Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Beastie Boy'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Beastie Boy ist eine von Ian Salter geführte Venusfliegenfallen-Auslese. Im kräftigen vegetativen Zustand werden breite, tiefrote Fallen an einer großwüchsigen Pflanze beschrieben. Gerade die Breite der Fanglappen verdient Erwähnung, weil ein allgemeines „groß“ allein zahlreiche andere Klone treffen könnte. Rotfärbung ist bei Dionaea vom Licht und vom Zustand eines Blattes mitbestimmt; der Händlerbeleg verspricht deshalb keine identische Farbe an jeder Jungpflanze. Die Fangblätter entstehen wie bei der Art aus einer Rosette. Innerhalb der Falle liegen Reizhaare, außen Randzilien. Zu deren besonderer Form bei Beastie Boy enthält die geprüfte Beschreibung keine belastbare Angabe.
Der Grundbau dieser Art besteht aus einer ausdauernden unterirdischen Sprossachse und einer Blattrosette. Jedes voll entwickelte Fangblatt endet in zwei beweglichen Lappen, deren Außenseiten Randzilien und deren Innenseiten empfindliche Reizhaare tragen. Ein aufrechter Blütenstand hebt die weißen Blüten über die Fallen. Größe, Blattstellung und Pigmentierung schwanken mit Blattalter und Jahreszeit; eine Kultivardiagnose muss deshalb an wiederholt gebildeten Blättern und nicht an einer einmaligen Momentaufnahme erfolgen.
Für die fertige Pflanzenkarte gilt daher eine klare Evidenzgrenze: Das Erscheinungsbild der ausgewählten Linie wird getrennt von allgemein bekannten Artorganen beschrieben. Ein Foto sollte die ganze Rosette und mindestens eine reife offene Falle zeigen. Nur so sind Blattstellung, Fallenproportion und Entwicklungszustand gemeinsam nachvollziehbar.
taxonomy
Taxonomie
Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet Dionaea muscipula J.Ellis; Beastie Boy ist ein nachgestellter gärtnerischer Klonname. Ian Salter beansprucht die Schaffung dieser Auslese in einer eigenen Übersicht, was die Zuschreibung als Selektor stützt. Seine Rolle ändert nicht das botanische Autorenkürzel J.Ellis. Ein Anbieter nennt die Pflanze „cv.“, aber eine formale Eintragung mit Diagnose und Datum wurde nicht verifiziert. Entsprechend wird hier zwischen dokumentierter Auswahl und formaler Registrierung unterschieden. Ein ebenfalls in Sammlerlisten vorkommendes Paar anderer Klonnamen darf nicht ohne expliziten Abstammungsbeleg als Kreuzungsformel von Beastie Boy gelesen werden. Der Name bezeichnet weder eine zweite Dionaea-Art noch eine natürliche Unterart.
Die Gattung Dionaea enthält nur die Art D. muscipula; Gartenformen ändern weder Gattung noch Familie. Der Autor J.Ellis gehört zur wissenschaftlichen Artbezeichnung. Ein Kultivarname bezeichnet dagegen die im Gartenbau identifizierte Auswahl und muss bei der Weitergabe über gesicherte vegetative Abstammung zuordenbar bleiben. Ähnliche Sämlinge oder anderswo entstandene Formen können nicht allein wegen optischer Übereinstimmung denselben Namen tragen. Taxonomische Artmerkmale und die Dokumentation einer Auslese sind getrennte Belegfragen.
Die Datenbankbeziehung zum Elternprofil stellt die Artzugehörigkeit her; sie ersetzt keinen Herkunftsnachweis der einzelnen angebotenen Pflanze. Gerade bei ähnlich benannten Großformen können Kloncode, Selektor und registrierter Kultivarstatus voneinander abweichen. Diese Ebenen müssen in Etikett, Quellenliste und öffentlicher Beschreibung übereinstimmen.
ecology
Standort und Verbreitung
Die belegte Herkunft von Beastie Boy ist eine gärtnerische Auslese durch Ian Salter. Ein genauer Ort der ersten Selektion und die genetischen Eltern sind öffentlich nicht ausreichend dokumentiert. Die natürlichen Populationen von Dionaea muscipula gehören dagegen zur Küstenebene von North Carolina und South Carolina. Diese geographische Artinformation lässt sich nicht auf den konkreten Salter-Klon als Funddatenetikett übertragen. In Sammlungen kann Beastie Boy durch vegetative Vermehrung an vielen Orten vorkommen; diese Kulturverbreitung ist kein natürliches Areal. Die lichtoffenen, feuchten und nährstoffarmen Lebensräume der Art bleiben für die Kulturableitung relevant, auch wenn für den Klon kein eigener Wildstandort belegt ist.
Das natürliche Areal von Dionaea muscipula liegt im Osten von North Carolina und South Carolina. Die Art besiedelt offene, sehr helle Feuchtstandorte auf saurem, mineralarmem Untergrund; Wasserstand und Vegetationsstruktur können saisonal wechseln. Kulturformen sind keine gesonderten wilden Areale. Aus diesem Artareal lassen sich die grundlegenden Anforderungen an Licht, Wasser und Wurzelmedium ableiten, nicht aber ein exakter Sammelort oder eine automatische genetische Herkunft für jeden in Europa gehaltenen Klon.
Bei künftigen Ergänzungen wären Funddaten nur dann sinnvoll, wenn eine belastbare ursprüngliche Herkunft des ausgewählten Genotyps nachgewiesen wird. Eine Angabe zum Standort des Verkäufers ist ebenso wenig ein Wildfundort wie die Region des heutigen Sammlers. Im öffentlichen Profil bleiben diese Rollen ausdrücklich getrennt.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die breite, dunkelrote Falle von Beastie Boy ist zunächst eine gärtnerisch ausgewählte Form. Ihre rote Pigmentierung kann den visuellen Eindruck unter gutem Licht verstärken, doch es wurde kein gesonderter Vorteil bei Beuteanlockung oder Hitzetoleranz gemessen. Auch große Fanglappen beweisen keine spezialisierte Beutegröße. Die Art lebt auf nährstoffarmen Feuchtstandorten und ergänzt ihre Versorgung durch gefangene Arthropoden. Diese Funktion bleibt bei einem großwüchsigen Klon erhalten, sofern die Fallen gesund ausgebildet sind. Die Ausprägung der roten Farbe im Jahresverlauf und bei unterschiedlichem Licht sollte dokumentiert werden, statt eine feste ökologische Anpassung für Beastie Boy zu behaupten. Klonspezifische Feldversuche liegen nicht vor.
Die Art kombiniert Photosynthese mit Beutefang an nährstoffarmen Standorten. Das Rhizom überdauert saisonale Veränderungen, während neue Fangblätter im Licht entstehen. Die Fallen erlauben die Aufnahme zusätzlicher Nährstoffe aus Arthropoden, ersetzen aber keine ausreichende Belichtung und kein geeignetes Wurzelmedium. Welche Ausprägung eines Klonmerkmals genetisch stabil bleibt und wie stark Umweltbedingungen den sichtbaren Zustand verändern, muss am selben vegetativen Material über mehrere Wachstumsphasen beobachtet werden.
Beobachtungen an anderen Kultivaren oder an der typischen Art dürfen als biologischer Rahmen dienen, aber keine Sonderleistung dieses Klons vortäuschen. Für eine vergleichende Aussage wären gleichaltrige Pflanzen unter identischem Licht, Wasser und Beuteangebot nötig. Solche Versuchsdaten liegen für diese Auswahl nicht vor.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die verlässlich beschriebene Kombination sind großwüchsige Rosette und auffallend breite, kräftig rote Fallen. Der Maßstab ist allerdings qualitativ: Ein Händler nennt keine überprüfbare Länge, Breite oder statistische Vergleichsgruppe. Die Breite muss an ausgewachsenen, geöffneten Fallen beurteilt werden; eine kleine neue Falle kann die typische Form verdecken. Für eine besondere Randzahnung, Verformung des Blattstiels oder dauerhafte Ganzkörperrötung gibt es in den geprüften Belegen keine Diagnose. Eine Bildserie mit Draufsicht und Seitenansicht, zusammen mit dem dokumentierten Klonweg, ist aussagekräftiger als eine isolierte rote Falle. Die Blätter bleiben botanisch Fangblätter derselben Art und besitzen die üblichen inneren Reizhaare.
Für eine sichere Beschreibung sind Blattstiel, Fanglamina, äußere Randzilien und innere Reizhaare getrennt zu benennen. Die Farbe einer Falle hängt von ihrer Reife und vom Licht ab; die Größe hängt außerdem vom Zustand der Rosette ab. Besonders nach Teilung oder Überwinterung können junge Blätter einen anderen Eindruck vermitteln als adulte Sommerblätter. Merkmale, die bei vielen Venusfliegenfallen auftreten, werden erst durch Kombination mit klonspezifisch belegten Einzelheiten diagnostisch brauchbar.
Die geprüften Unterschiede sollten im jährlichen Datensatz mit Datum und Kulturumgebung festgehalten werden. Eine Maßangabe ist nur mit definiertem Bezugspunkt und reifer offener Falle sinnvoll; Händlerfotos liefern dafür allein keine kalibrierte Grundlage. Einmalige Farbabweichungen nach Versand oder Umtopfen sind diagnostisch schwach.
reference
Carnivore Strategie
Beastie Boy besitzt die aus zwei Lappen gebildete Klappfalle der Venusfliegenfalle. Berührungen der inneren Reizhaare werden als elektrische Signale verarbeitet; die Reizfolge steuert Verschluss und weitere Verdauungsantwort der Art. Für diesen Salter-Klon gibt es keine direkte Messung einer abweichenden Reizschwelle oder Schließgeschwindigkeit. Breite und Rotfärbung sind beobachtete Gestaltmerkmale und keine geprüfte Aussage über Fangquote oder Beutespektrum. Auch lässt sich aus einer großen Falle kein fester Nährstoffbedarf je Fangvorgang ableiten. Beim Vergleich mit anderen Klonen sollten Fallen gleichen Alters unter gleichem Licht betrachtet werden, damit Farbunterschiede nicht vorschnell als Unterschiede der Fangfunktion ausgelegt werden.
Die grundlegende Physiologie ist für Dionaea muscipula experimentell untersucht: wiederholte Reizung innerer Haare erzeugt elektrische Signale; weitere Kontakte nach dem Schließen tragen zur Verdauungsantwort bei. Diese Untersuchungen belegen den Mechanismus der Art und testen die hier behandelte Kulturform nicht separat. Die äußeren Randzilien und die inneren Reizhaare erfüllen verschiedene Aufgaben. Aus roter Farbe, großer Falle oder aufrechter Blattstellung allein ergibt sich keine gemessene Veränderung von Auslösung, Schließzeit oder Nährstoffaufnahme.
Wenn eine Falle nicht schließt, sind Reife, Zustand und frühere Auslösungen zu prüfen, bevor daraus eine genetische Besonderheit abgeleitet wird. Der Mechanismus lässt sich aus dem Artwissen erklären; eine besondere Effektivität des Klons wäre eine eigene, bislang ausstehende Forschungsfrage. Farb- und Größenvergleiche beantworten diese Frage nicht.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Der Name Beastie Boy lässt sich nur sinnvoll an eine nachvollziehbare vegetative Linie binden. Teilungen oder andere geeignete vegetative Vermehrungsmethoden können die Auswahl erhalten; Samen aus einer Blüte erzeugen genetisch neue Pflanzen und tragen den Namen nicht automatisch weiter. Gerade bei einer markanten roten und breiten Falle können Sämlinge ähnlich wirken, ohne identisch zu sein. Für den behaupteten Elternstammbaum fehlt ein eindeutiger Beleg, daher werden andere auf Sammlerlisten genannte Klone nicht als Eltern übernommen. Blühfähigkeit und Samenbildung folgen grundsätzlich der Art, klonspezifische Werte zu Fruchtbarkeit oder Teilungsgeschwindigkeit sind jedoch nicht publiziert. Herkunft und Weitergabe sollten zusammen mit den Merkmalen dokumentiert werden.
Die Art kann Blüten und Samen bilden; Sämlinge sind genetisch neue Individuen. Soll ein bestimmter Klon erhalten werden, muss die Herkunft über vegetative Nachkommen nachvollziehbar sein. Geeignete Teilungen werden von gesunden Rhizomteilen vorgenommen, die weiter austreiben können. Die tatsächliche Vermehrungsrate hängt von Zustand und Kultur ab. Eine stabile Merkmalsausprägung wird an späteren reifen Fallen überprüft, während ein bloß ähnlicher Sämling ein eigener Genotyp und keine verlässliche Fortsetzung des benannten Klons ist.
Beim Austausch in Sammlungen gehört deshalb die dokumentierte Klonkette zum Datensatz. Ein später beobachtetes Merkmal kann die Etikettierung stützen, aber die Kette nicht ersetzen. Sämlingschargen erhalten eigene Bezeichnungen, auch wenn ein Nachkomme dem Elternklon auffallend ähnlich sieht oder kräftiger wächst.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für Beastie Boy sind keine von Dionaea muscipula abweichenden Kulturgrenzen belegt. Viel Licht fördert eine aussagekräftige Beurteilung der beschriebenen roten Fallen, doch neue Pflanzen werden nach dunkler Haltung stufenweise an direkte Sonne gewöhnt. Mineralarmes Wasser und ein ungedüngtes, saures, gleichmäßig feuchtes Medium bleiben zentral. Bei Außenkultur wird der saisonale Wintergang mit zurückgehendem Wachstum und geschützter Überwinterung berücksichtigt. Eine leistungsfähige ganzjährige Innenkultur benötigt sorgfältig ausreichendes Licht; der bloße Klonname ersetzt diese Bedingung nicht. Breite Fallen sollten weder durch Wurzeldüngung noch durch wiederholtes Auslösen zu beeinflussen versucht werden. Die Beurteilung erfolgt am stabilen Neuaustrieb.
Das aktive Wachstum verlangt reichlich Licht und einen ständig wasserverfügbaren, mineralarmen Wurzelraum. In natürlicher oder saisonaler Außenkultur folgt die Pflanze einem jahreszeitlichen Rückzug; die Bewässerung wird dem geringeren Verbrauch angepasst, ohne das Rhizom austrocknen zu lassen. Mehrjährige Innenkultur mit sehr starker Zusatzbeleuchtung ist möglich, stellt aber andere Anforderungen als ein warmes, lichtarmes Fenster im Winter. Eine klonspezifische Temperaturzahl oder feste Ruhedauer lässt sich aus allgemeinen Artregeln nicht seriös ableiten.
Der beschriebene Kloncharakter wird erst nach einer stabilen Eingewöhnung sinnvoll beurteilt. Lichtmangel, Salzbelastung oder ein geschädigtes Rhizom können Fallen verkleinern und Farben verändern; daraus folgt keine Änderung der Klonidentität. Kulturfehler sollten daher zuerst behoben und der neue Austrieb später erneut verglichen werden.
substrate
Substrat-Ökologie
Die breite Fanglamina von Beastie Boy sitzt über einem Wurzelsystem mit den normalen Ansprüchen der Art. Eine spezielle mineralreiche Mischung für den kräftigen Wuchs ist nicht belegt. Das Medium soll sauer, salzarm und feucht sein, bei längerer Kultur aber seine Struktur und Luftführung behalten. Ungedüngter Torf und geeignetes Sphagnum sind verbreitete Optionen; Zuschläge dienen der Textur, nicht der Nährstoffanreicherung. Mineralarmes Wasser verhindert, dass sich Salze im Topf aufkonzentrieren. Die roten Fallen sind kein Indikator dafür, dass der Wurzelraum eine bestimmte chemische Grenze erreicht hat. Bei stockendem Austrieb werden zuerst Licht, Wasserqualität und Substratzustand geprüft, statt eine klonspezifische Rezeptur zu erfinden.
Das Wurzelmedium soll sauer, ungedüngt und arm an gelösten Mineralien sein. Es hält Wasser, darf aber nicht so stark verdichten, dass die Wurzeln dauerhaft in luftarmem Schlamm stehen. Torf und geeignetes Sphagnum sind bekannte Kulturgrundlagen; ihre Mischung und Topfgröße werden auf Standort und Gießweise abgestimmt. Die Eigenschaften des fertigen Mediums sind wichtiger als ein starres Mischungsverhältnis. Wasserqualität, Substratabbau und Salzansammlung werden unabhängig von der auffälligen Fallenform eines Kultivars beurteilt.
Das Substrat wird im Rahmen der regelmäßigen Pflanzenkontrolle auf Verdichtung, Salzkrusten, gleichmäßige Feuchte und gesunden Neuaustrieb geprüft. Eine auffällige Falle ist kein Messinstrument für den Zustand der Wurzeln. Wechselt die Topfkultur, sollten Medium und Wasserquelle protokolliert werden, damit Veränderungen der Morphologie nachvollziehbar bleiben.
practice
Praxisnotizen
Auf dem Etikett Beastie Boy und die lückenlose Quelle der vegetativen Pflanze festhalten. Für die Beurteilung mehrere reife Fallen unter gleichmäßig gutem Licht fotografieren: Breite, Innenfarbe und Gesamtwuchs gemeinsam sind nützlicher als ein einzelnes Farbdetail. Die eigenen Fotos können später eine sichere Bildzuordnung stützen; fremde Produktbilder begründen keine Bildlizenz. Der Standardrhythmus ist 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage in einer tatsächlichen Winterphase und 7 Tage bei Sämlingen. Diese Intervalle steuern die Dokumentation, während Wasserstand und akute Schäden nach Bedarf öfter geprüft werden. Eine Kreuzungsformel darf erst ergänzt werden, wenn sie dem konkret überlieferten Salter-Klon verlässlich zugeordnet ist.
Der vorhandene Verknüpfungsrhythmus des Art-Kulturprofils beträgt 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage bei tatsächlich eingetretener Winterruhe und 7 Tage bei Sämlingen. Diese Angaben ordnen die Dokumentation von Neuaustrieb, Blattbild und Rhizomzustand; sie ersetzen keine bedarfsabhängige Feuchte- oder Schadenskontrolle. Bei Kulturwechseln sind alte Blätter als Belege für den neuen Standort ungeeignet. Neue adulte Fallen sollten zusammen mit Lichtbedingungen und Datum dokumentiert werden.
Ein Kurzprotokoll umfasst Datum, Herkunft der Linie, Zustand des Vegetationszentrums, mehrere neue Fangblätter sowie Licht- und Wasserbedingungen. So kann eine später beobachtete Abweichung von der beschriebenen Klonform untersucht werden. Besonders nach Umtopfen oder Winterrückzug ist eine vorschnelle Umbenennung anhand einzelner Blätter zu vermeiden.
sources
Quellenangaben
Klon und Registrierung
- Ian Salter, Carnivorian: About Carnivorian. Selbstauskunft des Selektors. Führt „beastie boy“ unter seinen selbst geschaffenen Dionaea-Pflanzen.
- Hewitt-Cooper Carnivorous Plants: Dionaea muscipula „Beastie Boy“. Klonangebot. Beschreibt große Wuchsform und breite, blutrote Fallen; Händlerbeobachtung, kein Maßstandard.
Art und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonomie und Areal. Akzeptierter Name und natürliches Areal der Art, keine Klondiagnose.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula, Informationsblatt. Kulturinformation. Wasser, Licht und unterschiedliche Winterführung in Außen- und Innenkultur; keine Prüfung dieses Kultivars.
- Böhm, J. und Mitarbeitende (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26: 286–295. Primärstudie. Reiz- und Beuteantwort der Art, kein direkter Klonvergleich.
Bildrechte
Für diesen Klon liegt im aktuellen Datensatz kein eigenes Bild vor. Händlerabbildungen wurden nicht übernommen; ein exakt zugeordnetes kommerziell frei lizenziertes Foto wurde nicht bestätigt.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Beastie Boy hat einen benannten Selektor: Ian Salter führt die Pflanze unter seinen eigenen Dionaea-Auslesen. Fachlich greifbar sind die großwüchsige Gestalt und die breiten, dunkelroten Fanglappen, die ein spezialisierter Anbieter beschreibt. Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Artpflanze geht es damit nicht nur um mehr Rot, sondern auch um die Form und Dimension der Fanglamina. Die Farbstärke kann je nach Licht und Blattalter schwanken; sie ersetzt keine Herkunftskontrolle. Weder eine besonders gezähnte Fallenlippe noch eine konkrete maximale Länge ist zuverlässig belegt. Ebenso darf eine andernorts benachbart genannte Kreuzung nicht als sichere Elternschaft ausgegeben werden. Die Auswahl bleibt botanisch Dionaea muscipula und wird als Klon vegetativ erhalten.
Ein diagnostischer Vergleich benötigt reife Fangblätter und die nachvollziehbare vegetative Linie. Saison, Licht und Pflanzenalter können die Gestalt deutlich verändern. Eine Händlerbeschreibung ist eine wertvolle Klonbeobachtung, aber keine kontrollierte Messreihe für alle Kulturbedingungen. Botanisch bleiben alle hier beschriebenen Formen Venusfliegenfallen der einen Art D. muscipula; ihre besonderen Merkmale begründen keine neue Wildart. Beobachtungen, die nur aus dem Namen oder einem ähnlich etikettierten Foto abgeleitet würden, werden nicht als gesichert übernommen.
Der entscheidende Vergleich erfolgt unter ähnlichen Bedingungen mit einer typischen Artpflanze oder einem gut dokumentierten Referenzexemplar. Absolute Superlative sind ohne Messreihe nicht sinnvoll. Bei schwacher Quellenlage ist eine offen benannte Unsicherheit fachlich genauer als eine aus dem Handelsnamen erfundene Zahnform, Farbe oder Fallengröße.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Beastie Boy', Stand 29.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-beastie-boy/
