Taublatt pflegen

Pflegeguide · Taublatt

Taublatt pflegen

Der Leitfaden für Drosophyllum lusitanicum, das Portugiesische Taublatt: volle Sonne, ein sehr luftiges, schnell trocknendes Substrat, kein Anstau und möglichst kein Umtopfen. Mit den Stellen, an denen die Quellen dünn sind.

Herkunft Westküste Portugals und Spaniens, Nordmarokko [2]
Licht volle Sonne
Wasser alle 2–3 Tage bei Wärme, nie im Anstau
Substrat je 25 % Bims, Perlit, Sand und Torf
Winter kalt und feucht ist kein Problem, leichter Frost wird vertragen
Taublatt (Drosophyllum lusitanicum) mit langen schmalen, taubesetzten Blättern in einem großen Terrakottatopf auf einer sonnigen Terrasse, auf dem Substrat eine helle Schicht aus Bims und Sand, einige kleine Fliegen kleben an den Blättern

Pflege auf einen Blick

Das Taublatt unterscheidet sich von fast allen anderen Karnivoren: Es steht nicht im Wasser, es mag Trockenheit an der Oberfläche und es verzeiht kein Umtopfen. Die Tabelle fasst das zusammen.

Bereich

Warme Jahreszeit

Winter

Häufiger Fehler

Licht

Volle Sonne, drinnen intensives Licht wie am Südfenster [1]

Kann draußen stehen [1]

Zu wenig Sonne

Wasser

Alle 2–3 Tage, Blätter nicht besprühen, nie ganz austrocknen [1]

Kühle, feuchte Winter schadeten nicht [1]

Anstau wie bei anderen Karnivoren [1]

Temperatur

Verträgt Hitze bis etwa 45 °C [2]

Leichte Fröste werden vertragen [1][2]

Warme, feuchte Luft im Gewächshaus: Wurzelfäule [1]

Substrat

Je 25 % Bims, Perlit, Sand und Torf im Tontopf [1]

Unverändert

Umtopfen: Störung der Wurzeln tötet oft [1]

Zur Gattung im Codex: Drosophyllum.

Die ICPS-Angaben stammen aus Davis in Kalifornien mit mediterranem Klima, dort gediehen Pflanzen im Freien deutlich besser als im Gewächshaus [1]. Zu Düngung, Fütterung und Schädlingen enthält die Anleitung nichts, deshalb gibt es dazu hier keine Empfehlung.

Standort und Licht

Das Taublatt wächst auf leicht saurem bis neutralem Fels-, Kies- und Sandboden, der im Sommer extrem trocken wird, in voller Sonne. Oft ist es eine Pionierpflanze auf erodierten Standorten. Kurze, schwache Brände schädigen es kaum, starke oder lange töten es. Möglicherweise bezieht es Wasser auch aus Küstennebel [2].

Die ICPS empfiehlt volle bis fast volle Sonne, auch in warmen Klimazonen. Drinnen braucht es intensives Licht, etwa an einem Fenster nach Süden. Es kann im Winter nach draußen umziehen [1]. Wie Licht gemessen wird: Licht verstehen.

Wasser und Gießen

Kein Anstau

Das Taublatt wird nie auf dem Schalensystem gehalten, das für andere Karnivoren üblich ist [1].

Alle 2–3 Tage

In warmen Klimazonen wird alle 2–3 Tage gegossen. Die Pflanze darf nie ganz austrocknen, wächst aber viel trockener als andere Karnivoren [1].

Nicht besprühen

Beim Gießen nicht auf die Blätter sprühen [1].

Oberfläche und Wurzel

Eine trockene Oberfläche heißt nicht, dass die Wurzel trocken ist. Wie sich der Wasserbedarf beurteilen lässt: Drosophyllum richtig gießen.

Tontopf

Terrakottatöpfe sind porös und helfen, das Substrat trockener zu halten [1].

Luftfeuchte

Warme, sehr feuchte Luft fördert Wurzelfäule. Die Autoren der ICPS-Anleitung verloren so große Pflanzen im Gewächshaus [1].

CHECKLISTE: DIE ERSTEN 4 WOCHEN NACH DEM KAUF

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Woche 1: In volle Sonne stellen, drinnen an ein Südfenster [1].

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Woche 1–2: Keine Wasserschale. Alle 2–3 Tage gießen, ohne die Blätter zu besprühen [1].

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Woche 2: Den Topf prüfen: großer Tontopf, sehr luftiges Substrat. Eine angewachsene Pflanze wird nicht mehr umgetopft [1].

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Danach: Nicht umtopfen, nicht besprühen und bei Hitze auf Staunässe achten, nicht auf die trockene Oberfläche.

Topf, Substrat, Fangblätter und Samen

Die Details, die in der Praxis über kräftige und schwache Pflanzen entscheiden. Wo Quellen fehlen, steht das da.

Terrakottatöpfe, groß, mit 10 bis 12 Zoll (etwa 25–30 cm) Durchmesser, damit die Pflanze Platz zum Wachsen hat. Eine Topftiefe nennt die ICPS nicht [1]. Das Taublatt hat eine kräftige Pfahlwurzel mit vielen feinen Seitenwurzeln und wird bis zu etwa acht Jahre alt [2].

Umsetzen, Anzucht und Winter

Das Taublatt verkraftet keine Wurzelstörung. Das prägt Umtopfen, Anzucht und Winter.

Nicht umtopfen

Wurzelstörung tötet die Pflanze oft, deshalb wird sie nach dem Einwurzeln nicht mehr umgetopft [1].

Warum häufiges Umtopfen besonders riskant ist: Drosophyllum richtig gießen.

Winter

Pflanzen, die in Davis (mediterran) ganzjährig draußen standen, gediehen deutlich besser als solche im Gewächshaus. Der kühle, feuchte Winter schadete nicht, leichte Fröste werden vertragen [1]. Wikipedia nennt die Art bedingt frosthart [2].

Vier kleine braune Torftöpfe mit jungen Taublatt-Keimlingen mit fadenförmigen taubesetzten Blättern in grobem, mit Perlit und Bims durchsetztem Substrat auf einer Fensterbank in einer Schale

Anzucht in vier Schritten

Frühsommer

Samen trocken im Kühlschrank lagern [1].

Herbst

Draußen auf die Oberfläche ausäen, nicht angeritzt, gleichmäßig feucht halten [1].

Winter bis Frühjahr

Die Keimung dauert Monate, bis zu neun [1]. Die Anzucht erfolgt in kleinen Torftöpfen mit Löchern.

Bei etwa 5 cm

Den Torftopf samt Pflanze in den Endtopf setzen, die Wurzeln wachsen durch die Löcher [1].

Alternativ keimen Samen auf feuchtem Vermiculit und kommen sofort in den Endtopf. Das verschwendet Topfplatz [1].

Blüte

Die Blüte kommt von Februar bis Juni oder Juli, mit 4–15 fünfzähligen Blüten von 2,5–4 cm Durchmesser. Sie sind selbstbestäubend und öffnen sich nur für wenige Stunden. Die Kapsel reift über einen Monat und enthält 5–10 Samen [2].

Lebensdauer

Pflanzen werden bis zu etwa acht Jahre alt [2]. Weil Wurzelstörungen oft töten, lohnt es sich, den Ort und den Topf von Anfang an richtig zu wählen.

Probleme erkennen

Typische Symptome und die wahrscheinlichste Ursache. Die Zeilen verlinken auf die ausführlichen Artikel.

Symptom

Wahrscheinliche Ursache

Was hilft

Pflanze welkt oder geht ein

Wurzelstörung oder Wurzelfäule bei warmer, feuchter Luft [1]

Drosophyllum richtig gießen

Eingegangen nach dem Umtopfen

Wurzelstörung [1]

Nicht mehr umtopfen, Anzucht in Torftöpfen [1]

Wurzelfäule im Gewächshaus

Warme, sehr feuchte Luft [1]

Draußen halten, Tontopf, luftiges Substrat [1]

Samen keimen nicht

Keimung kann bis zu neun Monate dauern [1]

Geduld, nicht angeritzte Samen im Herbst draußen [1]

Substrat bleibt zu lange nass

Zu dichtes oder zu feuchtes Gemisch (unsere Einordnung)

Welches Substrat für welche Karnivore?

Häufige Fragen zum Taublatt

Wie oft gieße ich das Taublatt?

In warmen Klimazonen alle 2–3 Tage, ohne die Blätter zu besprühen. Die Pflanze soll nie ganz austrocknen, wächst aber viel trockener als andere Karnivoren [1].

Darf ich das Taublatt in die Wasserschale stellen?

Nein. Die ICPS rechnet das Taublatt nicht zum Schalensystem der anderen Karnivoren [1].

Darf ich es umtopfen?

Möglichst nicht. Wurzelstörung tötet die Pflanze oft. Für die Anzucht nimmt man kleine Torftöpfe, die samt Pflanze in den Endtopf kommen [1].

Ist das Taublatt winterhart?

Leichte Fröste werden vertragen [1], Wikipedia nennt die Art bedingt frosthart [2]. In Kalifornien gediehen Pflanzen ganzjährig draußen besser als im Gewächshaus [1].

Wie alt wird ein Taublatt?

Bis zu etwa acht Jahre [2].

Ist das Taublatt bedroht?

Wikipedia beschreibt zunehmende Gefährdung, ohne Schutzstatus zu nennen. Rund 80 % der bekannten Bestände gelten als zerstört, die Zahl ist dort nicht belegt [2]. Gekauft werden sollte Nachzucht.

Zutaten

Welche Zutaten für das Taublatt?

Die ICPS nennt je 25 % Bims, Perlit, Sand und Torf [1].

Eine fertige Taublatt-Mischung gibt es bei Black Trap nicht, die Zutaten gibt es einzeln.

Dazu kommen Quarzsand und Hochmoortorf aus dem Sortiment.

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Quellen

Zum Taublatt gibt es nur wenige belastbare Quellen. Die Kulturangaben stammen aus einer ICPS-Anleitung (Davis, Kalifornien), die Angaben zu Herkunft, Biologie und Bestand aus Wikipedia, nicht aus kontrollierten Anbauversuchen.
[1] International Carnivorous Plant Society: Growing Drosophyllum lusitanicum. Anleitung einer Fachgesellschaft.
[2] Wikipedia (de): Taublatt. Lexikonartikel zu Verbreitung, Fallen und Bestand.

Fazit

Taublatt pflegen heißt: trocken halten, nicht stören

Volle Sonne, ein sehr luftiges Substrat im Tontopf, regelmäßiges Gießen ohne Anstau und kein Umtopfen sind die Grundlagen.

Wer das Taublatt wie ein Moorgewächs behandelt, verliert es meist an der Wurzel.