Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Bimbo'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Selektion von Dr. Eberhard König in Deutschland, vor 2012; vegetativ erhaltener Kultivar ohne eigenes natürliches Areal.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Bimbo’ ist ein großwüchsiger Kultivar der Venusfliegenfalle. Seine auffälligsten Merkmale sind lange Blattbasen, große Fangfallen und eine kräftige rote bis dunkelrote Färbung der Falleninnenseite. Bei gut entwickelten Pflanzen können die Blattbasen etwa zehn Zentimeter und die Fallen etwa fünf Zentimeter erreichen. Das sind obere Kulturbeobachtungen, keine Mindestgröße für jedes Exemplar. Frühe Blätter liegen häufig näher am Boden; im Verlauf der Wachstumszeit können die späteren Blätter deutlich aufrechter stehen. Das übrige Laub wirkt oft gelblich bis hellgrün.

Der Grundbau bleibt der einer typischen Venusfliegenfalle: Die Blätter entspringen einer bodennahen Rosette und enden in zwei gelenkig verbundenen Fallenlappen. Auf den Innenflächen sitzen Sinneshaare, am Rand feine Fortsätze. ‘Bimbo’ ist weder eine eigene Art noch eine besondere Fangform. Die großen Maße und die intensive Innenfärbung sind Kulturmerkmale eines benannten Klons; sie verändern weder die Organstruktur noch die carnivore Lebensweise.

Die Gestalt verändert sich während der Saison. Eine kleine Pflanze, ein frischer Ableger oder ein im Winter gebildetes Blatt zeigt den ausgewachsenen Habitus nicht unbedingt. Für eine sichere Beurteilung sind mehrere reife Blätter desselben vegetativ erhaltenen Exemplars aussagekräftiger als eine einzelne Falle.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis. ‘Bimbo’ ist ein Kultivarname innerhalb dieser Art, kein wissenschaftlicher Art- oder Varietätsname; der Name wird aufrecht und in einfachen Anführungszeichen geschrieben. Die Kultivarbezeichnung wurde 2013 veröffentlicht und am 15. Mai desselben Jahres registriert. Dr. Eberhard König gilt als Nominator und Ursprungsperson einer frühen deutschen Auslese; M. Maier ist als Registrant eingetragen. Der Name selbst beschreibt kein botanisches Merkmal.

Der erhaltene Klon wird über vegetative Teilung des Rhizoms oder Blattstecklinge vervielfältigt. Diese Verfahren führen die ausgewählte Erbanlage fort. Bei Aussaat entstehen genetisch unterschiedliche Nachkommen; selbst wenn einzelne Sämlinge große Fallen oder eine rote Innenseite bilden, sind sie nicht automatisch ‘Bimbo’. Mutterpflanze, Teilungen und Etiketten sollten deshalb zusammen dokumentiert werden. Die Art-Autorschaft J.Ellis bezeichnet die Wildart und ist von der Kultivarregistrierung getrennt.

Für die eindeutige Zuordnung zählen der vollständige Kultivarname, die Verbindung mit D. muscipula und die vegetative Herkunft eines beschrifteten Mutterstocks. Ähnliche Größen- oder Farbmerkmale allein reichen nicht aus, um eine Pflanze sicher diesem Klon zuzuordnen.

ecology

Standort und Verbreitung

‘Bimbo’ ist eine Kulturselektion und besitzt kein eigenes natürliches Verbreitungsgebiet. Die Wildart Dionaea muscipula ist auf die Küstenebene von North Carolina bis zum östlichen South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Sie wächst dort in offenen, sonnigen, sauren und nährstoffarmen Feuchtstandorten, etwa in Savannen, Sickerzonen und lichten Kiefernwäldern. Sandige Böden und organische Auflagen bleiben saisonal feucht; regelmäßige Nässe geht mit einer guten Belichtung einher.

Die gärtnerische Herkunft des Klons wird Dr. Eberhard König in Deutschland zugeschrieben. Er wählte die Pflanze wegen ihrer großen Blätter aus; eine dokumentierte Wildpopulation oder ein bestimmter Naturfundort gehört nicht zur Herkunft von ‘Bimbo’. Die Kulturverbreitung in Sammlungen folgt der vegetativen Weitergabe und darf nicht mit dem Areal der Wildart verwechselt werden.

Für den Standort des Kultivars sind darum dieselben Grundbedingungen maßgeblich wie für andere Venusfliegenfallen: viel Licht, ein dauerhaft feuchter Wurzelraum und nährstoffarmes, saures Substrat. Die großen Blattbasen und Fallen bedeuten nicht, dass ‘Bimbo’ aus einem anderen Klima stammt oder eine abweichende Feuchtgebietsökologie besitzt.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die großen Fallen von ‘Bimbo’ gehören zu derselben Anpassung wie bei der Wildart: Sie ergänzen die Nährstoffaufnahme einer Pflanze, die in sehr armen Böden wurzelt. Gelockt und festgehalten wird kleine Beute durch Blattfarbe, Nektar und die beweglichen Fanglappen. Die Pflanze bleibt zugleich auf Photosynthese angewiesen; gefangene Tiere ersetzen weder Licht noch eine geeignete Wasserversorgung. Die auffällige Größe macht ‘Bimbo’ nicht zu einem spezialisierten Räuber mit anderer Beuteauswahl.

Die roten bis tiefroten Falleninnenseiten entwickeln sich besonders bei kräftigem Licht. In schwächerer Beleuchtung kann der Rotanteil zurückgehen, während das übrige Laub grünlich oder gelbgrün wirkt. Auch Blattalter, Saison und Wachstumszustand beeinflussen das sichtbare Erscheinungsbild. Eine blasse junge Falle bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Pflanze ihre Klonmerkmale verloren hat.

Die großen Blattbasen können die Fallen weiter aus der bodennahen Rosette herausheben, vor allem im Sommer. Das verändert die räumliche Präsentation der Falle, aber nicht die Habitatbindung: ‘Bimbo’ benötigt wie die Art offene Bedingungen mit hoher Lichtverfügbarkeit und dauerhaftem Zugang zu Feuchtigkeit. Größe und Farbe sind gärtnerische Merkmale, keine Hinweise auf ein neues Areal oder eine andere ökologische Nische.

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Wuchsform und Morphologie

‘Bimbo’ bildet eine kräftige Rosette mit im Verlauf des Sommers auffallend langen Blattbasen. In großen Kulturpflanzen können diese etwa zehn Zentimeter erreichen; die endständigen Fallen werden mit bis zu etwa fünf Zentimetern Länge beschrieben. Bei ausgewachsenen Exemplaren kann die gesamte Rosette ungefähr 25 Zentimeter Durchmesser einnehmen. Solche Angaben sind obere Beobachtungswerte und hängen von Alter, Saison, Licht und Kultur ab; sie sind keine festen Grenzwerte für den Klon.

Die Blattstellung verändert sich: Frühe oder junge Blätter können flach bis ausgebreitet erscheinen, während später entwickelte Sommerblätter oft aufrechter wachsen. Die Falleninnenseite färbt sich kräftig rot bis dunkelrot und kann einen purpurnen Schimmer zeigen. Außenflächen und Blattbasen bleiben häufig gelblich grün. Farbe und Länge der Randfortsätze können schwanken; keine einzelne Randform ist ein zuverlässigeres Merkmal als die Kombination aus Größe, Saisonhabitus und roter Falleninnenseite.

Die Falle behält zwei halbkreisförmige Lappen, die entlang der Mittelrippe zusammentreffen und sich nach Reizung schließen. Innen sitzen die Sinneshaare; Randfortsätze liegen außen am Fallenrand. Für den Vergleich sollten reife Sommerblätter und mehrere Fallen herangezogen werden, da Winterrosetten und frisch gebildete Blätter deutlich kleiner ausfallen können.

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Kultivar im Vergleich zur Art

Unterschied zur Grundart: ‘Bimbo’ fällt durch die Kombination aus überdurchschnittlich langen Blattbasen, großen Fallen und einer intensiven Rotfärbung der Falleninnenseite auf. In gut entwickelten Sommerpflanzen stehen die Blätter häufig deutlich aufrechter als die flach ausgebreitete Rosette vieler gewöhnlicher Venusfliegenfallen. Die Außenseite des Laubs bleibt meist grün bis gelbgrün, wodurch das rote Falleninnere stärker hervortritt. Die kräftige Größe ist der wichtigste sichtbare Unterschied dieses Kultivars.

Die genannten Maße von ungefähr zehn Zentimetern für Blattbasen und bis etwa fünf Zentimetern für Fallen beschreiben große Exemplare unter günstiger Kultur. Sie sind kein Sollmaß und sollten nicht verwendet werden, um kleine Teilstücke, Jungpflanzen oder saisonale Winterrosetten als falsch zu bestimmen. Auch der aufrechte Habitus zeigt sich nicht zwingend vom ersten Blatt an, sondern kann sich während der Saison verstärken.

Farbe und Länge der Randfortsätze können variieren und sind allein kein stabiler Identitätsnachweis. Die Zuordnung sollte auf mehreren Merkmalen und der vegetativen Herkunft vom beschrifteten Mutterstock beruhen. Der Name ‘Bimbo’ selbst erklärt keine bestimmte Fallenform und ist kein Beleg für eine zusätzliche Art oder eine besondere Pflegegruppe.

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Carnivore Strategie

Auch bei ‘Bimbo’ schließt eine aktive Schnappfalle. Auf den Innenflächen der beiden Lappen sitzen empfindliche Sinneshaare. Eine zeitlich passende Folge mechanischer Reize löst die schnelle Krümmung der Lappen aus; weitere Beutebewegung unterstützt die Entscheidung, ob sich die Falle vollständig abdichtet und Verdauung beginnt. Bleibt nach einem zufälligen Kontakt eine weitere Reizung aus, kann sich die Falle wieder öffnen. Diese Signalfolge ist dieselbe wie bei anderen Klonen von Dionaea muscipula.

Die größere Fallenfläche lässt die Pflanze imposant wirken, belegt aber weder ein schnelleres Schließen noch eine größere Beuteauswahl. Die Sinneshaare bleiben die eigentlichen Auslöser; die Randfortsätze sind keine zusätzlichen Trigger. Bei einer reifen Falle bilden sich Verdauungssekrete auf der Innenfläche, und gelöste Nährstoffe werden aufgenommen, während der übrige Blattapparat weiter Photosynthese betreibt.

Jede Falle kann nur begrenzt oft schließen, bevor sie altert und abstirbt. Wiederholtes Auslösen zum Vorführen kostet Energie und bringt der Pflanze keinen Pflegevorteil. Die großen Fallen sollten deshalb unberührt bleiben; eine gesunde, helle Kultur ermöglicht den natürlichen Fang kleiner Beutetiere im Freien.

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Reproduktion und Lebenszyklus

‘Bimbo’ ist eine ausdauernde, rhizombildende Staude. Aus dem Rhizom entstehen neue Blätter und gelegentlich zusätzliche Wachstumspunkte, sodass ältere Pflanzen mehrere Rosetten bilden können. Zur Erhaltung des Kultivarnamens werden Tochterrosetten durch Rhizomteilung getrennt oder Blattstecklinge bewurzelt. Beide Wege dienen der vegetativen Vermehrung des ausgewählten Klons; die Herkunft sollte vom Mutterstock bis zum Ableger nachvollziehbar bleiben.

Wie andere Venusfliegenfallen kann ‘Bimbo’ einen aufrechten Blütenstand mit weißen Blüten hervorbringen. Nach Bestäubung entstehen Samenkapseln mit dunklen Samen. Aus Samen gezogene Pflanzen sind genetisch nicht identisch mit dem Mutterklon und müssen als Nachkommen von ‘Bimbo’ gekennzeichnet werden. Große Fallen, aufrechte Sommerblätter oder rote Innenflächen bei einem Sämling machen ihn allein noch nicht zum registrierten Kultivar.

Blüte und Samenbildung beanspruchen Ressourcen, während die Pflanze zugleich neue Blätter und Fallen aufbaut. Bei einer kleinen, frisch geteilten Pflanze kann der Blütenstand entfernt werden, wenn zunächst das Anwachsen und die Rhizombildung unterstützt werden sollen. Diese Entscheidung richtet sich nach dem Zustand des Exemplars, nicht nach einer besonderen Fortpflanzungsbiologie dieses Kultivars.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Die Größe von ‘Bimbo’ verlangt Platz, aber keine abweichende Grundpflege. Sehr helles bis sonniges Licht unterstützt die Ausbildung langer Blattbasen, großer Fallen und einer deutlichen roten Innenfärbung. Nach einer Haltung mit wenig Licht muss die Pflanze schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Das Substrat soll sauer, nährstoffarm und gleichmäßig feucht bleiben; Regen-, Osmose- oder anderes mineralarmes Wasser verhindert eine schädliche Salzansammlung.

Während des aktiven Wachstums darf der Wurzelballen nicht austrocknen. Anstaubewässerung ist für die Art eine praktikable Methode, solange Wasserqualität und lockeres Substrat stimmen. Im Jahresgang verlangsamt sich die Pflanze in der kühlen Jahreszeit. Eine kühle, helle und geschützte Winterphase folgt dem temperierten Zyklus der Venusfliegenfalle; ein warmer, lichtarmer Standort ist kein gleichwertiger Ersatz.

Große Blattbasen können sich erst mit fortschreitender Saison bilden. Fehlende Maximalmaße oder eine zunächst flache Rosette sind kein Grund, die Kultur übermäßig zu verändern oder zu düngen. Beurteilt werden der Austrieb, die Festigkeit des Rhizoms und die Entwicklung mehrerer neuer Blätter. ‘Bimbo’ braucht weder höhere Luftfeuchte noch zusätzliche Fütterung, nur weil seine Fallen größer werden.

substrate

Substrat-Ökologie

Die Wurzeln von ‘Bimbo’ gehören zu einer Art offener, saurer und nährstoffarmer Feuchtstandorte. Ein groß dimensioniertes Fangblatt sagt nichts über einen erhöhten Nährstoffbedarf im Wurzelraum aus. Vielmehr bleibt das Substrat dauerhaft feucht und zugleich luftig genug, damit das Rhizom nicht in verdichtetem, sauerstoffarmem Material sitzt. Hohe Salz- und Düngerkonzentrationen passen nicht zu dieser Bodenökologie.

Für die Kultur eignen sich ungedüngte, saure Medien wie Weißtorf oder Sphagnum, bei Bedarf mit passendem mineralischem Zuschlag, etwa Perlite oder kalkfreiem Quarzsand. Das Gemisch soll Feuchtigkeit speichern und dabei strukturstabil bleiben. Kalkhaltiger Sand, Kompost und gewöhnliche gedüngte Blumenerde sind ungeeignet. Die größere Rosette kann ein geräumiges Gefäß rechtfertigen, doch ein größeres Volumen ersetzt keine gute Belüftung oder Wasserqualität.

Mineralreiches Leitungswasser kann sich im Topf anreichern und Wurzeln belasten. Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder vollentsalztes Wasser sind die sichere Wahl. Es gibt keinen kultivarspezifischen Grund, den pH-Wert oder die Nährstoffversorgung gegenüber der Art abzuändern; die großen Fallen entstehen aus gutem Licht und gesunder Entwicklung, nicht aus Düngung.

practice

Praxisnotizen

Das verknüpfte Dionaea-Profil empfiehlt Sichtkontrollen alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage während der Ruhephase und alle 7 Tage für Sämlinge. Diese Abstände sind Beobachtungsrhythmen, keine Gießtermine. Bei ‘Bimbo’ zusätzlich den Austrieb, die Festigkeit des Rhizoms, Feuchte im Topf, Wasserqualität und Schädlingsspuren prüfen. In der Winterphase darf der Ballen nicht austrocknen; der Wasserstand kann dabei geringer sein als im Sommer.

Für den Saisonvergleich Blätter vom frühen Austrieb und ausgewachsene Sommerblätter getrennt betrachten. Die zunächst flachere Stellung kann später in deutlich aufrechtere Blattbasen übergehen. Bei mehreren reifen Fallen lassen sich Länge der Blattbasen, Fallengröße, Innenfärbung und Farbe der Randfortsätze dokumentieren, ohne einen einzelnen Maximalwert als Norm festzuschreiben.

Das Etikett mit vollständigem Namen an Mutterstock und vegetativen Ablegern erhalten. Sämlinge separat als Nachkommen führen. Beim Umtopfen die großen Blattbasen nicht knicken und der Rosette ausreichend Raum lassen. Keine Fallen wiederholt zum Vorführen auslösen, nicht wurzeldüngen und eine Umstellung auf stärkere Sonne schrittweise vornehmen.

sources

Quellenangaben

Kultivarbezeichnung und Klonherkunft

  • Bailey, T. & McPherson, S. (2013): Dionaea: The Venus’s Flytrap, S. 180–181, Abb. 141–143. Kultivarbeschreibung und Standardabbildungen.
  • Carnivorous Plant Newsletter 43(1) (2014): Register der 2013 registrierten Kultivarnamen; ‘Bimbo’ E. Koenig, Bailey & McPherson, Dionaea:180 (2013), registriert am 15. Mai 2013.
  • OmniTerra: Kultivarregister mit deutscher Herkunft, Nominator, Registrant und vegetativer Vermehrung.
  • Green Jaws: Kulturbericht zur Auswahl wegen großer Blätter und zur späteren Ausbildung großer, tiefroter Fallen in voller Sonne.

Artbiologie und Kulturmerkmale

  • Kew Plants of the World Online: akzeptierter Artname, Autor und natürliches Areal.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Rangewide Status Survey und Species Status Assessment. Morphologie, Verbreitung, Habitat und Biologie der Grundart.
  • Sarracenia House; FlytrapCare: ergänzende gärtnerische Angaben zu Blattbasen, Fallenmaßen, Pigmentierung, saisonaler Wuchsform und Kultur. Größenwerte sind als obere Kulturbeobachtungen eingeordnet.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26: 286–295.
  • Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224.

Bildlizenzprüfung

Bei der Suche wurde kein exakt zuordenbares Foto mit nachvollziehbarer freier Lizenz und Urheberangabe gefunden. Händlerbilder wurden nicht übernommen.

Kew POWO: Artname, Autor und Areal
Carnivorous Plant Newsletter: Registrierungen 2013
OmniTerra: Kultivarregister
Green Jaws: Kulturbericht zu ‘Bimbo’
Sarracenia House: Art- und Kulturbeobachtungen
FlytrapCare: ergänzende Fallen- und Größenbeschreibung
USFWS: Rangewide Status Survey
USFWS: Species Status Assessment
Böhm et al. (2016)
Suda et al. (2020)

Zitieren

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Aktueller Stand30.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Bimbo', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-bimbo/