererbung und keine Identität mit dem vegetativ erhaltenen Klon. ‘Biohazard 2’ ist zudem vom separat registrierten Kultivar ‘Biohazard’ zu unterscheiden; „CK“ und „II“ sind verwendete Namenszusätze, keine taxonomischen Ränge. Für die Zuordnung zählen nachvollziehbare Akzessionsdaten und vegetative Weitergabe zusammen mit wiederkehrenden Merkmalen. Ein Sämling darf nicht allein aufgrund deformierter Fallen oder des Namens seiner Elternpflanze mit ‘Biohazard 2’ gleichgesetzt werden.
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Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Biohazard 2', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-biohazard-2/
